9. Die Geschichte von Sridhara

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Śrī Gauracandra ist der Herrscher des Universums. Jedoch nicht zu Seinem eigenen Wohl, sondern zum Wohl aller, hat Er das Gewandt des sannyāsīs angenommen. 

Alle Ehre sei dem Sohn von Jagannātha Miśra und Mutter Śacī und alle Ehre Seiner saṅkīrtana Bewegung! 

Alle Ehre sei Lord Caitanya. Er ist das Leben von Lord Nityānanda und Gadādhara Paṇḍita! 

Er ist am meisten geliebt von Advaita Ācārya, Śrīvāsa Paṇḍita, Jagadānanda Paṇḍita, Haridāsa Ṭhākura, Vakreśvara Paṇḍita, Puṇḍarīka Vidyānidhi, Vāsudeva und Śrīgarbha. 

Sei barmherzig, Oh Herr und sieh gnädig auf jedes Lebewesen. Mögen der Herr und alle Seine Gefährten verherrlicht werden, denn wenn man von den Spielen von Lord Caitanya hört, erreicht man sofort das höchste Ziel der Hingabe, Liebe zu Kṛṣṇa . 

Bitte hört aufmerksam diese Erzählung des Madhya-khaṇḍa, weil es die Spiele von Lord Caitanya schildert. Hört nun die Beschreibung von Lord Caitanyas 'Mahā-prakāśa Līlā', Seine große Offenbarung, weil dies die Wünsche aller Vaiṣṇavas erfüllt. 

Der Herr manifestierte die glorreichen 'sāta-prahariyā-bhāva', die einundzwanzig Stunden hingebungsvoller Ekstasen. In diesem Spiel offenbart Er wundervoll Seine verschiedenen Inkarnationen, Seine erstaunlichen Festmahle und er verteilte reines kṛṣṇa-prema an die Geweihten. Alle Vaiṣṇavas ehrten den Herrn in einer großen Badezeremonie, die als 'Rājā rājeśvara' bekannt ist, die nur den mächtigsten Königen des Universums zuteilwird. 

Eines Tages kam Gaurasundara zum Haus von Śrīvāsa Paṇḍita, begleitet von Nityānanda, der außer Sich vor Freude war. Allmählich versammelten sich dort alle Vaiṣṇavas. Gaurasundara, der in Sich versunken war, blickte um Sich, so wie eine königliche Persönlichkeit mit äußerst kraftvollen Blicken Seine Umgebung begutachtet. Die Geweihten nahmen die Gemütsstimmung des Herrn sofort wahr und begannen einen lauten kīrtana

An vorangegangen Tagen tanzte der Herr in der Ekstase eines Geweihten Dieners des Höchsten Herrn. Dann änderte Er Seine Gemütsstimmung augenblicklich und Er offenbarte Seine Identität als den Allmächtigen Höchsten Herrn. Diese Gemütsstimmung änderte sich auch sehr schnell und Er kehrte zurück in die Gemütsstimmung eines Geweihten. Heute jedoch, zum großen Glück der versammelten Geweihten, stand der Herr auf, als würde Er wie sonst tanzen, aber anstatt dessen setzte Er sich auf den Thron von Śrī Viṣṇu. 

Bei früheren Gelegenheiten saß der Herr auf Śrī Viṣṇus Thron, vertieft in hingebender Ekstase, als wäre Ihm Sein Eigenes Verhalten nicht bewusst. Aber heute war es anders! Heute verbarg Er nicht Seine wahre Identität mit dem Deckmantel Seiner inneren Energie, aber anstatt dessen saß Er einundzwanzig Stunden lang ununterbrochen auf dem Thron. Die Geweihten standen mit gefalteten Händen vor Ihm und ihre Herzen sprudelten über vor Freude. Es war ein wundervoller Anblick und die Geweihten waren vollkommen zufrieden. Spontan äußerten sie: „Wir haben Vaikuṇṭha betreten!“ 

Der Herr saß inmitten aller, als der Herr von Vaikuṇṭha und jeder der anwesend war, wurde frei von dem Einfluss der illusorischen Macht. 

Lord Caitanya gab die Anweisung: „Singt das Bade Lied!“ Die Geweihten waren sehr erfreut und begannen zu singen. Während des Liedes wiegte Er Seinen Kopf sanft von einer Seite zur anderen und ließ auf die Geweihten barmherzige Blicke herabregnen. In Erwiderung auf die Gemütsstimmung des Herrn, führten die Geweihten den abhiśeka, die Badezeremonie aus. 

Zuerst brachten die Geweihten Wasser von der Gaṅgā und siebten es. Dann fügten sie im richtigen Verhältnis Muskat, Sandeilholzpaste, Safran und Kampfer hinzu. Sie bereiteten sorgfältig all diese Dinge zu und spürten zunehmende Liebe für den Herrn in sich aufkommen. Als sie fertig waren, begannen sie die Zeremonie mit jubilierenden Rufen und dem Chanten der entsprechenden mantras

Lord Nityānanda war der erste, der Wasser über den Kopf des Herrn goss. Mit großem Vergnügen wiederholte Er ständig 'Jaya! Jaya!' Andere führende Geweihte, wie Advaita Ācārya und Śrīvāsa Paṇḍita badeten den Herrn und chanteten die berühmten 'Puruśa-sūkta' Gebete. Die Geweihten von Lord Gaurāṅga sind alle sehr in der Wissenschaft der Heiligen Schriften bewandert und sie gossen das Wasser in der Begleitung von passenden vedischen Hymnen und mantras

Mukunda und andere sangen süß das Lied der Badezeremonie, während andere Geweihte, von Glück überwältigt, weinten und tanzten. Die respektablen und keuschen Frauen trillerten vor Freude. Die gesamte Versammlung war in einen Ozean von Glückseligkeit eingetaucht. Der Herr von Vaikuṇṭha, Śrī Gaurāṅga blieb sitzen und die Geweihten, einer nach dem anderen, gossen Wasser über Seinen Kopf und badeten den Herrn. Normalerweise werden an solchen religiösen Anlässen einhundert-acht Töpfe mit Wasser benötigt, aber heute wurde diese Zahl weit übertroffen. 

Sogar die Halbgötter kamen, weil sie die Gelegenheit nicht verpassen wollten, spirituellen Fortschritt zu machen, aber sie blieben verkleidet. Sie zogen es vor nicht erkannt zu werden. 

Ein Tropfen Wasser, der den Lotosfüßen des Herrn dargebracht wird, sogar nur in der Meditation, ist ausreichend die Bestrafung durch den Gott des Todes, Yamarāja, abzuwehren. Was kann man dann noch über das Glück der Geweihten sagen, die durch ihre Anwesenheit den Herrn direkt baden konnten. 

Alle Diener und Dienerinnen im Hause Śrīvāsa Paṇḍita waren auch darin beschäftigt Wasser für den Herrn zu bringen. Das wunderbare Ergebnis, das man genießt, wenn man dem Herrn dient, wurde durch einen Vorfall umfassend bewiesen. Eine der Dienerinnen, eine fromme Frau namens 'Dukhī' – traurig - war eine der Wasserträgerinnen. Der Herr sah, wie sie aktiv beschäftigt war und sagte zu ihr: „Bring mehr! Bring mehr!“ Der Herr war von ihrer hingebungsvollen Haltung so beeindruckt, dass Er ihren Namen in 'Sukhī' – glücklich – änderte und damit andeutete, dass Er ihren Kummer von ihr genommen hatte. 

Nachdem sie den Herrn gebadet und die vedischen Mantras gesungen hatten, trockneten die Geweihten Seinen Körper. Sie kleideten Ihn in frische neue  

Kleider und schmierten auf Seinen bezaubernden transzendentalen Körper duftende Sandeilholzpaste. Sie reinigten Lord Viṣṇus Thron und nachdem alles in angemessener Weise bereit war, saß der Herr auf Seinen Thron, der wahrlich der Seine war. 

Lord Nityānanda hielt den Schirm über den Kopf des Herrn, während einer von den noch glücklicheren Geweihten, den Herrn mit dem cāmara zu fächern begann. Die Geweihten sammelten die Paraphernalien, um den Herrn zu verehren und sie begannen Ihm ārati, Verehrung darzubringen. 

Ihr Opfertablett war gefüllt mit caraṇāmṛta, Früchte, ācamanīya, Weihrauch, Duftöl, eine Lampe, neue Kleidung, eine brāhmaṇa Schnur usw. So wie es üblich war, verehrten sie Ihn mit sechzehn Zutaten, die in den śastra angegeben sind. Sie bestrichen die tulasī maṅjarīs mit Sandeilholzpaste und opferten sie Seinen Lotosfüßen. Das gopāla-mantra, das aus zehn Silben besteht, wurde gechantet, während die Verehrung dargebracht wurde. Alle Regeln dieser besonderen Verehrung wurden strikt befolgt, als alle Geweihten Ihm ihre Gebete darbrachten. 

Advaita Ācārya und alle getreuen Gefährten des Herrn fielen wie Stäbe zu den Füßen des Herrn und brachten ihm vollkommene Ehrerbietung dar. Alle Geweihten erfuhren tiefe spirituelle Liebe für den Höchsten Herrn und Tränen rannen wie Wasserfälle an ihren Wangen herab, vermischten sich und flossen in einen Fluss zusammen. Sie chanteten kontinuierlich Verse, die den Herrn lobpreisen. Der Herr hörte alles mit großer Befriedigung. 

Sie beteten: „Alle Ehre sei dem Herrn des Universums. Bitte Sei gütig und richte Deinen barmherzigen Blick auf diese Welt, die mit den dreifachen Leiden in Flammen steht. Alle Ehre sei dem ursprünglichen Ursprung von allem, dem Bewahrer eines jeden. Du bist gekommen um das gemeinsame Chanten des Heiligen Namens und das sanātana-dharma der Veden einzuführen. Du erhältst die Frommen und die ursprüngliche Überseele aller vierzehn Welten. 

„Alle Ehre sei Lord Caitanya, denn Er ist der Erlöser der gefallenen Seelen. Er ist ein Ozean der transzendentalen Eigenschaften und die höchste Zuflucht der Sanftmütigen und Armen. Alle Ehre sei Lord Caitanya, der Vrajendra Nandana 

Kṛṣṇa ist, der sich zu Lord Viṣṇu erweitert und als Kṣīrodakaśāyī Viṣṇu auf dem Milchozean liegt. Er erscheint als Inkarnation zur Freude Seiner Geweihten.

„Alle Ehre sei Lord Gaurāṅga, der das ursprüngliche, unfassbare und nicht wahrnehmbare Absolute ist. Die all-barmherzige Höchste Person ist immer auf der transzendentalen Ebene. Alle Ehre sie Śrī Caitanya. Er wurde in einer Familie von brāhmaṇas als das Kronjuwel dieser Kaste geboren und befreit die gesamte brāhmaṇa Bevölkerung. Er ist der Ursprung der vedischen Religion, das Leben und die Seele eines jeden Lebewesens. Alle Ehre sei Lord Caitanya, der Arjuna von einem unrühmlichen Tod rettete und der der Dämonin Pūtanā Befreiung gewährte. Alle Ehre sei Lord Caitanya, der niemals Fehler in den Lebewesen sieht. Er ist der Ehemann der Glücksgöttin.“ Mit diesen ausgewählten Worten lobpreisten die Geweihten den Herrn. 

Die Diener des Herrn ertranken in einen Ozean der Glückseligkeit, als sie sahen, wie Lord Caitanya diese außergewöhnliche Gemütsstimmung manifestierte. Der Herr entfernte gnädig den Schleier von māyā aus den Herzen aller und brachte Seine Lotosfüße seinen Geweihten dar, damit Seine hingegebenen Diener sie verehren konnten. Manche Geweihte brachten süß parfümiertes Öl und schmierten es auf die Lotosfüße des Herrn. Andere verehrten Ihn, indem sie zarte tulasī blätter darbrachten. Immer mehr wertvolle Edelsteine, Gold und Silbergeschmeide wurden geopfert und respektvolle Ehrerbietung Seinen Lotosfüßen gezollt. Viele wertvolle Geschenke wurden dem Herrn dargebracht, weiße, blaue und leuchtend gelbe Kleidung aus Seide. Eine Vielfalt wertvoller metallener Gefäße wurden den Lotosfüßen des Herrn als Opfergaben dargebracht. Die Gaben waren unzählig. 

Alle Hausangestellten in Śrīvāsa Paṇḍitas Haus konnten, indem sie einem reinen Vaiṣṇava zu Diensten waren, nun direkt Lord Gauracandras Lotosfüßen dienen, die von allen ersehnt werden. Sogar Lord Brahmā, Lord Śiva und Lakṣmī Devī streben nach dieser Gelegenheit. Sie brachten dem Herrn ohne Angst und Zögern viele Dinge dar; der Herr hatte ihre ehrfürchtige Gemütsstimmung von ihnen genommen. Sie brachten ungeschälten Reis, tulasī, dūrva Gras, Muskat, Safran, Kampfer und viele verschiedene Früchte, duftende Blüten und Sandeilholz. Alles legten sie zu den Lotosfüßen des Herrn. Jeder verehrte entsprechend der Neigung seines Herzens und sie folgten den verschiedenen Regeln der Verehrung. 

Dann zeigte Caitanya Mahāprabhu, der Höchste Herr von Vaikuṇṭha, ein anderes außergewöhnliches Spiel. Er sagte zu den Geweihten: „Bringt etwas, das ich essen möchte“, und streckte Seine Hand aus. Alles was die Geweihten darbrachten, nahm Er auf. 

Die verschiedenen Vaiṣṇavas brachten eine Vielfalt an Speisen: Banane, Mungodal, Joghurt, süße kondensierte Milch, Butter und Milch. Sie legten alles in die Hände des Herrn, der alles ungestört aß. Einige der Geweihten eilten zum Markt und stürmten zurück mit einer köstlichen Auswahl von Dingen. Sie brachten dem Herrn Kokosnüsse, riesige Mengen verschiedener Süßigkeiten, Brombeeren, grüne Melonen und Zuckerrohr. Manche brachten sogar Wasser aus der Gaṅgā. Der Herr aß alles. Als sie den Herrn sahen, wie Er fröhlich alles aß, was sie Ihm darbrachten, legten sie ihm großzügige Portionen mit noch mehr Delikatessen vor. Hunderte von Geweihten holten Gallonen von Gaṅgā Wasser, und der Herr, der das größte aller Mysterien ist, trank alles. 

Hunderte Fässer von Joghurt, süße kondensierte Milch, Milch, Hunderte von Bananenstauden, riesige Mengen von Mungo Dal, Berge von Zubereitungen aus süßer Milch, Kampfer, Betel, Früchte und Nüsse wurden vom Herrn vor den erstaunten und gaffenden Geweihten sofort verzehrt. 

Der Herr aß zufrieden alles, das Ihm geopfert wurde und nach und nach enthüllte Er Einzelheiten aus der Vergangenheit der verschiedenen Geweihten. Als die Geweihten ihre individuellen Geschichten hörten, erinnerten sie sich an frühere Tage und sie fielen ekstatisch zu Boden. 

Der Herr sprach zu Śrīvāsa Paṇḍita: „Erinnerst du dich, wie du immer Vorträge über das Śrīmad Bhāgavatam in Devānanda Paṇḍitas Haus hörtest? Jede Zeile des Bhāgavatam ist mit dem göttlichen Nektar des kṛṣṇa-prema getränkt, also schmolz dein Herz durch das Hören dieser Rezitationen des Bhāgavatams. Du weintest laut und bist bewusstlos zu Boden gefallen. Die Neulinge und unwissenden Studenten, die keine Kenntnisse von den Belangen des bhakti yoga besaßen, konnten den Grund für dein ungewöhnliches Verhalten nicht verstehen. 

„Du warst so in dir selbst versunken, in die Ekstase der Liebe zu Kṛṣṇa, ohne Notiz von der äußeren Welt zu nehmen, so dass du nicht einmal merktest, dass sie dich hinaustrugen. Devānanda Paṇḍita, ihr Lehrer, beobachtete das ganze 

Geschehen, ohne seine Schüler davon abzubringen. Da er selbst in der Wissenschaft des Kṛṣṇa Bewusstseins keine Erfahrung hatte, kann man annehmen, dass seine Schüler auch keine hatten. Nachdem du aufwachtest und dich auf der Straße wiedergefunden hattest, machtest du dich auf und kehrtest mit einem traurigen Gefühl nach Hause zurück.“ 

„Deine Traurigkeit hielt an, also zogst du es vor allein zu sein. Nichtsdestoweniger hattest du dauernd das Verlangen, das Bhāgavatam wieder und wieder zu lesen. Als ich deinen betrübten Zustand sah, kam Ich von Vaikuṇṭha in dein Herz, und ließ dich mit den ekstatischen Gefühlen deiner Liebe zu Mir weinen. Du erfuhrst wieder Freude beim Lesen des Bhāgavatams und Tränen überschwemmten den Platz, an dem du gesessen bist.“ 

Als Śrīvāsa Paṇḍita das gehört hatte, wurde er von Gefühlen überwältigt und er fiel weinend und sabbernd zu Boden; er atmete sehr schnell und schwer. Auf diese Art und Weise sprach der Herr zu Advaita Ācārya Prabhu und verschiedenen anderen Geweihten und brachte ihnen ihre Erinnerungen an frühere Tage zurück. Er überschwemmte die Geweihten in einen Ozean der Glückseligkeit, während Er auf Seinen Thron saß und Betelblatt kaute. Die Geweihten tanzten und vollführten kīrtana. „Jaya Śacīnandana!“ Alle Ehre sei dem Sohn von Mutter Śacī. 

Wenn ein Geweihter zufällig nicht anwesend war, dann holte der Herr ihn sofort zu Sich. Er streckte die Hand aus und sagte: „Gib Mir etwas zu essen.“ Was immer Ihm dargebracht wurde, Er aß sofort alles auf. Dann sagte der zu ihm: „Erinnerst du dich an die Nacht, als Ich als ein Doktor zu dir kam und an deinem Bett saß? Ich habe dich von deinem Fieber geheilt.“ Nachdem der Geweihte dies vom Herrn gehört hatte, fiel er überwältigt von unbeherrschbaren spirituellen Gefühlen zu Boden. 

Als der Herr Gaṅgādāsa sah, sagte Er: „Kann sich dein Geist nicht an die Nacht erinnern, als du vor dem muslimischen König geflohen warst, weil du die Befürchtung hattest in Gefangenschaft zu geraten? Deine ganze Familie hat dich begleitet und als ihr an der Fähranlegestelle ankamt, war kein Boot da. Du warst in einem großen Dilemma. Die Nacht wandelte sich allmählich zur Dämmerung und immer noch waren keine Boote in Sicht. Du hast vor Angst geweint. Es schauderte dir bei dem Gedanken, dass die Muslime deine Familie in deiner Anwesenheit misshandeln würden, also hast du gedacht, dass es besser wäre im Ganges zu ertrinken.“ 

„In diesem Moment bin ich als Bootsmann erschienen und ruderte ein Boot in deine Richtung. Sofort, als du das sich nähernde Boot sahst, wurdest du munter und du sprachst freundlich zu Mir, dem Bootsmann, 'mein lieber Bruder, bitte fahre uns ans andere Ufer. Ich gebe meinen Körper, Vermögen und Leben alles dir. Ich bin einzig von dir abhängig. Hier sind ein paar Rupies für deine Bemühung. Bring mich und meine Familie in Sicherheit.' Dann ruderte Ich dich und deine Familie ans andere Ufer und kehrte zu Meinem ewigen Wohnort, Vaikuṇṭha, zurück.“ 

Durch diese Worte wurde Gaṅgādāsa auf den Wellen der glückseligen Ekstase hinweg getragen. So sind die wunderbaren Spiele von Gaurasundara. Der Herr fuhr fort: „Kannst du dich an diesen Vorfall erinnern? Du warst so beunruhigt und Ich kam zu deiner Rettung und brachte dich auf die andere Seite.“ Gaṅgādāsa, war nicht in der Lage sich zusammenzunehmen, er fiel auf den Boden und wälzte sich in Ekstase. 

Lord Caitanya, der Herr von Vaikuṇṭha, saß auf Seinen Thron, Sein Körper war mit Sandeilholzpaste bedeckt und Er war hübsch mit duftenden Blumengirlanden geschmückt. Einer Seiner lieben Diener fächelte Ihm Luft zu. Ein anderer ordnete Sein Haar. Andere bereiteten Betel vor und opferten es zu Ihm. Viele andere tanzten in Ekstase um Ihn herum. 

Der ganze Tag verrann unbemerkt und ebenso, als sich die Nacht hereinstahl. Dann plötzlich erkannten sie, dass es Nacht war und geschäftig zündeten sie die Lampen an und brachten sie zur Verehrung den Lotosfüßen des Herrn dar. Sie begannen kīrtana, spielten karatalas, Gongs, Muschelhörner, mṛdaṅga - Trommeln und Saiteninstrumente. Der Herr blieb wegen der verschiedenen Aktivitäten der Geweihten in mildtätiger und stiller Gemütsstimmung. 

Die Geweihten opferten Seinen Lotosfüßen verschiedene Arten von Blumen, warfen sich vor ihm nieder. „Oh Herr, beschütze mich!“ Manche Geweihten beteten in großer Demut zum Herrn, andere sangen laut um den Herrn zu lobpreisen. Jubilierende Rufe und Schreie waren die einzigen Töne, die man hören konnte. 

Während dieser Momente, erfuhr jeder in der Versammlung solche unbeschreiblichen und wundervoll erhabenen Gefühle, dass sie sich sofort nach Vaikuṇṭha versetzt fühlten. Auf diese Weise zeigte der Herr die Gemütsstimmung der Höchsten Opulenz, während Ihn alle Geweihten mit ehrfürchtig gefalteten Händen, umringten. 

Gaurasundara jedoch verhielt sich mit Seinen Geweihten zwanglos und legte Seine Lotosfüße auf sie. Auf diese Weise führte Er Seine transzendentalen Spiele aus. In dieser freigiebigen Stimmung war der Herr bereit, Seinen Geweihten, die ihn mit gefalteten Händen umringten, Segnungen auszuzahlen. Als Er Sein Spiel der einundzwanzig-stündigen Ekstase ausübte, ließ der Herr Seine grundlose Barmherzigkeit auf alle herabregnen. 

Dann befahl der Herr: „Geht und holt sofort Śrīdhara! Lasst ihn Meine Opulenz sehen. Er denkt ununterbrochen mit Trennungsgefühlen an Mich. Ich möchte, dass er sofort kommt. Geht in die Außenbezirke der Stadt, haltet euch dort auf und hört, ob Mich dort jemand ruft. Bringt ihn hierher zu Mir.“ Die Vaiṣṇavas eilten, um den Befehl des Herrn zu erfüllen und begaben sich in die Richtung des Wohnortes von Śrīdhara. 

„Nun hört einige Geschichten über Śrīdhara, wie er mit dem Verkauf von khola, dem Stamm des Bananenbaums, seinen Lebensunterhalt verdient. Er kauft den ganzen khola Stamm und verkauft ihn, nachdem er ihn in kleine Stücke geschnitten hat. Die Hälfte des Verdienstes eines Tages, wie hoch er auch immer war, gab er für Opferungen an Mutter Gaṅgā aus. Die andere Hälfte, benutzte er für seinen Lebensunterhalt. Dies ist die Prüfung für einen wahren Geweihten des Höchsten Herrn. 

„Genau wie Yudhiṣṭhira Mahārāja, ist Śrīdhara der ehrlichste und wahrhaftigste Mensch. Er zeichnete seine Waren immer mit dem korrekten Preis aus, ohne einmal zu zögern. Die Kunden, die das wissen, kaufen von ihm, egal welchen Preis er angibt. Auf diese bescheidene Weise lebt diese große Seele in Navadvīpa, den Leuten nur bekannt als der 'Khola-Verkäufer'. Sein wahres Selbst jedoch ist allen unbekannt. Er verbringt die ganze Nacht damit, den Heiligen Namen von Kṛṣṇa zu singen und alles zu vergessen, auch den Schlaf. 

„Seine atheistischen Nachbarn protestieren. 'Wir können nachts nicht schlafen. Śrīdharas Schreien zertrümmert die Trommelfelle. Dieser arme Vagabund kann seinen Körper nicht füllen und jetzt, in der Nacht bleibt er wach wegen der Schmerzen des Hungers.'“ 

„Indem die atheistischen Nachbarn auf diese Weise sprechen, laden sie gewiss ihr Verhängnis ein, aber Śrīdhara, setzt unbeirrt seine spirituellen Aktivitäten fort und bleibt immer freudvoll. Mit überfließender Liebe für Kṛṣṇa, chantet er laut die ganze Nacht hindurch den Heiligen Namen.“ 

Die Geweihten, die nach Śrīdhara suchten, hatten erst den halben Weg zu seinem Haus zurückgelegt, da konnten sie schon sein lautes Chanten hören. Sie folgten der Stimme und kamen zu Śrīdharas Haus. Sie sagten zu ihm: „Oh Heiliger, bitte komm mit uns zu Lord Caitanya, wir sind sehr gesegnet in deiner erhabenen Gegenwart zu sein.“ 

Als Śrīdhara hörte, wie der Name Lord Caitanya erwähnt wurde, wurde er von ekstatischen Gefühlen überwältigt und fiel bewusstlos zu Boden. Schnell hoben ihn die Geweihten vom Boden auf und führten ihn langsam und vorsichtig zum Herrn. 

Śrī Caitanya war sehr glücklich Śrīdhara zu sehen und lud ihn laut und herzlich ein. „Komm, komm, du hast Mich reichlich verehrt. Du hast viele Leben in Meinem hingebungsvollen Dienst verbracht. In diesem Leben hast du reichlich hingebungsvollen Dienst geleistet – ich habe dein 'khola' unzählige Male gekostet. Viele Male nahm ich verschiedene Dinge aus deinen Händen, du hast den häufigen mündlichen Austausch von uns beiden vergessen.“ 

Als Lord Caitanya Seine Spiele als ein Gelehrter manifestierte, hat Er oft verwegen und unverfroren gehandelt. Während dieser Zeit, als Er Seine wahre Identität verbarg, fand der Herr täglich Gefallen an der Gesellschaft Śrīdharas unter dem Vorwand mit ihm zu handeln. Er ging in seinen Laden um Teller, Bananen usw. zu erstehen. Jeden Tag stritten die beiden für mehrere Stunden um den Preis und letztendlich ging der Herr mit Seinen Einkäufen nach Hause für die Er nur den halben Preis bezahlt hatte. Der wahrhaftige Śrīdhara gab immer den korrekten Preis an, aber der Herr suchte die Waren selbst aus und zahlte nur die Hälfte des eigentlichen Preises. Das regte Śrīdhara auf und er sprang auf, um dem Herrn die Waren wieder abzunehmen. 

Der Herr sagte dann: „Warum! Mein lieber Bruder Śrīdhara! Du bist eine entsagte Person, aber ich glaube, dass du auch sehr reich bist! Wenn das so ist, warum versuchst du diese Dinge aus meinen Händen wegzuschnappen! Außerdem bin Ich überrascht, dass du nach all dieser Zeit immer noch nicht weißt, wer Ich bin.“ 

Die Höchste Persönlichkeit Gottes, Lord Caitanya sah nicht eine Spur des Ärgers auf Śrīdharas Gesicht, also ergatterte Er immer wieder Seine Waren von ihm. 

Gaurasundara sah immer so wunderschön aus, dass Er sogar die Gedanken des Liebesgottes fesseln konnte. Seine zarte Stirn war mit einem strahlenden tilaka gezeichnet. Er trug Seinen dhotī auf eine sehr anziehende Art und Weise; er befestigte ihn an drei verschiedenen Stellen. Seine Ohrringe waren schön geformt und etwas schräg. Die temperamentvollen Augen des Herrn waren beides, außerordentlich beweglich und rastlos. Die weiß glänzende Brahmanen Schnur verlief elegant um Seine Schulter. Ananta Śeṣa hat diese sehr dünne Form einer Brahmanen Schnur genommen, um den Herrn zu schmücken. Mit kirschroten Lippen, die vom Betel gerötet waren lächelte Er Śrīdhara an und nahm wieder die Waren, die Er kaufen wollte, auf. 

Einmal sagte Śrīdhara zum Herrn: „Höre Oh brāhmaṇa, bitte vergib mir dieses Mal. Ich bin einfach dein Hund.“ Der Herr erwiderte: „Ich kenne dich, du bist sehr listig. Du hast durch den Verkauf dieser Teller aus Bananenblätter sehr viel Geld angesammelt.“ Dann sprach Śrīdhara: „Gibt es außer mir nicht noch andere Geschäfte? Bitte kaufe dort zu einem billigeren Preis ein.“ 

Lord Caitanya sagte: „Ich möchte nicht so einfach einen zuverlässigen Anbieter wie dich aufgeben, gib mir diese Teller und nimm das Geld dafür.“ Śrīdhara war dem Charme Viśvambharas hilflos ausgeliefert, also lächelte er Ihn an, gefesselt von Seiner ungewöhnlichen Schönheit. Viśvambhara fuhr fort Seine Tirade zu halten und war mit seinem ewigen Gefährten und Geweihten Śrīdhara sehr zufrieden. 

Lord Caitanya sagte: „Jeden Tag kaufst du Opfergaben für Mutter Gaṅgā, so warum kannst du mir dann nicht Dinge zum Discountpreis verkaufen? Ich bin der Vater von Mutter Gaṅgā, die du täglich verehrst, diese Wahrheit offenbare ich Dir.“ 

Śrīdhara war schockiert als er das hörte und hielt sich mit seinen Händen die Ohren zu. Er wiederholte Lord Viṣṇus Namen und als er die freche Gemütsstimmung Viśvambharas sah, gab er Ihm die Teller aus Bananenblätter. Auf diese Weise handelte und stritt der Herr jeden Tag mit Śrīdhara. Śrīdhara dachte, dass der Junge ein sehr rastloser brāhmaṇa Junge sei. 

Letztendlich war Śrīdhara einverstanden. „Ich gebe auf, ich werde Dir etwas ohne Bezahlung geben, aber dann lass mich bitte in Ruhe. Was verliere ich, wenn ich ein Stück Bananenblatt, eine Bananenblüte und ein Scheibe von der Bananenwurzel weggebe?“ 

Caitanya erwiderte: „Gut, gut, das ist genug, gib nicht mehr!“ Jeden Tag genoss der Herr Seine Mahlzeiten, die mit Śrīdharas Gaben zubereitet wurden. Der Herr liebt es Gaben von Seinen Geweihten zu empfangen. Er verlangt niemals etwas von Nichtgottgeweihten. 

Der Herr hatte den Wunsch, dass dieses Spiel ausgeführt wird; durch Seine Fügung ließ Er Śrīdhara khola verkaufen. Wer kann diesen transzendentalen Austausch zwischen dem Höchsten Herrn und Seinem Geweihten verstehen? Niemand kann diese überirdischen Aktivitäten ohne die Segnungen des Herrn erkennen. Hier, in diesem Spiel, erinnert uns der Herr an diese Tatsache. 

Lord Caitanya sagte: „Oh Śrīdhara, betrachte Meine Schönheit, heute werde ich dir die acht mystischen Vollkommenheiten zuteilwerden lassen.“ 

Der große Geweihte Śrīdhara hob seinen Kopf und sah, dass Viśvambhara Seine Hauttönung gewechselt hatte und Er war so dunkel wie die Rinde des tamala Baumes. Er hielt eine Flöte in Seinen Händen und auf seiner rechten Seite stand Lord Balarāma. Der ganze Schauplatz war von einem strahlenden Glanz erfüllt. 

Er sah, wie Lord Brahmā und Lord Śiva sich Ihren Lordschaften näherten. Während sie Lotos und Betel darbrachten, begannen sie Verse zu rezitieren, die den Höchsten Herrn lobpreisten. Ananta Śeṣa stand hinter dem Herrn, Seine Haube hielt er über den Kopf des Herrn, wie einen Schirm. Heilige Persönlichkeiten, wie Sanat Kumāra, Nārada und Śukadeva Gosvāmī brachten dem Herrn Gebete dar. Rundherum sangen mit gefalteten Händen wunderschöne himmlische Mädchen und verherrlichten den Herrn. 

Śrīdhara sah das Wunder aller Wunder und war so erstaunt, dass er im nächsten Moment zu Boden sackte. Der Herr rief Śrīdharas Namen und forderte ihn auf aufzustehen. Śrīdhara hörte den Befehl des Herrn, dass er aus der Ohnmacht erwachen sollte und stand auf. 

Lord Caitanya unterwies Śrīdhara. „Śrīdhara, sag etwas, das Mich verherrlicht.“ Śrīdhara erwiderte darauf: „Lieber Herr, ich bin ein Analphabet und töricht; welche Intelligenz besitze ich, Deine Lordschaft zu verherrlichen?“ Der Herr jedoch sagte: „Von jeher, was immer du sprichst, das ist Meine Verherrlichung.“ 

Auf den Befehl des Herrn hatte nun Mutter Sarasvatī, die Göttin der Gelehrsamkeit, den Vorsitz über Śrīdharas Kraft der Sprache und Śrīdhara begann den Herrn zu verherrlichen. 

„Alle Ehre, alle Ehre sei Śrī Caitanya Mahāprabhu, alle Ehre sei Lord Viśvambhara, der Herr von Navadvīpa.“ 

„Alle Ehre sei dem Herrn der gesamten kosmischen Manifestation, alle Ehre sei dem Sohn von Mutter Śacī, Viśvambhara. 

„Alle Ehre sei Lord Caitanya, dessen Inkarnation und Aktivitäten ein Mysterium darstellen, sogar in den Veden. Er erschien als der Beste aller brāhmaṇas. Er nimmt verschiedene Formen an und Er erscheint in jedem Jahrtausend, um die religiösen Prinzipien zu erhalten.“ 

„Heimlich bist du nach Navadvīpa gegangen, regelst dort alle Angelegenheiten und erhältst alles aufrecht. Deine wahre Identität ist allen unbekannt. Es ist jedem unmöglich, ohne Deine Gnade Dein wahres Selbst zu erkennen.“ 

„Oh Herr, Du bist die religiösen Prinzipien, die vorgeschriebenen Pflichten, hingebungsvoller Dienst, Wissen, die Heiligen Schriften, Die Veden und das Ziel aller Meditation.“ 

„Du bist die mystischen Vollkommenheiten, die ewig zunehmende Opulenz, der genießende Geist, der Pfad des mystischen yoga. Du bist der Glaube und das Vertrauen in den Menschen, Wohlwollen, Illusion und Gier. Du bist Indra, der König des Himmels, der Mond, das Feuer und das Wasser.“ 

„Du bist die Sonne, die Luft, Wohlstand, Stärke, Hingabe und Befreiung. Du bist Lord Brahmā und Lord Śiva. Oh Herr, Du hast keine Bedürfnisse nach irgendetwas, weil alles Dir gehört. 

„Du hast mir früher erzählt, dass Mutter Gaṅgā, die ich verehre, von Deinen Lotosfüßen ausgeströmt ist. Aber wegen meinem sündhaften Herzen konnte ich Dich nicht erkennen und ich hatte keine Erkenntnis von Deiner Höchsten Stellung. Du bist dieselbe Höchste Persönlichkeit die früher Gokula mit Deinem Erscheinen gesegnet hat. Nun, bist Du wieder inkarniert als der süße Herr von Navadvīpa.“ 

„Du bist die Verkörperung des höchsten esoterischen Vorganges, derselben hingebungsvollen Wissenschaft, die du überall in Navadvīpa verbreitet hast.“ 

„Durch seinen hingebungsvollen Dienst, besiegte Dich Bhīṣma in der Schlacht; wegen ihn hast Du Dein Versprechen gebrochen. Auf die gleiche Weise hat Dich Mutter Yaśodā gebunden.“ 

„Durch ihren Wunsch und der Liebe für Dich, konnte Satyabhāmā Devī Dich, Lord Kṛṣṇa als Ihren Ehemann kaufen. Von der Liebe Deiner Geweihten gefesselt, trugst Du die kleinen Kuhhirtenjungen auf Deinen Schultern.“ 

„Alle Lebewesen der gesamten Schöpfung tragen und halten den Gedanken an Dich in ihren Herzen in Ehren und Du trugst einfach Śrīdama auf Deinen Schultern. Es ist ein großes Geheimnis und Mysterium wie Du von Deinen Geweihten besiegt wirst.“ 

„Unendliche Millionen von Universen haben sich einfach mittels Deiner Gedanken manifestiert. Doch, Du trägst persönlich den gopa, Śrīdama, auf Deinen Schultern.“ 

„Obwohl Dich sogar die mächtigsten Persönlichkeiten nicht besiegen können, wirst Du durch den reinen hingebungsvollen Dienst besiegt. Das ist das größte Geheimnis, ein Geheimnis, das die unglückseligen und gefallenen Menschen auf dieser Welt nicht verstehen.“ 

Dieser grundlose hingebungsvolle Dienst Deiner liebenden Diener besiegt Dich immer. Wenn dieser hingebungsvolle Dienst Dich besiegt hat, dann geht dieser hingebungsvolle Dienst in Dich ein und heimlich verbirgt er sich als der größte aller Schätze. 

„Die materielle Illusion kann diejenigen, die in Deinem liebenden 

hingebungsvollen Dienst beschäftigt sind, nicht berühren. Durch ihren Dienst zermalmen Deine Geweihten sehr leicht die materielle Illusion zu Staub, der vom Wind weggeweht wird, wenn sie den ekstatischen kīrtana tanzen. Sieh! Alle drei Welten bitten Dich um liebenden hingebungsvollen Dienst.  

Wenn Du die wahrhaftigen Rufe der Geweihten nach dem hingebungsvollen Dienst hörst, dann besiegen sie immer und immer wieder Dein grenzenlos barmherziges Herz, zwei und viermal mehr. Du wirst ihr Gefangener, wenn Du ihr Flehen nach reiner Hingabe zu Deinen Lotosfüßen hörst.“ 

Nachdem die Vaiṣṇavasm durch den Mund von Śrīdhara, diese nektarinen  Worte von Śrī Sarasvatī Devī, der Göttin der Gelehrsamkeit gehört hatten, wurden sie mit Verwunderung erfüllt. 

Dann sagte Lord Caintanya: „Śrīdhara, bitte um eine Segnung. Heute werde ich dir die acht mystischen Kräfte geben. Sie sind nun fest in deiner Hand.“ 

Śrīdhara antwortete: „Herr, was soll ich mit Dir Handel treiben? Bitte bestehe nicht darauf und sei friedlich in Deinem Herzen. Es gibt nichts, dass ich mir wünsche.“ 

Der Herr erwiderte: „Schau, siehst du nicht, dass ich unglücklich bin? Ich möchte dir mit Sicherheit einen Segen erteilen. Sprich, was immer in deinem Herzen ist.“ 

„Wünsch Dir etwas! Wünsch dir etwas!“ flehte Lord Caitanya Seinen Geweihten an. Schließlich, um seinen Herrn zufriedenzustellen, sprach Śrīdhara. „Dann, mein Herr, gib mir diesen einen Segen.“ 

„Möge dieser bezaubernde brāhmaṇa Junge, der sich zankte und mir Münzen für meine Bananenblätter gab, mein Herr und Meister sein, Leben für Leben.“ 

„Möge dieser junge rastlose brāhmaṇa, der sich erbittert mit mir um den Preis meiner Waren stritt, mein Meister sein. Möge Er mir Seine Lotosfüße, als meinen einzigen Schatz geben.“ 

Śrīdhara brachte wiederholt Worte der Verherrlichung dar und vertiefte sich in die transzendentale Liebe. Ekstatisch hob er die Arme, seine Augen schwammen in Tränen und er weinte laut. 

Als Śrīdharas tiefe Hingabe sich manifestierte wurden die versammelten Vaiṣṇavas von ähnlichen spirituellen Emotionen überwältigt und sie weinten Tränen der transzendentalen Ekstase. 

Lord Caitanya, der große Liebe für Seinen ewigen Diener empfand, lächelte. „Höre, Oh Śrīdhara. Ich werde dich zum Herrscher eines großen Königreiches machen. Ich werde dich zum König unter den Menschen machen.“ 

Śrīdhara antwortete: „Ich habe nicht das mindeste Interesse daran. Ich wünsche mir nur, dass Du mein ewiger Meister bist und dass ich immer Deinen Namen in unerschütterlicher Hingabe singe.“ 

Lord Caitanya sprach mit einer Stimme aus Nektar. „Lieber Śrīdhara, durch deine reine Hingabe, hast du Mich zu deinem Diener gemacht. Nun siehe, wie Ich vor dir in Meinem Mahā-prakāśa erschienen bin und bestrebt bin Deine Wünsche zu erfüllen.“ 

„Deswegen werde Ich nicht mehr länger mit dir streiten. Ich lasse dir ewigen reinen hingebungsvollen Dienst zuteilwerden, der sogar in den Veden ein Geheimnis ist.“ 

Aus der Runde freudvoller Vaiṣṇavas erhoben sich tumultartige Töne, 'Jaya! Jaya! Jaya!', als sie hörten, dass Śrīdhara die einzige Segnung, die von seinem reinen Herzen ersehnt wurde, empfing. 

Wie kann man den wahren Diener von Lord Caitanya erkennen? Dadurch, dass Er Vermögen besitzt? Durch seine Anhänger? Durch materielle Bildung? 

Zeitweilige materielle Bildung, Reichtum, Schönheit, Ruhm und eine noble Familie haben eigentlich keinen Wert. Außerdem neigt man dazu falschen Stolz und grenzenlose materielle Illusion zu vermehren. 

Doch Śrīdhara, der ganz anspruchslos davon lebte, Bananen und Bananenwurzeln zu verkaufen, wurde durch seine reine Hingabe in die Lage versetzt, den Höchsten Herrn vor sich zu sehen, der willens war ihm jeden Wunsch zu erfüllen, den grenzenlosen Höchste Herr, den sogar Millionen von Könige nach Millionen von universalen Zeitaltern nicht sehen können. 

Falscher Stolz durch materiellen Gewinn und eine Abneigung gegen den reinen hingebungsvollen Dienst zum transzendentalen Herrn führt nur zu einem Leben der Sinnesgenüsse. Darum wird man schnell auf die schrecklichen Untiefen des materiellen Bewusstseins degradiert. Kennt man dann die eigene furchterregende Zukunft? 

Ein stolzer Ignorant, der sich über die Geweihten des barmherzigen Herrn oder über Leute die durch Mangel leiden, lustig macht, sie als Dummköpfe betrachtet, gehen gewiss in die höllische Region, die als Kumbhīpāka bekannt ist. Das ist die unvermeidliche Bestrafung für seine Sünden. 

Wer hat die Fähigkeit die grenzenlosen Herrlichkeiten der Vaiṣṇavas zu begreifen, an deren Lotosfüße alle mystischen Vollkommenheiten warten, um Dienst auszuüben. Durch ihren hingebungsvollen Dienst, steht ihnen die Frucht einer jeden Entsagung sehr leicht zur Verfügung, und trotzdem haben sie kein Interesse daran. 

Śrīdhara, der Bananenblattverkäufer, legt von dieser ewigen Wahrheit elegant Zeugnis ab. Er vermied die acht mystischen Vollkommenheiten und bat nur um reinen ununterbrochenen hingebungsvollen Dienst zu seinem höchst geliebten Herrn. 

Wenn man einen Vaiṣṇava nach weltlicher Einschätzung leiden sieht, dann soll man wissen, dass sein Leiden nicht materiell ist, weil der Vaiṣṇava alles im Dienste des Herrn sieht. Dadurch bekommen solche Entsagungen die Quelle von spiritueller Glückseligkeit. 

Die gefallen Seelen jedoch, blind von dem Wunsch nach materiellen Sinnesvergnügen, können diese Wahrheit nie verstehen. Tatsächlich können die unglückseligen Seelen, die verrückt sind von dem Wunsch nach materieller Bildung und materiellem Reichtum, nicht einmal einen Vaiṣṇava erkennen. 

Ähnlich, Personen, die studieren und sogar als Lehrer des Śrīmad Bhāgavatam posieren, aber die den liebenden hingebungsvollen Dienst des großmütigen Herrn nicht akzeptieren, deren Intelligenz wird vernichtet werden. Auf dieselbe Weise gehen die missgünstigen Schurken, die über Lord Nityānanda lästern auf den Pfad der sicheren Zerstörung. 

Śrīdhara, den seinen geliebten Herrn verherrlichte, erhielt seine von ihm 

geschätzte Segnung. Jeder, der die Beschreibung von diesem Spiel hört, erlangt den größten Schatz, reine Liebe zum Höchsten Herrn. 

Diese intelligenten Seelen, die die Blasphemie von frommen Vaiṣṇavas vermeiden, erreichen Lord Kṛṣṇa, empfangen reine Liebe und Hingabe bei den Lotosfüßen des Höchsten Herrn. 

Die Blasphemie gegen die Vaiṣṇavas bringt nur die größte Sünde. Die frommen Seelen, die die Vaiṣṇavas nicht lästern und in den reinen hingebungsvollen Dienst des Herrn beschäftigt sind, werden gewiss sehr sehr von Glück begünstigt. Deswegen beleidigen die wahren Geweihten des Herrn niemals jemanden. 

Wenn man nur einmal 'Kṛṣṇa' ohne Vergehen ruft, dann wird man gewiss leicht von Kṛṣṇas heiligen Namen erlöst werden. Das ist die Absolute Wahrheit. Das ist die Absolute Wahrheit. 

Mein Herzenswunsch in der Obhut der barmherzigen Lotosfüße der Vaiṣṇavas ist, dass Śrī Kṛṣṇa Caitanya und Śrī Nityānanda ewig meine Meister bleiben, Leben für Leben. 

Die beiden Monde, Śrī Kṛṣṇa Caitanya und Śrī Nityānanda sind mein Leben und meine Seele. Ich Vṛndāvana dāsa, besinge die Herrlichkeiten Ihrer Lotosfüße.

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derharmonist.de
2021
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