„Dummköpfe drängen dorthin, wo Engel sich scheuen einzutreten“

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Transkription aus einem informellen Gespräch in Navadvīpa Śrī Caitanya Sarasvata Matha am 13. März 1981.

Guru Mahārāja, Śrīla Bhaktisiddhanta Sarasvatī Ṭhākura predigte allein das mādhurya-rasa mit großer Vorsicht. Er hat vielleicht 90% seiner Energie eingesetzt, um aufzuzeigen, was es nicht ist, um auf die negative Seite hinzuweisen: „Das ist nicht mādhurya-rasa!“ -Auf diese Weise beseitigte er die negative Seite. Er musste nach seinen eigenen Worten, 'literweise Blut' vergießen, um das zu etablieren, was nicht mādhurya-rasa ist."

Frage: In der Śrī Brahma-saṁhitā wird beschrieben, dass Śrī Śrī Rādhā und Kṛṣṇa auf einem göttlichen Thron sitzen, und der Mittelpunkt der Lotosblume auf dem Sie sitzen wird als sechseckige Form beschrieben. Was bedeutet diese sechseckige Form?

Decoding the sacred symbolism of the Lotus flower - Chintan

Śrīla Guru Mahārāja: Es tut mir leid, aber wir werden nicht in eine Diskussion über solch eine erhabene und subtile Ebene des līlā von Rādhā-Kṛṣṇa eintreten. Das darf nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden, und das ist der Unterschied zwischen der Gaudiya-Matha und den Bereich der sahajiyās. Die sahajiyās versuchen, all diese Dinge nachzuahmen, aber wir glauben nicht an Imitation. Das erhabene līlā wird im Einzelfall kommen und unvermeidlich erwachen. Wenn das Stadium des sādhāna beendet ist, kommt es automatisch und spontan. Wir glauben an das, und nicht daran, dass wir die Form schon vorher kennen, und sie dann dort annehmen – das ist nicht die von Guru Mahārāja, Prabhupada, akzeptierte Vorgehensweise:

Pūjala rāga-patha gaurava bhaṅge

Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura sagte auch: „Halte dich an die Regeln der Klasse, für die du geeignet bist, dann wirst du es automatisch sehen.“

yathā yathā gaura-padāravinde

vindeta bhaktiṁ kṛta-puṇya-rāśiḥ

tathā tathotsarpati hṛdy akasmāt

rādhā-padāmbhoja-sudhāṁśu-rāśiḥ 

(Śrī Caitanya-candramṛta 88)

Halte dich strikt an gaura-līlā, an Mahāprabhu, und du wirst automatisch feststellen wie dieses rādhā-rasa-sudhanidhi in deinem Herzen fließt. Versuche nicht es direkt zu bekommen. Es kommt automatisch, spontan. Versuche dich dem nicht intellektuell zu nähern, denn das wird dir ein falsches Bild vermitteln. Nicht nur das, es wird auch eine negative Vorstellung entstehen und du wirst viel Energie aufwenden müssen, um diese Schicht von Missverständnissen zu beseitigen. Deshalb erlaubte unser Śrīla Prabhupada diese Dinge nicht. Erfülle deine Pflicht auf deiner Ebene; es wird auf natürliche Weise kommen, je nach deinen Verdiensten. Das ist seine Anweisung nicht nur vorübergehend, sondern die ganze Zeit über. Tu das nicht, denn dann bekommst du maya anstatt yoga maya.

Śrīla Prabhupada wäre sehr beunruhigt, wenn er hören würde, dass sich jemand in diesen Büchern in die höheren līlās einmischt. Das hat ihm nicht gefallen. Er weiß es ganz genau, Sie weiß es ganz genau, wenn du  in den vertraulichen Bereich geführt werden sollst, und das kann durch nichts anderes erlangt werden als durch Seinen süßen Willen – den Fluss Ihres süßen Willens oder Seinen süßen Willen. Versuche das Natürliche zu bekommen, nicht irgendetwas Nachgeahmtes oder eine Spiegelung. Spiegelung und Schatten, diese beiden Arten der Vorstellung können auftreten. Die Spiegelung ist gefährlicher.

Auch im Harinam wurde das so formuliert. Auf unserem Weg mag uns diese Art von Versuchung verlocken, aber wir sollten nicht glauben, dass alles mit der Faust unseres Verstandes zu uns kommt.

acintyāḥ khalu ye bhāvā na tāṁs tarkeṇa yojayet

Was unvorstellbar ist, fällt nicht in die Zuständigkeit der Vernunft.

Wenn es an dich weitergeleitet wird, wirst du erstaunt sein, wenn du nur einen Blick darauf wirfst. Na tāṁs tarkeṇa yojayet : Versuche nicht es in den Bereich der Vernunft zu ziehen. Seine Natur ist autokratisch. Es kann zu dir in einer Form kommen, und es kann in einer anderen Form zu einem anderen Herrn kommen. Es ist  expansiv und frei in seiner Natur. Es ist unendlich. Vielmehr ist das Unendliche die Basis dieser līlās (Spiele). Sei immer bereit. Sei begierig. Aber mache es nicht zum Gegenstand deiner Erfahrung.

Als Mahāprabhu über die höheren līlās sprach, war er wie in Trance. Wie in Trance gab Er eine Beschreibung Seiner wunderbaren Erfahrung von kṛṣṇa-līlā. Mehrmals finden wir diese Art von tiefgründigem līlā: die höheren līlās von Kṛṣṇa werden von Mahāprabhu Selbst erzählt: das govardhana-līlā und das jalakeli-līlā, als Er in den Ozean sprang und stundenlang bewusstlos von den Wellen des Meeres von Swargadwar nach Cakra Tirtha getragen wurde.

Shri Chaitanya Mahaprabhu rescued from the sea by a fisherman by Dhanya  Hariharasubramaniam - YouTube

Das jalakeli von Kṛṣṇa, Er beschrieb wie es ist. Auch in chatak-parvat –  ist Sein līlā endlos. Er beschrieb auch ein līlā, als sich Sein Körper verwandelte, das er aussah wie ein Kürbis, aber die Natur dieser Beschreibung war keine aus Büchern produzierte Sache. Dies lässt sich nicht in Schwarz-Weiß aufzeichnen. Es ist so eine Sache. Deshalb erhalten wir oft die Warnung-- "Lass die Finger davon. Es wird automatisch kommen. Mach weiter mit dem Programm, das von den  śāstras und dem guru gegeben wird, und es wird sein. Wenn du vom Glück begünstigt bist, wird es zu dir kommen. Es ist keine natürliche Erfahrung, die diesem und jenem gegeben werden kann. Dies ist nicht die Herangehensweise.“

Yatha Yatha Gaura- padāravinde

Richte deine volle Aufmerksamkeit auf gaura-līlā und es wird automatisch in dich hineinkommen. Auf dem indirekten Weg wird es aus dem höheren Bereich zu dir kommen. Wenn es zufrieden ist, dann wird es für einige Zeit herabkommen, um dir Erfahrungen zu geben, und du wirst einfach erstaunt sein: „Was ist das!“ Dann wirst du, selbst wenn es verschwunden ist und sich zurückgezogen hat, nichts zu beklagen haben. Ein Lebendes Wesen. Versuche das Ganze zu verstehen. Wir können es nicht zu unserem Objekt machen. Solche höheren Dinge! Solche höheren Dinge!

Es ist schon sehr schwierig, das Verhalten eines gewöhnlichen Mannes mit seinen vertrauten Freunden zu verstehen, und so ist es mit dem līlā des Höchsten Herrn. Wie können wir es wagen, dort einzudringen, und zwar vor allem in der Öffentlichkeit. Dies ist nicht möglich. Wir können von außen versuchen, oberflächliche Möglichkeiten zu beschreiben, aber nicht die eigentliche Sache. Wir werden es nicht wagen dorthin vorzudringen.

Frage: Können Sie vielleicht etwas Allgemeines skizzieren, wie diese Lotosblume?

Śrīla Guru Mahārāja: Eine Lotosblume repräsentiert die Idee von Schönheit, Sanftheit und dergleichen. Die verschiedenen Blütenblätter stellen die verschiedenen Ebenen von rasam dar. So können wir es verstehen– Schönheit, Sanftheit. Keine materiellen Konzepte sollte man daraus ziehen, nur eine entfernte Ähnlichkeit. Aber kategorische Unterschiede sollten immer da sein.

Eingeschränktes Lesen

Sogar uns ist es von unserem Meister nicht erlaubt worden, die Bücher zu lesen, in denen das Göttliche Paar beschrieben wird: Govinda-līlāmrtam, sogar Stava-kusumāñjali,  auch Ujjvala-nīlamaṇi. Er erlaubte uns nicht diese Texte zu studieren und darüber zu diskutieren. Vielmehr wäre er sehr beunruhigt, wenn er hören würde, dass sich jemand in die höheren līlās dieser Bücher einmischt. Es hat ihm nicht gefallen. duṣṭa phala karibe arjjana – Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura warnt davor, dass wir nur ein schlechtes Ergebnis erzielen werden, wenn wir es wagen, die Grenze zu überschreiten, es wird sich schlecht auswirken. Aparādhā. Von der niederen Position aus — von der Position mit anarthas werden die Stufen angezeigt: śraddhā, sādhu-saṅga, śravaṇaṁ kīrtanaṁ, dann anartha-nivṛttiḥ – die unerwünschten Dinge werden ganz verschwinden. Dann ruciḥ, dann āsakti, dann bhāva-bhakti – der Sprössling echter Hingabe. Dann prema-bhakti und sneha, māna, praṇaya rāga, anurāga bhāva, maha-bhāva. Das sind die Schritte wie wir uns dorthin annähern sollen.

 „Oh, er hat zwei Leben. Er ist mit Kṛṣṇa verheiratet und ‚sie‘ hat ein Kind bekommen.“

Einmal bemerkte Prabhupada, obwohl ich nicht weiß, wie du es auffassen wirst; ein Herr, natürlich ein älterer Herr, wollte diese Dinge mit Prabhupada besprechen. Darauf legte er großen Wert, aber schlussendlich verließ er die Gemeinschaft von Prabhupada und führte ein zurückgezogenes Leben. Früher hat dieser Herr der Mission viele Dienste dargebracht. Prabhupada bemerkte: „Oh, er hat zwei Leben. Er ist mit Kṛṣṇa verheiratet und sie hat ein Kind bekommen.“ Er machte solch eine Bemerkung, dass er ein Mann war, aber er sah sich selbst als eine gopi und wollte das Leben der gopis – eine intime Beziehung mit Kṛṣṇa und den gopis – kultivieren. Das wollte er unbedingt, aber Prabhupada antwortete so: „Oh, er hat sich in eine Dame verwandelt, eine gopi, und nachdem sie mit Kṛṣṇa in Kontakt gekommen war, gebar sie ein Kind!“

Ein anderes Mal befand sich der Guru Mahārāja von Prabhupada, Śrīla Gaura Kisora Babaji, in einer Hütte in der Nähe des Ganges. Ein anderer Schüler von Prabhupada, der Prabhupada verlassen hatte, wollte Prabhupadas Gurudev Gaura Kisora Babaji imitieren, und baute eine winzige Hütte in der Nähe.

Gaura Kishor das Babaji Maharaja about marriage - VINA - Vaishnava Internet  News Agency

Er imitierte seinen bhajana, harinama und die Diskussion über Narottama Ṭhākura – all diese Dinge – und befolgte strenges vairāgyam in seinem körperlichen Leben. Gaura Kisora Babaji machte  eines Tages die Bemerkung, dass nur, indem man einen Kreißsaal betritt und die Schmerzen und Geräusche einer Geburt nachahmt, noch kein Kind zur Welt bringt.

Viele wichtige Ereignisse, die vorher stattfinden müssen, sind notwendig, dann kommt ein Kind. Nachahmung bringt kein Kind zur Welt. Das war seine Bemerkung zu diesem Herrn.

Reine Tugend

Also, śuddha-sattva, reine Tugend! Zuerst musst du mit dem in Verbindung kommen, das als śuddha-sattva bekannt ist. Viśuddha-sattva ist die Welt des  nirguṇā, śuddha-sattva bedeutet nirguṇā. Du musst erst mit nirguṇā in Verbindung treten, dann kannst du versuchen dich den feinstofflichen Geschehnissen und Ereignissen dort anzunähern. Also nicht um die Neugier zu befriedigen. „Dummköpfe drängen dorthin, wo Engel sich scheuen, einzutreten.“ In diesem Sinne müssen wir das Ganze angehen. Gleichzeitig dürfen wir durch Gottes Gnade nicht ungläubig sein, indem wir denken: „Ich werde die ganze Sache bis ins letzte Detail beurteilen, dann werde ich akzeptieren, was du sagst.“

Seine Aufmerksamkeit war immer auf die Basis gerichtet, und die Frucht wird von selbst kommen.

Es gibt viele Dinge unterhalb …  auf der unteren Ebene gibt es viel, aber der Charme und die Vernunft der höheren Ebene reichen aus, um eine Person davon zu überzeugen, auf diese Seite zu kommen, und diese erhabenen līlās sollten hoch über unserem Kopf bleiben. Wir müssen mit all diesen līlās, besonders mit dem mādhurya-līlā, sehr vorsichtig umgehen.

Erst neulich dachte ich daran, dass, etwa ein Jahr nach meinem Eintritt in die Mission, Prabhupada den ganzen Monat des Karttik in Vṛndāvana predigte. Er bat den Mahārāja, Bharati Mahārāja zu dieser Zeit, den siebten Kanto des Śrīmad Bhāgavatam zu erläutern: die Geschichte von Prahlāda, nicht die Geschichte von Kṛṣṇa, Rādhā-Kṛṣṇa, Yaśodā oder irgendetwas von Vṛndāvana, sondern: „Predige als erstes das śuddha-bhakti von Prahlāda. Sie sind ausgereifte sahajiyās. Versuche ihnen einfach verständlich zu machen, dass das Betreten der Ebene von bhakti; ganz zu schweigen von kṛṣṇa līlā weit, weit oberhalb liegt.“ In Vṛndāvana ist das für die meisten eher verwunderlich: „Was ist das? Sie erklären das Bhāgavatam, aber lassen den zehnten Canto aus und erklären den siebten Canto, das  prahlāda-līlā, die unteren Ebenen von bhakti. Das ist wunderbar und seltsam zu gleich.“

Und nochmal, etwas später hatte ich herausgefunden, dass Śrīla Prabhupada selbst einen Vortrag zwischen dem Rādhā-kuṇḍa und Syama kuṇḍa gehalten hatte.

Old Photo of Radha Kund and Krishna Kund Sangam at Radha Kunda Braj.

Zwischen den beiden gibt es eine Grenzlinie. Dort pflegte er ein paar Tage lang Erläuterungen zu geben. Er las und erklärte das Upadeśāmṛta von Śrīla Rūpa Gosvāmī. Er  gab weder Erläuterungen über Śrīmati Rādhārani noch über Kṛṣṇa, sondern über das Upadeśāmṛta – die Grundlage. Seine Aufmerksamkeit galt immer der Basis, und die Frucht wird von selbst kommen: „Gieße Wasser auf die Wurzel; gieße Wasser auf die Wurzel, und die Frucht wird von selbst reifen.“

Er selbst erklärte dies, während er in der Mitte zwischen dem Rādhā-kuṇḍa und Syama kuṇḍa saß. Er erklärte nicht nur das Bhāgavatam, sondern das Upadeśāmṛta, Upadeśāmṛta ist die Substanz von Mahaprabhu und die Sprache von Rūpa Gosvāmī

vāco vegaṁ manasaḥ krodha-vegaṁ
jihvā-vegam udaropastha-vegam
etān vegān yo viṣaheta dhīraḥ
sarvām apīmāṁ pṛthivīṁ sa śiṣyāt

Und den letzten Vers:

kṛṣṇasyoccaiḥ praṇaya-vasatiḥ preyasībhyo ’pi rādhā
kuṇḍaṁ cāsyā munibhir abhitas tādṛg eva vyadhāyi
yat preṣṭhair apy alam asulabhaṁ kiṁ punar bhakti-bhājāṁ
tat premedaṁ sakṛd api saraḥ snātur āviṣkaroti

Diese Themen wurden von Śrīla Prabhupada erklärt und nicht Govinda-līlāmrtam oder Visvanatha Chakravartis Śrī Kṛṣṇa bhāvanamṛta – diese Dinge wurden ausgelassen. Das war unser Training, unsere Linie.

Pūjala rāga-patha gaurava bhaṅge, dies tragen wir ständig auf unserem Kopf, das ist die Aussicht auf die Zukunft unseres Lebens, Leben für Leben, dies kann nicht beendet werden. Wir werden vielmehr die Hoffnung pflegen, die reine Hoffnung, dass wir eines Tages in dieses Lager aufgenommen werden. Mit dieser Idee.

Frage: Manchmal erwähnt Śrīla Kṛṣṇadāsa Kavirāja Gosvāmī in seinem Śrī Caitanya-caritāmṛta das Govinda-līlāmrtam, Ujjvala-nīlamaṇi und andere solche vertraulichen ausgewählten Werke. Wie sollen wir das verstehen?

Śrīla Guru Mahārāja: Es gibt drei Kapitel im  Śrī Caitanya caritamṛta, auf die wir im Allgemeinen nicht eingehen durften, einschließlich der Diskussionen mit Ramananda Raya bis zu einem gewissen Grad. Wo der-Teil des līlās von Rādhā-Govinda erwähnt wird, hatten wir keinen Zugang. Natürlich, wenn parayan (aufeinanderfolgendes Rezitieren des ganzen Buches) im Gange ist, lesen wir natürlich weiter, aber ohne besondere Aufmerksamkeit auf die līlās der höchsten Stufe des rāga zu richten. Das war verschlossen: „Versucht nicht dort ins Detail zu gehen. Das kommt automatisch, wenn es so weit ist. Macht  es nicht zu einer öffentlichen Diskussion. Nehmt es nicht in die Öffentlichkeit.“

So sehr, dass sich der folgende Vorfall in Vṛndāvana ereignete. Prabhupada hatte dort einen Freund aus seiner Kindheit, einen Anwalt, der ihn einst besuchte, und dieses Mal erwiderte Prabhupada den Besuch.

Prabhupada ging gemeinsam mit Śrīpad Paramahamsa Mahārāja, um den Gegenbesuch abzustatten. Ihnen wurde gesagt: „Er ist oben." Sie gingen hoch und sahen, dass ein Gosvami den Abschnitt des rasa-līlā- im Śrīmad Bhāgavatam erläuterte. Prabhupada verbeugte sich und ging weg. Sofort ging er fort. Dann verließ auch sein Freund die Diskussion über das rasa-līlā-, kam herunter und sagte: „Ja, die Erläuterung des  rasa-līlā ist im Gange, aber du hast nicht Platz genommen. Du hast dich nur verbeugt und bist hinuntergegangen. Was ist den los?"

Śrīla Prabhupada antwortete: „Die Anweisung unserer gurus lautet: ‚Wenn du an der Erläuterung über das rasa-līlā- teilnimmst, begehst du ein Vergehen‘. Es ist ein Vergehen, wenn man an der Erläuterung des rasa-līlā teilnimmt, also musste ich fortgehen. Dies ist der Befehl meines gurus. Den Erläuterungen vom rasa-līlā beizuwohnen ist ein Vergehen (aparādhā). “

Gurudevs Wille

Uns hat er (Śrīla Sarasvatī Ṭhākura Prabhupada) Strenge gezeigt. Und wir folgen dem auch, vor allem ich. An vielen anderen Orten zeigen sie das rasa-līlā mit Puppen, aber das mache ich nie. Ich befolge das, was meinem Verständnis des Willens und der Worte meines Gurudev entspricht, ich mache keine Aufführungen von jhulana-līlā oder rasa-līlā oder dergleichen. Ich fühle in meinem Herzen, dass dies mein Guru Mahārāja nicht gewünscht hätte. Aber ich höre, dass  sie es in so vielen Maths, derzeitig tun, aber ich verzichte strikt darauf. Das jhulana-līlā, das rasa-līlā, das ist uns zu hoch, dachte ich. Ich muss den Worten meines Gurudev treu sein, wenn ich meine Verwirklichung will und nicht irgendeine Position: die Position einer Art von Popularität. Um Leute durch solche Shows anzuziehen und Geld zu verdienen oder um ein günstiges Feld für das Predigen zu schaffen, mögen sie das tun, aber ich tue es nicht. Ich will weder Popularität noch irgendeine Stellung eines höheren Acaryas. Ich bin ein Schüler. Noch immer bin ich ein Schüler. Ich betrachte mich als Student. Ein treuer Schüler. Das, was ich von meinem Gurudev gehört habe, daran versuche ich mich zu halten, dort zu bleiben, meine Position dort zu halten, wie ich es von ihm gehört habe. Ich möchte das in keiner Weise entstellen um meinem Zweck zu dienen Ich versuche das nicht. Natürlich können sie für große Propaganda andere Wege einschlagen, was auch immer sie für richtig halten. Sie sind jetzt frei. Aber ich bin kein Mitglied davon, das ist nicht mein Weg– Ich versuche es.

Aufrichtig eingeschätzt

Als Prabhupada mir anbot, in den Westen zu gehen, antwortete ich einfach, dass ich mich nicht für geeignet halte: „Ich werde dort keinen Erfolg vorzeigen können." Ich habe zwei Defizite erwähnt. Anschließend zeigten mir einige sannyasins ihre Anerkennung: „Was ist das? So viele Menschen wünschen sich diese Gelegenheit. Bist du bereit, diese Chance zu verlieren? Du lehnst das Privileg ab, ein Weltprediger zu werden. Hast du kein Verlangen danach?“

Ich antwortete: „Ja, Mahārāja, ich habe kein Verlangen nach einer solchen Position. Mein einziger bescheidener Ehrgeiz ist, dass ich als aufrichtiger Anhänger von Mahaprabhu, Śrī Caitanya Dev, angesehen werden darf. Ich habe keine anderen Ambitionen, wie zum Beispiel ein Weltprediger und so weiter, zu werden.“

Mahaprabhu sagt: „Betrachte mich einfach als ein Staubkorn zu Deinen Füßen, Kṛṣṇa.“

ayi nanda-tanuja kiṅkaraṁ
patitaṁ māṁ viṣame bhavāmbudhau
kṛpayā tava pāda-paṅkaja-
sthita-dhūlī-sadṛśaṁ vicintaya

Oh Nandanandana, Sohn von König Nanda, obwohl ich Dein ewiger Diener bin, bin ich in den schrecklichen Ozean der materiellen Existenz gestürzt, weil  meine eigenen Taten Früchte getragen haben (karma). Bitte betrachte mich gnädiger Weise als ein Staubkorn zu Deinen Lotosfüßen.

Das mag unsere Führung sein: „Betrachte mich als einen der Staubkörner, die zu Deinen Füßen liegen.“ Das ist zu viel! Unser Glaube sollte einen solchen Grad erreichen, dass wir zufrieden sein können, ein Staubkorn zu Seinen Füßen zu werden. Dann kann durch Seinen süßen Willen alles geschehen. Aber unser bescheidenes Ziel sollte es sein, auch nur die geringste Verbindung zur realen Göttlichkeit zu haben. Nicht zu einem fabriziertem Kṛṣṇa.

pujala rāga-patha gaurava-bhaṅge

Sehr süß. Der rāga-patha ist auf dem Kopf. Wir sind Diener des rāga-patha. Wir sind im viddhi-marga, unter der Herrschaft der Regeln der śāstras. Wir müssen nach den Regeln der  śāstras leben und uns  bewegen, und immer den  rāga-patha auf unserem Kopf tragen

Eine große Beleidigung

Als unser spiritueller Meister, Śrīla Bhaktisiddhānta Sarasvatī Ṭhākura, anfang der 1930er Jahre nach Vṛndāvana kam, fuhr er in einem Auto.

In jenen Tagen war das für einen Heiligen unerhört. Eines Tages beleidigte ein Priester unseren guru, indem er die Position von Śrīla Raghunatha Dasa Gosvāmī, dem Lehrer unserer höchsten Vorstellung von spiritueller Errungenschaft, missbilligte. Er prahlte: „Wir sind nicht nur Bewohner des Heiligen Landes, sondern auch Mitglieder der Kaste der Hohen Priester (brahmanas). Daher können wir Dasa Gosvāmī unseren Segen erweisen. Er wurde in eine (bürgerliche) Familie von niederem Stand hineingeboren, und er selbst hat von uns einen solchen Segen verlangt.“

Natürlich betete Dasa Gosvāmī einmal in großer Demut:

gurau goṣṭhe goṣṭhālayiṣu sujane bhūsura-gaṇe

sva-mantre śrī-nāmni vraja-nava-yuva-dvandva-śaraṇe

sadā dambham- hitvā kuru ratim apūrvām atitarāḿ

aye svāntardhātas" caṭubhir abhiyāce dhṛta-padaḥ

 „Oh mein Verstand – mein Bruder! Ich falle dir zu Füßen und flehe dich an: „Gib allen Stolz auf und koste immer ekstatische Liebe, während du dich an den göttlichen Führer erinnerst, den heiligen Ort Vṛndāvana, die Kuhhirten und Milchmädchen von Vraja, die liebevollen Geweihten des Höchsten Herrn Śrī Kṛṣṇa, die Götter auf Erden, die reinen brāhmaṇas das gāyatrī-mantra, die Heiligen Namen Śrī Kṛṣṇas und das göttliche jugendliche Paar von Vraja, Śrī Śrī Rādhā-Govindasundara.“

Dieser Priester bemerkte: „Wir sind Bewohner des heiligen Ortes Vṛndāvana und auch brāhmaṇas sind also sind wir in der Lage, Raghunatha Dasa Gosvāmī Segen zu erteilen.“ Als unser Guru Mahārāja, der zu dieser Zeit am Rādhā-kuṇḍa war, diese Worte hörte, begann er zu fasten. Er bemerkte: „Muss ich mir das anhören? Dieser Kerl ist beherrscht von Lust, Wut und Gier, und er sagt, dass er Dasa Gosvāmī, dem angesehensten Präzeptor unserer Linie, seine Gnade erweisen kann! Und das soll ich mir anhören?“ Ohne seine Bemerkungen zu erwidern, beschloss er zu fasten. Wir hörten auch auf zu essen und unser ganzes Lager begann zu fasten. Dann gelang es einem einheimischen Herrn, der erfuhr, dass das ganze Lager fastete, diesen blasphemischen Priester aufzuspüren und zu unserem Guru Mahārāja zu bringen. Dieser Priester bat um Verzeihung. Unser Guru Mahārāja war zufrieden und brach, nachdem er ihm etwas Respekt erwiesen hatte, endlich sein Fasten. Zu dieser Zeit sagte jemand unserem Guru Mahārāja: „Sie sind alle unwissende Narren. Warum sollten wir von seinen Worten so sehr betroffen sein? Du solltest es ignorieren.“ Unser Guru Mahārāja sagte: „Wenn ich ein gewöhnlicher Babaji wäre und eine solche Bemerkung hören würde, könnte ich mir einfach die Ohren zuhalten und weggehen. Aber ich spiele die Rolle eines acaryya, einer der durch sein Beispiel lehrt. Welche Rechtfertigung habe ich, in einem Auto zu fahren, wenn ich den Äußerungen gegen meinen Gurudeva nicht widerspreche?“

Das ist die Realität

Ich glaube ich habe heute etwas getan um das  Gefühl meines Gurudevas hervorzuheben! ! Ich habe heute etwas gemacht, um seine Position zu klären.

Pujala rāga-patha gaurava-bhaṅge – das reicht. Tad dāsa-dāsa-dāsanam dāsatvam dasatvam dehi prabho

Dies ist keine bildliche Sache, dies ist keine bloße Poesie, sagt Mahaprabhu:

nāhaṁ vipro na ca nara-patir nāpi vaiśyo na śūdro
nāhaṁ varṇī na ca gṛha-patir no vana-stho yatir vā
kintu prodyan nikhila-paramānanda-pūrṇāmṛtābdher
gopī-bhartuḥ pada-kamalayor dāsa-dāsānudāsaḥ

Ich bin kein Priester, König, Kaufmann oder Arbeiter (brāhmaṇa, kṣatriya, vaiśya oder śūdra ); noch bin ich ein Student, ein Haushälter, ein Haushälter im Stand der Entsagung, oder ein Bettelmönch (brahmacārī, gṛhastha, vānaprastha oder sannyāsī ). Ich identifiziere mich nur als Diener des Dieners der Diener der Lotosfüße von Śrī Kṛṣṇa, dem Herrn der gopis, der die Verkörperung des vollständig ausgedehnten (sich ewig selbst offenbarenden) nektargleichen Ozeans ist, der von der Gesamtheit der Göttlichen Ekstase überquillt.

Dies ist nicht nur eine dekorative Sache. Es ist Realität. Das ist die Realität. Sich selbst wirklich gemein zu machen, bedeutet wirklich, Anspruch auf den höheren Dienst zu haben. So viel Selbstlosigkeit, so viel Selbstverleugnung ist notwendig, für ein Maß der niedrigsten Größenordnung, um in diesen Bereich einzutreten. So viel Selbstverleugnung ist notwendig, dann können wir auf diese Ebene kommen. So viel Selbstverleugnung ist notwendig, dann können wir auf diese Ebene kommen. Es gibt eine Ebene mit  Unterströmungen*, eine Ebene mit Unterströmungen, und wenn wir wirklich damit in Kontakt treten wollen, müssen wir feiner als das Feinste sein, und ohne Anspruch. Auf diese negative Weise müssen wir uns selbst transformieren, dann können wir einen Hauch von jener Ebene haben, auf die wir kommen können. Der kleinste Hauch von Ausbeutung, jeder Funken Ehrgeiz im Leben, wird uns nicht dorthin führen – das ist eine andere Sache:

Pratiṣṭhā ist selbsterhaltend, stabil sein, unsterblich sein, unbesiegbar sein - es ist nicht sich selbst hingebend, sondern die selbsterhaltende
Tendenz: „Ich muss bleiben. Ich muss leben!“

Aber wenn es nötig ist, muss ich im Interesse Kṛṣṇas sterben.

mārobi rākhobi, yo icchā tohārā

nitya-dāsa prati tuwā adhikārā

„Töte mich oder beschütze mich, wie Du willst, denn Du bist der Herr Deines ewigen Dieners.“

Ein Kamikaze Soldat denkt sich-- für die Freiheit des Landes bin ich bereit zu sterben. Ich muss mich vollkommen selbst aufgeben. Vielleicht werde ich ausgelöscht. Wenn es notwendig ist, kann meine Existenz für die Zufriedenheit Kṛṣṇas ausgelöscht werden. „Meine Existenz kann ausgelöscht werden, wenn es notwendig ist.“ Ein solches Temperament, eine solche Selbstlosigkeit von solchem Ausmaß ist notwendig, um diese Ebene zu finden. So viel Feinstofflichkeit.

Möge Prabhupada Śrīla Sarasvatī Ṭhākura uns seinen Segen erteilen. Alle Ehre sei Guru und Gauranga. Alle Ehre sei Guru und Gauranga!

Die Schatzkammer sehen

(An die dort versammelten Devotees …)

Ihr helft mir so viele schöne und wertvolle Dinge aus dem innersten meines Herzens zu holen. Durch eure Hilfe werden diese alten Erinnerungen wieder frisch.  Ich bin gezwungen, diese Dinge, die ich von meinem Gurudev als Schatz bekommen habe, aus meiner innerwohnenden Natur meines früheren Lebens hervorzuholen. Jetzt habe ich wieder die Chance, diese Schatzkammer zu sehen. Ich habe wieder die Gelegenheit dazu, weil ich das, was ich von den göttlichen Füßen meines Gurudevas gehört habe, rekapitulieren kann. Das ist unsere Ausbildung, wie ich sie von Gurudevs göttlichen Füßen bekommen habe. Ich habe es euch allen aufrichtig gesagt. So ist es.

pujala rāga-patha gaurava-bhaṅge

Er gab die Anweisung an uns, dass wir nicht am Rādhā-kuṇḍa leben dürfen. In der Nähe von Lalita kuṇḍa wo der Swananda Sukhanda Kunja ist, dort gibt es ein einstöckiges Gebäude. Eines Tages sagte er: „Eine zweites Stockwerk ist notwendig, aber ich werde dort nicht leben können."

Ich fragte: „Wenn du nicht im ersten Stock wohnst, wer wird dann dort wohnen? Warum ist dann ein weiterer Anbau notwendig?“

"Nein. Das weißt du nicht. Dort werden bessere Menschen leben: Bhaktivinoda  Ṭhākura, Gaura Kisora ​​Babaji Mahārāja. Sie werden dort wohnen, und wir werden im Erdgeschoss bleiben und ihnen dienen.“

Er sagte noch einmal: „Ich werde am Govardhana leben. Rādhā-kuṇḍa ist der höchste Ort: der Ort unseres Guru Mahārāja, unseres Gurudevas. Sie werden hier in sehr enger Gemeinschaft mit dem līlā leben, aber wir sind nicht geeignet, dort zu leben. Wir werden am Govardhana wohnen, nur ein bisschen weiter weg. Wir kommen, um unseren Gurudev zu dienen, deshalb müssen wir in seiner Nähe sein, aber wir dürfen nicht in engerer Verbindung mit ihnen leben. Wir sind dafür nicht geeignet.“

Pūjala rāga-patha gaurava bhaṅge

Der ganze Tenor seines Lebens war so: „Das ist hoch, hoch. Und von unten sollen wir es ehren. ” Wir sollen in der ganzen Welt diese Art der Haltung etablieren: den gebührenden Respekt für das höhere līlā: „Das ist zu hoch.”

Eines Tages in Allahabad – vielleicht war es genau in dem Jahr, in dem Śrīpad Swami Mahārāja eingeweiht wurde – sagte Śrīla Sarasvatī Prabhupada in einem Park: Ich bin bereit jeden zu einem Kampf herauszufordern, um aufzuzeigen dass die höchste Stellung mit  meinem Gurudeva, Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura und Mahaprabhu besetzt ist. Lass jeden kommen, um mit mir zu kämpfen, um zu entscheiden. Ich bin bereit. Ich bin bereit jeden damit herauszufordern. Lass sie kommen, um mit mir zu kämpfen. Ich bin bereit, den Thron an der höchsten Stelle zu errichten – meinem Gurudev.“

Pūjala rāga-patha gaurava bhaṅge

Guru Mahārāja, Śrīla Bhaktisiddhanta Sarasvatī Ṭhākura predigte allein das mādhurya-rasa mit großer Vorsicht. Er hat vielleicht 90% seiner Energie eingesetzt, um aufzuzeigen, was es nicht ist, um auf die negative Seite hinzuweisen: „Das ist nicht mādhurya-rasa!“ Auf diese Weise beseitigte er die negative Seite. Er musste nach seinen eigenen Worten, 'literweise Blut' vergießen, um das zu etablieren, was nicht mādhurya-rasa ist.".

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* ein zugrundeliegendes Gefühl oder ein unterliegender Einfluss, insbesondere ein Gefühl, das der vorherrschenden Atmosphäre widerspricht und nicht offen ausgedrückt wird.

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