
In dieser Welt brennt immer ein Feuer; doch es besteht keine Notwendigkeit, dieses Feuer zu löschen, denn wir haben nichts mit dieser Welt zu tun, die durch dieses Feuer zu Asche verbrannt werden wird. Alle unsere inneren Bedürfnisse können nur in Verbindung mit Kṛṣṇa erfüllt werden. Alles andere ist unnötig. Es mag zu Asche verbrannt oder von Fluten verschlungen werden—wir haben keinerlei wirkliche Beziehung zu all dem. Vielmehr ziehen uns diese materiellen Anhaftungen zurück, hin zum Falschen. Und infolgedessen können wir es unserem Geist nicht erlauben, sich zu Kṛṣṇa hingezogen zu fühlen. Die Dinge dieser Welt, diese Anhaftungen, sind allesamt negativ; sie sind unsere eigentlichen Feinde. Das gesamte Universum mag zu Asche verbrannt werden—doch wir werden davon in keiner Weise berührt. Die Welt mag verwüstet werden—die Erde, die Sonne, der Mond, die Sterne—alles mag vergehen, und dennoch bleiben wir bestehen. Die Seele ist ewig. Und wenn wir eine Verbindung mit Kṛṣṇa herstellen können, dann sind die Dinge dieser Welt für uns—und für alle anderen—vollständig bedeutungslos. Warum sollten wir in diese sterbliche Welt kommen und uns fälschlicherweise mit Fleisch und Blut identifizieren? Wir glauben nur, dass wir geboren werden und sterben—doch das ist eine falsche Vorstellung. Alles ist Bewusstsein.
(Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja — Subjective Evolution of Consciousness)
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Es besteht eine unausweichliche Gewissheit zukünftiger Weltkriege und unumkehrbarer Konflikte in der kommenden Zeit – trotz der Bildung oberflächlicher diplomatischer internationaler Vereinigungen von Nationen, die auf weltlichem Fortschrittsglauben beruhen – sofern nicht die gesamte Menschheit unter den transzendentalen Schutz der Śrīla Bhakti-siddhānta-vāṇī tritt, die der wahre Vertreter der viśuddha Śrī Caitanya-vāṇī ist. Durch seine unvergleichliche und unübertroffene Barmherzigkeit wird das saṅkīrtana von Śrī Caitanyadeva in jedem Winkel der Welt verkündet.
— Śrīla Bhaktī Śrī Rūpa Siddhāntī Gosvāmī Mahārāj
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Die Mauern des Missverständnisses überwinden
SRILA BHAKTI RAKSHAK SRIDHAR DEV GOSWAMI MAHARAJ
Königin Kuntī begrüßte das Unglück sogar. Sie betete: „Halte mich stets in einer gefährlichen Lage. Das wird es mir erleichtern, um Deine Gnade zu bitten. Gewöhnliche, günstige weltliche Umstände würden mich dazu verleiten, Deine kostbare Gnade zu ignorieren. Halte mich also immer im Unglück.“ Das war ihr Gebet. Das politische Umfeld, das soziale Umfeld – all diese anderen Umstände – haben also keinen Wert. Entsprechend dem Ergebnis unseres Karmas werden wir in ein bestimmtes Umfeld versetzt, und wir müssen unser spirituelles Leben dort beginnen, wo wir uns gerade befinden; wir müssen damit beginnen, all jene saṁskāras zu überwinden, die die mentale Hülle bilden, in der wir leben.
Tat te ’nukampāṁ susamīkṣamāṇaḥ: Wir sollten nicht nur ohne Klagen in unseren gegenwärtigen Umständen leben, sondern sie darüber hinaus als für unseren Fortschritt wirklich notwendig betrachten. Auf diese Weise müssen wir alle Widrigkeiten, die uns widerfahren, als Gnade des Herrn annehmen. Wir müssen mit dieser positiven Sichtweise des Guten umgehen: „Das ist meine wahre Notwendigkeit. In der Berechnung des Herrn liegt kein Fehler. Diese Prüfung wurde mir zu meinem eigenen Wohl auferlegt. Diese Widrigkeiten zu ertragen, ihnen zu begegnen und sie zu überwinden, ist meine Chance, im Leben voranzukommen. Diese Prüfung wurde mir von Kṛṣṇa auferlegt, um mein weiteres Leben zu erleichtern.“ Im Bhāgavatam wird uns geraten, allen widrigen Umständen auf solch optimistische Weise zu begegnen. Dann werden wir sehr leicht und schnell diese Mauern des Missverständnisses, diese māyā, überwinden, und wir werden befreit sein, und mehr noch, wir werden am Kṛṣṇa-Bewusstsein, dem Leben der Hingabe, teilhaben.
(Auszug aus dem Buch „Sermons of the Guardian of Devotion” Vol 2)
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„Die Essenz aller Veden besteht darin, dass ein Lebewesen, wenn es sich ständig an Kṛṣṇa erinnert, niemals irgendeine Art von Unheil erfahren wird. O Herr, selbst wenn ich aufgrund meiner früheren Verfehlungen in dieser Welt in einen äußerst elenden Zustand gefallen bin, so wird es für mich höchst glückverheißend sein, wenn die Erinnerung an Dich unaufhörlich in meinem Herzen wach bleibt.“
— Śrī Śrīla Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura Prabhupāda
(Caitanya-bhāgavata, Madhya 1.226 – Gauḍīya-bhāṣya)
Um die vergesslichen, materialistisch gesinnten Lebewesen aus ihrer Versunkenheit in der Materie zu befreien und ihre Neigung zu Ihm zu erwecken, hat der Herr ihnen unzählige dreifache Leiden und Nöte auferlegt. Von außen betrachtet erscheinen sie wie Strafe, doch in Wahrheit sind sie Ausdruck Seiner großen Barmherzigkeit. Auf Schritt und Tritt werden wir durch falsches Ego verwirrt, indem wir uns stolz als die Handelnden unserer Tätigkeiten betrachten, während wir zugleich ständig an Sinnengenuss gebunden bleiben. Doch die verblendende illusorische Energie des Herrn verwandelt all unseren materiellen Genuss letztlich in einen Ozean des Leidens. Und doch fließt hinter dieser strengen Verordnung von Bedrängnis, Züchtigung und den dreifachen Leiden die unvergleichliche Barmherzigkeit des Herrn – wie der Phalgu-Fluss, der unsichtbar unter der Erde strömt. Da wir in dieser materiellen Welt unzähligen Arten von Schwierigkeiten begegnen – Hindernissen, Störungen, Gefahren und Unglück –, wird unser Sinnengenuss immer wieder erschüttert. In solchen Momenten erkennen wir, dass der Missbrauch unserer Unabhängigkeit – Gottlosigkeit – die eigentliche Wurzel dieser dreifachen Leiden ist. Gleichzeitig entsteht in uns eine Abneigung gegen die Versunkenheit in der Materie. Dann beginnen wir, nach unserem ewigen Wohl zu suchen und nach Befreiung von materiellen Genüssen, die letztlich nur voller Leid sind. In diesem Zustand erinnern wir uns an die grenzenlose Barmherzigkeit der Lotosfüße unseres ewigen Herrn Madhusūdana, des Befreiers von Sünden und Bedrängnissen. Die Lehre daraus ist klar: Der Versuch die materielle Natur zu genießen oder über sie zu herrschen ist ein äußerst törichtes Unterfangen. Die Erinnerung an Kṛṣṇa, der sac-cid-ānanda-vigraha und die Ursache aller Ursachen ist, und die auf dieser Erinnerung gegründete Ausführung Seines Dienstes ist unser ewiger Reichtum und die Quelle unseres höchsten Wohls.
Im Śrīmad-Bhāgavatam (2.1.6) spricht Śrī Śukadeva Gosvāmī zu Mahārāja Parīkṣit:
etāvān sāṅkhya-yogābhyāṃ
sva-dharma-pariniṣṭhayā
janma-lābhaḥ paraḥ puṃsām
ante nārāyaṇa-smṛtiḥ
„Die höchste Vollkommenheit des menschlichen Lebens – sei sie durch vollständiges Wissen über Materie und Geist, durch die Praxis mystischer Yoga-Kräfte oder durch die vollkommene Ausführung der eigenen Pflicht erreicht – besteht darin, sich am Ende des Lebens an die Höchste Persönlichkeit Gottes zu erinnern.“
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Śrīla Ṭhākura Bhaktivinoda schrieb in „Śrī Kṛṣṇa-saṁhitā“:
„Das elfte Hindernis der Vaiṣṇavas ist Sektierertum, das die Form eines Waldbrandes annimmt. Aufgrund des Sektierertums kann eine Person niemanden außerhalb ihrer eigenen Gruppe als Vaiṣnava akzeptieren, und infolgedessen stößt sie auf viele Hindernisse, wenn sie einen Guru finden und mit devotees Umgang pflegen möchte. Daher ist es äußerst wichtig, den Waldbrand zu löschen.
Sektierertum ist ein natürliches Nebenprodukt der Absoluten Wahrheit. Wenn ācāryas die Wahrheit zum ersten Mal erkennen und lehren, ist sie nicht mit Sektierertum verunreinigt. Aber die Regeln und Vorschriften, die durch die Schülernachfolge in Bezug auf das Ziel und die Methode zu dessen Erreichung überliefert werden, ändern sich im Laufe der Zeit entsprechend der Mentalität und den örtlichen Gegebenheiten der Menschen. Eine Regel, die von einer Gesellschaft befolgt wird, wird nicht unbedingt von einer anderen Gesellschaft akzeptiert. Deshalb unterscheidet sich eine Gemeinschaft von einer anderen. Wenn eine Gemeinschaft allmählich mehr Respekt für ihre eigenen Standards entwickelt, entwickelt sie Hass gegenüber anderen Gemeinschaften und betrachtet deren Standards als minderwertig. Diese sektiererischen Symptome sind seit jeher in allen Ländern zu beobachten. Dies ist besonders bei Neulingen ausgeprägt und in gewissem Maße auch bei madhyama-adhikārīs zu finden. Unter Uttama-adhikārīs gibt es jedoch keine Spur von Sektierertum.“
Er schrieb weiter in Jaiva-dharma, Kapitel 11
** „Wir halten es für unerlässlich, [die Liebe] zu Bhagavān mit allen Mitteln zu wecken. Die Tür, die zu einer allmählichen Erhebung führt, ist fest verschlossen, wenn Menschen auf jeder Ebene der Verehrung verspottet oder verurteilt werden. Diejenigen, die dem Dogmatismus verfallen und dadurch sektiererisch werden, mangelt es an Großzügigkeit und Freigiebigkeit. Deshalb verspotten und verurteilen sie andere, die nicht auf die gleiche Weise verehren wie sie. Das ist ein großer Fehler ihrerseits. Diejenigen, die sektiererisch werden, indem sie sich hartnäckig in dogmatischen Kulten verschließen, werden bald von hohem Idealismus, Großzügigkeit und Liberalität abgelenkt.
Sie verspotten und beschimpfen jeden, der ihrer besonderen Methodik in der religiösen Praxis nicht folgt. Das ist eine schwerwiegende Verirrung ihrerseits.“ Zusammenfassend lässt sich sagen, dass echter Fortschritt in bhakti nur durch entschlossene Hingabe an Śrī Guru und guru-paramparā erreicht werden kann, frei von oberflächlicher Zurschaustellung und der giftigen Mentalität des Sektierertums. Der wahre Geist des Gauḍīya-Vaiṣṇavismus ist großherzig, inklusiv und darauf ausgerichtet, die Liebe zu Kṛṣṇa zu erwecken – und nicht auf dogmatischer Überlegenheit, wie wir sie heutzutage in einigen großen spirituellen Organisationen sehen können.
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Besessen davon, Guru zu werden
"Śrīla Gaura-kiśōra Dāsa Bābājī Mahārāja persönlich wollte weder in Kalkutta leben, nicht einmal zur medizinischen Behandlung, noch Dienste annehmen, nicht einmal von seinem liebsten Schüler (Śrīla Prabhupāda Sarasvatī Prabhupāda). Wir können den Kontrast dazu feststellen, wenn wir uns ansehen, was heutzutage in unseren Tempeln vor sich geht. Es ist genau das Gegenteil, wir sind davon besessen, guru zu werden und so viel Anbetung und persönlichen Dienst wie möglich von unseren Schülern zu erhalten. Im Wettbewerb um Gewinn, Lobpreisung und Prestige haben wir begonnen, uns gegenseitig zu kritisieren, zu bekämpfen und zu streiten, was die ganze Umgebung verschmutzt."
(Śrīla Bhakti Pramode Puri Gosvāmī Mahārāja)
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Anhäufen für die Zukunft
-Auszug aus dem Artikel Was ist eine Maṭha? (Übersetzt aus Gauḍīya Prabandhāvalī)
Diejenigen, die das Gewand von sādhus tragen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sich selbst Vaiṣṇavas nennen, jedoch während sie im heiligen parā-vidyā pītha Śrī Bhakti Maṭha wohnen, beginnen, Geld, Anhänger, und andere scheinbare Notwendigkeiten aus Angst um ihre Zukunft zu horten - aus Mangel an wahrer Hingabe (prapatti) -, genießen sie in Wahrheit den Haushalt des gurus, sie fallen und werden pāṣandis (Heuchler). Für sie verschließt sich die transzendentale Vaikuṇṭha-maṭha und sie werden stattdessen in ein Reich der Nachahmung geführt - eine bhogī-maṭha, wo Genuss den Platz des Dienens einnimmt. So fallen sie aus dem Reich Kṛṣṇas und kehren in das Reich māyās zurück, werden wie gewöhnliche Haushälter (gṛhī), von Sinnesfreuden angezogen und in die Gesellschaft der Materialisten getrieben.
