Ihr hört jeden Tag Harikatha, aber ist danach etwas passiert?

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— Śrīla Bhaktisiddhant Saraswati Ṭhākura Prabhūpāda (Śrī-Gauḍīya-Maṭha, Samstag 29 December 1934—Gauḍīya Patrikā, Volume 13, Issue 21)— Deutsche Übers. von Bhakti Siddhanta Vani Seva Trust

Oftmals kann man den Schauspieler (die anmaßende Haltung) im Leben eines sādhaka beobachten: Sie kommen zum ācārya oder Śrī Gurupādapadma, nur um kathā zu hören, und nachdem sie zugehört haben, gehen sie wieder weg, und so vergeht Jahr für Jahr. Selbst während sie hari-kathā hören, bleiben sie äußerlich aufmerksam, aber in ihrem Herzen regt sich nicht das Geringste. Ihre Herzen bleiben unbewegt, gefroren wie der unbewegliche Himalaya. Was sie gehört haben und was gesagt wird,  spiegelt sich nicht in ihrem Verhalten, in ihrem praktischen Leben. Aus der innersten Kammer des Herzens entsteht keine natürliche, leidenschaftliche, rāgamayī (spontane Zuneigung) Inspiration, diese göttliche Botschaft zu verkörpern. Es ist, als ob die Tore des Bewusstseins versiegelt, starr, unbeweglich und leblos wie eine Leiche wären.

Für weltliche Angelegenheiten sind sie jedoch bereit, Himmel und Erde zu bewegen – mit unerschütterlicher und ungebremster Begeisterung können sie ihren Körper, ihren Geist und ihr Selbst in weltliche Pläne stürzen. Aber nachdem sie Tausende von Erzählungen über hari-sevā gehört haben, nachdem sie Tausende von Fürbitten erhalten haben, die ihre Liebe zum göttlichen Dienst erwecken sollen, gibt es nicht die geringste Regung in ihrem Bewusstsein. Es ist, als würde das bewusste Selbst in einen noch tieferen Schlaf versetzt – sicher geschützt hinter einer Festung aus gutgemeinten Ausreden (guten Absichten), stehen sie vor Gurujana und verstecken sich hinter diesem selbst geschaffenen Schutzschild. Von Zeit zu Zeit bringen sie diese Sätze zur Selbstverteidigung vor: „Ich stimme innerlich mit hari-bhajana überein – ja, hari-bhajana zu praktizieren ist gut; es zählt zu den höchsten Pflichten, das verstehe ich sehr gut.“ Solche Worte kommen ihnen leicht über die Lippen, doch sie praktizieren keinen wahren aufrichtigen hari-bhajana. Sie weigern sich, ihr Selbst aufzugeben. Auch wenn sie Lippenbekenntnisse zur gesamten Lehre von goptṛtve varaṇa abgeben – den Herrn als einzigen Beschützer anzuerkennen – und sich in ihren Predigten zu śaraṇāgati bekennen, können sie sich nicht dazu durchringen, dies in ihren Handlungen umzusetzen. Obwohl sie hören, dass nur wahrer Dienst Bhagavāns Gnade hervorruft, können sie diese einfache, lebendige Wahrheit nicht wirklich begreifen, um sie in ihrem Leben vollständig umzusetzen.

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