Alle Ehre sei Śrī Guru und Gauranga
Diese Ansprache wurde von Śrīla Bhakti Śāraṅga Gosvāmī Mahārāja, liebevoll bekannt als Aprākṛta Prabhu, in tiefer Demut und Hingabe gehalten. Ursprünglich veröffentlicht in der Zeitschrift „The Harmonist“ bzw., „Sajjana-toṣaṇī“, Band XXX, Nr. 8
Mit Demut, Respekt und Nächstenliebe gegenüber allen wahrhaft gläubigen und frommen Seelen aller Glaubensrichtungen begrüße ich Sie im Namen der Śrī Viśva Vaiṣṇava Rāj Sabhā zu diesem Anlass, der Sie an diesem glücklichen und glückverheißenden Tag hier zu diesem wichtigsten Pilgerzentrum, dem Allerheiligsten des Alten Navadvīpa dhāma, hergeführt hat, und heiße Sie herzlich willkommen.

Wir wissen Ihre Freundlichkeit sehr zu schätzen, dass Sie die mühevolle Reise hierher auf sich genommen haben, um uns durch Ihre Anwesenheit zu ermutigen, und ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Güte und Großzügigkeit.
Wer ist Vyāsa und was ist er? Das werden sicherlich die beiden Fragen sein, die mein verehrtes Publikum zu Beginn stellen wird.
Śruti offenbart Sich geläuterten Seelen durch Vyāsa, den geliebten göttlichen transparenten Vermittler und Er ist auch der Mediator zwischen der absoluten transzendentalen Persönlichkeit und den gefallenen Seelen. Vyāsa ist der Kanal des Transzendentalen Wortes „śrauta vāṇī oder gaura-vāṇī“.
Die Göttliche Sarasvatī strömt durch die heiligen Seelen und in ihrer Schüler - Lehrer Nachfolge ist unser mahānta guru Seine Göttliche Gnade Paramahaṁsa Śrī Śrīmad Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura.
Die heilige Zeremonie, deren Zeugen Sie heute sind, ist daher von großer Bedeutung und wird einen immensen Beitrag zur Förderung der Sache des Theismus leisten, und ich bitte Sie demütig, mir noch eine Weile geduldig zuzuhören.
Mein geliebter göttlicher Meister, mein Höchster Herr, meine verehrten Vaiṣṇavas, meine Damen und Herren, mein Herz hüpft vor Freude, an diesem glücklichen und glückverheißenden Anlass hier an diesem heiligen Ort, Śrī Māyāpura, vor Ihnen zu stehen, und ich betrachte es als ein großes Privileg, bei der Feier zum Geburtstag meines göttlichen Meisters, der vor 59 Jahren am Govinda-Pañcamī-Tag im höchsten Pilgerort (Puruṣottama Dhāma) in der Nähe des Nordtores des Jagannātha-Tempels in Purī das Licht der Welt erblickte, um der Welt zu zeigen, wie sehr sie unter dem völligen Mangel des Chantens des göttlichen Namens leidet und um die gefallenen Seelen wie mich aufzuspüren und sie gemeinsam mit Seinen ewigen Gefährten gemäß Kṛṣṇas Wunsch aufzugreifen.
Gesegnet sei der anbrechende Tag, an dem mein Meister als Säugling auf dem Schoß der Sonne das Licht des Lebens erblickte und die als Erste den göttlichen Glanz der strahlend leuchtenden heiligen Füße meines göttlichen Meisters erblickte. Gesegnet sei die Luft, die mein Meister als erstes einatmete, gesegnet sei die Erde, die als erstes die zarten heiligen Füße in ihre Arme nahm, damit sie ruhen konnten, und gesegnet sei die Mutter, die das Kind an ihrer sanften Brust stillte.
Gesegnet sei das Feuer, das Wasser, der Äther und die Natur und die 10 Millionen göttlichen Wesen, die seither die Gelegenheit hatten meinen Göttlichen Meister zu dienen und gesegnet sind die Kletterpflanzen, Pflanzen und Bäume, die seither Früchte und Gemüse zum Gebrauch meines Meisters gespendet haben.
Gesegnet seien die Kühe, Bullen, Büffel, Pferde und Elefanten, die die geringste Gelegenheit hatten, meinem göttlichen Meister zu dienen, und gesegnet seien die Schuhmacher, Zimmerleute, Handwerker, Ingenieure und Ärzte, die Dinge für meinen göttlichen Meister hergestellt, repariert und verschrieben haben. Besonders gesegnet sind jene, die in sein göttliches Blickfeld gerieten, die von ihm gehört oder an ihn gedacht haben und besonders sind jene gesegnet, die bei seinen Heiligen Füßen saßen und dem transzendentalen Wort lauschten, das von Seinen göttlichen, heiligen Lippen kam, ich will sagen, die seine Predigten hörten, aber die am meisten gesegneten sind jene, die nach seinen Unterweisungen handeln. Doch am glücklichsten ist dieser unbedeutende Mensch hier, der vor euch steht, mit hoch erhobenem Kopf mit der Krone die mit den Edelsteinen der kostbarsten Staubteilchen Seiner Göttlichen Füße geschmückt ist und der durch die grundlose Barmherzigkeit Seines Meisters versucht über dieses Transzendentale Wesen zu sprechen, wie ein Zwerg, der seine Hand nach dem Mond ausstreckt, um ihn einzufangen, aber nicht wie Ravana, der eine Treppe aus Mauerstein errichten wollte, um in das transzendentale Reich zu gelangen, die jedoch in der Luft zusammenbrach, da ihm auf der anderen Seite die nötige Stütze fehlte.
Ich muss um die Unterstützung der anderen Seite beten. Ravana hat geglaubt, dass er Sita Devi in seine Gewalt gebracht hat, aber in Wirklichkeit hat er nur die trügerische Reflexion von Sita eingefangen. Eine Fliege, auf der Oberfläche eines Honigtopfes denkt vielleicht, dass sie den Honig verunreinigt hat, aber da ist das Glas zwischen ihrem Stachel und dem Honig. Ich behaupte als Sein von Ihm akzeptierter Schüler, der Seine Heiligen Füße berührt hat: Es gibt keine tiefe Kluft mehr zwischen Seinen Heiligen Füßen und meinem bescheidenen Selbst.
Wird mein göttlicher Meister in Seinem Mitgefühl dieser armen Seele gnädig sein und mir die Kraft schenken, die Herrlichkeit Seiner göttlichen, heiligen Füße zu besingen, so wie es der Würde eines Dieners des Transzendenten (aprakrtadasa) gebührt – jenem heiligen Namen, der mir so gnädig und gütig verliehen wurde.
Einige von meinen Zuhörern werden mich nun fragen: „Warum sprechen Sie so hoch von Ihrem göttlichen Meister?“ Was ist Er? Warum erheben sie ihn auf den Rang einer Gottheit? Ist Er stolz auf Seine Herkunft wie Brahmā oder auf Seine Erhabenheit wie Viṣṇu oder auf Seine Weisheit oder Selbstverleugnung wie Mahādeva?
Ich muss gleich zu Beginn, zum Wohle der Empiriker oder der gewöhnlichen Menschen, ehrlich verneinen. Lasst Indra, Kuvera, Bṛhaspati und die Feen des Himmels sich nach einer guten Abstammung, Erhabenheit, Gelehrtheit und Schönheit der großen göttlichen Wesen sehnen oder danach trachten; lasst Raghunandana Bhaṭṭācārya sich vergeblich seiner hohen Abstammung rühmen; lasst Śaṅkarācārya vergeblich von seinen eingebildeten und pedantischen Wortgefechte prahlen; der König kann sich mit seiner Majestät aufblasen und das zarte Geschlecht möge sich vergeblich mit seiner Schönheit wichtigtun; Mein Göttlicher Meister ist nicht darauf vorbereitet sich so tief herabzulassen und sich über diese unbedeutenden weltlichen Merkmale zu äußern. Ich sage, nicht nur besitzt er all diese irdischen Begehrlichkeiten, er transzendiert sie auch. Seine Person und persönliche Anhaftungen sind alle spirituell und stehen mit der materiellen Welt in keiner Beziehung.
I. Er ist nur von einem einzigen Diener der Transzendenz in Besitz genommen, der Heilige Name, den er gnädig und gütig mir zuteilwerden ließ.
II. Mein göttlicher Meister ist nur von einer Sache in Besitz genommen, „Bhagavān" mit all Seiner Majestät, Macht, Herrlichkeit, Schönheit, Weisheit und Oberhoheit. Es gibt niemanden, der sich mit Ihm messen könnte.
III. Er ist von Diesem Śrī Krsna Caitanya in Besitz genommen, von Dem Śrīla Prabodhananda Sarasvatī zu Recht sagt: „Im Absoluten zu verschmelzen wird als die Hölle angesehen; himmlischer Genuss erscheint als ‚Irrlicht‘; die Schar der tödlichsten Vipern, die sich in Form der furchterregendsten Sinne zeigen, sind ihrer Giftzähne beraubt; die Würde von Brahmā, Indra und anderen Göttern erscheint so unbedeutend wie die Existenz von Würmern; die Welt erscheint als Ort der vollkommenen Glückseligkeit, durch die Macht der Herrlichkeit des gnadenreichen Blicks von Śrī Gaura-sundara, dem ich meine Lobesgesänge darbringe.

Aber einige meiner Zuhörer werden nun sicher bemerken, dass ich versuche, um den Kern der Sache herumzureden um mich herauszuwinden. Mein Meister besitzt wohl einen Mangel an Respekt bezüglich Abstammung, Hoheit, Gelehrtheit und Schönheit. Wenn Sie mich auf diese Weise anstupsen dann muss Ich die Wahrheit noch deutlicher aussprechen – für die wenigen Klugen, die die Wahrheit in ihrer Seele intuitiv erspüren können. Brahmā kam aus der Höhle des Nabels von Visnu, aber mein Meister kam aus der Höhle des Mundes, Heilige Lippen, der Höhere Teil Visnus. Visnu wiederum ist mit all Seiner Hoheit von der Schönheit meines Gurupadapadma überwältigt, und beim bloßen Anblick der Lotosfüße meines Śrī Gurudeva, legt er die Muschel, Scheibe, Keule und Lotos, die transzendentalen Waffen Nārāyaṇas, nieder und sucht Zuflucht unter dem kühlen Schatten der göttlichen heiligen Füße von Nanandanadan, der schönen Gestalt, zu der sich Viṣṇu hinwenden muss, indem er seine beiden majestätischen Hände in sich verbirgt, da er der Ozean der flüssigen frei strömenden Süße (Akhila-rasāmṛta-sindhu) ist.

Bitte sprechen Sie nicht von Mahādeva, der nichts von wahrer Selbstverleugnung (yukta-vairāgya) und dem sich entfaltenden, strahlenden, erhabenen Prinzip (unnata-ujjvala-rasa) wusste, bis er als Rudradeva geboren wurde und von Śrī Gaura-Sundara und meinem göttlichen Meister, der auf ewig mit Ihm verbunden ist, davon hörte. Und ich spüre Mitleid mit Lakṣmī-devī, die es nicht wagt Vṛndāvana zu betreten, wo mein Göttlicher Meister ewig in Gemeinschaft mit Seinem Herrlichen Lord, Śrī Krsna lebt, von dem Er das Gegenstück ist (das sich in dieser Welt für mich offenbart). Vernunft, die nicht spiritualisiert ist, wagt sich nicht hier einzumischen.
Letztendlich muss ich mir selbst gerecht werden und sagen, dass die einzigen Erbärmlichen jene sind sich rühmen, großartige Krieger zu sein, und glauben, dass mein göttlicher Meister ihnen einen gnadenlosen Krieg erklärt hat, obwohl er barmherzig versucht, ihre dämonischen Begierden und Neigungen zu läutern – so wie Brahmā, der eine ähnliche Aufgabe für Indra übernahm, als Indra als Schwein am Ufer des Mānasa-sarovara, geboren wurde, wie es in unseren Purāṇas überliefert ist. Dieser endlose Bürgerkrieg hat diesen Schurken kaum Zeit zum Genießen gelassen, doch muss ich hinzufügen, dass sie – genau wie Rāvaṇa, der sich den Schweiß mit der Sehne seines Bogens von der Stirn wischte; der Bogen auf dem die Pfeile steckten, die unaufhörlich auf Rāma niederprasselten – Doch auch nach ihrer Niederlage blickten sie zurück von Zeit zu Zeit, um sich zu erfreuen, selbst als sie bereits in den Rachen des Todes gezogen wurden.
Würde mein göttlicher Meister freundlich dazu bereit sein, die zehn Köpfe jener Personen abzutrennen, die aus reiner Freude und Genuss in zehn verschiedene Richtungen blicken, diese auf den Boden zu legen, ihnen jeglichen seitlichen Blick zu nehmen und sich fest auf ihre Brust zu setzen?
Theismus ist gegeben, wenn wir uns niederwerfen und uns ganz Seinen göttlichen Füßen unterwerfen, um die dringend benötigte Erlösung zu erlangen; von dieser Ebene aus lässt sich die höchste Stellung des transzendentalen Viṣṇu erkennen.
Meine Herren, Sie wissen, dass, wenn eine gerade Linie auf einer anderen Linie steht, wie Kali auf Shiva, sich Winkel bilden, entweder einen spitzen, einen rechten oder einen stumpfen Winkel; wenn jedoch die anmaßende Linie, die aufrecht steht, dazu gebracht wird, flach auf der Basis- oder Fundamentlinie zu liegen, entsteht bei 180 Grad keine Winkelbildung. Geradlinigkeit ist da, Einfachheit und Wahrhaftigkeit ist da. Hier bin ich von meinem Gebieter und Herrn in meiner Brust besiegt. Die höchste Stellung Viṣṇus lässt sich nur durch die erleuchtete Kraft der Einsicht erkennen, die auf dieser Ebene zugänglich ist. So wurde Hiraṇyākṣa von Śrī Varāhadeva in die richtige Haltung gebracht.
Doch, meine verehrten Vaiṣṇavas, ich fürchte mich sehr vor einem Schicksal, das dem ihren gleicht, und ich bitte Sie alle demütig, dass auch Sie in die Lage versetzt werden mögen, sich ehrenhaft aus diesem verhängnisvollen Krieg zurückzuziehen und zu Gott zurückzukehren, wo Einfachheit und Aufrichtigkeit herrschen – hier bin ich besiegt, von meinem Gebieter und Herrn in meiner Brust. Lasst den Höchsten in eurer Gemeinschaft weilen, in Übereinstimmung mit der Botschaft meines göttlichen Meisters. Damit möchte ich mein Geschwätz für heute beenden.
Aprākṛta Dāsa
