
Das tiefe Wissen des Bhāgavatam
Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja
Unser Guru Mahārāja wollte das ganze Territorium von māyā überwinden. Das war seine geistige Haltung, er wollte es aus verschiedenen Richtungen angreifen. Einer der gemäßigten Führer jener Zeit, ein Anhänger des Hinduismus, schien, als er in die Maṭha in Kalkutta kam, über gewisse Kenntnisse der Schriften und auch des Bhāgavatam zu verfügen. Als er unseren Guru Mahārāja sprechen hörte, stellte er viele Fragen und sagte: „Ich kann mir diese beiden Dinge, die ich hier vorfinde, kaum vorstellen – solch tiefes Wissen über das Bhāgavatam und solch eine Wertschätzung, in jeder Phase der Argumentation, wird aus dem Bhāgavata rezitiert und zitiert. Was auch immer das Thema der Diskussion ist, es wird ein Bhāgavata-śloka zur Untermauerung angeführt – solch tiefes Wissen über das Bhāgavatam habe ich noch nie zuvor gesehen oder mir vorstellen können.“
„Und eine andere Sache ist die tägliche religiöse Zeitung, ich kann mir nicht vorstellen, dass jeden Tag eine religiöse Zeitung veröffentlicht wird.“ Prabhupāda antwortete darauf: „Wir sprechen über Vaikuṇṭha – die unbegrenzte Welt. Und hier, diese Welt ist māyā, eine begrenzte Welt. So viele Zeitungen existieren mit den Themen aus dieser begrenzten Welt. In der unbegrenzten Welt gibt es nur eine Tageszeitung und das können Sie sich nicht vorstellen? Von dort gibt so viele Nachrichten.“ Dieser Mann, beeinflusst von der Diskussion mit unserem Guru Mahārāja, begann auch Bücher auf seine Weise zu veröffentlichen, aber er war in dieser Sache nicht erfolgreich.
Die Schriften des Gauḍīya Maṭha sind jedoch von anderer Art. Sie basieren auf wissenschaftlichen Prinzipien in Verbindung mit dem hari-nāma. In den śāstras wird erwähnt, dass schon die geringste Menge an Kṛṣṇa-Bewusstsein die verbleibenden anarthas läutern kann – es ist so kraftvoll und desinfizierend, dass schon die geringste Verbindung mit Kṛṣṇa-Bewusstsein auf wundersame Weise läutern kann. Aber es muss echtes Kṛṣṇa-Bewusstsein sein, um zu reinigen – das nirguṇa, die höchste Stufe der nirguṇa-Konzeption. So wie eine kleine homöopathische Dosis wundersame Heilungen schnell bewirken kann – augenblicklich kann jeder Mensch aus der niedrigsten Klasse für die höchste Pflicht eines brāhmaṇas geeignet sein. Wenn sat-saṅga da ist, in der Gemeinschaft von sādhus, dann kann durch ihre vereinte Kraft jeder kühne Versuch unternommen werden.
Freunde die mir helfen zu predigen
Wir hörten von unserem Prabhupāda: „So viele Freunde sind gekommen, um mir bei der Erfüllung meiner Pflichten zu helfen. Ich sollte all diese Dinge selbst tun, aber weil ich nicht dafür geeignet bin, hat Kṛṣṇa mir so viele Freunde gesandt, die mir bei diesen Dingen helfen sollen.“
Das ist das wahre Konzept eines Vaisnava in unserer guru-varga. Uns wurde gesagt, dass wir die Dinge auf diese Weise betrachten sollen. Wenn wir auf die reale Ebene schauen, dann entdecken wir, dass jeder eine separate Seele hat, aber von Natur aus gehören alle zu Kṛṣṇa und zu niemanden sonst. Jeder einzelne ist also gekommen in einem unterschiedlichen Gewand – in einer verschiedenen Farbe. Sie sind gekommen um den Dienst ihres Herrn auszuführen. Die svarūpa-śakti beschäftigt Wesen unterschiedlichen Ranges, damit sie bei der Erfüllung Ihrer Pflicht helfen, dem kṛṣṇa-līlā zu dienen – damit es im līlā genutzt werden kann. Alles ist für Ihn, in Hegelscher Sprache ausgedrückt, für Sich selbst. Alles ist für Ihn. Das bedeutet also Opfer – alles zu opfern um Ihn zu erfreuen. Das ist der Hauptstrom des Denkens und der Reinheit.
Die höchste Art der Reinheit ist dort – Hingabe zu dem Autokraten. Wenn der Autokrat die Absolute Tugend, Schönheit, Liebe und Einklang ist, dann geize nicht, wenn du mit Ihm zu tun hast. Uneingeschränkt geben, in dem Bewusstsein, dass wir Sein Eigentum sind, Er ist unser Meister, Er kann uns zum Guten oder zum Schlechten führen – Er ist in einer Position, wo Er mit uns machen kann was Er will – ein solcher Meister ist Er. –
Hingabe von solch einer Qualität kann uns retten, uns das ewige Leben geben und ein gesundes Leben schenken. Wir müssen in solch einer Atmosphäre leben und atmen, wo er das volle Recht hat über Erfolg oder Misserfolg zu entscheiden – wir gehören Ihm. Die Verwirklichung muss zu einem solchen Grad der Reinheit erfolgen, dass der Grad der Heiligkeit auch demgemäß zunimmt – Reinheit und Heiligkeit gehören zur selben Kategorie. Gewöhnliche Reinheit ist nicht die richtige Reinheit, es muss auf den Standard von Heiligkeit gebracht werden, Göttlichkeit. Tat-paratvena nirmalam – Reinheit ist nirmala. Tat-paratvena nirmalam – in dem Maße, wie wir erkennen, dass wir für Ihn bestimmt sind, zu dem Grad wird die Reinheit zunehmen. Sarvopādhi-vinirmuktam – was dem entgegensteht, muss beseitigt werden. Tat-paratvena nirmalam – das tiefste Verständnis in uns, dass wir ganz und gar Ihm gehören – eine Art von Sklaven.
Die Reinheit ist da – in dem Maße, wie wir an Ihn glauben – das ist der Maßstab der Reinheit – in diesem Maße ist sie rein, göttlich und heilig. Das bedeutet nicht, dass dieser verwirklichte Zustand ein abstrakter ist. Hṛṣīkeṇa hṛṣīkeśa-sevanam bhakti-yogyate – alle innewohnenden Bestandteile deines spirituellen Körpers werden genutzt werden. Sie sind nicht dein Feind – der Feind liegt in der Art der Beschäftigung, nicht in denen, die eine bestimmte Funktion ausüben, nicht dort. Sie sollten keineswegs beseitigt werden. Es sollte lediglich ihre Beschaffenheit verändert werden. Alles wird zu Gold. Aus Eisen wird Gold – aus Schlamm wird Gold. Aber alles wird erhalten bleiben. Nur die Beschaffenheit soll verändert werden. Das Schreckliche an der Gefahr liegt lediglich im Konzept eines sekundären Interesses – eines Konzeptes, das vom Interesse des absoluten Zentrums des absoluten Guten abweicht. Das soll beseitigt werden, nichts anderes. Alles wird intakt bleiben und zur vollsten Zufriedenheit und Erfüllung genutzt werden. Alles hat seine wahre und höchste Erfüllung, nur die Verbindung sollte hergestellt werden.
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Krieg gegen Māyā
Quelle: „Encounters of Divinity“ von Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja
Yāre dekho tāre kaha kṛṣṇa upadeśa. Einmal ging ich zum Gericht von Kṛṣṇanagara. Dort warf der Anwalt folgendes auf mich: „Warum kommt ihr sādhus dauernd zum Gericht? „Es ist sehr merkwürdig, dass sādhus vor Gericht erscheinen. Schämen Sie sich nicht?“
Ich antwortete: „Sie haben eine schlechte Vorstellung von einem sādhu. Sie glauben, dass ein sādhu sich nach Haridvāra oder in den Dschungel zurückziehen muss um dort zu praktizieren? Das ist die Vorstellung ihres Gerichts von einem sādhu. Aber Sie haben noch nicht solch einen sādhu gesehen, der die Gaudiya Math gegründet hat. Er hat keine Angst vor māyā. Er will das ganze System von māyā angreifen und es vernichten.“
Prabhupāda wollte māyā angreifen und ihm den Krieg erklären. Unser Guru Mahārāja erklärte, dass er alle materiellen Zentren der Aktivitäten einnehmen und lähmen wird. „Wir wollen das bhāgavata-kathā dorthin bringen. Nichts sollte vernichtet werden. Wir fürchten uns nicht vor māyā. Wir wollen es überwinden, es besiegen und alle Zentren besetzen. „Warum sollte dieses Gericht davon ausgenommen sein? Von dieser Art sādhu sind wir. Wir haben keine Angst vor māyā, so dass wir in den Dschungel fliehen und uns in eine Höhle zurückziehen müssten, um dort mit hari-nāma fortzufahren. Hari wird bestehen bleiben, und all diese anderen Dinge müssen verschwinden,“ sagte ich zu ihm.
Gaudiya Matha fürchtet sich vor nichts. Ein Vaisnava, der das abgeschiedene Leben des bhajana liebt, fragte unseren Guru Mahārāja: „Warum lebst du in Kalkutta? Das ist ein Ort des Satans, wo der Kampf für eigennützige Interessen dominiert. Verlass diesen Ort und komm in den Heiligen dhāma!“ Aber Śrīla Bhaktisiddhānta Sarasvatī Ṭhākura hat gerade diesen Ort ausgesucht. Er antwortete: „Ich ziehe es vor, Śrī Caitanya Mahāprabhus Kredo an einen extrem verunreinigten Ort zu repräsentieren.”
Aus diesem Grund wollte er Männer in den Westen entsenden. „Der Osten ist vom Glanz der westlichen Zivilisation geblendet“, sagte er, „deshalb muss die westliche Zivilisation zuerst zerschlagen werden. Dann wird ihr Glanz verschwinden, und die ganze Welt wird sich dem Feldzug der göttlichen Liebe Śrī Caitanya Mahāprabhus anschließen.“ Dies war dieselbe geistige Haltung, mit der Nityānanda Prabhu die gefallenen Seelen dieser Welt umwarb in Seinem Bestreben, sie zu den Lotosfüßen Śrī Caitanya Mahāprabhus zu führen.
Keine Anerkennung der jāti-brāhmaṇas, der jāti-gosvāmīs, dieser bābājīs, der Ramakrishna-Mission – alles Feinde, kein Freund! Das ist die Gaudiya Matha. Im Alleingang kämpfen sie gegen jeden, der im Namen der Religion, der Nicht-Religion oder einer Mischreligion auftritt. Im Alleingang! Unser Guru Mahārāja griff auf die Grundlage der Erkenntnisse von Bhaktivinoda Ṭhākura zum Schwert und erklärte der ganzen Welt den Krieg. Das war seine Charakteristik.
Das war das allgemeine Konzept von Prabhupāda. „Ich muss alle wichtigen Punkte von māyā einfangen, wo immer ich sie sehe. Mach weiter, und chante den Namen Krsnas. Diene Krsna.“ Eines Tages in einem Park in Allahabad, vielleicht war es das Jahr, als Swami Mahārāja eingeweiht wurde, stellte unser Guru Mahārāja eine Herausforderung: „Ich stelle eine Herausforderung.“ So wie Ringkämpfer andere Ringkämpfer herausfordern - auf einer Wiese stehen sich zwei Ringkämpfer gegenüber – genau wie jener, der vom Christentum zum Islam konvertierte – Mohammed Ali –, die Welt herausforderte.
„Ich bin bereit, gegen jeden anzutreten, um zu beweisen, dass die höchste Stellung meinem Gurudeva, Bhaktivinoda Ṭhākura, Gaura-kiśora Dāsa Bābājī und Mahāprabhu, gebührt. „Möge jeder kommen und gegen mich kämpfen, um das zu entscheiden – ich bin bereit!“, sagte er. „Ich bin bereit, jeden herauszufordern. Mögen sie kommen und gegen mich kämpfen. Ich möchte meinen Gurudeva auf einen Thron setzen, an den höchsten Ort.“
Mit solcher Kraft kam er. So wie die rauschende Strömung eines Flusses, wenn er von den Bergen herabdonnert. So begann Prabhupāda mit der heilsamen pracāra (Verkündigung). Mögen die Feinde mit all ihren Argumenten kommen, und wir werden all das widerlegen. Sagt, was ihr zu sagen habt. Vom niedrigsten Atheisten bis zum sogenannten Theisten, kommt alle! Nur Kṛṣṇa ist der Höchste, und Sein bhajana in göttlicher Liebe, das ist das Höchste. Dafür werden wir einstehen, damit werden wir uns beschäftigen. Das ist die Idee.
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Heuchelei und Täuschung in uns – das ist absolut selbstzerstörerisch
— Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja
Wir flehen den Höchsten Herrn ständig um grundlose Gnade (ahaitukī kṛpā) an, doch gleichzeitig sind wir nicht bereit, zu akzeptieren, dass andere in derselben Reihe der Gnade stehen. Über andere fällen wir Urteile wie: „Warum sollte diese Person unverdiente Gnade erhalten? Sie ist voller Fehler, widersprüchlicher Verhaltensweisen und Unzulänglichkeiten. Warum sollte sie akzeptiert werden, oder warum sollte ihr überhaupt eine Chance gegeben werden?“
Für uns selbst jedoch sind wir der Ansicht: „Möge kein Maßstab der Gerechtigkeit auf mich angewendet werden, denn wenn Gerechtigkeit walten würde, gäbe es für mich keine Hoffnung. O mein Herr, wenn Du über mich richtest, gibt es gewiss keine Möglichkeit für meine Erlösung. Darum, bitte, schenke mir Deine Barmherzigkeit und Gnade, ohne meine Fehler zu berücksichtigen. Nur dann kann ich hoffen, eine Beziehung zu Dir aufzubauen und mich auf den Weg zu Dir zu begeben.“
Wenn wir jedoch andererseits erklären: „Dieser unwürdige Mensch verdient keine Gnade! Warum wird ihm überhaupt Freundlichkeit oder Zuneigung entgegengebracht?“, dann spiegelt diese Haltung Heuchelei und Falschheit in uns selbst wider. Sie wird zu einem schwerwiegenden Hindernis im innersten Heiligtum unseres Herzens und macht es unrein und trostlos. Eine solche Doppelmoral ist ein selbstzerstörerischer Feind.
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Die Gefahr der falschen Vorstellung
Srila Bhakti Raksak Sridhar Dev-Gosami Maharaj
Quelle: “Heart and Halo”
„Wenn ein Mann zugibt: ‚Ich habe kein Geld‘, und ein anderer, der tatsächlich kein Geld hat, Falschgeld vorzeigt und behauptet: ‚Das ist Geld‘, dann ist dessen Lage schlimmer, weil er sich der Lüge hingibt.“
Es ist also schlimmer, sahajiyā zu werden. Er ist getäuscht, seine Aufmerksamkeit wurde in eine falsche Vorstellung gefangen und verwickelt. Eine Person hat für eine gewisse Zeit eine Vorstellung und sie hat ihre Verbindung verloren, aber sie kann sehr leicht ihre Verbindung wiederherstellen, aber die andere, die von einer falschen Vorstellung eingenommen wurde, sie von der Wahrheit zu überzeugen ist viel schwieriger, weil ihr Geist vom Vorurteil gefangen ist. Die erste Person ist keine Verpflichtung eingegangen; die Verpflichtung, die sie vorher hatte, ist weg. Aber die zweite Person hat eine Sache falscherweise für eine andere gehalten. Sie dachte, dass die Materie göttlich sei, und das ist schlimmer.
Einmal, in meiner Kindheit, höre ich das Beispiel von meinem Lehrer in der Schule. Er sagte, dass es in Amerika eine Musikschule gibt, und wenn jemand irgendein Wissen über Musik besitzt, dann muss er die doppelte Schulgebühr bezahlen, im Vergleich zu denen, die über kein musikalisches Wissen verfügen, sie zahlen nur die normale Schulgebühr. Das machen sie, weil es viel einfacher ist diejenigen zu unterrichten, die nichts wissen; und die anderen die etwas musikalisches Wissen haben, müssen das doppelte bezahlen, weil sie alles, was sie zuvor gelernt haben, erst vergessen müssen und dann wird es ihnen erlaubt auf die richtige Art und Weise zu lernen. Es muss ihnen erst beigebracht werden, wie sie ihre zuvor erlangten Vorurteile, ihre falschen Vorstellungen der Musikalischen Wissenschaft vergessen, so für sie galt die doppelte Schulgebühr.
Es ist so ähnlich. In einem Fall ist kein bhakti da und keine Hingabe; und in einem anderen Fall wurde eine Person im Namen der Hingabe von einige nicht-hingebungsvolle Dingen eingenommen. Das ist die Imitation, und schlimmer, es ist ein Vergehen. Prabhupāda Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura sagt, dass es vanchanam ist, die Gottgeweihten lächerlich zu machen – Mahāprabhu, Rūpa Sanātana – es ist, um sie lächerlich zu machen, weil es Verwirrung stiftet, zwischen dem was prema und was kama ist. Sie sind auf der entgegengesetzten Seite; und kama im Namen von prema anzunehmen ist nicht nur für einen selbst abscheulich und verletzend, sondern es verschmutzt die ganze Atmosphäre.
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In dieser Welt brennt immer ein Feuer; doch es besteht keine Notwendigkeit, dieses Feuer zu löschen, denn wir haben nichts mit dieser Welt zu tun, die durch dieses Feuer zu Asche verbrannt werden wird. Alle unsere inneren Bedürfnisse können nur in Verbindung mit Kṛṣṇa erfüllt werden. Alles andere ist unnötig. Es mag zu Asche verbrannt oder von Fluten verschlungen werden—wir haben keinerlei wirkliche Beziehung zu all dem. Vielmehr ziehen uns diese materiellen Anhaftungen zurück, hin zum Falschen. Und infolgedessen können wir es unserem Geist nicht erlauben, sich zu Kṛṣṇa hingezogen zu fühlen. Die Dinge dieser Welt, diese Anhaftungen, sind allesamt negativ; sie sind unsere eigentlichen Feinde. Das gesamte Universum mag zu Asche verbrannt werden—doch wir werden davon in keiner Weise berührt. Die Welt mag verwüstet werden—die Erde, die Sonne, der Mond, die Sterne—alles mag vergehen, und dennoch bleiben wir bestehen. Die Seele ist ewig. Und wenn wir eine Verbindung mit Kṛṣṇa herstellen können, dann sind die Dinge dieser Welt für uns—und für alle anderen—vollständig bedeutungslos. Warum sollten wir in diese sterbliche Welt kommen und uns fälschlicherweise mit Fleisch und Blut identifizieren? Wir glauben nur, dass wir geboren werden und sterben—doch das ist eine falsche Vorstellung. Alles ist Bewusstsein.
(Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja — Subjective Evolution of Consciousness)
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Es besteht eine unausweichliche Gewissheit zukünftiger Weltkriege und unumkehrbarer Konflikte in der kommenden Zeit – trotz der Bildung oberflächlicher diplomatischer internationaler Vereinigungen von Nationen, die auf weltlichem Fortschrittsglauben beruhen – sofern nicht die gesamte Menschheit unter den transzendentalen Schutz der Śrīla Bhakti-siddhānta-vāṇī tritt, die der wahre Vertreter der viśuddha Śrī Caitanya-vāṇī ist. Durch seine unvergleichliche und unübertroffene Barmherzigkeit wird das saṅkīrtana von Śrī Caitanyadeva in jedem Winkel der Welt verkündet.
— Śrīla Bhaktī Śrī Rūpa Siddhāntī Gosvāmī Mahārāj
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Die Mauern des Missverständnisses überwinden
SRILA BHAKTI RAKSHAK SRIDHAR DEV GOSWAMI MAHARAJ
Königin Kuntī begrüßte das Unglück sogar. Sie betete: „Halte mich stets in einer gefährlichen Lage. Das wird es mir erleichtern, um Deine Gnade zu bitten. Gewöhnliche, günstige weltliche Umstände würden mich dazu verleiten, Deine kostbare Gnade zu ignorieren. Halte mich also immer im Unglück.“ Das war ihr Gebet. Das politische Umfeld, das soziale Umfeld – all diese anderen Umstände – haben also keinen Wert. Entsprechend dem Ergebnis unseres Karmas werden wir in ein bestimmtes Umfeld versetzt, und wir müssen unser spirituelles Leben dort beginnen, wo wir uns gerade befinden; wir müssen damit beginnen, all jene saṁskāras zu überwinden, die die mentale Hülle bilden, in der wir leben.
Tat te ’nukampāṁ susamīkṣamāṇaḥ: Wir sollten nicht nur ohne Klagen in unseren gegenwärtigen Umständen leben, sondern sie darüber hinaus als für unseren Fortschritt wirklich notwendig betrachten. Auf diese Weise müssen wir alle Widrigkeiten, die uns widerfahren, als Gnade des Herrn annehmen. Wir müssen mit dieser positiven Sichtweise des Guten umgehen: „Das ist meine wahre Notwendigkeit. In der Berechnung des Herrn liegt kein Fehler. Diese Prüfung wurde mir zu meinem eigenen Wohl auferlegt. Diese Widrigkeiten zu ertragen, ihnen zu begegnen und sie zu überwinden, ist meine Chance, im Leben voranzukommen. Diese Prüfung wurde mir von Kṛṣṇa auferlegt, um mein weiteres Leben zu erleichtern.“ Im Bhāgavatam wird uns geraten, allen widrigen Umständen auf solch optimistische Weise zu begegnen. Dann werden wir sehr leicht und schnell diese Mauern des Missverständnisses, diese māyā, überwinden, und wir werden befreit sein, und mehr noch, wir werden am Kṛṣṇa-Bewusstsein, dem Leben der Hingabe, teilhaben.
(Auszug aus dem Buch „Sermons of the Guardian of Devotion” Vol 2)
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„Die Essenz aller Veden besteht darin, dass ein Lebewesen, wenn es sich ständig an Kṛṣṇa erinnert, niemals irgendeine Art von Unheil erfahren wird. O Herr, selbst wenn ich aufgrund meiner früheren Verfehlungen in dieser Welt in einen äußerst elenden Zustand gefallen bin, so wird es für mich höchst glückverheißend sein, wenn die Erinnerung an Dich unaufhörlich in meinem Herzen wach bleibt.“
— Śrī Śrīla Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura Prabhupāda
(Caitanya-bhāgavata, Madhya 1.226 – Gauḍīya-bhāṣya)
Um die vergesslichen, materialistisch gesinnten Lebewesen aus ihrer Versunkenheit in der Materie zu befreien und ihre Neigung zu Ihm zu erwecken, hat der Herr ihnen unzählige dreifache Leiden und Nöte auferlegt. Von außen betrachtet erscheinen sie wie Strafe, doch in Wahrheit sind sie Ausdruck Seiner großen Barmherzigkeit. Auf Schritt und Tritt werden wir durch falsches Ego verwirrt, indem wir uns stolz als die Handelnden unserer Tätigkeiten betrachten, während wir zugleich ständig an Sinnengenuss gebunden bleiben. Doch die verblendende illusorische Energie des Herrn verwandelt all unseren materiellen Genuss letztlich in einen Ozean des Leidens. Und doch fließt hinter dieser strengen Verordnung von Bedrängnis, Züchtigung und den dreifachen Leiden die unvergleichliche Barmherzigkeit des Herrn – wie der Phalgu-Fluss, der unsichtbar unter der Erde strömt. Da wir in dieser materiellen Welt unzähligen Arten von Schwierigkeiten begegnen – Hindernissen, Störungen, Gefahren und Unglück –, wird unser Sinnengenuss immer wieder erschüttert. In solchen Momenten erkennen wir, dass der Missbrauch unserer Unabhängigkeit – Gottlosigkeit – die eigentliche Wurzel dieser dreifachen Leiden ist. Gleichzeitig entsteht in uns eine Abneigung gegen die Versunkenheit in der Materie. Dann beginnen wir, nach unserem ewigen Wohl zu suchen und nach Befreiung von materiellen Genüssen, die letztlich nur voller Leid sind. In diesem Zustand erinnern wir uns an die grenzenlose Barmherzigkeit der Lotosfüße unseres ewigen Herrn Madhusūdana, des Befreiers von Sünden und Bedrängnissen. Die Lehre daraus ist klar: Der Versuch die materielle Natur zu genießen oder über sie zu herrschen ist ein äußerst törichtes Unterfangen. Die Erinnerung an Kṛṣṇa, der sac-cid-ānanda-vigraha und die Ursache aller Ursachen ist, und die auf dieser Erinnerung gegründete Ausführung Seines Dienstes ist unser ewiger Reichtum und die Quelle unseres höchsten Wohls.
Im Śrīmad-Bhāgavatam (2.1.6) spricht Śrī Śukadeva Gosvāmī zu Mahārāja Parīkṣit:
etāvān sāṅkhya-yogābhyāṃ
sva-dharma-pariniṣṭhayā
janma-lābhaḥ paraḥ puṃsām
ante nārāyaṇa-smṛtiḥ
„Die höchste Vollkommenheit des menschlichen Lebens – sei sie durch vollständiges Wissen über Materie und Geist, durch die Praxis mystischer Yoga-Kräfte oder durch die vollkommene Ausführung der eigenen Pflicht erreicht – besteht darin, sich am Ende des Lebens an die Höchste Persönlichkeit Gottes zu erinnern.“
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Śrīla Ṭhākura Bhaktivinoda schrieb in „Śrī Kṛṣṇa-saṁhitā“:
„Das elfte Hindernis der Vaiṣṇavas ist Sektierertum, das die Form eines Waldbrandes annimmt. Aufgrund des Sektierertums kann eine Person niemanden außerhalb ihrer eigenen Gruppe als Vaiṣnava akzeptieren, und infolgedessen stößt sie auf viele Hindernisse, wenn sie einen Guru finden und mit devotees Umgang pflegen möchte. Daher ist es äußerst wichtig, den Waldbrand zu löschen.
Sektierertum ist ein natürliches Nebenprodukt der Absoluten Wahrheit. Wenn ācāryas die Wahrheit zum ersten Mal erkennen und lehren, ist sie nicht mit Sektierertum verunreinigt. Aber die Regeln und Vorschriften, die durch die Schülernachfolge in Bezug auf das Ziel und die Methode zu dessen Erreichung überliefert werden, ändern sich im Laufe der Zeit entsprechend der Mentalität und den örtlichen Gegebenheiten der Menschen. Eine Regel, die von einer Gesellschaft befolgt wird, wird nicht unbedingt von einer anderen Gesellschaft akzeptiert. Deshalb unterscheidet sich eine Gemeinschaft von einer anderen. Wenn eine Gemeinschaft allmählich mehr Respekt für ihre eigenen Standards entwickelt, entwickelt sie Hass gegenüber anderen Gemeinschaften und betrachtet deren Standards als minderwertig. Diese sektiererischen Symptome sind seit jeher in allen Ländern zu beobachten. Dies ist besonders bei Neulingen ausgeprägt und in gewissem Maße auch bei madhyama-adhikārīs zu finden. Unter Uttama-adhikārīs gibt es jedoch keine Spur von Sektierertum.“
Er schrieb weiter in Jaiva-dharma, Kapitel 11
** „Wir halten es für unerlässlich, [die Liebe] zu Bhagavān mit allen Mitteln zu wecken. Die Tür, die zu einer allmählichen Erhebung führt, ist fest verschlossen, wenn Menschen auf jeder Ebene der Verehrung verspottet oder verurteilt werden. Diejenigen, die dem Dogmatismus verfallen und dadurch sektiererisch werden, mangelt es an Großzügigkeit und Freigiebigkeit. Deshalb verspotten und verurteilen sie andere, die nicht auf die gleiche Weise verehren wie sie. Das ist ein großer Fehler ihrerseits. Diejenigen, die sektiererisch werden, indem sie sich hartnäckig in dogmatischen Kulten verschließen, werden bald von hohem Idealismus, Großzügigkeit und Liberalität abgelenkt.
Sie verspotten und beschimpfen jeden, der ihrer besonderen Methodik in der religiösen Praxis nicht folgt. Das ist eine schwerwiegende Verirrung ihrerseits.“ Zusammenfassend lässt sich sagen, dass echter Fortschritt in bhakti nur durch entschlossene Hingabe an Śrī Guru und guru-paramparā erreicht werden kann, frei von oberflächlicher Zurschaustellung und der giftigen Mentalität des Sektierertums. Der wahre Geist des Gauḍīya-Vaiṣṇavismus ist großherzig, inklusiv und darauf ausgerichtet, die Liebe zu Kṛṣṇa zu erwecken – und nicht auf dogmatischer Überlegenheit, wie wir sie heutzutage in einigen großen spirituellen Organisationen sehen können.
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Besessen davon, Guru zu werden
"Śrīla Gaura-kiśōra Dāsa Bābājī Mahārāja persönlich wollte weder in Kalkutta leben, nicht einmal zur medizinischen Behandlung, noch Dienste annehmen, nicht einmal von seinem liebsten Schüler (Śrīla Prabhupāda Sarasvatī Prabhupāda). Wir können den Kontrast dazu feststellen, wenn wir uns ansehen, was heutzutage in unseren Tempeln vor sich geht. Es ist genau das Gegenteil, wir sind davon besessen, guru zu werden und so viel Anbetung und persönlichen Dienst wie möglich von unseren Schülern zu erhalten. Im Wettbewerb um Gewinn, Lobpreisung und Prestige haben wir begonnen, uns gegenseitig zu kritisieren, zu bekämpfen und zu streiten, was die ganze Umgebung verschmutzt."
(Śrīla Bhakti Pramode Puri Gosvāmī Mahārāja)
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Anhäufen für die Zukunft
-Auszug aus dem Artikel Was ist eine Maṭha? (Übersetzt aus Gauḍīya Prabandhāvalī)
Diejenigen, die das Gewand von sādhus tragen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sich selbst Vaiṣṇavas nennen, jedoch während sie im heiligen parā-vidyā pītha Śrī Bhakti Maṭha wohnen, beginnen, Geld, Anhänger, und andere scheinbare Notwendigkeiten aus Angst um ihre Zukunft zu horten - aus Mangel an wahrer Hingabe (prapatti) -, genießen sie in Wahrheit den Haushalt des gurus, sie fallen und werden pāṣandis (Heuchler). Für sie verschließt sich die transzendentale Vaikuṇṭha-maṭha und sie werden stattdessen in ein Reich der Nachahmung geführt - eine bhogī-maṭha, wo Genuss den Platz des Dienens einnimmt. So fallen sie aus dem Reich Kṛṣṇas und kehren in das Reich māyās zurück, werden wie gewöhnliche Haushälter (gṛhī), von Sinnesfreuden angezogen und in die Gesellschaft der Materialisten getrieben.
