All jene Unruhen, die wir von Zeit zu Zeit in dieser materiellen Welt erleben, sollten als Gnade des Herrn betrachtet werden und als nichts anderes

Geschätzte Lesezeit: 7 minutes

Gauḍīya  Goṣṭhī Pati Śrī Śrīla Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura Prabhupāda sprach: „Mahāprabhu möge alles Unglück in diesem Universum millionenfach auf mich herablassen, damit ich Ihn verehren möge. Ich bin dazu mit all meinen Sinnen bereit.  Mit diesen Katastrophen werde ich mich Seinen Füßen hingeben, mit dem Gedanken, dass sie mich beschützen und sie mich zu Seinen Lotosfüßen hinziehen. Er ist so barmherzig, weil er meine Heuchelei von mir nimmt. Er erlaubt mir nicht meine Sinne zu genießen. Er gibt mir zu verstehen, dass es kein anderes ewiges Objekt gibt, außer Seine Lotosfüße, um Zuflucht in dieser Welt zu finden. Ich ertrage dieses schwere Gewicht der karmischen Reaktionen aufgrund meiner vergangenen Taten.  Wenn ich dies mit etwas Geduld ertrage und Zuflucht bei meinem ewigen Herrn suche, werde ich wirkliches Wohl erlangen. Wenn ich zu der genießenden Kategorie gehöre und mein Genuss unterbrochen wird, dann werde ich zornig. Auf der anderen Seite wird der Asket sagen, dass es richtig ist, Genuss aufzugeben.  Die Geweihten von Śrī Gaurāṅga raten niemandem, sich dem Genuss hinzugeben oder darauf zu verzichten. Sie sagen: „Möge der jīva seine natürliche Neigung zu wahren spirituellen Objekten in sich aufnehmen.“ Wenn jemand alle drei verschiedenen Formen des Leidens akzeptiert, die auf ihn mit voller Kraft einstürzen, dann nützt es ihm nichts, und wenn er künstlich seiner Anhaftung entsagt, dann gelingt es nicht. Aber jemand, der den Füßen des Herrn  daṇḍavat darbringt, mit Körper, Geist und Worten, dann ist derjenige der rechtmäßige Erbe der Befreiung. Was immer er für einen Rückschlag erleidet, er wird es akzeptieren, da der Herr so Seine Form der Barmherzigkeit manifestiert. Es ist unbeschreiblich, wieviel Śrī Caitanya für unser Wohl getan hat. Wir sind auf dem Pfad des materiellen Genusses.  Um unsere Augen zu öffnen, orchestriert Er bestimmte Hindernisse, Stufe für Stufe unter den Objekten der Anhaftung. Er verlieht mir eine schlechte Gesundheit und bei jedem Schritt schenkte er mir Unfälle. Er verlieh allen Dingen eine spezifische, vergängliche Natur, um uns auf den spirituellen Weg zu führen.“ (Quelle – Echtes und falsches Gaura-Bhajan)

Śrīla Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Dev Gosvāmī Mahārāja sagte auch: „In dieser Welt brennt immer ein Feuer; aber es ist nicht nötig dieses Feuer zu löschen, weil wir mit dieser Welt, die von diesem Feuer zu Asche verbrannt wird,  nichts zu tun haben. All unser inneres Verlangen kann nur in Verbindung mit Krishna gestillt werden. Alles andere ist unnötig. Sie mögen zu Asche verbrannt werden, oder überflutet werden. Wir sorgen uns nicht wirklich um diese Dinge. Es ist eher so, dass uns diese materiellen Anhaftungen zurück zu dem falschen Ding zieht. Und das Ergebnis ist, dass wir unseren Geist nicht mehr erlauben, von Krsna angezogen zu werden. Diese Dinge in dieser Welt, bzw., Anhaftungen, sind alle negativ; diese Dinge sind alle unsere Feinde. Das ganze Universum mag zu Asche verbrennen, aber wir werden davon nicht berührt sein. Die Welt mag vernichtet werden, die Erde, die Sonne, der Mond, die Sterne – alles kann verschwinden, aber wir werden bleiben. Die Seele ist ewig. Und wenn wir eine Verbindung zu Krsna haben, dann sind all die Dinge in dieser Welt unnötig für uns und jeden anderen. Warum sollten wir in dieser sterblichen Welt leben wollen, uns irrtümlicherweise mit Fleisch und Blut identifizieren? Wir glauben immer, dass wir geboren werden und sterben. Aber das ist eine falsche Vorstellung. Alles ist bewusst. (Quelle – Subjektive Evolution des Bewusstseins)

So wie Śrīla Bhakti Rakṣak Śrīdhar Dev Gosvāmī Mahārāja sagt: "Diese Welt ist voller Kampf. Krieg, Konkurrenz, Ausbeutung —das findet gerade statt. Aber das ist nicht unsere Sorge. Unsere Sorge gilt es, all dies zu transzendieren.”

Das was wir Krieg nennen, ist nichts anders als der Ausbruch unseres unersättlichen Dranges nach Dominanz und Genuss in dieser materiellen Welt oder nach dem materiellen Leben. Fast jeder in dieser materiellen Welt ist völlig von den ṣaḍ–ripus—kāma, krodha, lobha, moha, mada, und mātsarya gekapert. Deshalb ist die wahre Krankheit etwas, das sehr tief in unserem Herzen verborgen ist – das kommt von der falschen Identifikation in Beziehung zu diesem materiellen Körper und Geist (ahaṅkāra).  Wenn wir genauer in diese Sache schauen, dann können wir feststellen, dass auch wenn es keinen sichtbaren Krieg in dieser materiellen Welt gibt, trotzdem genügend Grund zum Streiten gibt. Warum? Weil das Problem nicht an der Wurzel erfasst wird. Śrī Śrīmad Bhakti Dayita Mādhava Gosvāmī Mahārāja pflegte zu sagen: „Materielle Lust verursacht Zorn, Gewalt und Feindseligkeit, sowohl individuell, als auch kollektiv. Diese Lust ist nichts anderes als ein Versuch von jedem Individuum auf dieser Welt, unabhängig von Kaste oder Abstammung, seine materiellen Sinne zu befriedigen. Daher schürt Lust den Zorn, die Gewalt und andere abscheuliche Eigenschaften unter den Individuen.  Śrī Caitanya-vāṇī, auf der anderen Seite, ist die gütigste Inkarnation Bhagavāns, der die Verkörperung der reinen transzendentalen Liebe ist, und bedachtsam wahre Glücksverheißung unter allen Lebewesen dieser Welt verbreitet, unabhängig von Kaste oder Gemeinschaft. Wenn Śrī Caitanya - vāṇī in meine Ohren dringt, wird mein Herz geläutert, und es nimmt dort seinen Platz ein. Indem es den ganzen angesammelten Schmutz in meinem Herzen vollständig beseitigt hat, hat Śrī Caitanya - vāṇī mir die Möglichkeit gegeben, dem lodernden Waldbrand der materiellen Existenz zu entkommen.

Daher richtet die Gauḍīya Matha unsere Aufmerksamkeit weg vom Schlachtfeld der Nationen zu dem Schlachtfeld des Herzens. Dort findet ein ständiger und subtiler Konflikt statt. Srila B.R. Śrīdhar Mahārāja sagt deutlich: „In uns findet ein ständiger Kampf statt zwischen den höheren und niedrigen Tendenzen. Das ist der wahre Krieg.“ (Subjective Evolution of Consciousness). Auf der einen Seite befindet sich der höhere Ruf der Seele – das Verlangen nach der Wahrheit, Dienst und göttliche Verbindung. Auf der anderen Seite steht das niedere Heranziehen der Illusion – die Tendenz nach egoistischem Genuss, Kontrolle und das Vergessen unserer wahren Identität. In diesem Krieg ist unser Feind kein anderer Mensch. Es ist keine Nation, oder eine Ideologie, weil der wahre Feind ist avidyā – Unwissenheit, falsche Vorstellungen und das falsche Ego (ahaṅkāra), das uns an einen verzerrten Sinn des Selbst bindet.

Deswegen hat die Mission der Śrī Gauḍīya Matha den Krieg gegen māya – Illusion, falsche Vorstellung und Ausbeutung – erklärt. Diese Erklärung ist kein Aufruf nach physischer oder geistiger Gewalt, sondern er ist der Ruf nach der inneren Revolution, nicht mit dem Ziel andere zu vernichten, sondern die Illusion und negativen Tendenzen, die unser wahres Selbst in das Gefängnis von māya stecken, zu entwaffnen. Srila Śrīdhar Mahārāja hat gesagt: „Der kämpfende Geist ist da, aber er muss richtig eingesetzt werden – gegen Unwissenheit, nicht gegen andere.“ Wenn er richtig geführt wird, dann wird der gleiche Kampfgeist eine Kraft zur Transformation. Er verwandelt sich zum entschlossenen sādhana.  Wenn wir mit diesem Blick darauf schauen, dann bekommt sogar die Analogie eines Soldaten eine neue Bedeutung. So wie ein Soldat bereit ist alles für eine vorübergehende Ursache zu geben, opfert der Gottgeweihte alles der ewigen Ursache des göttlichen Dienstes.

sarvasva tomār,  caraṇe saḿpiyā,

poḍechi tomāra ghare

tumi to’ ṭhākur,  tomāra kukur,

boliyā jānaho more

Śaraṇāgati-kīrtana by Śrīla Saccidananda Bhaktivinoda Thakur

Ich habe alles Deinen Lotosfüßen hingegeben, ich bleibe ausgestreckt vor Deinem Haus. Du bist mein Herr. Bitte sei gütig und nimm mich als Deinen Hund an.

Auf diese Weise können wir mit Nachdruck sagen: Ja, Krieg ist in der Tat real und unvermeidbar, doch sein eigentlicher Schauplatz liegt in verborgener Form in unserem Herzen, wo er durch körperliche Anstrengung nicht aufgespürt werden kann. Äußere Kriege mögen kommen und gehen und sie können das Buch der Weltgeschichte neu formen, aber der innere Krieg entscheidet das Schicksal der Seele.

Daher, in diesem Zeitalter, das mit dem Krach des Konfliktes angefüllt ist, muss der aufrichtig Suchende eine Pause einlegen und reflektieren. Während die ganze Welt in Angst und Unruhe nach außen schaut, werden wir dazu aufgerufen mit Ehrlichkeit und Mut nach innen zu schauen. Lass andere an den Krieg der Illusionen teilhaben, aber unsere Pflicht ist etwas anderes, was materielle Menschen nicht verstehen können. Wir müssen den inneren Kampf aufnehmen, geführt von den Lehren der großen ācāryas und versuchen die große Dunkelheit in uns zu überwinden. Erst dann kann ewiger Frieden im wahren Sinne entstehen, aber sicher nicht durch das Arrangement eines politischen Führers, der äußerlich nach Frieden und Wohlstand schreit.

Der ‚Harmonist‘ sagt: „Ein Politiker muss zuerst Gott lieben. Gottlose Politik sät mit Sicherheit überall Rastlosigkeit.“

Śrī Śrīmad Bhakti Dayita Mādhava Gosvāmī Mahārāja hat gesagt: „Śrī caitanya-vāṇī ist das Wort der Liebe. Nur Liebe kann wahres Glück und Vereinigung zwischen Individuen und Gemeinschaften errichten.  Ich kann mit der größten Sicherheit sagen, dass neben der Liebe keine weltliche Richtlinie existiert – weder ökonomisch, sozial, national oder religiös – sie kann erfolgreich darin sein Frieden in einer bestimmten Familie, Gemeinschaft oder in einem Land zu schaffen, was zu sprechen von der ganzen Welt. Daher bete ich an diesem sehr glücksverheißenden Tag, zu den Lotosfüßen des śrī caitanya-vāṇī, so dass es überall auf der Welt Barmherzigkeit herabregnen lässt. „Oh, śrī caitanya-vāṇī! Bitte sei barmherzig und beschäftige mich und alle Menschen auf dieser Welt in Deinen Dienst und offenbare allen Deine unvergleichliche Gnade.“ Alle Ehre sei śrī caitanya-vāṇī ! Alle Ehre Seinen Dienern und allen Herren, die Seine Existenz respektieren! Mögen alle Menschen auf dieser Welt śrī caitanya-vāṇī  hören und sprechen und dabei voranschreiten auf dem Pfad der wahren Glücksverheißung.

Gaura Hari Bol

©
derharmonist.de
2024
Top magnifiercross linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram