5. Der Brahmana füttert Nimai

Geschätzte Lesezeit: 16 minutes

Alle Ehre! Alle Ehre sei der Höchsten Persönlichkeit Śrī Viśvambhara, Lord Caitanya! Er ist der Höchste Herr aller Herren und Seine Füße sind mit den Zeichen einer Flagge, Blitz und Elefantenstab geschmückt. 

Der Höchste Herr führte verschiedene transzendentale Spiele aus, während Er in dem Haus von Jagannātha Miśra weilte. 

Eines Tages rief Śrī Jagannātha Miśra Seinen lieben Sohn Viśvambhara und sagte zu Ihm: „Bring mir mein Buch.“ 

Nimāi eilte zum Haus, als Er den Ruf Seines Vaters hörte und als er sich bewegte, bimmelten seine Füße mit dem lauten Klang von Fußglöckchen. 

Śrī Jagannātha Miśra fragte: „Wo kommt das Klingeln der Fußglöckchen her?“ Beide, er und seine Frau Śrimatī Śacīdevī suchten überall danach. 

„Mein Sohn trägt keine Fußglöckchen; so wo kommt dieser süße Klang der Fußglöckchen her? Wie ungewöhnlich ist das!“ 

Der Vater und die Mutter dachten über diesen Vorfall nach, aber blieben vor Überraschung sprachlos. 

Nachdem Er das Buch gebracht hatte, rannte der Herr davon, um zu spielen. Die Eltern sahen noch ein Wunder, als sie ihr Haus betraten. 

Überall im Haus sahen sie wundervolle Fußabdrücke, die mit verschiedenen Symbolen, wie der Flagge, Blitz, Elefantenstab und Girlande geschmückt waren. 

Beide waren freudig erregt und ihre Augen schwammen in Tränen als sie die Fußabdrücke untersuchten. 

Sie brachten den Lotosfüßen Ehrerbietung dar und sagten: „Wir werden gewiss befreit werden, keine weiteren Geburten mehr.“ 

Śrī Jagannātha Miśra bat seine Frau: „Bitte höre, Oh Mutter von Viśvarūpa, bereite ein schönes süßes Reisgericht mit Ghee zu.“ 

„Am Morgen werde ich unsere häusliche Bildgestalt baden, den śālagrāma-sīlā namens Śrī Dāmodara mit pañca-gavya (die fünf Produkte aus der Kuh: Milch, Joghurt, Ghee, Kuh Urin, und Kuhdung.) 

Ich glaube, dass der Klang der Fußglöckchen eigentlich von den Füßen unseres śālagrāma-sīlā kam, als Er heimlich im Haus herumging.“ 

Jagannātha Miśra und Śacīmātā erfuhren große Freude, als sie den śālagrāma-sīlā verehrten und Lord Caitanya lächelte in sich hinein. 

Bitte hört nun ein anderes wundervolles Spiel von Lord Caitanya dem Sohn von Śrī Jagannātha Miśra. 

Ein sehr frommer brāhmaṇa besuchte verschiedene Pilgerorte um den Höchsten Herrn Kṛṣṇa zufriedenzustellen. 

Er verehrte Lord Kṛṣṇa, indem er das gopāla-mantra chantete, das aus sechs Silben besteht und er aß nichts anderes, als die Überreste des Essens, das er zu Śrī Gopāla geopfert wurde. 

Nachdem er viele Pilgerorte besucht hatte, kam letztendlich der von Glück begünstigte brāhmaṇa in das Haus von Lord Caitanya. 

Als eine Person von unvergleichlicher Reinheit, war er von einem großen spirituellen Glanz umhüllt. Er trug eine Bildgestalt von Bāla-gopāla und ein sālagrama-śīla um seinen Hals, als seine wundervollsten Besitztümer. 

Mit halb geschlossenen Augen, chantete der brāhmaṇa ununterbrochen den Namen von Kṛṣṇa und tief in seinem Herzen kostete er den Nektar der Liebe zu Govinda. 

Als Jagannātha Miśra diese strahlende Persönlichkeit sah, stand er achtungsvoll auf und brachte ihm Ehrerbietung dar. 

Der höchst ehrbare Śrī Jagannātha Miśra tat alles so gut er konnte, damit sich sein hochgeschätzter Gast wohlfühlte. 

Er wusch seinem Gast persönlich die Füße und bot ihm eine ausgezeichnete und erhabene Sitzgelegenheit an. 

Nachdem es sich der brāhmaṇa bequem gemacht hatte, erkundigte sich Śrī Jagannātha Miśra: „Wo wohnst du?“ 

Der brāhmaṇa antwortete: „Ich habe kein Interesse an weltlichen Angelegenheiten, also bereise ich verschiedene Länder – ich streife herum, weil mein Geist so rastlos ist.“ 

Śrī Jagannātha Miśra sagte achtungsvoll: „Die Welt erfährt ein gutes Schicksal, weil du überallhin reist.“ 

„Ich fühle mich heute sehr von Glück begünstigt, also bitte erlaube mir die Vorbereitungen zu treffen, damit du kochen kannst.“ 

Der brāhmaṇa erwiderte: „Lieber Miśra, ganz wie es dir beliebt.“ Fröhlich traf Śrī Miśra außergewöhnliche und wundervolles Vorbereitungen.“ 

Śrī Miśra hatte die Küche sorgfältig gereinigt und dann ordnete er an, dass alle Zutaten, die zum Kochen nötig waren, gebracht wurden. 

Der brāhmaṇa kochte zu seiner vollsten Zufriedenheit, dann setzte er sich, um alle Zubereitungen Śrī Kṛṣṇa zu opfern. 

Śrī Śacīnandana Caitanya ist die Überseele in jedem Herzen; Er hat sich entschieden Sich Selbst dem brāhmaṇa zu zeigen. 

Der brāhmaṇa hatte gerade seine Meditation begonnen, als der Höchste Herr, Śrī Gaurasundara in seiner Gegenwart erschien. 

Nackt stand Er da und Seine gesamte Gestalt war mit Staub bedeckt. Er hatte die Farbe der Sonne, mit wunderschönen Füßen und Händen. 

Lächelnd nahm Er eine Handvoll Essen, das der brāhmaṇa geopfert hatte und aß es, während der brāhmaṇa zuschaute. 

Obwohl der brāhmaṇa vom guten Schicksal begünstigt war, rief er laut: „Oh je! Oh je! Der rastlose Junge hat das Essen gestohlen, das zum Opfern gedacht war!“ 

Als Jagannātha Miśra kam, sah er, dass die Höchste Persönlichkeit Gottes, Śrī Gaurasundara fröhlich lächelte und das Reisopfer aß.“ 

Mit der Absicht den Herrn zu schlagen, jagte ein zorniger Miśra hinter Ihm her, aber der brāhmaṇa stand ängstlich auf und nahm Miśras Hand. 

Der brāhmaṇa sagte: „Mein lieber Miśra, du bist eine anerkannte und gelehrte Person, aber welches Wissen hat dieser kleine Junge? Wofür soll das Schlagen gut sein? Es ist eine Sache eine Person zu schlagen, die die Vernunft besitzt Recht von Unrecht zu unterscheiden, aber ich verbiete dir diesen Jungen zu schlagen.“ 

Śrī Miśra fühlte sich jämmerlich, setzte sich hin und hielt seinen Kopf in den Händen. Er sprach weder ein Wort noch hob er den Kopf. 

„Sei nicht traurig mein lieber Miśra“, sagte der brāhmaṇa. „Der Höchste Herr weiß zweifellos immer alles zu jeder Zeit.“ 

„Bitte bringe mir was immer du an Früchten oder Gemüse im Hause hast. Das werde ich heute einfach essen.“ 

Śrī Miśra sagte: „Wenn du mich freundlicherweise als dein Diener betrachtest, dann lass mich etwas für dich arrangieren, damit du noch einmal kochen kannst.“ 

„Ich werde nur zufrieden sein, wenn du noch einmal kochst. Ich habe alle notwendigen Zutaten zum Kochen im Hause.“ 

Die anderen Freunde und Angehörige flehten auch den brāhmaṇa an, noch einmal zu kochen. 

„Wenn das euer aller Wunsch ist,“ stimmte der brāhmaṇa zu, „werde ich noch einmal alle Zubereitungen kochen.“ 

Alle waren zufrieden, dass er damit einverstanden war und sie reinigten die Kochstelle noch einmal für ihn. Schnell sammelten sie alle Zutaten zusammen und der brāhmaṇa begann zu kochen. 

Einige Leute allerdings warnten den brāhmaṇa, dass das rastlose Kind wieder das Opfer verderben könnte. 

„Bring das Kind in ein anderes Haus und lass es dort, bis der brāhmaṇa sein Kochen und Essen beendet hat“, sagten sie zu Śacīmātā. 

Deswegen brachte Śacīmātā ihr Kind ins Nachbarhaus. 

Alle jungen Frauen neckten: „Hey Nimāi! Auf diese Weise also verhältst Du Dich, stiehlst das Essen von dem brāhmaṇa?“ 

Mit einem Lächeln auf Seinem bezaubernden, mondgleichen Gesicht erwiderte Lord Caitanya: „War es Meine Schuld? Der brāhmaṇa hat Mich gerufen!“ 

Sie erhoben Einspruch: „Willst Du noch mehr Unfug anstellen, jetzt wo Du Deine Kaste verloren hast? Wer kennt den brāhmaṇa? Woher kommt er? Und wer ist seine Familie? Wie kannst Du Deine Kaste aufrechterhalten, nachdem Du Essen zu Dir genommen hast, das von ihm gekocht wurde?“ 

Lächelnd antwortete Lord Caitanya: „Ich gehöre zu der Kuhhirtenkaste! Ich nehme die ganze Zeit das Essen, das von brāhmaṇa zubereitet wurde. Wie kann ein Kuhhirte seine Verbindung zur Kaste verlieren, wenn er das Essen eines brāhmaṇa isst?“ Als der Herr dies sagte, sah Er jeden mit einem Lächeln an. 

Der Höchste Herr, Śrī Caitanya benutzte diese List, um die Wahrheit über Sich Selbst zu erklären, aber Seine illusorische Energie ist so vollkommen, dass Ihn niemand verstehen konnte. 

Als sie Ihn herumtrugen, genossen die verschiedenen Bewohner der nachbarschaftlichen Häuser die verschiedenen Argumente des Kindes. 

Der Herr wurde freudig von Arm zu Arm gereicht und wer immer Ihn hielt, schwamm in einen Ozean von Glückseligkeit. 

In der Zwischenzeit kochte der brāhmaṇa noch einmal und setzte sich hin um es zu Bala-gopāla zu opfern. 

Während dem Opferungsvorgang dachte der brāhmaṇa an Bāla-gopāla, aber Gauracandra, die Überseele, wusste alles. 

Lord Caitanya bezauberte jeden und dann verließ Er ihre Gegenwart, von allen vollkommen unbemerkt. Die ganze Zeit lächelnd, ging er zu dem Platz, wo der brāhmaṇa das Essen opferte. 

Heimlich steckte Lord Caitanya eine Handvoll Reis in den Mund und ging davon. Der brāhmaṇa war überrascht und schaute ungläubig drein. 

Der brāhmaṇa schlug laut Alarm: „Oh je! Oh je!“ Das Kind aß den Reis und flitzte davon. 

Śrī Miśra nahm zornig einen Stock und jagte klein Nimāi hinterher. 

Voller Furcht flüchtete Lord Nimāi und versteckte Sich in einem Zimmer, aber Śrī Miśra kam Ihm nach und brüllte vor Wut. 

Śrī Miśra sagte: „Das wirst Du heute noch sehen! Auf diese boshafte Weise zu handeln, oder? Obwohl ich kultiviert und gelehrt bin, denkst Du ich bin ein großer Dummkopf?“ 

Śrī Miśra fuhr fort: „In welchem Haus kann man einen so großen Dieb finden, wie in diesem?“ Mit wachsender Entrüstung jagte er hinter Nimāi her. 

Die Leute im Haus hielten Śrī Miśra fest, um ihn abzuhalten, aber der zornige Vater bestand darauf: „Lasst mich! Heute werde ich Ihn schlagen!“ 

Sie versuchten ihn zur Vernunft zu bringen: „Lieber Miśra, du bist dafür bekannt weitherzig zu sein. Welche hohe Intelligenz wirst du zeigen, wenn du Ihn schlägst?“ 

„Sein Unterscheidungsvermögen zwischen gut und schlecht ist wegen seinem zarten Alter immer noch nicht entwickelt, nur eine sehr einfältige Person würde so ein kleines Kind schlagen. Von Natur aus sind Kinder  

ruhelos; es ist nicht wahr, dass man ihnen etwas beibringen kann, wenn man sie schlägt.“ 

Der Pilger eilte schnell zu dem Schauplatz und hielt die Hand von Śrī Miśra fest. 

„Geehrter Herr, bitte höre mich an. Der kleine Junge hat keine Schuld, was immer jemanden an einem Tag beschieden ist, muss geschehen.“ 

„Ich bin nicht dazu bestimmt heute Kṛṣṇas Reisopfer zu mir zu nehmen. Das ist in diesem Fall die vertrauliche Wahrheit.“ 

Niedergeschlagen ließ Śrī Jagannātha Miśra den Kopf hängen und wegen seinem gestörten Geist konnte er niemanden anschauen. 

In diesem Augenblick betrat Viśvarūpa, der die Höchste Persönlichkeit Gottes und der volle spirituelle Glanz ist, den Schauplatz. 

Seine ganze Gestalt war so bezaubernd, keine Schönheit in allen vierzehn Welten kam ihr gleich. Er stand da als die Verkörperung aller spirituellen Kräfte, eine brāhmaṇa Schnur verlief diagonal über seine Schultern. Er erschien als die identische Erweiterung von Lord Nityānanda persönlich. 

Viśvarūpa war immer darin beschäftigt, die höchste Essenz aller Schriften zu erläutern, nämlich, den hingebungsvollen Dienst zu der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Lord Kṛṣṇa, zu erläutern. 

Entzückt von Seiner bezaubernden Gestalt, starrte der brāhmaṇa mit offenen Mund auf Ihn. 

„Wer ist der Vater dieser außergewöhnlichen Person?“, fragte der brāhmaṇa. „Er ist der Sohn von Śrī Miśra“, war die Antwort. 

In großer Freude umarmte der brāhmaṇa Viśvarūpa und sagte: „Wie tugendhaft sind die Eltern von solch einem Sohn.“ 

Śrī Viśvarūpa setzte sich hin, nachdem er dem brāhmaṇa Ehrerbietung erwiesen hat und er begann Worte des Nektars zu sprechen, die sich wie ein Strom ergossen. 

„Der Tag nahm eine glücksverheißende Wendung und unser Haus war mit einem guten Schicksal gesegnet, als du als unser Gast zu uns kamst“, sagte Viśvarūpa. 

„Du bist stetig und immer glücklich in dir selbst; du reist überall hin, einfach nur, um die Erde zu heiligen.“ 

„Es ist unser unermesslich gutes Schicksal, dass wir einen Gast, so wie dein gutes Selbst, bei uns haben, aber zur selben Zeit bin ich unglücklich, dass du nun, ohne gegessen zu haben, gehen musst.“ 

„Wenn ein Gast in einem Haus fasten muss, dann wird dieses Haus unvermeidlich Opfer von Verunglimpfung und Unglück.“ 

„Es ist mir ein großes Vergnügen dich zu sehen, aber es schmerzt mich sehr zu hören, was hier alles vorgefallen ist.“ 

Der brāhmaṇa sagte: „Bitte, es soll dir nicht leidtun. Ich werde etwas Obst und Gemüse essen.“ 

„Ich bin ein Bewohner des Waldes. Ich kann im Wald keinen Reis oder gekochtes Essen bekommen, also lebe ich meistens von Früchten, Wurzeln und Gemüse.“ 

„Ich esse selten Reis – nur wenn sich eine Gelegenheit ohne große Mühe ergibt.“ 

„Ich habe das Gefühl, dass ich eine Million Mal gegessen habe, einfach durch das Vergnügen, dich zu sehen.“ 

„Bitte geh und bring was immer ihr im Hause habt – Früchte, Gemüse, Opfer – und ich werde es jetzt essen.“ 

Ein sehr niedergeschlagener Śrī Jagannātha Miśra saß einfach da, hielt seinen Kopf zwischen den Händen gesenkt und antwortete niemanden. Śrī Viśvarūpa sagte: „Mein Herr, ihr seid ein edelmütiger Ozean von Barmherzigkeit, und doch zögere ich Euch etwas zu fragen. „Heilige sind von Natur aus bekümmert, wenn sie andere leiden sehen und sie sind immer bereit die freudigen Gefühle bei anderen zu vermehren.“ 

„Mit ein wenig Mühe, könnt ihr eine schöne Opferspeise für Kṛṣṇa zubereiten.“ 

„Das wird alle Leiden meiner Familie zerstreuen und ich werde das höchste Vergnügen und die höchste Freude erfahren.“ 

Der brāhmaṇa sagte: „Ich habe schon zweimal gekocht, aber Lord Kṛṣṇa hat mir nicht erlaubt zu essen.“ 

„Also kann ich es so verstehen, dass ich nicht dazu bestimmt bin heute zu essen. Das ist der Wunsch von Lord Kṛṣṇa, warum sollte ich also so eine Bemühung unternehmen?“ 

„Man mag unendlich viele Nahrungsmittel im Hause haben, aber man kann nur essen, wenn es Lord Kṛṣṇa es erlaubt.“ 

„Man mag ohne Ende etwas versuchen, aber wenn Kṛṣṇa, der Herr es nicht wünscht, dann wird es nicht erfolgreich.“ 

„Es ist nun nach halb eins in der Nacht, es geht auf zwei Uhr zu. Ist es angemessen so spät zu kochen?“ 

„Deswegen, bitte unternehmt keine weiteren Umstände, um zu kochen. Ich werde einfach ein paar Früchte und etwas Gemüse essen. 

Śrī Viśvarūpa antwortete: „Die Zeit ist ganz in Ordnung. Jeder ist erfreut, wenn ihr kocht.“ 

Śrī Viśvarūpa umfing seine Füße und jeder im Haus flehte ihn an noch einmal zu kochen. 

Der brāhmaṇa war von dem Charme Viśvarūpas bezaubert und er willigte ein nochmal zu kochen. 

Alle sprachen freudig den Namen Śrī Haris und sie reinigten wieder die Kochstelle. 

Sie reinigten alles ganz schnell und inzwischen wurden die notwendigen Zutaten zum Kochen gebracht. 

Der ehrbare brāhmaṇa fuhr fort zu kochen und alle hielten das Kind in sicherer Entfernung. 

Śrī Miśra stellte sich selbst vor Nimāis Zimmertür. 

„Binde die Zimmertür von außen fest, damit er nicht entwischen kann“, schlug jemand vor. 

„Gut, gut“, stimmte Śrī Miśra zu, „das ist ein guter Plan.“ „Binde die Tür von außen und wir werden hier draußen bleiben.“ 

Die Frauen im Zimmer von Nimāi sagten: „Macht euch keine Sorgen, Nimāi ist im tiefen Schlaf, Er kann nichts mehr anstellen.“ 

Auf diese Weise wurde das Kind ferngehalten und in kurzer Zeit war der brāhmaṇa mit dem Kochen fertig. 

Der fromme brāhmaṇa bereitete einen Opferungsteller vor und füllte es mit den Dingen, die er gekocht hatte und er setzte sich hin und opferte in seiner Meditation alles zu Lord Kṛṣṇa. 

Nimāi, der Sohn von Śacīmātā wusste alles, weil er die Überseele ist, die in jedem Herzen wohnt. Er hatte den Wunsch vor dem brāhmaṇa zu erscheinen und Sich zu offenbaren. 

Durch den Willen des Höchsten Herrn, verzauberte Nimāi alle und sie fielen in tiefen Schlaf. 

Śrī Śacīnandana erschien an dem Platz, wo der brāhmaṇa seinen Reis dem Herrn opferte. 

Als der brāhmaṇa den kleinen Jungen Nimāi sah, erhob er die Stimme, um Alarm zu schlagen, aber niemand hörte ihn. Sie lagen alle im tiefen Schlaf. 

Nimāi, der Höchste Herr sagte: „Oh du brāhmaṇa, du bist bekannt als eine edelmütige Seele. Du hast Mich gerufen, also bin ich gekommen. Warum möchtest du Mir die Schuld dafür geben?“ 

„Du hast mantras gechantet um Mich anzurufen. Ich bin zu dir gekommen, weil du darum gebeten hast. Wie konnte ich widerstehen?“ 

„Unaufhörlich meditierst Du über Mich, also fasste Ich den Entschluss vor dir zu erscheinen.“ 

In diesem Moment hatte der brāhmaṇa einen wunderbaren Anblick. Der Höchste Herr stand vor ihm in seiner achtarmigen Gestalt, in vier Händen hielt er die vier Symbole – Muschelhorn, Scheibe, Keule und Lotos. Mit zwei Händen hielt und aß Er Butter und mit den zwei letzten Händen spielte Er die Flöte. 

Der brāhmaṇa sah, wie die Gestalt des Herrn mit Geschmeide und Edelsteinen geschmückt war. Sein Brustkorb war gezeichnet mit Lakṣmī Devīs Zeichen, dem Śrīvatsa und das unschätzbare Kaustubha Juwel hing glänzend an einer mit Edelsteinen verzierten Halskette. 

Sein Kopf war mit frischen Waldblumen geschmückt, die die Pfauenfeder umkränzten. Seine rosaroten Lippen setzten sich wie die aufgehende Sonne von dem sanft glühenden, mondgleichen Gesicht ab. Seine rosafarbenen Lotosaugen lächelten süß, als Seine knielange Vaijayantī Blumengirlande und seine erlesenen Ohrringe, die wie Haifische geformt waren, zart schaukelten. Seine Füße waren wie blühende Lotosblumen, die mit zart klingenden, mit Edelsteinen besetzten Fußglöckchen geschmückt waren. Der Glanz Seiner feinen perlen-gleichen Zehennägel verscheuchte die Dunkelheit. 

Der brāhmaṇa sah, wie die Umgebung sich zum Vṛndāvana-dhāma verwandelte. Die wundervollen kadamba-Bäume tobten, durch das Zwitschern der Vögel. Kuhhirtenjungen- und Mädchen streiften allein umher und alles war genauso wie er es in seiner Meditation gesehen hatte. 

Von Ekstase überwältigt, ob der ungewöhnlichen opulenten Ansicht, wurde der brāhmaṇa bewusstlos. 

Die Höchste Persönlichkeit Gottes, Śrī Gaurasundara, der ein Ozean von Barmherzigkeit ist, legte Seine transzendentale Hand auf den Körper des brāhmaṇas

Durch die Berührung des Herrn erlangte er das Bewusstsein wieder, aber der brāhmaṇa war immer noch sprach- und reglos, von Freude überwältigt. Wiederholt fiel er ohnmächtig zu Boden. Manchmal stand er auf und manchmal fiel er hin und war von zunehmenden spirituellen Gefühlen erregt. Übermannt vom Zittern des Körpers, Schweißausbruch und dem Sträuben der Haare war er nicht in der Lage geduldig zu sein. Seine Tränen rannen ungehemmt wie die Mutter Gaṅgā . 

Der brāhmaṇa umfasste die Lotosfüße des Höchsten Herrn und für eine gewisse Zeit weinte er laut. 

Indem Er die Hingabe des brāhmaṇa würdigte, sprach der Höchste Herr, Śrī Gaurasundara, ein paar Worte mit Seinem bezaubernden Lächeln. 

Der Höchste Herr sagte: „Oh gelehrter brahmana, bitte höre. Du warst in vielen vergangenen Leben mein Diener.“ 

„Du hast immer über mich meditiert und deswegen bin ich zu Dir kommen, um Mich Dir zu zeigen.“ 

„In meiner letzten Inkarnation bin Ich Dir im Hause von Mahārāja Nanda in dieser selben Gestalt erschienen, aber das hast Du vergessen.“ „In meiner letzten Inkarnation als Kṛṣṇa, bin ich in Gokula-dhāma erschienen und in dieser, deiner Lebenszeit unternahmst du mit ernster spiritueller Leidenschaft Pilgerreisen zu heiligen Stätten. Durch göttliche Fügung bist du als Gast in das Haus von Nanda Mahārāja gekommen und hast Mir Deine Speise geopfert. In dieser Begegnung hatten wir liebevollen Austausch, so wie jetzt. Ich habe damals deine Opferdarbringungen gegessen und das habe Ich heute Nacht auch wieder gemacht.“ 

„Du bist Mein Diener, Leben für Leben, deswegen bin Ich vor dir erschienen.“ 

„Kein anderer, als Meine Diener können Mich sehen, wie Ich bin.“ 

„Ich vertraue dir diese vertraulichen Themen an, offenbare sie zu niemanden. Solange Ich Mich in Meiner gegenwärtigen Inkarnation auf der Erde befinde und du aber meine Identität enthüllst, werde Ich deinen Körper sofort töten.“ 

„Ich bin dort erschienen, wo das gemeinsame Chanten von Kṛṣṇas Heiligen Namen schon angefangen hat und ich werde den Anstoß geben, dass das Chanten in der ganzen Welt verbreitet wird.“ 

„Ich werde in jedes Haus gehen und den Vorgang des hingebungsvollen Dienstes zum Höchsten Herrn verbreiten, der sogar von Lord Brahmā und anderen erhabenen Persönlichkeiten inbrünstig ersehnt wird.“ 

„Verbringe eine gewisse Zeit mit uns und du wirst viele Spiele sehen, aber es ist dir strikt verboten diese esoterischen Dinge irgendjemanden zu beschreiben.“ 

Nachdem Er den brāhmaṇa beruhigt hatte und Seine Barmherzigkeit auf ihn herabregnen ließ, ging der Höchste Herr, Gaurasundara in Sein Zimmer zurück. 

Er legte sich wie ein Kind in seiner vorherigen Schlafposition nieder. Wegen dem tiefen Schlummer, den der Herr durch Seine mystische Kraft verursachte, hat niemand hat etwas bemerkt. 

Der fromme brāhmaṇa war mit einem Hochgefühl erfüllt, nachdem er die außergewöhnliche Manifestation des Herrn gesehen hatte. 

Er schmierte den transzendentalen Reis über seinen ganzen Körper und aß ihn dann, während er unaufhörlich in Ekstase weinte. 

Er tanzte, sang, lachte und machte laute brüllende Geräusche, während er unaufhörlich rief: „Alle Ehre sei Bala-gopāla“ 

Das laute Brüllen des brāhmaṇa weckte die Bewohner des Hauses, also hielt er sich schnell von weiteren Ausbrüchen spiritueller Emotionen zurück und säuberte seinen Körper. 

Der brāhmaṇa aß ohne Sorgen und das erfreute jeden sehr. 

Der brāhmaṇa überlegte, jedem zu erzählen, was er wusste: „Lass sie wissen, dass der Höchste Herr unter ihnen weilt; auf diese Weise können alle befreit werden,“ dachte er. 

„Die Höchste Persönlichkeit Gottes, die von Lord Śiva und Lord Brahmā ersehnt wird und ihre Gebete darbringen, – ist nun in einer Familie von brāhmaṇa erschienen.“ 

Jedoch erinnerte sich der brāhmaṇa an die Anweisung des Herrn, dass er niemanden etwas verraten soll. Aus Angst, dem Herrn ungehorsam zu sein, sprach er zu niemanden. 

Der brāhmaṇa kannte nun die wahre Identität des Herrn, aber die Bewohner des Haushalts waren sich nicht darüber im Klaren, dass der brāhmaṇa solch erstaunliches Wissen besaß. Fröhlich suchte er in der Nähe des Herrn einen Wohnsitz. 

Er bat an vielen verschiedenen Orten um Almosen, aber jeden Tag kehrte er zurück, um den Höchsten Herrn zu sehen. 

Solch wunderbaren Spiele des Herrn werden in der vedischen Literatur offenbart. Wenn man diese Geschichten hört, dann erhält man die vollständige Zuflucht zu Lord Śrī Kṛṣṇa. 

Das Ādi-khaṇḍa ist voller nektargleichen Geschichten. Sie beschreiben wie die Höchste Persönlichkeit Gottes, Nārayana, kindliche Spiele ausführte, als wäre Er bloß Kind. 

Der Höchste Herr, Śrī Gaurasundara ist das Kronjuwel der vierzehn Welten und der Höchste Herr von den Vaikuṇṭha-Planeten, die jenseits dieser materiellen Welt liegen. 

Er ist Lord Nārāyaṇa, der Ehemann von Lakṣmī Devī; Er ist Rāmacandra, der Ehemann von Sitā devī. 

Im Tretā-yuga erschien Gaurasundara als Lord Rāma mit Seinem jüngeren Bruder Śrī Lakṣamaṇa (Lord Nityānanda). Er führte verschiedene außergewöhnliche Spiele aus und tötete den großen Dämon, König Rāvaṇa. 

Im Dvārapa-yuga, erschien Er als Lord Kṛṣṇa mit Saṅkarṣaṇa, Balarāma. Indem Sie wundervolle Spiele ausführten, erleichterten das Gewicht der Sünden sie in der Welt. 

Überall in den Veden werden die zwei Höchsten Persönlichkeiten, Lord Mukunda (Kṛṣṇa) und Lord Ananta Śeṣa (Balarāma) verherrlicht. Habt keine Zweifel, diese beiden Höchsten Persönlichkeiten sind nun als Caitanya und Nityānanda erschienen. 

Ich, Vṛndāvana dāsa, bringe dieses bescheidene Lied den Lotosfüßen von Śrī Kṛṣṇa Caitanya und Śrī Nityānanda Candra Prabhu dar, die mein Leben und meine Seele sind.

©
derharmonist.de
2024
Top magnifiercross linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram