Ist der Zorn auf diejenigen, die neidisch auf Gottgeweihte sind, ein Glied des hingebungsvollen Dienstes?

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Antwort von Śrīla Prabhupāda Bhakti Siddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura:

 
Wir sollten auf diejenigen zornig sein, die auf Gottgeweihte neidisch sind. Dies ist ein besonderes Glied des hingebungsvollen Dienstes. Mangelnder Zorn gegenüber Gotteslästerern ist ungerechtfertigt. Aber wir müssen verstehen, wer tatsächlich neidisch auf Gottgeweihte ist. Diejenigen, die dem Höchsten Herrn, der Überseele und dem glückseligsten Freund aller Lebewesen, nicht dienen, sind sich selbst nicht von Nutzen, sondern ziehen durch ihren Neid auf Kṛṣṇa und die Vaiṣṇavas nur Schwierigkeiten auf sich. Solche Menschen werden als neidisch gebrandmarkt, und wir sollten ihnen keine Gnade erweisen. Diese Menschen sind berauscht davon Materialisten anzubeten. Wir sollten sie sowohl ignorieren als auch unseren Ärger über sie zeigen.

Aber vorher müssen wir sehen, ob wir selbst neidisch auf Gottgeweihte sind, ob wir selbst tatsächlich Kṛṣṇa dienen. Oder dienen wir unter dem Vorwand, Kṛṣṇa zu dienen, etwas anderem? Wie sehr sind wir an Kṛṣṇa gebunden? Versuchen wir, die Objekte zu genießen, die zur Freude Kṛṣṇas bestimmt sind?

Ich denke, dass mein zum Genuss neigender materieller Körper sehr neidisch auf Kṛṣṇa und Seine Gottgeweihten ist, denn anstatt ständig an Kṛṣṇas Lotosfüße und Freude zu denken, bin ich damit beschäftigt, mich um meine eigene Freude zu kümmern, über andere zu lästern und nach Fehlern in ihnen zu suchen. Ich sehe meinen eigenen Charakter gar nicht. Ich begehe so viele Vergehen gegen die Füße der Gottgeweihten, dass ich erst einmal lernen sollte, meinen Zorn auf mich selbst zu richten. Ich bin so neidisch auf Gottgeweihte, dass ich mich mit Schuhen schlagen sollte, nur um mich zu reinigen. Dann kann ich anderen ein Beispiel sein und mich aufrichtig im Dienst von Hari, Guru und den Vaiṣṇavas engagieren. Ich muss daran denken, dass alle außer mir Hari verehren. Ich bin nicht in der Lage, dies zu tun. Ich sollte auch daran denken, dass ich jeden Moment sterben kann.

Deshalb sollten wir zuerst auf unsere eigenen sündigen Neigungen zornig sein, wie unserem Verlangen nach Gewinn, Verehrung und Ansehen und unserer Neigung, andere zu betrügen. Wir müssen zuerst uns selbst korrigieren. Sonst können wir andere nicht korrigieren. Als nächstes müssen wir diejenigen korrigieren, die mit uns verwandt sind, die neidisch auf den spirituellen Meister und Kṛṣṇa sind und die uns in die Richtung des materiellen Genusses ziehen wollen, indem sie uns in Versuchung führen. Das ist das Geheimnis des Erfolgs.

(Aus der Upadeśāmṛta von Śrīla Prabhupāda)

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