4. Die Spiele von Acyutananda und die Verehrung

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Alle Ehre sei Śrī Gauracandra, der ein Ozean der Barmherzigkeit ist und dessen Lotosfüße all glücksverheißend sind. 

Ich bringe Śrī Kṛṣṇa Caitanya, der Stolz des Lebensstandes des sannyāsa und Seinen Geweihten meine Ehrerbietung dar. 

Nachdem der Herr alle in Kulyā erlöst hatte, begab Er Sich, begleitet von Seinen Gefährten, in Richtung Mathurā. Er reiste an den Ufern von Gaṅgā Devī entlang, trank oft ihr Wasser, badete darin und erfüllte somit ihren lang gehegten Wunsch. 

An den Ufern der Gaṅgā und in der Nähe der Stadt von Gauda lag Rāmakeli, ein Bezirk mit einer großen Gemeinschaft von brāhmaṇas. Dort blieb der Herr inkognito für einige Tage. Gleichwohl, bald erfuhr jeder, dass Śrī Kṛṣṇa Caitanya angekommen war. Ist es nicht eine vergebliche Übung, wenn man versucht, die Sonne zu verstecken? Also strömten bald Männer und Frauen aller Art und Lebensalter aus allen Richtungen herbei, die aufgeregt und ganz rot vor Freude waren. 

So wie üblich, war der Herr in göttlicher Ekstase versunken – nichts konnte Ihn in Seiner Versenkung der transzendentalen Gemütsstimmung stören. Eines nach dem anderen manifestierten sich die verschiedenen ekstatischen Symptome auf Seiner Person und er fiel immer wieder in Ohnmacht. Die Geweihten waren auch in der glückseligen Stimmung des Herrn eingehüllt und sie vollführten ununterbrochen kīrtana, alle anderen Angelegenheiten beiseite lassend. 

Als der Herr manchmal aufgrund einer spirituellen Stimmung ausrief, wurde dieser Klang sehr weit getragen und von Reisenden gehört, die ein paar Meilen entfernt waren. Obwohl die meisten Leute einfaches ländliches Volk waren, unwissend über die Gemütsstimmung und Feinheiten des hingebungsvollen Dienstes, wurden sie dennoch sehr fröhlich, als sie den Herrn in Seiner vielfältigen Pracht sahen. 

Entzückt beobachteten die Leute Ihn aus der Ferne und brachten ihre Ehrerbietung dar, indem sie sich niederwarfen und den Heiligen Namen 'Hari! Hari!' erschallen ließen. Als der nektarine Klang vom Namen des Herrn die Ohren von Śrī Caitanya erreichten, nahm Seine Glückseligkeit um ein Vielfaches zu. Er hob Seine Arme und feuerte sie an, indem Er sagte: „Macht weiter! Chantet! Chantet! Chantet!“ 

Der Herr segnete diese Leute mit einem solchen Gefühl überwältigender Freude, dass sogar die Muslime mit einstimmten und auch chanteten, 'Hari! Hari!' Der Herr strahlte so viel Mitgefühl aus, dass sogar die Muslime sich aus der Ferne niederwarfen und dem Herrn Ehrerbietung darbrachten. Der Herr hatte keinen anderen Gedanken als kīrtana und Tanzen. 

Jetzt begann die Menge anzuschwellen und zu wachsen; entzückt sahen sie zu und niemand hatte den Wunsch wegzugehen. Die Leute jubilierten und ihr Singen erzeugte einen tumultartigen Klang, der nach oben stieg und die Atmosphäre meilenweit umgab. Der einzige Klang war: „Hari! Hari! Hari! Hari!“ 

In der Nähe, in Hörweite, war das Versammlungshaus des regierenden muslimischen Königs, doch der Geist des saṅkīrtana verbarg sich nicht davor. Die Versammlung chantete laut und furchtlos, alle Anhaftungen an Heim und zur Familie vergessend. 

Wie auch immer, in der Zwischenzeit war der Polizeikommissar in den Königspalast gegangen und berichtete ihm von der Ankunft eines sannyāsīs in Rāmakeli. Er berichtete auch, dass das fortwährende Singen eines gespenstischen mantras der Ungläubigen, durch diesen sannyāsī, eine riesige Menschenmenge angezogen hat. Auf diese Nachrichten antwortete der König: „Sag mir, wie ist dieser sannyāsī? Was isst Er? Wie heißt Er? Beschreibe Sein Aussehen!“ 

Der Kommissar sagte: „Höre eure Majestät, ich habe noch nie so jemand wunderbares gesehen. Seine Schönheit übertrifft bei weitem die Schönheit des Liebesgottes und Seine Hauttönung stellt den Glanz des Goldes in den Schatten. Seine große majestätische Erscheinung, lange Arme, die bis zu den Knien reichen und einen schlanken konkaven Leib sind sehr anmutig. Sein Hals gleicht dem eines Löwen, Seine Schultern die eines Elefanten, Seine Lotosaugen und das erlesene Gesicht strahlender als eine Million Monde sind unvergleichlich. 

Mit roten Korallenlippen, ein vollendetes Paar perlenartige Zahnreihen, gewölbte Augenbrauen wie der Bogen des Liebesgottes, eine volle breite mit Sandeilholzpaste verzierte Brust, großzügige Hüften, die mit einem Tuch in der Farbe der aufgehenden Sonne bedeckt ist, nimmt Er den Geist vollständig gefangen. Seine Füße sind wie zwei blühende rosafarbene Lotos; Seine zehn Zehennägel sind wie glänzende Spiegel. Ich glaube Er muss ein Prinz sein, der im Kleid eines sannyāsī unterwegs ist.“ 

„Das Bemerkenswerteste an Ihm ist, dass Sein Körper, der weich wie frisch geschäumte Butter ist, dauernd mit großer Wucht auf den Boden fällt. Er stürzt mindestens hundert Mal in der Stunde zu Boden, aber sein Körper bleibt unverletzt, unversehrt. Die Haare Seines Körpers stehen immer aufrecht, wie die Haut einer Jackfruit. Manchmal zittert Er so heftig, dass Hunderte von Menschen Ihn nicht ruhig halten können. Aus Seinen Augen fließen Tränen wie zwei überschwängliche Flüsse, die endlos fließen und manchmal lacht er so lange und laut, dass Er selbst für ein paar Stunden nicht aufhört. Dann fällt Er plötzlich, überwältigt vom kīrtana, ohnmächtig zu Boden und bleibt bewusstlos liegen, sehr zur Sorge der Zuschauer. Wenn Er tanzt, dann ist es für die Augen eine höchst erhabene Freude, wenn Er Seine Arme erhebt und unaufhörlich chantet, 'Hari! Hari!' Er scheint jede andere Aktivität zu vergessen und nicht mehr gewahr zu sein.  

„Die Leute, die an diesem Platz aus allen Richtungen zusammengeströmt sind, haben kein Verlangen zu gehen. Ich selbst bin in meinem Leben vielen sannyāsīs, Mystikern und weisen Männern begegnet, aber dieser sannyāsī ist zweifellos ungewöhnlich. Ich wiederhole, Ihre Majestät, die Ankunft von diesem sannyāsī in eurem Land ist in der Tat die größte Segnung. Es scheint, als ob Er weder isst noch schläft. Er ist einfach die ganze Zeit verzückt in kīrtana und Tanzen.“ Der König, obwohl grob materialistisch, hörte alles und staunte über die Beschreibung von diesem sannyāsī. 

Immer noch ziemlich ungläubig, rief der König nach Keśava Khān und erkundigte sich bei ihm. „Keśava Khān, ich möchte deine Meinung in dieser Sache hören. Sage mir, was du von dieser Person denkst, die jeder Śrī Kṛṣṇa Caitanya nennt. Lasst mich alle Einzelheiten über den Charakter dieses mächtigen guru und sannyāsī wissen. Leute kommen von überall her angerannt, um Ihn zu sehen. Was bringt Ihn hierher?“ Keśava Khān, ein nobler und aufrechter Edelmann, wurde ein bisschen argwöhnisch. Er antwortete: „Wer ist es, der sagt, dass Er ein Gosāñi, ein berühmter guru ist? Er ist ein Bettelmönch sannyāsī, ein armer Ausländer. Er reist umher und lebt einfach unter Bäumen.“ 

Der König antwortete fest: „Sprich von Ihm nicht nur als 'arm'. Es ist gewiss schon beleidigend, solche Dinge auch nur zu hören. Dieser sannyāsī ist augenscheinlich kein gewöhnlicher Sterblicher. Unzweifelhaft ist Er die Person, die die Hindus Kṛṣṇa nennen und die Muslims Khoda. Dieses, mein Königreich wird unter meiner Anweisung geführt, aber Seine Anweisungen kontrollieren das gesamte Universum. Ich bin der König, aber sogar in meinem Königreich sind so viele, die mir feindlich gesinnt sind; wohingegen, Er, wahrlich die Höchste Persönlichkeit Gottes ist, denn von überall her wird Er mit vollkommener Hingabe verehrt.“ 

Wenn ich meine Bediensteten für nur sechs Monate nicht bezahle, dann haben sie so viele Beschwerden gegen mich. Wie auch immer, in Seinem Fall sehe ich, dass die Leute ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten und sogar dann sind sie eifrig bestrebt Ihn zu sehen und Ihm ohne Vorbehalt zu dienen. Deswegen, bitte versuche zu verstehen, dass dieser sannyāsī der Höchste Herr ist. Sage nicht, dass Er ein verarmter Bettelmönch ist.“ 

Nach einer gedankenvollen Pause fuhr der König fort zu sprechen. „Nun höre meine Befehle, die diesen sannyāsī betreffen. Ich will nicht, dass irgendjemand Ihn stört. Er ist frei zu gehen wohin Er will und zu predigen, was immer Er aus Seinen Eigenen Schriften auswählt. Lass Ihn mit den Leuten kīrtana ausführen und wo immer er wünscht zu bleiben, sei zufrieden damit. Sollte Ihn irgendjemand bei irgendetwas aufhalten, sei es der Kazi, der Polizeikommissar oder irgendjemand sonst, den werde ich ohne Zweifel mit dem Tode bestrafen.“ 

Mit diesen Worten begab sich der König in seine inneren Gemächer. So sind die wundervollen Wege von Śrī Caitanya, da dieser König derselbe König Hussein Shah war, der für die Schändung und Vernichtung von Hunderten von Tempel in Orissa verantwortlich war. 

Obwohl Hussein Shah ein so fanatischer und despotischer muslimischer Herrscher war, akzeptierte sogar er Śrī Gauracandra als den Höchsten Herrn. Nichtsdestoweniger, der spirituell Blinde kann Gauracandra als die Höchste Persönlichkeit nicht sehen. Sie scheren ihre Köpfe und werden sannyāsīs, aber wenn sie die Lobpreisung des Herrn hören, dann verbrennt ihr Herz, das einem Stein gleicht, mit Neid. 

Das ganze Universum erklingt mit den Lobpreisungen des Herrn, und das Hören Seiner Herrlichkeiten löst sehr schnell die Unwissenheit auf. Ananta Śeṣa, Lakṣmī Devī, Lord Brahmā und Lord Śiva sind alle berauscht und verrückt, nachdem sie die äußerst vorzüglichen Spiele des Herrn genossen haben. Die Veden singen Lobeshymnen und preisen Ihn. Sie beschreiben Seine Höchste Herrschaft, die über alles steht. 

Deswegen, wenn jemand ärgerlich wird, wenn er die höchsten transzendentalen Eigenschaften von Śrī Kṛṣṇa Caitanya hört, dann wird es bösartig und ihm zweifellos Kummer verursachen auch wenn er mit allen guten Charakteristiken ausgestattet ist. Auf der anderen Seite, wenn ein Mensch, der aller guten Eigenschaften beraubt ist, sich aber ernsthaft an die Lotosfüße des Herrn erinnert, wird er sofort auf den spirituellen Wohnort von Vaikuṇṭha erhoben. 

Der abschließende Teil, das Antya-līlā dieses Buches, offenbart die transzendentalen Aktivitäten des Herrn, wie er saṅkīrtana ausführt. 

Die weisen Worte des Königs erzeugten in den frommen Kreisen neues Vertrauen in ihn. Sie versammelten sich heimlich in einem Haus und diskutierten diese Neuigkeiten. Sie sagten: „Der Charakter unseres Königs ist schrecklich tyrannisch. Er ist immer von der Erscheinungsweise der Unwissenheit beeinflusst. Er hat weitverbreitete Verwüstungen verursacht und Tausende von Tempeln in Orissa abgerissen. Plötzlich, durch göttliche Fügung, wird er jetzt von der Erscheinungsweise der Tugend geleitet. Seine Worte zeigen sehr stark diesen Wandel. Nichtsdestoweniger, falls aber jemand kommt, der großen Einfluss auf den König hat und ihn mit schlechten Ratschlägen gegen Śrī Caitanya beschwört, dann lässt der König vielleicht Śrī Caitanya vor sich kommen und dann könnte alles geschehen. Deswegen müssen wir sofort eine Nachricht an den Herrn senden und vorschlagen, dass dieser Ort immer unter Beobachtung des muslimischen Königs steht und deswegen unsicher ist und dass wir uns ins nächste Dorf begeben sollten.“ Eine geheime Botschaft mit diesem Vorschlag, wurde still von einem zuverlässigen und ehrlichen brāhmaṇa an Śrī Caitanya überbracht. 

Zu der Zeit, als der brāhmaṇa-Bote zum Herrn kam, war Er in göttliche Ekstase versunken, genoss die Glückseligkeit in Ihm und brüllte ununterbrochen wie Donnergrollen. Millionen von Leute chanteten 'Hari! Hari!' und Śrī Caitanya tanzte in unberechenbarer Ekstase. Unnötige Worte oder andere Aktivitäten lenkten Ihn nie ab vom Tanzen und Singen ab und Er befeuerte alle zu singen. Der brāhmaṇa-Bote war bei diesem Anblick erstaunt und er fand nicht die richtige Gelegenheit seine Nachricht an Ihn zu überbringen. 

Was zu reden von anderen, die versuchten mit Ihm zu sprechen, der Herr lehnte es sogar ab mit Seinen eigenen Gefährten zu sprechen. Der Herr schwamm in den tiefen Fluten der ekstatischen Glückseligkeit, kostete den süßesten Nektar Seiner Hingabe zu Sich Selbst und vergaß jede andere Tätigkeit. 

Der Bote konnte keine richtige Gelegenheit finden mit dem Herrn zu sprechen, also näherte er sich den vertrauten Geweihten des Herrn. Der brāhmaṇa sagte: „Ihr seid alle Anhänger des Herrn, also bitte wendet euch zur rechten Zeit an Ihn und gebt Ihm diese Nachricht von den Frommen unseres Dorfes. Es geht darum: 'Warum ist es notwendig so nahe beim Palast des Königs zu bleiben!'“ 

Der brāhmaṇa brachte dann dem Herrn aus einer gewissen Entfernung, immer wieder seine daṇḍavats dar und ging dann fort. Die Gefährten des Herrn waren von der Implikation dieser Nachricht besorgt. Sie konnten jedoch die Nachricht dem Herrn nicht überbringen – Er war einfach darin vertieft zu tanzen und allem anderen gegenüber gleichgültig. Mit beiden erhobenen Armen und einer schönen melodiöser Stimme rief Er aus. „Singt! Sing den Namen von Hari!“ Die Millionen, die sich zu der Musik wiegten, stimmten mit klatschenden Händen ein und sangen jubelnd, 'Hari! Hari!'“ 

Indem man sich einfach an die Geweihten des Herrn erinnert, werden alle Hindernisse entfernt und die Schlinge der materiellen Verstrickung fällt auseinander. Die Lebewesen können, selbst ihre kleinsten Aktivitäten, nur mit Hilfe Seiner Energie ausführen. Er wird in den Veden als das Höchste Brahmān verehrt, die Absolute Wahrheit, ewig und rein. Seine illusorische Energie, māyā, versetzt das umherirrende Lebewesen in Illusion, wo es seine bedingte Stellung vergisst und von den Ketten des materiellen Lebens gefesselt wird. Derselbe Höchste Herr, der den unsterblichen Nektar von kṛṣṇa-prema mitbringt, ist nur deshalb erschienen, um alle bedingten Seelen zu befreien. 

Welcher König kann Angst im Herrn verursachen? Die Veden erklären, dass Yamarāja, der Herr und die Personifizierung des Todes, der Diener des Dieners des Herrn ist. Śrī Gauracandra, der Sohn von Śrī Śacīmātā, ist der Herr der materiellen und spirituellen Planeten. Er setzte den kīrtana mit grenzenloser Freude fort, unbekümmert gegenüber allem anderen. Der Herr hat die Herzen der wimmelnden Millionen entzündet, die gekommen waren, um Ihn mit solch transzendentaler Freude zu sehen, dass sogar sie keine Angst vor der Nähe des Königs hatten, was zu sprechen vor dem Herrn Selbst. Obwohl die Zuschauer meist sehr einfache Leute waren, fürchteten sie sich nicht einmal vor dem personifizierten Tod, als sie Śrī Caitanya sahen, wie also konnte der Gedanke eines bloßen Königs ihnen Angst machen? Die Atmosphäre hallte von jubelnden Gesängen wider, 'Hari! Hari! Hari!'. Als die Menge freudig den Herrn von Vaikuṇṭha würdigte, der sich frei unter sie mischte, sang und tanzte. 

Plötzlich begannen die Geweihten, die die Nachricht erhalten hatten, sich Sorgen zu machen und der Herr, der die Höchste Seele im Herzen eines jeden ist spürte das sofort. Der Herr lächelte und kehrte zu Seinem äußeren Bewusstsein und Verhalten zurück. Um die Besorgnis Seiner Geweihten zu zerschneiden, sprach der Herr. „Ich weiß, dass Ihr euch wegen Mir große Sorgen macht und Angst um Mich habt, aber warum sollte der König Mich rufen? Es ist natürlich, dass Ich jemanden treffe, der den Wunsch hat Mich zu sehen, es ist jedoch nicht möglich, dass jeder den Wunsch hat Mich zu sehen. So, warum soll man sich beunruhigen? Wenn der König kommt, um Mich zu sehen, dann werde Ich ihn sehen. Auf der anderen Seite, wie kann der König befehlen, dass Ich zu ihm komme? Welche Macht hat er, das zu tun? Nur aufgrund Meiner Veranlassung kann der König solche Worte sagen. Außerdem, welche Fähigkeit hat er, Mich zu sehen, wenn andere, die viel mächtiger sind als er, Meine Gnade und Meinen Anblick suchen? Die Veden suchen Mich, jedoch sehen sie Mich nicht. Haben nicht große Könige, Weise, Halbgötter und vollkommene yogis darin versagt Mich zu sehen, sogar nach langer mühseliger Suche?“ 

„Ich bin gekommen, um das gemeinsame Chanten des Heiligen Namens von Kṛṣṇa zu verbreiten und dadurch werde Ich die sündhafte materielle Welt erlösen. In diesem Zeitalter werden diese Dämonen und bösen Mächte, die Meine Herrschaft und Autorität nie akzeptiert haben, vor Freude weinen, wenn sie Meine Namen chanten. Darüber hinaus werde Ich energisch diesen gewöhnlicherweise sehr seltenen hingebungsvollen Dienst, der immer sehr ernsthaft von den Halbgöttern, Weisen und vollkommenen Lebewesen, sogar von den abscheulichsten Sündern, Hundeessern, Unberührbaren und Frauen gesucht wird, verbreiten. Denjenigen jedoch, die von Bildung, Vermögen, Familienerbe und Wissen berauscht sind, meine Geweihten kritisieren und beleidigen, werde Ich alles nehmen und sie werden Meine wahre Identität niemals kennenlernen.“ 

„Ich erkläre aufrichtig, dass Mein Name in jeder Stadt und in jedem Dorf auf dieser Erde gepredigt wird. Ich bin in diesem Universum erschienen und Ich möchte, dass die Menschen nach Mir suchen, jedoch nicht alle tun das. Deswegen ist es höchst unwahrscheinlich, dass der König Mich sehen möchte.“ 

Der Herr beendete Seine Ansprache, beschwichtigte die Geweihten und gab ihnen Hoffnung und Freude. Der Herr blieb noch ein paar Tage in diesem Dorf, vollführte kīrtana und tanzte und nicht ein Schatten der Angst hing über den Menschen. Dennoch, wer kann eigentlich den Wunsch und den Geist des Herrn verstehen? Der Herr nun kehrte um, anstatt sich weiter auf den Weg nach Mathurā zu begeben. 

Śrī Caitanya sagte zu Seinen Geweihten: „Ich werde den Herrn von Nīlācala sehen.“ Der höchste unabhängige Herr, die Quelle der höchsten spirituellen Glückseligkeit, reiste dann Richtung Süden, sang und tanzte entlang des Pfades. Er blieb den ganzen Weg über nahe an der Gaṅgā und nach ein paar Tagen kam er zum Haus von Advaita Ācārya. Zu dieser Zeit, alle andere Arbeit vernachlässigend, war Advaita Ācārya glückselig darin vertieft die wundersamen Aktivitäten Seines Sohnes zu beobachten. 

Ich möchte nun das wunderbare Verhalten des Sohnes beschreiben, der die ganze Aufmerksamkeit seines Vaters, Śrī Advaita Ācārya gefangen nahm. Der Name des Sohnes von Advaita Ācārya war Acyutānanda und er war zweifellos der geeignete Sohn eines fähigen Vaters. Eines Tages besuchte ein erhabener sannyāsī ihr Haus und traf sich mit Advaita Ācārya. Der sannyāsī zögerte zuerst, aber dann erwies ihm Advaita Ācārya seine Achtung und bot ihm einen bequemen Platz an. Advaita fragte: „Wie kann Ich dir dienen, Meister?“ Der sannyāsī erwiderte: „Da ist eine Sache, um die ich Dich bitte. Ich habe ein paar Fragen an Dich und die Du mir freundlich beantworten möchtest.“ Advaita Ācārya antwortete: „Sei so gütig und nimm zuerst etwas prasāda und dann können wir reden.“ Der sannyāsī jedoch, bestand darauf: „Ich möchte erst die Antworten auf meine Fragen.“ Advaita Ācārya gab nach und sagte: „In Ordnung, bitte stell deine Fragen.“ 

Der sannyāsī sagte: „Bitte erkläre die Beziehung von Keśava Bhāratī mit Śrī Kṛṣṇa Caitanya!“ Advaita Ācārya dachte sofort über diese Frage nach. 'Es gibt hier zwei entgegengesetzte Konzepte, die beteiligt sind; die gewöhnliche soziale Norm dieser Welt und die höhere spirituelle Perspektive. Obwohl der Höchste Herr keine Eltern hat, sagen wir trotzdem, dass Kṛṣṇa, der Sohn von Mutter Devakī ist. Ähnlich, zweifellos braucht der Höchste Herr im spirituellen Sinn keinen guru, trotzdem sehen wir, dass der Herr eigentlich einen guru annimmt und wir verherrlichen weidlich diese Seine Aktivität. Deswegen, warum sollte ich zuerst über den spirituellen Aspekt sprechen? Es ist besser, ich spreche zuerst über die sozialen Normen.' 

Nachdem Advaita Ācārya auf diese Weise nachgedacht hatte, sagte Er zu dem sannyāsī: „Śrī Keśava Bhāratī ist der guru von Śrī Kṛṣṇa Caitanya. Du weißt das bereits, so warum fragst du?“ Als Advaita Ācārya diese Worte gesprochen hatte, kam Acyutānanda in das Zimmer gerannt. Acyutānanda war fünf Jahre alt, ohne Kleidung, seine rundliche Gestalt war mit Staub bedeckt. Er war so schön und anziehend wie Kārtikeya. Sogar in diesem Alter war er schon kenntnisreich, hingegeben und eine sehr kraftvolle Persönlichkeit. Als er die Worte seines Vaters hörte, dass Śrī Caitanya einen guru hat, wurde er sehr aufgeregt und ärgerlich. Als er jedoch sprach lächelte er und sagte: „Vater was hast Du gesagt? Kannst Du das bitte wiederholen? Denkst Du wirklich, dass Śrī Kṛṣṇa Caitanya einen guru hat? Ich kann nicht verstehen, dass Du es wagst, so etwas zu sagen. Wenn solche Worte aus Deinem Mund hervorgegangen sind, dann befinden wir uns zweifellos im Kali-yuga, oder ist das wegen der unüberwindlichen illusorischen Energie von Śrī Caitanya geschehen. Diese täuschende Energie kann sogar Brahmā und Śiva bedecken und nun sehe ich, dass Du von ihrer grenzenlosen Kraft beeinflusst bist. Wenn du nicht unter dem Einfluss der illusorischen Energie des Herrn bist, wie konntest Du dann solch eine Aussage machen, wie, ' Lord Caitanya hat einen guru'?“ 

„Durch den Wunsch von Śrī Caitanya geht die gesamte kosmische Manifestation in die Poren Seines transzendentalen Körpers ein, wenn Er auf den Wassern des Ozeans der Ursachen liegt. Viele mächtige Weise, die stolz auf ihre hohe Stellung sind, finden sich völlig verwirrt und verloren, sogar durch die geringsten Seiner Spiele. 

„Zum Beispiel, durch den mutwilligen Wunsch von Śrī Caitanya wurde Brahmā von dem Lotos geboren, der aus Seinem Lotosnabel wuchs. Ursprünglich war Brahmā vollkommen verloren und konnte weder etwas über seinen Ursprung erfahren, noch seine gegenwärtige Stellung verstehen. Letztendlich begann er auf die Lotosfüße des Herrn zu meditieren und als der Herr mit seiner tapasya zufrieden war, ließ der Herr Brahmā transzendentales Wissen zuteilwerden. Mit diesem Wissen erschuf Brahmā dieses materielle Universum. Brahmā reichte dieses Wissen dann herab zu dem erhabenen Weisen Śanaka und anderen großen Geweihten, die sehr barmherzig dieses Wissen auf die ganze Welt verbreiteteten, durch den Vorgang der Schüler-Lehrer-Nachfolge. Wie dann ist es möglich, dass Du sagen kannst, dass diese selbe Höchste Persönlichkeit, Śrī Kṛṣṇa Caitanya, einen guru hat? Du bist mein Vater und mein unterweisender spiritueller Meister, also bin ich verpflichtet von Dir zu lernen. Warum gibst Du dann falsche Unterweisungen?“ 

Acyutānanda wurde still. Advaita Ācārya spürte in Sich aufkommenden Stolz gemischt mit schrankenloser Freude. Er rief: „Lieber Sohn, lieber Sohn!“, dann nahm er Acyutānanda in Seine Arme und durchnässte ihn mit Seinen Tränen der Ekstase. Er sagte zu Seinem Sohn: „In der Tat bist du Mein Vater und Ich dein Sohn. Du bist zu Mir als Mein Sohn gekommen, um mir spirituelle Unterweisungen zu geben. Ich habe zweifellos ein Vergehen gegen dich begangen, also bitte vergib Mir. Ich verspreche, dass Ich niemals mehr solche Dinge sagen werde.“ 

Als Acyutānanda seine eigene Lobpreisung hörte wurde er sofort schüchtern und hielt seinen Kopf gesenkt. Der Besucher war von den Worten Acyutānandas so überwältigt, dass er wie ein Stab zu Boden fiel und seine Ehrerbietung erwies. Er sagte: „Wahrlich, er ist es wert, der Sohn von Advaita Ācārya zu sein. Wie der Vater so der Sohn. All dies ist für mich sehr wundervoll. Genau hier und jetzt ist der Beweis für die unbegreiflichen Energien des Herrn. Wie könnten sonst solche Worte aus dem Mund eines einfachen Kindes hervorkommen? Ich habe einen günstigen Zeitpunkt gewählt, um Advaita Ācārya zu sehen und ich habe das erstaunlichste Wunder gesehen.“ Er brachte immer wieder Advaita Ācārya und Seinem Sohn seine Ehrerbietung dar, er fühlte sich zutiefst zufrieden und glückselig. Der sannyāsī ging und chantete den Heiligen Namen von Śrī Hari. 

Acyutānanda war in der Tat ein würdiger Sohn von Advaita Ācārya, weil er vollkommene Zuflucht bei den Lotosfüßen von Śrī Kṛṣṇa Caitanya genommen hatte. Wenn jemand Advaita Ācārya verehrt, aber Śrī Caitanya missachtet, dann, auch wenn es Advaita Ācāryas eigener Sohn ist, wird er verdammt sein. Advaita Ācārya war so von Seinem Sohn beeindruckt, dass Er alle anderen Pflichten vergaß. Er nahm ihn in Seine Arme und weinte mit großer Befriedigung. Er schmierte den Staub vom Körper Seines Sohnes überall auf Seinen eigenen Körper. Er begann zu tanzen und sagte fröhlich: „Der Gefährte von Śrī Caitanya ist in Meinem Heim erschienen.“ Wer kann das Ausmaß von Advaita Ācāryas Hingabe ermessen, als er mit Seinem Sohn im Arm tanzte. 

Als Śrī Caitanya mit all Seinen Gefährten im Haus von Advaita Ācārya eintraf, fand Er Advaita Ācārya vor, wie Er ganz vertieft mit Seinem Sohn tanzte. Advaita Ācārya sah, dass der liebe Herr Seines Herzens angekommen war. Er fiel zu Boden und brachte ihm Ehrerbietung dar. Er chantete: „Hari! Hari!“ Er geriet sofort in einen Zustand von intensiver Ekstase und war gleichgültig gegenüber Seinem Körper und Seinem Heim. Die Frauen des Hauses chanteten laut und lobpreisten den Herrn. Advaita Ācāryas Haus widerhallte mit jubelnden Klängen und es wurde erfüllt von Glückseligkeit. Schnell nahm Śrī Caitanya Advaita Ācārya fest in Seine Arme und ließ Tränen großer Freude auf Ihn herabregnen. Advaita Ācārya jedoch fiel zu Boden und legte die Lotosfüße des Herrn auf Seine Brust, während Er überschwänglich weinte. Die Geweihten waren erstaunt solch liebenden Austausch zwischen dem Herrn und Seinem lieben Gefährten zu sehen, also waren sie nicht in der Lage ihre Tränen der Freude zurückzuhalten. 

Nach einigen Augenblicken nahm Sich Advaita Ācārya Prabhu zusammen und bot mit äußerster Demut Śrī Caitanya einen Platz an. Der Herr setzte Sich auf dem erhöhten Sitzplatz und Seine Gefährten setzten sich um Ihn herum. Inzwischen nahmen Advaita Prabhu und Nityānanda Prabhu einander in eine warme Umarmung und lasen jeweils das Herz des anderen, das vor Freude übersprudelte. Alle Geweihten brachten Advaita Ācārya ihre Ehrerbietung dar, der im Gegenzug jeden in eine liebende Umarmung nahm. Nur Vedavyāsa ist inder Lage die transzendentale Freude zu beschreiben, die an diesem Tag im Haus von Advaita Ācārya herabkam. 

Plötzlich erschien Advaita Ācāryas Sohn Acyutānanda in dieser Versammlung und fiel zu den Lotosfüßen Śrī Caitanyas. Der Herr nahm ihn schnell hoch und setzte ihn auf Seinen Schoß, badete ihn in Tränen der Liebe. Der Herr hielt ihn liebevoll fest und ließ ihn nicht gehen, Acyutānanda klammerte sich an den Herrn und wollte nicht herunter. Die Geweihten waren zu Tränen der Freude gerührt, als sie die außergewöhnliche Barmherzigkeit des Herrn für diesen kleinen Jungen sahen. Jeder liebte Acyutānanda und ebenso liebte und achtete Acyutānanda alle Gefährten des Herrn. Zweifellos liebten ihn Nityānanda und Svarūpa Dāmodara am meisten und er war der führende Schüler von Gadādhara Paṇḍita. Aus diesem Grund wurde Acyutānanda von allen als der würdige Sohn eines gleichermaßen würdigen Vaters betrachtet. Dementsprechend erfuhr der Herr wieder göttliche Glückseligkeit unter Seinem alten und vertrauten Gefährten. Er blieb ein paar Tage in Advaita Prabhus Haus und war immer vertieft in der Ekstase des kīrtana. Advaita Ācāryas Freude darüber, Seinen lieben Herrn in Seinem Haus zu haben, nahm stetig zu. 

Nach der anfänglichen Aufregung gedachte Advaita Ācārya auch anderen Dingen. Zuerst sandte Er einen Boten nach Navadvīpa, um Śrī Śacīmātā von der Ankunft des Herrn in Śāntipur zu informieren. Der Bote wurde in einer Sänfte transportiert, damit er schneller ankam. Nach seiner Ankunft in Navadvīpa, bat er Śrī Śacīmātā, dass sie ihn sofort zurück zum Haus von Advaita Ācārya begleiten soll. 

Seit Śrī Caitanya das Heim verlassen hatte, versank Śrī Śacīmātā allmählich immer mehr in einen Ozean der spirituellen Glückseligkeit des kṛṣṇa-prema. Sie war sich jetzt die meiste Zeit der äußeren Verhältnisse nicht bewusst. Sie sprach über Dinge, die scheinbar keine direkte Bedeutung hatten und oft sah es aus, als hörte sie jemanden zu, der unsichtbar war. Wenn Śacīmātā jemanden traf, dann fragte sie: „Bitte erzähle mir Neuigkeiten aus Mathurā, Vṛndāvana. Wie ergeht es Kṛṣṇa und Balarāma in Mathurā? Wie gut setzt dieser sündhafte Dämon, Kaṁsa, seine tyrannischen Tätigkeiten fort? Was ist mit diesem Dieb, Akrūra, der mein Rāma und Kṛṣṇa gestohlen hat? In der Tat, ich habe gehört, dass dieser Dämon, Kaṁsa gestorben ist und dass Ugrasena zum neuen König gekrönt worden ist.“ 

Manchmal rief Śacīmātā laut: „Rāma! Kṛṣṇa! Schnell, geht und melkt die Kühe. Dann kann ich die Milch auf dem Markt verkaufen.“ Manchmal wurde sie gesehen, wie sie, versunken in tiefen Gedanken, mit ausgestreckten Armen sprach. „Haltet Ihn! Haltet Ihn! Dort rennt der Butterdieb. Lass mich sehen, ob Du heute entkommst. Ich werde Dich zweifellos fangen und festbinden.“ 

Zu anderen Zeiten, wenn sie eine andere Frau sah, die sich vor ihr manifestiert hatte, sagte sie: „Komm, lass uns zur Yāmuna gehen und ein Bad nehmen.“ Viele Male erschien es, als würde sie kläglich warten, aus ihren Augen lösten sich endlos sprudelnde Tränenströme auf solch eine Weise, dass es sogar Herzen aus Stein zum Schmelzen brachte. 

Manchmal erschien Śrī Kṛṣṇa in ihrer Meditation und sie lachte schallend, vielleicht für Stunden und strahlte unerklärliche Freude aus. Dann fiel sie plötzlich in ekstatische Ohnmacht, die mehrere Stunden anhielt, wo die äußere Welt für sie aufhörte zu existieren. 

Ein weiteres erstaunliches Symptom war, dass, wenn sie zu zittern begann, es war, als würde sie jemand immer wieder hoch in die Luft heben und auf den Boden schleudern. Niemand anderer als Śrī Śacīmātā konnte solche ekstatischen Gefühle des kṛṣṇa-prema zeigen. 

Śrī Caitanya ist zweifellos das unbegrenzte Behältnis der Liebe zu Gott, Śrī Kṛṣṇa. Er hat auch Śrī Śacīmātā dieselbe spirituelle liebende Energie eingegeben. Deswegen, wer kann die verschiedenen Transformationen von Śacīmātā gänzlich beschreiben? Tag und Nacht war sie vollkommen vertieft in einen Ozean der Glückseligkeit. Sie verlor keinen Moment, alle ihre Aktivitäten waren hingebungsvoller Dienst zu Śrī Kṛṣṇa. Gelegentlich, wenn ihr Bewusstsein sich auf die äußere Realität konzentrierte, führte sie die Verehrung zu ihrer Bildgestalt von Śrī Viṣṇu aus. Zufällig, als Śacīmātā mit der Verehrung ihrer Bildgestalt beschäftigt war, kam der Bote aus Śāntipur an. 

Der Bote sagte: „Śrī Gaurasundara ist nach Śāntipur gekommen. Komm Śrī Śacīmātāji, lass uns sofort gehen, um Ihn zu sehen.“ Śacīmātā war diesen Neuigkeiten tief berührt und brachten sie in einen Zustand der überwältigenden sanften Glückseligkeit, sie war unbeschreiblich zufrieden. Das Wort verbreitete sich schnell und die Geweihten jubelten. Sofort begleiteten Gaṅgādāsa Paṇḍita, Murāri Gupta und alle anderen geliebten Geweihten des Herrn Śacīmātā nach Śāntipur. Als Śacīmātā und die Geweihten in Śāntipur ankamen, wurde die Nachricht schnell an Śrī Kṛṣṇa Caitanya überbracht. Der Herr eilte, um Seine Mutter zu treffen. Als Er sie aus der Entfernung sah, fiel Er wie ein Stab zu Boden und brachte ihr Ehrerbietung dar. Er sang viele Verse, umkreiste sie mehrmals und brachte ihr wiederholt daṇḍavats dar. 

Er betete: „Du bist die Universale Mutter, die Verkörperung reiner Hingabe, transzendental gegenüber aller materiellen Berauschung. Allein durch deinen sanften Blick, kann das Lebewesen Liebe und Anhaftung für den Höchsten Herrn, Śrī Kṛṣṇa entwickeln. Du bist die Personifizierung des hingebungsvollen Dienstes zum Höchsten Herrn und hast die Macht die Wünsche eines jeden zu erfüllen. In der Tat, du bist Gaṅgā devī, Mutter Devakī, Yaśodā, Devahuti, Pṛśni, Anusuyā, Kauśalyā und Aditi. Sie alle wurden von dir ausgestrahlt und werden letztendlich wieder in dich eingehen. Du wohnst im Herzen eines jeden; wer kann deine transzendentalen Herrlichkeiten beschreiben?“ Auf diese Weise sang der Herr Lobpreisungen, fiel freudvoll zu Boden und brachte Seine liebenden Ehrerbietungen dar. 

Wer anders, als Śrī Kṛṣṇa kann solche außergewöhnlichen Höhen der Hingabe zu Seinem Vater, Mutter, guru und gegenüber allen anderen Höhergestellten zum Ausdruck bringen? Als Er Seine Ehrerbietungen erwies und Gebete chantete, war Sein ganzer Körper in ekstatischen Tränen gebadet. Śrī Śacīmātā, die ihren Sohn nach so langer Zeit wiedersah, wurde reglos vor ekstatischer Glückseligkeit. Die ganze Zeit, als der Herr Verse der Lobpreisung sang, blieb sie im spirituellen Schock, steif wie eine hölzerne Puppe. Der Herr fuhr überschwänglich fort. „Die Hingabe, die Ich zu Kṛṣṇa besitze, habe Ich nur deiner Gnade zu verdanken. All die Millionen Diener des Herrn, auch wenn sie nur eine geringfügige Beziehung zu dir besitzen, sind mir lieber als Mein  eigenes Leben. Jeder, der sich einfach an dich erinnert, wird von allen materiellen Fesseln befreit werden. Gaṅgā devī und Tulasī devī sind berühmt dafür, dass sie alles durch eine einfache Berührung läutern, aber sogar sie sind privilegiert in Deiner Gemeinschaft zu sein.“ 

„Du hast so viel Zeit, Energie und Liebe aufgebracht, um mich von Geburt an aufzuziehen. Deine Zuneigung hat Mich in jedem Schritt Meines Lebens aufgefangen. Ich werde niemals in der Lage sein dir diese unermessliche Schuld der Liebe zurückzuzahlen. Nur deine eigenen guten Eigenschaften können dieser Last der Schuld entgegenwirken.“ Der Herr fühlte eine besondere Befriedigung darin, Seine Mutter zu verherrlichen und die Geweihten, als sie den Herrn hörten, erfuhren eine tiefe transzendentale Freude. Śrī Śacīmātā,  

oder 'Ai', so wie sie eher volkstümlich bekannt ist, wusste, dass ihr Sohn Nārāyaṇa war, der Höchste Herr, der auf die Erde inkarniert ist und so verstand sie, dass Er alles sagen konnte, was Er wünschte. 

Dann sprach Śrī Śacīmātā: „Wer kann Deine Worte verstehen? Baumstämme in einem Ozean werden von den Wellen empor geschleudert und zurückgezogen; sie haben keine Kontrolle, wohin sie treiben. Ähnlich wird das Lebewesen willenlos in diesem materiellen Ozean von den Wellen Deiner illusorischen Energie weggefegt. Mein lieber Sohn, ich kann nur sagen, was immer Du tust ist zum Guten für alle. Ich sehe, dass Du mich lobpreist und Ehrerbietung erweist, aber ich kann nur verstehen, dass du unabhängig bist, daher kannst Du handeln, wie Du es wünscht. 

Die Geweihten begrüßten die Worte von Śacīmātā mit spontaner Würdigung. Wer kann eigentlich den Grad der Hingabe von Mutter Ai zu dem Höchsten Herrn ermessen? Aus ihrem glorreichen Leib erschien die Höchste Persönlichkeit Gottes, Lord Gaurasundara. Selbst wenn jemand den Namen 'Ai' ohne angemessenes Verständnis seiner spirituellen Bedeutung ausgesprochen hat, wird er durch die transzendentale Kraft des Wortes von allen Leiden befreit. 

Śrī Śacīmātās Herz war mit unermesslicher Befriedigung gefüllt, als sie ihren Sohn sah. Die Geweihten wurden von Fluten zitternder Ekstase hinweggefegt. Für einen kümmerlichen Sterblichen ist es unmöglich die Freude, die aus der Zusammenkunft entströmte, vollständig zu beschreiben. Nityānanda, der die Zufriedenheit von Mutter Śacī sah, war von Glückseligkeit überwältigt.  

Während Advaita Ācārya Gebete an Devakī devī rezitierte, brachte Er Śacīmātā wiederholt Ehrerbietungen dar. Alle Geweihten, wie Haridāsa, Murāri, Śrīgarbha, Nārāyaṇa, Jagadiśa, Gopīnātha und andere waren höchst glückselig von ihrer Freude berührt. Wer immer diese ekstatischen Erzählungen liest und hört, wird mit dem Juwel der Liebe zu Kṛṣṇa bereichert. 

Advaita Ācārya kam zu Śrī Caitanya und erbat für die glückliche Mutter Śacī, die Erlaubnis, um für den Herrn kochen zu dürfen. Mutter Ai ging mit sprudelnder Freude in die Küche. Sie dachte: „ich koche für meinen Gauracandra, der der Höchste Herr, Nārāyaṇa ist.“ Unzählige Lebensmittel erschienen wie von Zauberhand. Viele Zubereitungen, die sie kochte, sind mir unbekannt und so habe ich keine Worte sie zu beschreiben. Śacīmātā weiß, dass der Herr es liebt, śāk, Spinat zu essen, also bereitete sie zwanzig verschiedene Arten von śāk zu.  

In der Tat, jedes Gemüse wurde auf zehn oder zwanzig verschiedene Arten zubereitet. Nach dem Kochen stellte sie alle Gerichte ordentlich in die Speisehalle und legte auf jede Speise eine Tulasīblüte. In der Mitte des Raumes breitete sie eine sehr schöne Matte zum Sitzen für den Herrn aus. 

Der Herr kam mit all Seinen Gefährten zum Essen. Als Er das üppige Arrangement mit den zahllosen Speisen sah, fiel er nieder und brachte daṇḍavats dar. Der Herr rief aus: „Denkt jetzt nicht daran, an diesen Speisen teilzuhaben, allein wenn man dieses transzendentale Mahl sieht, wird man von allen materiellen Verstrickungen befreit. Wie kann ich die Qualität dieses Kochens angemessen verherrlichen? In der Tat, allein durch das Riechen der Nahrung entwickelt man reine Hingabe an Śrī Kṛṣṇa. Ich kann jetzt verstehen, dass Śrī Kṛṣṇa Selbst und seine Gefährten dieses köstliche Essen bereits gekostet haben müssen.“ 

Der Herr umkreiste dann das bhoga, Speisen, und setzte sich, um zu essen. Die Geweihten setzten sich auch und mit der Erlaubnis des Herrn sahen sie zu, wie Er aß. Als der Herr aller Vaikuṇṭha Planeten aß, labten sich die Augen von Mutter Ai an Ihn. Er kostete jede einzelne Zubereitung mit kindlichem Genuss. Dennoch, unter all den Speisen zog der Herr verschiedene Arten von śāk, Spinat vor. Er aß von diesen Zubereitungen immer und immer wieder. So gewann śāk den besonderen Vorzug des Herrn. Die freudigen Geweihten waren völlig begeistert, als sie sahen, wie der Herr dauernd zum śāk zurückkehrte. Der Herr begann dann die esoterische Wirksamkeit des Essens von śāk zu erklären. 

Der Herr lächelte und sagte: „Dieser śāk hier ist als 'acyuta' bekannt. Wenn man diesen śāk kostet, dann entwickelt man schnell besondere Anhaftung zu Śrī Kṛṣṇa. Das Ergebnis des Verzehrs von paṭala-vāstuka und kāla śāks ist, dass man Leben für Leben die Gemeinschaft von reinem Vaiṣṇavas erlangt. Indem man sāliñcā und helāñcā śāk isst, ist man nicht nur frei von Krankheiten, sondern erreicht die Stufe der reinen Hingabe an Śrī Kṛṣṇa. 

Der Herr aß wunderschön und zwischen den Bissen sprach er von der transzendentalen Natur der verschiedenen Arten von śāk. An diesem Tag, während er Herr prasāda zu sich nahm, erfuhren alle solch spirituelle Ekstase, dass nur Śrī Ananta Śeṣa alle Einzelheiten kennt und sie nun stetig mit Tausenden von Sprachen beschreibt. 

Im Kali-yuga ist nun derselbe Śrī Ananta Śeṣa, der Träger der drei Welten, als Śrī Nityānanda, der Avadhūta, erschienen. All die sutras, die ich aufschreibe sind einfach Hinweise, die mir durch Seine Gnade gegeben wurde. Jeder, der diese Beschreibungen liest und hört, wird frei von Dunkelheit und Unwissenheit. 

Nach diesem vergnüglichen Essen stand der Herr auf, reinigte Sich und wusch Seinen Lotosmund. Sobald Er Seinen Platz verlassen hatte um Sich zu waschen und Sich irgendwo niederließ um zu ruhen, fielen die Geweihten über die Überreste des Herrn her und begannen freudig zu essen. 

Jemand sagte: „Warum sollte ein brāhmaṇa diese Überreste nehmen? Ich bin ein śūdra, nur ich habe ein Recht darauf.“ 

Ein anderer erwiderte: „Ich bin kein brāhmaṇa.“ 

Viele schlüpften durch die Menge herein, nahmen eine Handvoll prasāda und rannten davon.  

Jemand sagte: „Die śūdras sind nicht berechtigt Überreste zu essen. Versucht das mittels Analyse zu verstehen. Das wird schon in den Schriften erklärt.“ 

Ein anderer antwortete: „Ich möchte keine Essensreste. Ich will nur die Essensgefäße.“ 

Noch ein anderer Geweihter sagte: „Es war immer meine Pflicht, die Teller, die aus Blätter gemacht sind, vom Herrn wegzuwerfen, aber jetzt nehmt ihr gewaltsam die Überreste, das zeigt ganz einfach eure herrische Natur.“ 

Auf diese Weise benutzten die Geweihten spielerisch jede List und jedes Mittel, um etwas von den nektarinen Überresten, die von dem Lotosmund des Herrn berührt wurden, zu stehlen. Betrachtet man, dass das Essen von Mutter Ai das Essen gekocht wurde und dann vom Höchsten Herrn Selbst geehrt wurde, war es nicht überraschend, dass jeder sehr gierig nach diesem Nektar war. Fröhlich leckten sie ihre Finger nach dem Essen, dann wuschen sie ab und kehrten zurück, um vor dem Herrn zu sitzen. 

Der Herr sah auf die Geweihten, die um Ihn saßen und entdeckte Murāri Gupta. Der Herr lächelte und sagte zu ihm: „Murāri, ich habe gehört, dass du etwas über Rāghava in acht Versen komponiert hast. Bitte lies es.“ Murāri begann die Verse in Sanskrit zu lesen, als wäre er in einer Trance der Ekstase. 

Dies sind die Verse: „Ich diene stetig den Lotosfüßen von Śrī Rāmacandra, dem spirituellen Meister der drei Welten, dessen Bruder, Śrī Lakṣmaṇa, Śrī Ananta ist. Śrī Lakṣmaṇa, der immer dem Herrn vorausgeht, hat eine strahlend goldene Hauttönung und ist mit opulenten königlichen Gewändern gekleidet. Er ist ein meisterhafter Bogenschütze und meditiert immer darüber, Seinen älteren Bruder, Śrī Rāma zu dienen.“ 

„Ich diene stetig den Lotosfüßen von Śrī Rāmacandra, dem spirituellen Meister der drei Welten, der Khara, Triśirāḥ und Kambandha erschlug. So reinigte Er den idyllischen Wald von Daṇḍakāraṇya von boshaften Dämonen und machte ihn rein und herrlich. Er tötete den Feind Vāli und befreundete Sich mit Sugrīva.“ Auf diese Weise, rezitierte Murāri Gupta alle acht Verse und dann, auf die Anweisung des Herrn, erklärte er die Bedeutung dieser Verse. 

Murāri erklärte: „Seine Hauttönung ist wie frisches dūrvā Gras und gütig lächelnd sitzt Er auf einen mit Edelsteinen übersäten Thron. Śrī Jānakī devī, Sītā, ist auf Seiner linken Seite. Er ist der höchste Bogenschütze und lehrt alle Arten des Bogenschießens. Er ist der Wunschbaum, der alle Verlangen Seiner Geweihten mehr als erfüllt. Sein jüngerer Bruder, Lakṣamaṇa, ist Śrī Ananta Śeṣa und stetig darin vertieft Seinem älteren Bruder, Śrī Rāma, zu dienen. Lakṣamaṇa, der immer Seinem Bruder vorausgeht, ist ein außergewöhnlicher Bogenschütze. Glänzend mit einer goldenen Hauttönung, legt Er eine majestätische goldene Robe an. Śrī Rāmacandra, der Stolz der Raghu Dynastie ist der höchste Lehrer eines jeden. Ich verehre Leben für Leben Seine Lotosfüße. Bharata und Śatrughna fächeln Ihm Luft zu und Hanumān und seine Affenarmee knien mit gefalteten Händen und besingen die glorreichen Aktivitäten ihres Herrn.“ 

„Ich bete, dass ich Leben für Leben Seine transzendentalen Taten besinge, denn Er ist derjenige, der Guhaka-caṇḍāla, der zu der niedrigen Kaste der Hundeesser gehört, mit Seiner Freundschaft beehrte. 

Der Herr gab bereitwillig das Königreich und die Krone auf und lebte nach den Anweisungen Seines gurus, im Wald um göttliche Taten auszuführen. Er tötete König Vāli und bot Sugrīva barmherzig Seine Freundschaft an. Er machte ihn zum König. Jeder sollte bei Seinen Lotosfüßen Zuflucht suchen, da Er der Herr aller drei Welten ist und gütig Seinen Geweihten, Ahalyā befreite. Alle sollten die Lotosfüße des Höchsten Herrn verehren, der eine Brücke über den Ozean mit der Hilfe von Śrī Lakṣamaṇa und der Affenarmee baute und dann den Dämonenkönig Rāvaṇa tötete, der so mächtig war, dass er sogar Indra besiegte, den König der Himmel.“ 

„Verehre die Lotosfüße des Besten der Raghu Könige. Durch Seine Barmherzigkeit wurde der fromme Vibhiīṣaṇa König von Lanka, obwohl er nicht im mindesten an dieser Stellung interessiert war. So sind die wundervollen Taten des Herrn, dass sogar die muslimischen Yavanas bemüht sind, von Seinen Spielen zu hören.“ 

„Er trägt Seinen Bogen immer, um die Schurken zu zügeln und kümmert sich um die Untertanen Seines Königreichs, als wären es Seine eigenen Kinder. Allein durch Seine Barmherzigkeit wurden alle Bewohner von Ayodhya in ihrer eigenen Gestalt zum spirituellen Himmel gebracht und dort wurden sie dauerhafte Bewohner von Vaikuṇṭha. 

„Verehre einfach die Lotosfüße des Höchsten Herrn, Śrī Raghavendra, der in den Veden als das Höchste Brahman gepriesen wird. Der Herr des Universums, Maheśvara, Lord Śiva, vergisst seine Kleidung, da er vom Singen des Heiligen Namens berauscht ist und Lakṣmī Devī ist ewig damit beschäftigt, seine Lotosfüße zu massieren. “ 

So rezitierte und erklärte Murāri Gupta alle acht nektarinen Verse, die von ihm selbst zur Lobpreisung von Śrī Rāmacandra verfasst wurden. Śrī Caitanya war sehr zufrieden mit Murāri Gupta und legte Seine Lotosfüße segnend auf den Kopf von Murāri. Der Herr sagte: „Höre lieber Gupta, durch Meine Segnung wirst Du ewiglich den Lotosfüßen von Śrī Rāmacandra dienen und wer immer Zuflucht und Gemeinschaft bei dir sucht, auch wenn es für einen einzigen Moment ist, wird leicht die Lotosfüße von Śrī Rāma erlangen.“ 

Die Geweihten ließen ihre laute Zustimmung erschallen, als sie hörten, wie der Herr Seine Segnungen auf Murāri Gupta herabregnen ließ. Auf diese Weise verteilte der großmütige Herr Seine Segnungen an Seine lieben Geweihten. Seine Gefährten umringen Ihn immer, sie sind wie Bienen, ewig angezogen vom Nektar, der den Lotosfüßen des Herrn entströmt. 

Plötzlich erschien ein Leprakranker in der Versammlung und trat vor den Herrn. Er warf sich wie ein Stock zu Boden, stöhnend vor Schmerzen. Dann stand er auf, erhob seine Arme und begann laut zu klagen. Er sagte: „Oh barmherziger Herr, Du bist über diese Erde wie die Sonne aufgegangen, nur um die Leiden in diesem materiellen Leben aufzulösen. Deine barmherzige Natur ist immer von der Drangsal anderer bewegt und so bin ich zu Dir gekommen. Ich brenne im Schmerz der Lepra. Sei gütig und sage mir wie ich Erleichterung finden kann.“ 

Als der Leprakranke aufgehört hatte zu sprechen, sprach ihn der Herr jedoch zornig mit donnernder Stimme an. Er sagte: „Geh! Geh weg von hier! Nur dich zu sehen bringt Sünde mit sich. Selbst wenn ein sehr frommer Mann nur dein Gesicht sieht, wird ihm dieser Tag nur Leid bringen. Du bist ein erbärmlicher Sünder und jemand, der Vergehen gegen Vaiṣṇavas begeht; zweifellos steht noch mehr Leiden für dich bereit. Wenn du nicht einmal diesen Schmerz ertragen kannst, du verachtenswerter Ruchloser, wie kannst du dann die Leiden in der Kumbhīpāka Hölle durchleben?“ 

Ein Vaiṣṇava ist so rein, dass sogar das gesamte Universum gereinigt wird, wenn man seinen Namen nur einmal ausspricht. Lord Brahmā hat großes Vergnügen darin Lobpreisungen über die Eigenschaften und Taten der Vaiṣṇavas zu singen und man kann sehr leicht die Gemeinschaft mit dem unvorstellbaren Höchsten Herrn, Śrī Kṛṣṇa erlangen, indem man einfach den Vaiṣṇavas dient. In der Tat, nichts steht höher als die Verehrung eines Vaiṣṇavas. Das Śrīmad Bhāgavatam erklärt eindeutig, dass ein Vaiṣṇava Śrī Kṛṣṇa lieber ist, als sogar erhabene Persönlichkeiten, wie Śrī Ananta Śeṣa, Lakṣmī Devī, Brahmā oder sogar Śiva. Das Śrīmad Bhāgavatam 11.13.15 sagt: 'Oh Uddhava, du und Meine Geweihten seid mir lieber als jeder andere. Obwohl Lord Brahmā - Mein Sohn, Lord Śiva - Meine Teilerweiterung, Saṅkarṣaṇa - Mein Bruder und Lakṣmī Devī - Meine Frau ist, sie sind Mir nicht so lieb, wie du es bist. Was zu sprechen von anderen, du bist mir lieber als sogar Mein eigenes Selbst.'“ 

„Also, jeder, der Vergehen gegen einen Vaiṣṇava begeht und ihn kritisiert, muss schreckliche Konsequenzen erleiden, Leben für Leben. Die Frömmigkeit, Bildung und Entsagung eines Menschen gelten als wertlos, wenn er einen Vaiṣṇava kritisiert und sollte der Täter versuchen Śrī Kṛṣṇa zu verehren, dann ist das auch nutzlos, weil der Herr zweifellos solche Darbringung ablehnen wird.“ 

„Mutter Erde fühlt sich gesegnet, wenn der Vaiṣṇava ekstatisch auf ihr tanzt. In jede Richtung, in die der Vaiṣṇava blickt, vernichtet er Unwissenheit und Sünde. Wenn der Vaiṣṇava während des Tanzes seine Arme in Richtung des Himmels hebt, dann vertreibt er jedes Unglück in den himmlischen Wohnorten. 

„Solch ein erhabener Geweihter ist Śrīvāsa Paṇḍita und du bist so dämonisch, dass du ein Vergehen gegen ihn begangen hast. Deine Lepra erinnert dich einfach an deine Vergehen. Die eigentliche Bestrafung kommt erst noch, die von Yamarāja, den Gott des Todes, ausgeteilt wird. Deswegen will Ich dich nicht einmal sehen und Ich bin gewiss nicht derjenige, der dich erlöst.“ 

Der Leprakranke hörte still die Zurechtweisung des Herrn an und dann, mit Stroh zwischen den Zähnen, begann er mit äußerster Demut und Sanftmut zu sprechen. Er betete: „Ich habe mich in meiner Unwissenheit selbst vernichtet. Wahnsinnig von der materiellen Krankheit habe ich kränkend einen Vaiṣṇava kritisiert und gegen ihn ein Vergehen begangen. Wegen dieser ruchlosen Tat habe ich zu Recht meinen schmerzhaften Anteil erhalten. Jetzt mein Herr, bitte denke an meine Erlösung. Es ist die Natur von Heiligen, die Leiden der Elenden zu heilen und den Gotteslästerern zu vergeben. Deswegen bitte ich Dich mir Zuflucht zu gewähren, aber wenn Du mich abweist, wer wird mich dann retten? Du kennst die Bußen für die verschiedenen sündhaften Aktivitäten, da Du der gütige Vater aller bist, bitte sage mir, welche Buße mein Vergehen ausmerzt. Da ich die Samen von vaiṣṇava-aparādha gesät habe, muss ich schmerzlich mein Leiden ernten.“ 

Der Herr antwortete: „Lepra ist für einen, der Vergehen begangen hat, nur seine erste Bestrafung. Es ist nur der Anfang; das Schlimmste kommt noch. Yamarāja hat acht lakhs, vierzigtausend Arten von qualvollen Bestrafungen, die den Täter erwarten. Du solltest sofort zu Śrīvāsa Paṇḍita gehen und dich ihm zu Füßen werfen. Es war Śrīvāsa Paṇḍita, gegen den du ein Vergehen begangen hast und so kann dir nur durch seine Barmherzigkeit vergeben werden. Wenn ein Dorn im Fuß steckt, dann muss es mit einem anderen Dorn entfernt werden, die Schultern müssen nicht behandelt werden. Dies ist das einzige Mittel für deine Begnadigung. Śrīvāsa Paṇḍita ist sehr erhaben und intelligent. Wenn du ihn bittest, dann wird er dir sicherlich vergeben. 

Die Geweihten drückten laut ihrer Zustimmung für die vollkommenen und ehrlichen Unterweisungen des Herrn aus. Der Aussätzige zollte dem Herrn und den Geweihten seine Ehrerbietung und eilte zu Śrīvāsa Paṇḍita. Śrīvāsa Paṇḍita, aufgrund seiner grundlosen Barmherzigkeit, entlastete den Leprakranken von all seinen Vergehen und rettete ihn vom schlimmsten aller Schicksale. Der Herr hat klar die entsetzlichen Folgen geschildert, die durch Vergehen gegen einen Vaiṣṇava entstehen. Wenn jemand so töricht ist und immer noch die Vaiṣṇavas kritisiert und über sie lästert, obwohl er dies hier gehört hat, dann wird Śrī Caitanya persönlich dieser Person die gebührende Bestrafung zuteilwerden lassen. 

Wenn man zwei Vaiṣṇavas streiten sieht, dann sollte man nicht glauben, dass da etwas nicht stimmt oder dass zwischen ihnen Feindschaft und Bosheit herrscht. Solche Streitigkeit ist in der Tat für den Herrn sehr erfreulich und transzendental. Die Auseinandersetzungen und Beschimpfungen, die zwischen Rukmiṇī devī und Satyabhāmā devī ausgetauscht werden, hören sich zwar an, als wären es ernsthafte Kämpfe, aber sie sind es in der Tat nicht, weil sie für immer verbunden sind in ihrem Dienst zu ihrem gemeinsamen Herrn und Meister. Es gibt zwischen Vaiṣṇavas keine Feindseligkeiten. 

Der Höchste Herr Selbst verursacht durch Seine scherzhafte Natur diese Streitereien. Nichtsdestoweniger, wenn man so töricht ist die Seite eines Vaiṣṇavas gegen einen anderen einnimmt, dann wird man dazu verdammt, ein Vergehen gegen einen Vaiṣṇava zu begehen. Die Vaiṣṇavas sind die Erweiterungen der Gliedmaßen des Herrn, wie kann man also davon profitieren, indem man ihm mit einer Hand dient und ihm mit der anderen Schmerz zufügt? 

Um im hingebungsvollen Dienst Stetigkeit zu erlangen, sollte man die Ansicht entwickeln, dass Śrī Kṛṣṇa und Seine Geweihten, die Vaiṣṇavas, nicht verschieden sind und mit dieser Erkenntnis sollte man dem Herrn und Seinen lieben Geweihten dienen. Man kann dann leicht den Ozean der Unwissenheit überqueren. Wenn man diese transzendentale Thematik verherrlicht, hört und versteht, wird man immer vaiṣṇava-aparādha vermeiden. 

Der Herr blieb ein paar Tage länger in Śāntipur und genoss Seinen Aufenthalt im Haus von Advaita Ācārya. Bald war es Zeit den glücksverheißenden Erscheinungstag von Śrīla Mādhavendra Purī zu feiern. Obwohl es im Status zwischen Mādhavendra Purī und Advaita Ācārya keinen Unterschied gibt, betrachtet Sich Advaita Ācārya trotzdem immer als der Schüler von Mādhavendra Purī. Ohne Frage ist Gaurasundara ewig im Körper von Śrīla Mādhavendra Purī anwesend. Seine Hingabe zum Höchsten Herrn ist unvergleichlich und durch die Gnade von Śrī Kṛṣṇa, sind die transzendentalen Kräfte des Herrn in Mādhavendra Purī manifestiert. Seid gütig und hört aufmerksam, wie Advaita Ācārya der Schüler von Mādhavendra Purī wurde. 

Vor der Ankunft von Śrī Caitanya in diese Welt, war der gesamte Planet von jeglichen hingebungsvollen Gefühlen gegenüber dem Höchsten Herrn beraubt. Doch sogar in dieser Zeit, erfuhr Śrīla Mādhavendra Purī, durch die besondere Gnade von Śrī Caitanya, stetig hingebungsvolle Ekstase. Alle ekstatischen Symptome manifestierten sich auf seine Person. Innerlich war er so vollständig versunken in die Meditation auf den Höchsten Herrn, Śrī Kṛṣṇa, dass er sich nicht bewusst war, was er tat. Als er auf den Straßen spazierte, begann er plötzlich sehr anmutig zu tanzen und den Heiligen Namen zu singen. Manchmal war er wegen intensiver hingebungsvoller Gefühle benommen und fiel in ein spirituelles Koma, das stundenlang anhielt. Dann wieder erfuhr er heftige Liebe in Trennung. Er weinte und vergoss sintflutartige Tränen, die sprudelten, wie eine Flut des Flusses Gaṅgā. Dann gab es Fälle, wo er in schallendes Gelächter ausbrach und berauscht vom Nektar des kṛṣṇa-prema, merkte er nicht, dass er seine Kleidung verloren hatte. 

Śrīla Mādhavendra Purī verbrachte glücklich seine Tage damit, seine erhabene Beziehung zu Śrī Kṛṣṇa zu kosten. Das Fehlen von Hingabe in der breiten Bevölkerung störte ihn jedoch und machte ihn verdrießlich. Er hatte großes Mitgefühl und dachte tief darüber nach, wie man das Leiden der Leute lindern könnte. Er kam zu der Schlussfolgerung, dass der Höchste Herr, Śrī Kṛṣṇa, erscheinen muss. Zu dieser Zeit, hatte die Gesellschaft weder Interesse noch das Verständnis für die Bedeutung von nächtelangen kīrtanas, die die Spiele von Śrī Kṛṣṇa verherrlichen. Die Leute blieben jedoch nachts auf, um den Liedern über die Halbgöttin Maṅgala-Caṇḍi zuzuhören und sie betrachteten dies als ideale religiöse Aktivität. Die einzigen Götter, die sie kannten, waren Halbgötter wie Saṣṭhī und Viṣahari und sie verehrten diese Halbgötter mit viel Trara und Zurschaustellung. 

Viele Leute hatten einfach den Wunsch ihren Wohlstand und ihre Dynastie zu vermehren. Um dieses Ziel zu erreichen, verehrten sie Dämonen und Geister mit Wein- und Tieropfern. Ihre Lieblingsbeschäftigung war es banale Lieder von gleichermaßen alltäglichen Sängern anzuhören. Es war wahrlich ein Zeichen großer Frömmigkeit wenn jemand den Namen von Śrī Hari, 'Govinda oder Puṇḍarīkākṣa,' nur einmal während des morgendlichen Bades aussprach. Die Leute waren so vertieft in der Erscheinungsweise der Unwissenheit und getäuscht von Śrī Kṛṣṇas illusorischen Energie, maya, dass sie keinen Begriff davon hatten, was oder wer ein Vaiṣṇava ist, oder kṛṣṇa-kīrtana und weswegen die Geweihten tanzen und sogar in Ekstase während des kīrtana weinen. 

Śrīla Mādhavendra Purī war von der Gottlosigkeit des Volkes tief verletzt, aber fand aber niemanden, mit dem er sprechen konnte. Er dachte, dass die sannyāsīs, wegen ihrem Lebensstand der Entsagung, seiner Sache gegenüber wohlwollend eingestellt seien, aber zu seiner Bestürzung fand er sie von dem Wunsch verunreinigt, mit dem Höchsten eins zu werden, also gab er jeden weiteren Versuch mit ihnen zu sprechen auf. Er fühlte sich verloren – er hatte keinen Ort, wo er über die Themen der Spiele Śrī Kṛṣṇas diskutieren konnte. Man hörte nie, dass Gelehrte, yogis, Einsiedler und sogar sannysis, die Leute unterwiesen den Höchsten Herrn zu dienen. Sie alle waren nur daran interessiert, ihre sogenannte Gelehrtheit darzustellen, indem sie Logik und Debatten präsentierten. In der Tat, sie wurden zu Agnostikern, die sich weigerten, die Form der Bildgestalt des Höchsten Herrn zu akzeptieren und zu verehren. Als er diesen negativen Zustand sah und sich ganz allein fand, entschloss sich Śrīla Mādhavendra Purī im Wald zu leben, weit weg von solch einer gefallenen Gesellschaft. 

Śrīla Mādhavendra Purī stellte fest: „Warum wandere ich inmitten solcher Leute umher und suche nach einem Vaiṣṇava? Wie kann ich unter ihnen einen finden, wenn sie selbst keine Wertschätzung für einen Vaiṣṇava haben? Deswegen lass mich einfach in den Wald gehen und dort leben. Dort muss ich zumindest nicht mit Nicht-Geweihten verkehren.“ Ungefähr zu dieser Zeit, als er sich entschlossen hatte sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen, lernte er durch göttliche Fügung Śrī Advaita Ācārya kennen, der aus demselben Grund ebenfalls sehr belastet war. Advaita war so verzweifelt, als er das leere und bedeutungslose Dasein der Menschen sah; ihr Leben ohne Hingabe zum Höchsten Herrn. 

In der Zwischenzeit und trotz solch widriger Umstände, hatte Śrī Advaita Ācārya allein durch die Gnade des Herrn, immer weiter über den hingebungsvollen Dienst zu Śrī Kṛṣṇa gepredigt. Seine Diskurse über die Gita und dem Bhāgavatam betonen immer den hingebungsvollen Dienst zu Śrī Kṛṣṇa, der in der Tat, die essentielle Wahrheit dieser Bücher ist. Deswegen, als Śrīla Mādhavendra Purī zum Haus von Śrī Advaita kam, fand eine ganz wundervolle Begegnung zweier höchst erhabener Vaiṣṇavas statt. 

Als Śrī Advaita Śrīla Mādhavendra Purī sah und alle Zeichen der Frömmigkeit an ihm erkannte, fiel er sofort zu Boden und brachte ihm Ehrerbietung dar. Śrī Mādhavendra Purī nahm Śrī Advaita auf und umarmte ihn warm, durchnässte ihn mit Tränen der spirituellen Ekstase. Sie setzten sich zusammen hin und traten in den grenzenlosen nektarinen Ozean der Spiele Kṛṣṇas ein. Sie vergaßen sich und alles andere, als sie miteinander über Śrī Kṛṣṇa sprachen. 

Śrīla Mādhavendra Purī war solch ein erhabener Geweihter und Liebender von Śrī Kṛṣṇa, dass er, wegen unkontrollierbarer spiritueller Erregung, bewusstlos wurde, wenn er nur eine schwärzliche Wolke am Himmel sah. Wenn er den Namen von Śrī Kṛṣṇa hörte, dann fiel er sofort in Ekstase. Er brüllte laut und manifestierte verschiedene Symptome der göttlichen Liebe. Śrī Advaita konnte all diese Eigenschaften eines Vaiṣṇava in Śrīla Mādhavendra Purī sehen. Er war äußerst erfreut ihn zu treffen und er wollte spirituelle Unterweisungen von ihm hören. So trafen sich diese beiden spirituellen Getreuen. 

Von dieser Zeit an feierte Śrī Advaita Ācārya immer den Erscheinungstag von Śrīla Mādhavendra Purī mit großer Freude und Feierlichkeit und ließ alle andere Arbeit beiseite. So widmete er sich nun vollständig diesen besonderen Anlass. Śrī Caitanya und Seine Gefährten waren auch sehr glücklich dieser Feier beizuwohnen, besonders, als sie sahen wie energisch Śrī Advaita daran ging, alles zu schmücken und endlose Vorbereitungen für die Feier zu unternehmen. Notwendige Unterstützung kam von verschiedenen Leuten, die deutlich anzeigten, wie viele Menschen sich von den frommen Eigenschaften von Śrīla Mādhavendra Purī angezogen fühlten. Die Geweihten übernahmen begeistert verschiedene Pflichten, gemäß ihren Fähigkeiten, um bei den Vorbereitungen zu helfen. 

Śrī Śacīmātā übernahm die Verantwortung für das gesamte Kochen. Die Hausfrauen versammelten sich um sie und begannen die Dinge vorzubereiten. Śrī Nityānanda, der immer selbstzufrieden ist, wollte solch einen besonderen Vaiṣṇava dienen und verehren. Ein Geweihter drückte seinen Wunsch aus. „Ich möchte die ganze Sandeilholzpaste herstellen.“ Ein anderer sagte: „Ich möchte die Blumengirlanden knüpfen.“ „Ich hole das Wasser“, sagte ein anderer. „Dann gib mir die Aufgabe die Böden zu wischen und zu reinigen“, sagte noch ein anderer. Ein anderer Geweihter sagte: „In Ordnung, dann lass mich die Füße aller Vaiṣṇavas waschen.“ 

Überall waren die Geweihten sehr geschäftig. Manche breiteten bunte Stoffmarkisen an die Decke und befestigten sie in den Ecken mit Nägel. Andere eilten herbei und brachten Gemüse, Öle und so weiter in die Küche. Viele Geweihte begannen mit kīrtana und tanzten. Manche schlossen sich ihnen an und spielten den Gong und bliesen die Muschelhörner. Die Geweihten jubelten, chanteten laut 'Hari! Hari!', während sie begeistert ihre verschiedenen Dienste ausführten. Jeder war von der festlichen Stimmung ergriffen und ein fröhlicher Tumult widerhallte überall. Das laute Chanten des Heiligen Namen, das Blasen der Muschelhörner und der Klang der Zimbeln, Gong und Trommeln verwandelten das Haus von Śrī Advaita in Vaikuṇṭha. 

Der Herr war mit all den umfangreichen Vorbereitungen sehr zufrieden und ging überall im Haus umher, um alles anzusehen. Mindestens zwei Räume waren vollgepackt mit Paketen, die mit Reis gefüllt waren. Die Stapel von Feuerholz türmten sich zu Berge. In mehreren Räumen wurde mit unzähligen, überall verstreuten Töpfen gekocht. Ein paar Räume waren nur mit Linsen gefüllt und etwa sieben Zimmer waren mit Kleider gefüllt. Zimmer um Zimmer wurden benutzt um flachen Reis, Puffreis und Teller aus Blättern zu lagern. Es ist unmöglich die Anzahl von Bananen, Kokosnüssen und die großen Klumpen von Melasse zu zählen, die herumlagen. Dann kamen die vielen vielen Räume, die mit einer Vielzahl von Gemüsesorten gefüllt waren, wie paṭola, (Kürbisse), Auberginen, khoḍas (Bananenstämme), alus (Kartoffel), śāk (Spinat) und so weiter. Ein anderes Schauspiel, das dem Herrn ins Auge fiel, waren die Reihen und Reihen von großen Behältern, die mit Milch, Joghurt und Sahne gefüllt waren. Die Zuckerrohre lagen hochgestapelt und neben ihnen stapelten sich große Fässer von Öl, Ghee und Salz. Die wundersame Ausstellung, die wie aus dem nichts erschienen war, ist in ihrer Vielfalt und Menge unbeschreiblich. 

Der Herr war voller Verwunderung, da Er wusste, dass es für eine Person nicht menschenmöglich war, all das in so kurzer Zeit zu vollbringen. Der Herr sagte: „Solch eine Manifestation von Opulenz kann nicht das Werk eines gewöhnlichen Sterblichen sein. Śrī Advaita muss Maheśa, Śiva sein; das ist meine entschiedene Meinung. Dieses Wunder ist nur für Mahādeva, Lord Śiva, möglich. Advaita Ācārya muss die Inkarnation von Lord Śiva sein.“ Der Herr lächelte und wiederholte immer wieder diese Worte. 

Durch solche Andeutungen offenbarte der Herr die eigentliche spirituelle Identität von Advaita Ācārya. Wenn man fromm ist, wird man diese Aussagen von Śrī Caitanya mit großer spiritueller Freude annehmen und die Ungläubigen, die kein Vertrauen in die Worte des Herrn haben, denen tritt Advaita Ācārya persönlich als eine grauenhafte verzehrende Feuersbrunst gegenüber. Obwohl Śrī Advaita von Natur aus sehr barmherzig ist und die Zuflucht zu Ihm so kühlend wie der Balsam der Strahlen von einer Million Monde ist, verwandelt Er Sich für diejenigen in die schreckliche Form des alles verschlingenden Todes, die kein Vertrauen in Śrī Caitanya haben. 

Das Śrīmad Bhāgavatam , die Veden, in der Tat, alle Schriften erklären deutlich, dass, wenn man den Namen von Lord Śiva ausspricht, auch wenn man die richtige esoterische Wahrheit über solch eine große Persönlichkeit nicht kennt, wird man von allen Sünden sofort losgesprochen. Wenn es dagegen eine so elende Person gibt, die den herrlichen Namen Lord Śivas anprangert und sich durch den Neid beim Anblick dieses wunderbaren Namens sogar deprimiert fühlt, wird er sicherlich in einen Ozean dunkler Verzagtheit geworfen. 

Im Śrīmad Bhāgavatam 4.4.14. sagt Satī zu ihrem Vater Prajapati Dakṣa: „Mein lieber Vater, du begehst das größte Vergehen gegen Lord Śiva, wenn du ihn beneidest, dessen Name, bestehend aus zwei Silben, 'śi' and 'va', alle sündhaften Aktivitäten läutert. Sein Befehl wird niemals missachtet. Lord Śiva ist immer rein und niemand außer dir beneidet ihn. Er ist berühmt dafür vollkommen reinen Herzens zu sein und du versuchst gegen solch eine erhabene Persönlichkeit feindselig zu sein. Pfui auf dich! Du verkörperst Unglück!“ 

Śrī Kṛṣṇa Selbst fragt, wie jemand Ihn verehren könnte, aber Lord Śiva nicht verehrt?“ Wie kann man Liebe für Kṛṣṇa entwickeln, wenn man Lord Śiva missachtet, der Kṛṣṇa so lieb ist?“ Im Śrīmad Bhāgavatam erklärt Kṛṣṇa: „Wie kann irgendjemand hingebungsvollen Dienst zu Mir leisten, ohne Meinen lieben Geweihten, Śiva, in der angemessenen hingebungsvollen Stimmung zu verehren? Eine Person, die Śiva nicht respektiert, ist gewiss auf die Vaiṣṇavas neidisch und er ist ein sündhafter Verdammter. 

Weiter erklärt das Skanda Purāṇa: „Zuerst sollte man Śrī Kṛṣṇa, die Ursache aller Ursachen, verehren und dann den besten der Halbgötter, Lord Śiva. Als nächstes sollten all die anderen Halbgötter mit großem Vertrauen und Hingabe verehrt werden.“ Śrī Advaita Ācārya wird von den größten heiligen Persönlichkeiten, wir Lord Śiva, akzeptiert, weil Śrī Caitanya ausreichende und klare Hinweise gegeben hat, diese Wahrheit zu etablieren. Natürlich, weniger intelligente Menschen erheben zeternde Einwände gegen solch eine Wahrheit; unfähig die transzendentalen Kräfte von Śrī Advaita Ācārya zu ermessen. Sie gehen zugrunde. 

So ging der Herr umher und machte eine Bestandsaufnahme von all den überreichen Vorbereitungen. Es ist für mich den Autor, unmöglich alle in Einzelheiten niederzuschreiben, weil das Angebot so umfangreich war. Der Herr war sehr zufrieden und Er begann Śrī Advaita bei allen zu verherrlichen. Der Herr kehrte dann zum Ort des kīrtana zurück und Seine Anwesenheit beschleunigte sofort den Enthusiasmus des kīrtana und ließ die Geweihten in eine Flut von göttlichem Nektar ertrinken. Die Geweihten tanzten singend und klatschend in alle Richtungen, ihre ungezügelte Freude wuchs mit jedem Augenblick. Deutlich erkennbar und weit über allen anderen, erschallte der Gesang der Heiligen Namen Gottes. Die Geweihten erstrahlten in noch größerem Glanz, ihre Körper waren mit Sandeilholzpaste und Blumengirlanden geschmückt. Die Gefährten des Herrn waren Ihm alle sehr nah und lieb und ihr freudiges Singen des Heiligen Namens breitete sich überall aus und läuterte das gesamte Universum. 

Śrī Nityānanda tanzte und paradierte, mit Seiner großen beeindruckenden Statur eines kraftvollen Ringkämpfers umher wie ein kleiner Junge; Er lachte in sich hinein mit reiner unschuldiger Freude. Śrī Advaita Ācārya war vollkommen im Tanz versunken und war sich nicht bewusst, wie die Zeit verging. Haridāsa Ṭhākura und all die anderen Geweihten tanzten und sangen jubelnd. Dann, nachdem Er zuerst alle anderen zum Tanzen inspiriert hatte, schloss sich Śrī Caitanya mit allen Geweihten freudig an. Übermütig tanzend umkreisten die Geweihten Ihn und behielten Ihn in ihrer Mitte. Der ganze Tag verging in der Ekstase von kīrtana und Tanz und zum Schluss setzte Sich der Herr mit all den Geweihten nieder. Śrī Advaita bat den Herrn um Erlaubnis das Festmahl zuzubereiten und dann machte Er Sich geschäftig daran alle notwendigen Vorkehrungen für das prasādam der Vaiṣṇavas zu treffen. 

Bald setzte Sich der Herr mit allen Geweihten hin, um das Mahl einzunehmen. Wie üblich saßen die Geweihten um Ihn herum; alle wollten Ihn in ihrer Mitte. Die Geweihten leuchteten, wie die Lichter Im dunkelvioletten Himmel und der Herr erhob Sich am Horizont strahlender, als eine Million Monde. Śrī Śacīmātā hatte ein köstliches Festmahl zur Ehre von Śrīla Mādhavendra Purī zubereitet, mit einer sagenhaften Vielfalt von Reisgerichten, Gemüse und Süßigkeiten. Der Herr genoss die transzendentalen Delikatessen und sprach zwischen zwei Bissen über die Herrlichkeiten von Śrīla Mādhavendra Purī. Es wäre schwierig zu sagen, welche Art von nektarinen Bissen Er mehr genoss. Der Herr sagte: „Wenn man das Glück hat dieses wundervolle prasādam zur Ehre des Erscheinungstages von Śrīla Mādhavendra Purī zu kosten, dann wird man sofort mit liebender Hingabe zu Kṛṣṇa überschüttet.“ 

Der Herr erhob Sich dann vom prasāda und nachdem Er Seinen Lotosmund gespült hatte, kam Er zurück und setzte Sich wieder. Śrī Advaita brachte Sandeilholzpaste und viele Blumengirlanden und legte alles vor dem Herrn. Mit großer Zuneigung umkränzte der Herr zuerst Śrī Nityānanda und Svarūpa Dāmodara Prabhu und verzierte sie mit Sandeilholzpaste. Dann umkränzte der Herr einen nach dem anderen und schmierte mit Seinen eigenen Händen Sandeilholzpaste auf alle versammelten Vaiṣṇavas. Die Geweihten waren sehr glücklich, diese Gegenstände direkt vom Herrn erhalten zu haben. Sie alle riefen laut den Heiligen Namen des Herrn und machten einen freudigen Lärm, der unmöglich zu beschreiben ist. Die Höhepunkte der Ekstase, auf die Śrī Advaita kletterte, lässt sich sicherlich nicht abschätzen, denn der Herr von Vaikuṇṭha persönlich war Sein Ehrengast. 

Wie ist es menschenmöglich die transzendentalen Spiele des Herrn vollständig zu beschreiben? Die verschiedenen Aktivitäten, die der Herr innerhalb eines einzigen Tages ausführt, können von niemanden wiedergegeben werden, auch wenn ihm ein Zeitraum von einer Million Jahren für die Fertigstellung eingeräumt wird. 

Wie ein fliegender Vogel, der in den riesigen Gewölben des Himmels nicht in der Lage ist seine Grenzen zu entdecken, ähnlich sind die Spiele des Herrn unbegrenzt und man wird sie nur erkennen, wenn man vom Herrn ermächtigt wird sie zu sehen und zu verstehen. Die hölzerne Puppe wird vollkommen vom Puppenspieler kontrolliert; auf diese Weise kann ich nur so viel sagen, was der Herr mich sagen lässt. Ich kenne nicht die richtige Reihenfolge dieser Spiele. Dennoch schreibe ich irgendwie von den Herrlichkeiten des Herrn. Ich bitte demütig bei den Lotosfüßen aller Vaiṣṇavas mir die Vergehen bei diesem Versuch des Schreibens zu vergeben. 

Wenn man diese transzendentalen Themen hört, dann wird man zweifellos die liebende Hingabe zu Śrī Kṛṣṇa erlangen. 

Śrī Kṛṣṇa Caitanya und Śrī Nityānanda Prabhu sind mein Leben und meine Seele. Ich, Vṛndāvana dāsa bringe dieses Lied demütig Ihren Lotosfüßen dar.

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