3. Die Erlösung von Sarvabhauma und die Reise nach Westbengalen

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Alle Ehre sei Śrī Kṛṣṇa Caitanya, der Behälter aller transzendentalen Eigenschaften! Er ist das Leben und die Seele von Śrī Nityānanda Prabhu und Śrī Svarūpa Dāmodara Prabhu. Er ist der Höchste Darsteller von Vaikuṇṭha und ein Ozean der Barmherzigkeit. Er ist das Kronjuwel aller sannyāsīs und der wahre Freund der Notleidenden. 

Bitte hört aufmerksam diese Erzählungen über die Spiele von Śrī Caitanya, wie sie im Antya-līlā, den abschließenden Spielen, aufgezeichnet sind. Śrī Caitanyas Spiele sind der reinste konzentrierte Nektar der aus reinem Nektar gewonnen wird, nach dessen Geschmack sich Lord Śiva und Lord Brahmā immer sehnen. 

Deswegen, sind diese Spiele, wenn sie mit dem richtigen Vertrauen und Aufmerksamkeit gehört werden, für alle, außer für die sündhaften Schurken, eine Quelle von großem spirituellem Vergnügen. Wenn man diese esoterischen Themen hört, dann werden einem gewiss die Lotosfüße von Śrī Kṛṣṇa zuteil. 

In diesem Kapitel hat der Herr den Wunsch inkognito zu bleiben. Er wird Seine wahre Identität nicht offenbaren. Wenn der Höchste Herr entscheidet Seine Autorität nicht geltend machen und unerkannt bleiben möchte, wer ist dann in der Lage Ihn zu erkennen? 

Eines Tages saß der Herr mit Sārvabhauma an einen abgelegenen Ort. Der Herr sagte: „Oh, geehrter Herr, Ich möchte dir mein Herz öffnen. Obwohl Ich nach Purī gekommen bin um Lord Jagannātha zu sehen, war Mein Hauptanliegen dich zu treffen. Lord Jagannātha wird mit Mir nicht sprechen, aber du kannst die Bindungen Meiner materiellen Anhaftungen durchtrennen. Śrī Kṛṣṇa hat Dich vollständig dazu ermächtigt Liebe zu Hari zu verteilen. Wenn du möchtest, dann kannst du diese transzendentale Liebe auch Mir geben. Deswegen nehme ich Zuflucht zu Dir und sei so gütig und tu das, was für Mich am vorteilhaftesten ist. Welche Pflichten muss Ich ausführen und wie soll ich handeln, um zu vermeiden in den tiefen dunklen Brunnen der materiellen Existenz zu fallen? Bitte berate und führe mich in jeder Hinsicht, denn Ich habe mich Dir vollkommen ergeben. Auf diese Weise sprach der Herr zu Sārvabhauma und täuschte ihn vollkommen. 

Sārvabhauma konnte die Worte und Absichten des Herrn nicht begreifen. Er begann dem Herrn die religiösen Pflichten eines Menschen zu erklären. Er sagte: „Ich schätze sehr, was Du gesagt hast. Zumindest kann ich sagen, dass Du die luftigen Höhen der hingebungsvollen Erkenntnisse wundervoll offenbart hast. Du bist in der Tat von der Gnade Śrī Kṛṣṇas gesegnet.“ 

„Was hat Dich jedoch, so eine intelligente Person, dazu gebracht, in den Lebensstand der Entsagung einzutreten? Bitte versuche zu analysieren und zu verstehen, was eigentlich erreicht wird, wenn man sannyāsa annimmt. Das erste was geschieht, nachdem ein Mensch sannyāsa angenommen hat, ist, dass er sofort vom Stolz angegriffen wird.“ 

„Er denkt, wenn er den sannyāsa daṇḍa hält, dass er mit besonderem Wissen ermächtigt ist und von da an faltet er niemals seine Hände oder verbeugt sich vor irgendjemanden. Wenn er eine sehr fromme Seele trifft, die gemäß den Veden, auf die Weise verehrt wird, indem man den Staub seiner Lotosfüße auf den eigenen Kopf schmiert, dann zollt ihm der sannyāsa einfach seinen Respekt und sieht keinen Grund achtsam zu sein. Die Art von Arroganz ist auf keinen Fall gesund. Versuche diesen Punkt aus dem Vers des Bhāgavatam 11.29.16 zu verstehen: 

„'Im Bewusstsein, dass die Höchste Persönlichkeit Gottes gemeinsam mit der Seele in jedem Körper lebt, sollte man einem jedem Lebewesen daṇḍavat, Ehrerbietung, erweisen, sogar den Hunden, Kühen, Mulis und Ausgestoßenen.'“ 

„Das ist der ordnungsgemäße Maßstab für einen Vaiṣṇava und nur ein Scharlatan Geweihter wird anders handeln. Das Einzige was man erreicht, wenn man sannyāsa annimmt, ist, dass man sein sikha abschneidet und Respekt und Ehre von vielen Leuten erhält. Das ist gewiss eine große Verschwendung und dies ist sicherlich eine große Verschwendung, und daher ist das nächste Desaster, dass er allen gesunden Menschenverstand verliert 

„Das Lebewesen ist da, um den Höchsten Herrn zu verehren und zu dienen, aber stattdessen nennt der sannyāsī sich selbst Nārāyaṇa, die Höchste Persönlichkeit Gottes. Wenn die menschliche Seele in der Form eines Fötus im Bauch der Mutter zusammengekauert liegt, kommt der Höchste Herr zu seiner Rettung und durch die Gnade des Herrn, erlangt die gefangene Seele richtiges Wissen und Intelligenz.“ 

„Lord Śiva und Lord Brahmā, Ananta Śeṣa und Lakṣmī Devī versuchen dieselbe Höchste Persönlichkeit Gottes zu dienen. In der Tat, auch wenn sie in Seinem Dienst stehen, sehnen sie sich nach mehr. Der ganze kosmische Vorgang der Schöpfung, Erhaltung und Vernichtung wird von den Dienern dieser Höchsten Person In Gang gesetzt, trotzdem schämt sich der sannyāsī nicht, sich selbst 'Prabhu', Herr, zu nennen. Wenn er in tiefen Schlaf verloren ist, dann weiß er nicht einmal wer er ist., trotzdem denkt er ohne Scham, dass er 'Nārāyaṇa' ist, die Höchste Persönlichkeit Gottes.“ 

„Die vedische Literatur erklärt, dass Śrī Kṛṣṇa der höchste Vater der gesamten Schöpfung ist. Wenn man den Vater dient und gehorcht, dann ist man ein guter Sohn. Die Bhagavad-Gītā 9.17 sagt: ‚Ich bin der Vater des Universums, die Mutter, der Bewahrer und der Ahnherr.‘ Nun höre was der Höchste Herr,  

Nārāyaṇa in der Gita, 6.1. zu Arjuna sagt: 'Wenn man an den Früchten seiner Arbeit nicht angehaftet ist und strikt nach den Verfügungen der Schriften handelt wird ein yogi oder sannyāsī genannt, nicht jemand der kein geheiligtes Feuer entfacht und keine Arbeit ausübt.“ 

Weiter im Śrīmad Bhāgavatam, 4.29.49-50: „Die einzigen Tätigkeiten sollten jene sein, die die Persönlichkeit Gottes erfreuen können. Unsere Bildung sollte von solcher Art sein, dass wir auf der Stufe von Kṛṣṇa-Bewusstein erhoben werden können. Śrī Hari, die Höchste Persönlichkeit Gottes ist die Überseele und der Lenker aller Lebewesen, die materielle Körper in dieser Welt angenommen haben. Er ist der Höchste Kontrollierende und die Ursache dieser materiellen Welt.“ 

„Wenn man nach dieser Beweisführung der Schriften immer noch darauf beharrt und sagt, dass Śaṅkaracārya nicht dieselbe Meinung hat, dann werde ich etwas zitieren, das Śaṅkaracārya selber komponiert hat und auf seinen Wunsch hinweist, dem Herrn zu dienen. Er sagt: 'Oh Herr, obwohl der jiva und Brahman in ihren Eigenschaften nicht verschieden sind, Ich, eine jiva-Seele, stehe immer unter Deiner Kontrolle und meine Existenz hängt vollständig von Dir ab und nicht vice-versa. Es ist kein qualitativer Unterschied zwischen dem Ozean und seinen Wellen, aber trotzdem existieren die Wellen wegen dem Ozean und nicht umgekehrt.'“ 

„Daher, der Höchste Herr, Kṛṣṇa, ist der Vater und diese kosmische Manifestation gehört Ihm. Er ist der Bewahrer sowohl von der materiellen, als auch dem spirituellem Reich. Wenn man den Vater nicht verehrt und dient wird man geächtet. Dies ist die Essenz der Worte von Śaṅkaracārya. Ohne eine ernsthafte Untersuchung der eigentlichen Bedeutung seiner Worte, wird dies einfach zu weiterer Not führen. Was ist dann der Zweck, sich den Kopf zu rasieren? 

„Ein sannyāsī sollte den Namen von Nārāyaṇa unaufhörlich mit liebender Hingabe von sich geben, aber ohne diese hingebungsvolle Haltung ist es kein Vorteil ein Entsagter zu werden. Infolgedessen frage ich Dich, warum hast du Dich auf diese Idee eingelassen, ein sannyāsī zu werden? Wenn Du die Welt erlösen willst, indem du die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes zu Śrī Kṛṣṇa verteilen willst, welche Bedenken haben Dich dazu gebracht Deinen sikha abzuschneiden und Deine brāhmaṇa-Schnur abzulegen?“ 

„Wenn Du damit argumentierst, dass große spirituelle Getreue wie Mādhavendra Purī auch Bettelmönche wurden, ihr Haar abrasiert haben und so weiter, dann will ich erwidern, dass Du noch nicht in dem Alter bist, den Lebensstand der Entsagung anzunehmen. Diese Getreuen nahmen erst den Lebensstand der Entsagung an, nachdem dreiviertel ihres Lebens vorbei war und nachdem sie genügend das Gesellschaftsleben genossen haben. Wogegen Du gerade in die Jugend des Lebens eingetreten bist – wie kannst Du es rechtfertigen, sannyāsa angenommen zu haben? 

„Wie kann Dir der Lebensstand der Entsagung helfen, in spiritueller Erkenntnis fortzuschreiten, in Anbetracht der Hingabe, die Du schon besitzt, und die ich schon in Deiner Person manifestiert sah? All diese ekstatischen Symptome der Liebe zu Kṛṣṇa werden selten erlangt, sogar von den großen yogis, warum hast Du Dich dann dafür entschieden, von der Illusion irregeführt zu werden?“ 

Śrī Caitanya war sehr zufrieden die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes zu hören, wie sie von Sārvabhauma erklärt wurde. Der Herr sagte: „Oh geachteter Sārvabhauma, bitte betrachte Mich nicht als ein sannyāsī. Ich habe Meinen Kopf geschoren und Meine brāhmaṇa Schnur abgelegt, das Heim und die Familie verlassen, nur weil die Schmerzen der Trennung von Meinem geliebten Kṛṣṇa unerträglich für Mich wurden. Deswegen sieh Mich nicht als einen sannyāsī, eher bitte Ich dich, sei barmherzig, damit Ich Anhaftung an Kṛṣṇa entwickeln kann.“ 

Der Höchste Herr hatte den Wunsch Seinen eigenen Geweihten in diese Art von Illusion zu setzen. Wie konnte denn dieser arme Diener die Wahrheit kennen? Wenn der Herr Sich Selbst nicht offenbart, wer ist dann in der Lage Ihn zu erkennen, wie Er wirklich ist? Dennoch, wenn Sein Geweihter spricht, auch ohne Kenntnis der eigentlichen Situation, ist der Herr sehr zufrieden. 

Der Herr ist immer beschäftigt grenzenlose Spiele mit seinem Dienern auszuführen. In der Tat, Er erscheint nur für das Vergnügen Seiner Geweihten in diese materielle Welt und um Sich für ihre hingebungsvolle Gemütsstimmung zu revanchieren. Zu dem Grad, wie der Geweihte sich Śrī Kṛṣṇa ergibt, erwidert der Herr und gibt bereitwillig von Sich. Er hat immer eine Vorliebe für Seine Geweihten und auf diese Weise ist Er als bhakta vatsala bekannt. Wer sonst, als Seine lieben Diener könnten den Herrn beeinflussen auf diese Art zu handeln? 

Śrī Caitanya sah auf Sārvabhauma und lächelte, aber Sārvabhauma befand sich immer noch sehr unter dem Zauber der illusorischen Energie des Herrn, also misslang es ihm, Seine Worte vollständig zu begreifen. Sārvabhauma sagte: „Deine Stellung als sannyāsī ist gewiss erhabener als meine. Gemäß den Verfügungen in den Schriften, bist Du verehrenswert und ich sollte der Verehrer sein. Es gehört sich nicht, dass Du mich lobpreist, damit würde ich ein Vergehen begehen.“ 

Der Herr erwiderte: „Bitte täusche Mich auf diese Weise nicht länger. Ich habe Mich dir vollständig hingegeben.“ Auf diese Weise spielte der Höchste Herr, Gaurasundara, mit Seinen Dienern. Wer kann die transzendentalen Spiele des Herrn begreifen? 

Der Herr sprach noch einmal zu Sārvabhauma. „Ich habe große Sehnsucht von dir Erläuterungen zum Śrīmad Bhāgavatam zu hören. Alle Zweifel, die Mich angreifen, können nur von Dir beschwichtigt werden.“ Sārvabhauma erwiderte: „Ich bin mir sehr bewusst, dass Du ein tiefes und reifes Verständnis von allen Schriften hast. Welche Erläuterung des Bhāgavatams ist Dir unbekannt? Dennoch verstehe ich, dass es die Natur der noblen und kultivierten Geweihten ist, die Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes unter sich zu diskutieren. Nun sage mir bitte, welcher Teil des Bhāgavatams erscheint Verwirrung in Dir auszulösen. Ich werde mein Bestes versuchen, es erklären.“ 

Der Herr von Vaikuṇṭha, Śrī Kṛṣṇa Caitanya, lächelte still und rezitierte einen Vers aus dem Bhāgavatam 1.7.10: „'Diejenigen, die selbstzufrieden und nicht von den materiellen Wünschen angezogen sind, sind auf der anderen Seite zum liebenden Dienst zu Śrī Kṛṣṇa hingezogen, dessen Eigenschaften transzendental und dessen Aktivitäten wundervoll sind. Hari, die Persönlichkeit Gottes, wird Kṛṣṇa genannt, weil Er solch transzendentale attraktiven Merkmale besitzt.'“ 

Durch des Herrn Barmherzigkeit, begann dann Sārvabhauma seine Dissertation in der Anwesenheit von Śrī Gaurasundara, der der Herr der Göttin der Gelehrsamkeit und Sprache, Mutter Sarasvatī, ist. Er erklärte: „Die wahre Bedeutung des Verses ist wie folgt: Die essenzielle Wahrheit ist der liebende hingebungsvolle Dienst bei den Lotosfüßen von Kṛṣṇa. Diese Personen, die vollkommen verwirklichte Seelen und frei von allem materiellen Verlangen und Bindungen sind, werden angezogen, sich den Lotosfüßen von Śrī Kṛṣṇa hinzugeben. Dies beweist die außergewöhnliche Kraft der Eigenschafen Śrī  

Kṛṣṇas und ihre all anziehende und transzendentale Natur. Solche befreiten Seelen verherrlichen stetig die Spiele und Eigenschaften von Kṛṣṇa. Auf der anderen Seite, diejenigen, die die transzendentale Natur von Śrī Kṛṣṇa und Seinen Dienst zu Ihm missachten, sind dazu verdammt, vernichtet zu werden.“ Sārvabhauma war in den Diskurs, den er gab, vertieft. Er bot dreizehn verschiedene Darstellungen desselben Verses und letztendlich wurde er still. Er sagte: „Ich bin nicht in der Lage dieses Thema noch weiter auszuführen.“ 

Der Herr lächelte wieder und sagte: „Jede einzelne deiner Ausführungen ist richtig. Nun möchte Ich auch Meine Erläuterungen geben. Bitte urteile, ob sie stimmen oder nicht.“ Sārvabhauma starrte verwundert auf den Herrn. „Jede weitere Erläuterung zu diesem Thema ist jenseits menschlicher Macht.“ Dennoch, die Anmerkungen des Herrn waren Seine eigenen und originalen und niemand hatte sie jemals vorher erläutert. Sārvabhauma, immer noch im Schockzustand, dachte: „Diese Worte müssen vom Mund des Höchsten Herrn Selbst ausgeströmt sein.“ 

Nach Seinen Erklärungen gab der Herr ein lautes Brüllen wie einen Donnerschlag von Sich und während Er in Sich Selbst versunken war, manifestierte Er Seine wundervolle sechs-armige Form. Der Herr sprach: „Sārvabhauma, was sagst du jetzt? Glaubst du immer noch, dass ich nicht genügend qualifiziert bin ein sannyāsī zu sein? Betrachtest du Mich nicht in deinem Herzen als einen sannyāsī? Ich bin nur deswegen hierhergekommen, um dich zu sehen. Viele Leben hast du mit großer Hingabe in Meinem Dienst verbracht, also bin Ich persönlich gekommen, um Mich Dir zu präsentieren. Ich habe Mich eigens deshalb inkarniert, um die saṅkīrtana Bewegung einzuführen. Sei versichert, dass Ich der Höchste Herr bin, der die Ursache der gesamten kosmischen Manifestation ist. Du warst immer Mein reiner Geweihter, also bin ich extra gekommen, um dich zu sehen. Ich bin gekommen, um Meine Geweihten, die frommen Seelen, zu beschützen und die dämonischen Kräfte zu vernichten. Zerstreue nun deine Ängste und verherrliche Mich.“ 

Sārvabhauma sah die wundervolle sechs-armige Form, die strahlender war, als eine Millionen Sonnen und fiel ohnmächtig in fassungslose Ekstase. Der Höchste Herr, Gauracandra setzte Sein lautes Brüllen fort und zeigte Seine sechs-armige Form. Innerlich war der Herr mit Sārvabhauma sehr zufrieden. Er legte Seine Hand auf seinen Kopf und der Herr sagte: „Steh auf!“ Die göttliche Berührung auf seinen Kopf weckte Sārvabhauma auf, jedoch das Gefühl der extremen Glückseligkeit hatte ihn betäubt, er konnte nicht sprechen. Der Herr, ein Ozean des Großmuts, legte Seine Lotosfüße auf das Herz von Sārvabhauma. Sārvabhauma, der den kostbarsten Schatz in Reichweite hatte, schlang seine Arme um die Lotosfüße des Herrn und drückte sie fest. Mit der reinen Freude seines Herzens, sagte Sārvabhauma: „Heute habe ich den Dieb gefangen genommen, der mein Herz gestohlen hat.“ Er brach in Tränen aus und weinte wie ein Kind. Er fand den Schatz den sogar die Glücksgöttin, Rāma Devī, begehrt. 

Jetzt strömten Worte aus Sārvabhaumas Mund. „Oh Lord Kṛṣṇa Caitanya, Du bist der Herr meines Lebens. Bitte siehe mit Barmherzigkeit auf dieses wertlose Wesen. Ich bin so sündhaft, dass ich es wage Dir religiöse Prinzipien zu lehren, ohne zu wissen, dass Du, Du Selbst die transzendentale Ursache aller Ursachen bist. Oh Herr, selbst der mächtigste Mystiker ist von Deiner illusorischen Energie verzaubert. Also, welche Mühe erfordert es, mich in die Illusion zu versetzen? Doch jetzt, mein Herr, gewähre mir bitte reine Hingabe zu Deinen Lotosfüßen.“ 

„Alle Ehre sei Śrī Kṛṣṇa Lord Caitanya meines Herzens. Du bist im Leib der göttlichen Mutter, Śrī Śacīdevī, erschienen. Du bist das Leben und die Seele eines jeden, der Schutzherr der Veden, der brāhmaṇas, der Frommen und der religiösen Prinzipien und der Höchste Autokratische Herr aller materiellen und spirituellen planetarischen Systeme. Du besitzt die ewige Gestalt voller Wissen und Glückseligkeit und Du bist die unschätzbare Krone, die wundersam den Lebensstand der Entsagung schmückt.“ Der fromme Sārvabhauma, ausgestattet mit transzendentaler Intelligenz, verherrlicht den Herrn mit ausgewählten Versen. 

Er setzte seine Lobpreisungen fort. „Möge mein Herz, wie die Hummel, zutiefst zu den Lotosfüßen des Höchsten Herrn hingezogen sein, der Sich in dieser gegenwärtigen Inkarnation als Śrī Kṛṣṇa Caitanya manifestiert hat, nur um den Pfad des hingebungsvollen Pfades zu Ihm Selbst zu erneuern, der im Laufe der Zeit vernachlässigt wurde und fast verloren war.“ 

Dann sang er wieder: „Ich nehme vollständige Zuflucht zum Höchsten Absoluten Herrn, der unübertroffen, die Ursache aller Ursachen und der die großmütigste Persönlichkeit ist. Er ist als Śrī Kṛṣṇa Caitanya erschienen, um der Menschheit die Wissenschaft der Entsagung und Wissen und Hingabe zu Ihm Selbst zu lehren.“ Einhundert Verse, erhabene Beschwörungen, strömten von den Lippen von Śrī Sārvabhauma, als er die Lotosfüße des Herrn festhielt. 

Er fuhr fort: „Mein Herr, Du bist einfach erschienen, um die gefallenen Seelen zu befreien, so sei so gütig und erlöse diesen gefallenen Schuft. Ich bin an Deiner illusorischen Energie, māyā, in den Ketten der materiellen Bildung, des Reichtums und der hohen Geburt gebunden. Wie kann ich Dich dann erkennen, wie Du wirklich bist? Deswegen bitte ich Dich um einen Gefallen, Oh Herr des Universums, dass sich mein Geist und mein Herz vollkommen in dich vertiefen, ohne auch nur für eine Minute abzuweichen. All Deine Aktivitäten sind unfassbar und transzendental. Dadurch sind sie für alle unverständlich, außer Du persönlich offenbarst sie. 

„Du hast die transzendentale, hölzerne Form von Śrī Jagannātha angenommen; folglich bist Du jetzt in Nīlācala und genießt voller Gnade die Speisen, die Dir von Deinen Geweihten dargebracht werden. Dennoch, eigentlich bist Du es Selbst als Śrī Kṛṣṇa Caitanya, der die Speisen Dir Selbst als Śrī Jagannātha darbringt. Du verteilst dann voller Barmherzigkeit das prasādam an alle. Zudem weinst Du aufgrund der Trennung, wenn Du Dich Selbst siehst und wirst verrückt vor Liebe, angezogen von Deiner eigenen Gestalt. Wie kann dann irgendjemand Dich überhaupt verstehen? Du allein kennst Dein wahres Selbst und die Geweihten, die Dich kennen sind von Glück begünstigte Seelen, die von Deiner grundlosen Barmherzigkeit geschmückt werden. Dann, wer bin ich, ein unbedeutendes Wesen, um dich zu kennen? Sogar Lord Śiva, Lord Brahmā und andere Halbgötter fallen Deiner allmächtigen täuschenden Energie, māyā, zum Opfer.“ In dieser Weise brachte Sārvabhauma viele Bitten und Lobpreisungen dar. Plötzlich war er durch die Segnung des Herrn redegewandt. 

Der Höchste Herr, Śrī Gauracandra, immer noch in Seiner sechs-armigen Manifestation, blickte gütig lächelnd auf Sārvabhauma und sagte: „Lieber Sārvabhauma, Du bist Mein ewiger Gefährte, deswegen bist du berechtigt Meine mystische Opulenz zu sehen. Ich bin nur an diesen Ort gekommen, um dich zu treffen, weil du mich so lange schon verehrst. All deine Erklärungen über den hingebungsvollen Dienst haben Mich sehr zufriedengestellt. Du hast das absolute Wissen klar formuliert und natürlich, warum sollte etwas niederes von deinen Lippen kommen? Wenn die einhundert Verse, die du gerade für Meine Verherrlichung verfasst hast, von irgendjemanden gehört wird, dem wird gewiss reine Hingabe zu Mir zuteilwerden. Diese Verse werden als das Śrī Sārvabhauma-śataka, Sārvabhaumas einhundert Verse, berühmt werden.“ 

„Was immer du von Mir gesehen hast, sollte nun ein Geheimnis bleiben und nicht von anderen diskutiert werden. Jedenfalls so lange Ich auf dieser Erde anwesend bin, verbiete Ich dir Meine Stellung irgendjemanden zu offenbaren. Nityānanda steht Mir sehr nahe; in der Tat, Er ist Mein zweiter Körper. Diene Seinen Lotosfüßen mit tiefer Hingabe. Sein Charakter und Seine Identität sind äußerst esoterische Themen, nur wenn Ich ihre Wahrheit enthülle, kann man sie wahrhaftig erkennen.“ Nachdem Er Sich Sārvabhauma anvertraut hat, zog der Herr Seine mystische Manifestation in Sich zurück. Sārvabhauma versank in Ekstase, als die Wahrheit über seinen Herrn vollständig in seinem Geist erschien. 

Wer von diesen Eigenschaften und überweltlichen Spielen des Herrn hört, ist sofort von den Verstrickungen der materiellen Schlinge befreit und wird letztendlich den persönlichen Wohnort von Śrī Caitanya erlangen. Dies sind die sehr vertraulichen Spiele von Śrī Kṛṣṇa; daher ist die Zuflucht zum Herrn gewährleistet, wenn man sie aufrichtig hört. 

Auf diese Weise, befreite Lord Caitanya Sārvabhauma und setzte Seinen saṅkīrtana in Nīlācala fort. Er vollführte fortwährend kīrtana und Tanz und so waren die Tage und Nächte in eine Flut von hingebungsvollem Nektar getaucht. Den Bewohnern von Nīlācala wurde die seltene transzendentale Freude dieser saṅkīrtana Ekstase frei angeboten und sie erwiderten mit jubelnden Singen: „Hari! Hari!“ 

Die Leute sahen Śrī Gauracandra und sagten: „Hier ist unser beweglicher Lord Jagannātha.“ Die Leute waren vom Aussehen des Herrn hypnotisiert. Sie vergaßen was immer sie taten. Wo immer Er hinkam, wurde Er immer vom schallenden Chanten, 'Hari! Hari!' begrüßt. Die Leute warfen sich auf den Boden, um im Staub zu baden, der die Abdrücke Seiner Lotosfüße barg. Nur die frommsten und von Glück begünstigten Seelen konnten sich einer solchen transzendentalen Gelegenheit bedienen. Ihre Glückseligkeit ist unmöglich zu beschreiben. 

Wer konnte solcher vollkommenen Schönheit widerstehen? Die erlesene Gestalt des Herrn stahl das Herz eines jeden. Seine Augen waren immer mit strömenden Tränen der liebenden Trennung und Glückseligkeit geschmückt. Auf Seinen Lippen bebte immer der Hare Kṛṣṇa Name. Sein goldener Körper, der mit Sandeilholzpaste und Blumengirlanden geschmückt war, bewegte sich geschmeidig, der die Bewegungen eines verrückten Elefanten unbeholfen erscheinen ließ. Śrī Caitanya, der Höchste Herr, obwohl Er oft auf den Straßen umher ging war immer tief in den erhabenen Nektar von kṛṣṇa-prema eingetaucht und gleichgültig gegenüber dieser Welt eingestellt. 

Eines Tages kehrte Śrī Pāramānanda Purī von einer langen Reise, auf der er alle heiligen Pilgerorte besucht hatte, zurück. Śrī Caitanya sah ihn aus der Entfernung näher kommen und stand schnell mit großer Ehrerbietung auf. Der Höchste Herr, Gauracandra, war sehr glücklich Seinen Geweihten zu sehen; Er hob Seine Hände hoch in die Luft und begann zu tanzen. Er genoss diesen köstlichen Moment, Seinen Geweihten nach einer langen Zeit der Trennung wiederzusehen. Er rief aus: „Hari! Hari! Meine Augen haben Śrī Pāramānanda Purī gesehen! Wie sehr ist Meine Geburt von Glück begünstigt! Wie gesegnet ist Mein Blick! Nun hat Meine religiöse Praxis in jeder Hinsicht Früchte getragen. Heute wurde Meine Annahme des Lebensstandes des sannyāsa erfolgreich, Śrīpada Mādhavendra Purī ist vor Mir erschienen!“ Er eilte um Seinen geliebten Geweihten zu umarmen und Pāramānanda Purī an Seine Brust zu drücken, der Herr badete Ihn mit Tränen der göttlichen Ekstase. 

Pāramānanda Purī, der das dem Mond gleichende glückselige Gesicht Seines lieben Herrn sah, trat in den Zustand der unbeschreiblichen Glückseligkeit ein, die ihn benommen machte und selbstvergessen. 

Erst nach einer gewissen Zeit konnten sich Caitanya und Pāramānanda gegenseitig ihre Ehrerbietung erweisen. In der Tat, Pāramānanda Purī ist das Ziel der Liebe von Lord Caitanya. Der Herr war so erfreut Seinen ewigen Diener wieder zu entdecken, dass Er ihn von jetzt an nah bei Sich als Seinen vertrauten Gefährten behielt. Śrī Pāramānanda Purī, der seinen Herrn wieder gefunden hatte, diente täglich Seinen Lotosfüßen mit zunehmender Ekstase. Śrī Pāramānanda Purī ist ein sehr naher und lieber Schüler von Śrīpada Mādhavendra Purī und ein Geweihter, der immer die verschiedenen ekstatischen liebenden hingebungsvollen Geschmacksrichtungen genießt. 

Ein paar Tage später, traf Svarūpa Dāmodara ein und schloss sich ihnen an. Svarūpa Dāmodara war mit Śrī Gaurasundara so vertraut, dass sie viele Tage und Nächte in der engsten spirituellen Vertrautheit verbrachten. Śrī Dāmodara ist auch sehr talentiert und ein vielseitiger Musiker und sein Gesang inspirierte Śrī Caitanya unweigerlich zu tanzen. Tatsächlich hat in diesem letzten Teil unseres Buches, dem Antya-līlā, eine Menge mit den Aktivitäten von Śrī Pāramānanda Purī und Śrī Svarūpa Dāmodara zu tun. 

Durch die Fügung von Śrī Caitanya begannen alle Gefährten und Diener des Herrn in Nīlācala einzutreffen. Außerdem kamen die Gefährten, die in Utkala (Orissa) Geburt angenommen hatten, einer nach dem anderen, um bei dem Herrn zu sein. Erhabene Seelen, wie Pradyumna Miśra, die immer in kṛṣṇa prema vertieft waren, auch Paramānanda und Rāmānanda und schlossen sich der Gruppe der großen Geweihten an. Śrī Dāmodara Paṇḍita und Śrī Śaṅkara Paṇḍita trafen kurz danach ein. Śrī Pradyumna Brahmacāri kam auch; er war ein reiner Diener von Śrī Nṛsiṁhadeva. Śrī Nṛsiṁha manifestierte sich persönlich in seinem Körper. Während er tanzte und kīrtana ausführte, sah er aus wie Śrī Nṛsiṁha, der wie ein sannyāsī gekleidet ist. 

Śrī Bhagavān Ācārya, der wie ein Lotos, sogar inmitten weltlicher Diskussion und Gemeinschaft, unbefleckt bleiben konnte, kam auch um den Herrn zu treffen. 

Als die Geweihten ihren geliebten Herrn sahen, wurden sie sofort frei von aller Drangsal. Sie schlossen sich ihrem Herrn an und sangen und tanzten. Der Herr von Vaikuṇṭha, jetzt ein sannyāsī, tanzte mit Seinen Gefährten in göttlicher Ekstase. 

Śrī Nityānanda war immer in der Gemütsstimmung der transzendentalen Liebe von Śrī Caitanya vertieft. Das machte Ihn unruhig und brachte Ihn dazu, dass Er ohne Zurückhaltung handelte, gemäß Seines eigenen süßen Willens. Einmal, während Er im Tempel war, eilte Er in Richtung der Bildgestalt von Lord Jagannātha und wollte den Herrn umarmen. Sogar die Tempelwächter konnten Ihn nicht im Zaum halten. Dann, eines Tages sprang Er auf den goldenen Altar und umschlang mit Seinen Armen die Bildgestalt von Balarāma. Als der diensthabende Wächter dies sah, eilte er zu Ihm und wollte Ihn vom Altar herunterholen. Sobald seine Hände jedoch Nityānanda berührten und versuchten Ihn gefangen zu nehmen, wurde er mindestens sieben Schritte zurückgeworfen. Ungerührt nahm Nityānanda Prabhu die Blumengirlande von Balarāmas Hals und legte sie um Seinen eigenen. Er stieg herab und ging majestätisch davon, wie der König der Elefanten. 

Der Wächter, immer noch verblüfft, stand schnell auf. Er dachte: „Dieser sannyāsī ist gewiss mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, weil niemand ungestraft davon kommt, wenn man Lord Balarāma berührt hat. Ich habe die Kraft einen verrückten Elefanten in Schach zu halten und mit Sicherheit kann ein Mensch meinem Griff nicht entkommen. Ich hatte Ihn fest im Griff und doch, im nächsten Moment fand ich mich wie trockenes Gras davon geweht.“ Das nächste Mal, als der Wächter Śrī Nityānanda sah, näherte er sich Ihm mit höchster Demut. Śrī Nityānandas Charakter ist wie der eines unschuldigen Kindes; sofort vergab Er ihm und umarmte ihn. 

Ein paar Tage später saß Śrī Gauracandra, der Ehemann von Lakṣmī Devī, der Glücksgöttin, nahe des Ozeans. Der Strand und die Umgebung waren angenehm und idyllisch; der Herr war sehr zufrieden. Der Mond ließ die Nacht erleuchten und als der Herr am Meeresstrand saß, liebkoste die sanfte Aura und die südliche Brise den Herrn. Sein Körper und Sein glückseliges Gesicht waren mit Sandeilholzpaste erlesen verziert und Er chantete stetig den Hare Kṛṣṇa maha-mantra. Die kunstvolle Blumengirlande hing locker um Seinen Hals und bedeckte einen großen Teil Seiner breiten Brust. Er war das Bild einer perfekten Schönheit. Die Geweihten saßen um Ihn und genossen jeden Augenblick mit Ihm. Die Wellen näherten sich schnell wie weiße Linien, die schäumten, als sie nacheinander aufstiegen. Der Herr lächelte und sah auf die endlosen Wogen schäumenden Wassers. Die Segnungen, die Gaṅgā devī und Yāmuna devī schon vom Höchsten Herrn erhalten hatten, wurden nun auf den Ozean in Purī herabgeregnet. 

Der Herr verbrachte die ganze Nacht damit, kīrtana in göttlicher Glückseligkeit auszuführen, Er war vertieft in den nektarinen Ozean Seiner eigenen liebenden Gemütsstimmung. Er tanzte energisch und ertränkte Seine Geweihten in eine Flut der Ekstase. Die verschiedenen ekstatischen Symptome, wie Haar sträuben, Weinen, Zittern, Brüllen und Schwitzen kamen manchmal in Wellen, eines nach den anderen und zu anderen Zeiten, alle gleichzeitig. All die verschiedenen hingebungsvollen Ekstasen blühten wie die verschiedenen jahreszeitlichen Blumen auf dem Körper des Herrn. Diese Manifestationen sind nur durch die unfassbare Kraft des Herrn möglich. Die Geweihten versammelten sich um den Herrn, als Er von der Stimmung eines reinen Vaiṣṇava durchtränkt war. Der Herr war in der Gemeinschaft Seiner Geweihten glücklich und vergaß Seine Schmerzen der liebenden Trennung von Kṛṣṇa. 

Der Höchste Herr nutzt nur einen kleinen Teil Seiner Mittel der grenzenlosen Kraft, um Seine Spiele auszuführen und sogar dieser kleine Teil ist für jede andere Person unmöglich zu imitieren. Die vedischen Schriften, die den Herrn eindeutig beschreiben, sagen, dass es keine Aufgabe gibt, die für den Herrn unmöglich ist. Die ekstatischen hingebungsvollen Symptome in der Liebe zu Kṛṣṇa, die von Lord Caitanya gezeigt werden, können von niemanden wiederholt werden. Es gibt kein Ende die Herrlichkeiten von Śrī Caitanya zu beschreiben. Nur diejenigen, die die Gnade von Śrī Caitanya empfangen, sind in der Lage Ihn mit all Seinen Kräften zu begreifen. Deswegen, wenn man vollkommene Zuflucht zum allmächtigen Höchsten Herrn nimmt, wird man leicht alle Knoten der materiellen Verstrickung und Bedrängnis durchtrennen. Die Höchste Persönlichkeit, die das Objekt der Meditation der vollkommenen Lebewesen, wie Lord Śiva und Lord Brahmā ist, tanzt nun frei mit Seinen Geweihten, verloren in den Strömungen Seiner eigenen hingebungsvollen Ekstase. Ich falle den Geweihten zu Füßen, die mit dem Herrn ewig saṅkīrtana ausführen. 

Die nächtlichen kīrtanas an der Meeresküste wurden häufiger und der Herr nahm mit ekstatischem Tanze daran teil. Es war um diese Zeit, als Gadādhara Paṇḍita begann, praktisch seine ganze Zeit mit dem Herrn zu verbringen. Sie aßen zusammen, schliefen zusammen und gingen zusammen spazieren. Gadādhara Paṇḍita diente Śrī Kṛṣṇa Caitanya unaufhörlich. Als er dem Herrn laut aus dem Śrīmad Bhāgavatam vorlas, trat der Herr in einen Zustand der glückseligen Trance ein. Gadādhara Paṇḍitas Stimme machte den Herrn immer glücklich und er begleitete den Herrn immer, wenn Er die verschiedenen Vaiṣṇavas besuchte. 

Eines Tages ging der Herr zu Śrī Paramānanda Purīs maṭha und setzte Sich nahe zu ihm. Śrī Paramānanda Purī ist dem Herrn sehr lieb, genau wie Arjuna Śrī Kṛṣṇa sehr lieb ist. Für eine lange Zeit waren sie darin vertieft sehr vertraulich Śrī Kṛṣṇas Spiele zu diskutieren. In dieser maṭha gab es einen Brunnen, das Wasser, jedoch, war nicht sauber und trinkbar. Śrī Caitanya, als die Überseele, kannte die Einzelheiten diesen Brunnen betreffend, als Er sich bei Purī Gosvāmī erkundigte. „Bitte sage Mir. Wie findest du Wasser in diesem Brunnen?“

Purī Gosvāmī erwiderte: „Das ist ein sehr unglückseliger Brunnen, das Wasser ist sehr schlammig.“ Der Herr zeigte sofort Anteilnahme und beklagte diese Unannehmlichkeit, der Purī Gosvāmī ausgesetzt war. Er sagte: „Es scheint, dass Lord Jagannātha sehr geizig ist. Eigentlich, wer immer dieses Wasser in dem Brunnen berührt, wird von allen Sünden gereinigt. Deswegen, durch die mystische Kraft von Śrī Jagannātha, wurde das Wasser schlammig, damit es niemand trinkt oder berührt.“ 

Der Herr stand auf und hob Seine Hände in die Luft, Er begann zu sprechen. „Oh Lord Jagannātha, Ich bitte Dich um diese Segnung: Mutter Gaṅgā soll in diesen Brunnen eingehen. Sei so gütig und unterweise Gaṅgā devī, die nun in den niederen Regionen fließt, dass sie nun in dem Brunnen erscheinen soll.“ Die Geweihten sangen jubelnd: „Hari! Hari!“ Dann, kehrte der Herr mit all Seinen Geweihten für die Nacht zurück. Während die Geweihten schliefen, erschien Gaṅgā devī, die sich geehrt fühlte, die Bitte des Herrn auszuführen, in diesem Brunnen. Am Morgen sahen alle dieses Wunder. Das Brunnenwasser war kristallklar geworden. Die Geweihten staunten und chanteten den Heiligen Namen des Herrn und Śrī Purī Gosvāmī wurde vor Freude fast bewusstlos. 

Die Geweihten verstanden deutlich, dass Gaṅgā devī in den Brunnen eingegangen war. Als Mahāprabhu die Neuigkeit hörte, kam Er und als Er das frische Wasser sah, war Er sehr zufrieden. Er sprach zu den Geweihten und sagte: „Hört alle Geweihten! Wahrlich Ich sage euch, wer immer dieses Wasser trinkt oder in ihm badet, wird reine Hingabe zu Śrī Kṛṣṇa erfahren.“ Die Geweihten erwiderten jubelnd die Worte des Herrn. Der Herr badete dann darin und trank mit großer Heiterkeit das Wasser aus dem Brunnen. Er sagte: „Ich bleibe nur deswegen in dieser Welt, weil ich an die Liebe von Śrī Purī Gosvāmī gebunden bin. Ich bin sein Eigentum. Wenn er Mich verkaufen will, dann kann er das tun. Jeder, der Purī Gosvāmī einfach nur sieht, wird zum Gefäß von Śrī Kṛṣṇas Liebe.“ Nachdem der Herr die außergewöhnlichen Eigenschaften von Śrī Purī Gosvāmī beschrieben und den Brunnen gesegnet hatte, ging Er zurück zu Seinem Wohnort. 

Der Höchste Herr hat Vergnügen daran die transzendentalen Eigenschaften Seiner Geweihten zu preisen. Wer ist so niederträchtig und verachtenswert, dass er solch einen Höchsten Herrn nicht verehren möchte? In Ewigkeit kommt der Herr, um Seine Geweihten zu beschützen und in ihrer Gemeinschaft wundervolle Spiele auszuführen. Der Herr macht sogar Dinge für Seine Geweihten, die in der allgemeinen Meinung nach als falsch betrachtet werden könnten, so wie Śrī Rāma Vāli tötete um Sugriva, Seinen Geweihten, zu unterstützen. Śrī Caitanya dient freudig Seinen Dienern, auf diese Weise gewinnt der Herr vollständig die Herzen Seiner geliebten Geweihten. 

Der Herr liebt es saṅkīrtana an der Meeresküste auszuführen; Er baute Seinen Wohnort nahe am Strand und schwamm im Ozean der hingebungsvollen Glückseligkeit. Der Ozean erfuhr unbeschreibliche Ekstase, als er die nahe Gemeinschaft des Herrn hatte, da Śrī Rāma und Lakṣmī devī aus dem Ozean geboren wurden. Welche Sünden auch immer die Bewohner von Nīlācala begehen mögen, sie werden vollständig gereinigt, einfach indem sie im Ozean baden. Śrī Gaṅgā devī, die den Wert dieser goldenen Gelegenheit berechnete, strömte schnell herunter vom Himalaya um Sich in den Ozean von Purī zu ergießen. Die Anwesenheit von Śrī Kṛṣṇa Caitanya segnete den Ozean und reinigte seine Wasser. 

Als Śrī Caitanya zum ersten Mal nach Nīlācala kam, führte der König, Śrī Pratāparudra einen Feldzug gegen das südliche Königreich von Vijayanagara. In der Zwischenzeit, nach einem langen Aufenthalt in Nīlācala, ging Śrī Caitanya zurück nach Bengalen. Der Herr fühlte Sich besonders Gaṅgā devī gegenüber barmherzig, also kehrte Er nach Bengalen zurück. 

Śrī Vidyā Vācaspatis war Sārvabhaumas Bruder. Er war sehr liebenswürdig, menschenfreundlich und sehr fromm. Eines Tages, ohne vorherige Ankündigung, kam Śrī Caitanya mit all Seinen Dienern zu seiner Residenz in Bengalen. Als Śrī Vidyā Vācaspati sah, dass sein Gast niemand anderer war, als der Herr von Vaikuṇṭha, Śrī Gaurasundara, fiel er wie ein Stab zu Seinen Lotosfüßen. Der brāhmaṇa Gastgeber war vor außerordentlicher Freude so konfus, dass er nicht wusste, was das Richtige war als nächstes zu tun. Der Herr, der auch sehr erfreut war, den frommen brāhmaṇa zu sehen, umarmte ihn. Er sagte: „Ich habe eine Bitte. Mein Herz ist geneigt nach Mathurā, Vṛndāvana, zu gehen. Ich möchte hier ein paar Tage verbringen, um in der Gaṅgā zu baden. Also finde für Mich einen ruhigen Badeplatz, wo die Massen Mich nicht stören. Danach möchte Ich, dass du Mir hilfst Meine Reise nach Vraja zu organisieren. Wenn du Mich hierbehalten möchtest, dann solltest du all diese Vorbereitungen treffen.“ 

Śrī Vidyā hörte aufmerksam alles, was der Herr sagte und erwiderte mit großer Demut: „Oh wie von Glück begünstigt sind alle Generationen meiner gesamten Familie, weil wir den Staub Deiner Lotosfüße empfangen, da Du nun in Mein Haus gekommen bist. Mein Haus und alles gehört Dir, mein Herr. Sei so gütig und bleibe, solange Du möchtest. Ich werde darauf achten, dass niemand erfährt, dass Du hier bist.“ 

Der Herr war sehr zufrieden, als Er Vācaspatis bescheidenen und wahrhaftigen Worte hörte, also blieb Er ein paar Tage dort. Dennoch, wie kann man die Sonne verstecken? Die Ankunft des Herrn war sehr schnell bekannt geworden. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht überall, dass Śrī Caitanya, das strahlende Juwel des Lebensstandes des sannyāsa im Haus von Śrī Vidyā Vācaspati weilte. Die Leute erfuhren große freudige Erregung; sie fühlten sich, als wären sie in Vaikuṇṭha, trotz ihrer irdischen Körper. Sie waren überglücklich und chanteten spontan: „Hari! Hari!“, und vergaßen ihre Söhne, Ehefrauen, Vermögen, Heim und alles andere. 

Die Leute waren sehr aufgeregt und sie sprachen sehr lebhaft miteinander. Sie sagten: „Lasst uns gehen und durch den Anblick Seiner Lotosfüße gesegnet werden.“ Sie trafen sofort Vorbereitungen zum Aufbruch, um den Herrn zu sehen und in ihrem Enthusiasmus vergaßen sie alle Etikette. Eine wimmelnde Masse bewegte sich in Richtung Vidyā Vācaspatis Haus, alle chanteten, 'Hari! Hari'. Alle regulären Wege und Straßen waren voll, also gingen die Leute in alle Richtungen, trampelten durch Pflanzungen und Büsche. Der außergewöhnliche Einfluss und Anziehungskraft von Śrī Caitanya ist ein höchst wunderbares Phänomen und dadurch befreit Er alle Lebewesen. Ich möchte nun fortfahren dies zu beschreiben. Bitte hört aufmerksam zu. 

Die Leute kamen ungehindert, sie ließen sich von den Dornenbüschen nicht abhalten; sie eilten fröhlich um den Herrn zu sehen. Gegenden, die waldig und wild waren, wurden von der sich bewegenden Masse von Leuten bereinigt und wurden schnell zu behelfsmäßigen Verkehrswegen umgewandelt. Alle Menschen hatten nur eine Sache auf ihren Zungen: Die Heiligen Namen von Śrī Kṛṣṇa. Die Leute befanden sich in glückseliger Erwartung und sie sprachen untereinander. 

Einer sagte: „Ich möchte Ihm zu Füßen fallen und Ihn nur um diese eine Segnung bitten, dass all meine materiellen Verstrickungen durchtrennt werden.“ 

„Ein anderer sagte: „Wenn ich Ihn nur einmal mit diesen Augen sehen könnte, dann hätte ich alles bekommen, was man erhalten kann. Warum sollte ich mehr von Ihm wollen?“ 

Noch ein anderer sagte: „Ich war hoffnungslos unwissend über Seine wahre Stellung und Seinen Energien, deswegen habe ich Ihn lange Zeit in einer sehr beleidigenden Art und Weise kritisiert. Nun möchte ich Seine Lotosfüße an mein Herz drücken und Ihn bitten, mir zu sagen, wie ich meine Vergehen loswerden kann.“ 

Der Vater eines Sohnes sagte: „Mein Sohn ist ein zwanghafter Spieler, also möchte ich den Herrn bitten, dass Er ihn dazu bringt, damit aufzuhören.“ 

Jemand anderer sagte: „Die einzige Segnung, die ich möchte, ist, dass ich immer fest an Seinen Lotosfüßen bleibe, mit meinem Körper, Geist und Worten und niemals diese Zuflucht verlasse. 

Jemand anderer sagte: „Was für eine wundervolle Gelegenheit, ich bete nur, dass ich niemals meinen lieben Śrī Gaurasundara vergesse.“ 

Während die Leute auf diese Weise sprachen, bewegten sie sich in einer massiven Kolonne und alle fühlten unbeschreibliche Glückseligkeit. Die wimmelnde Masse strömte auf den Fährhafen zu – alle wollten zuerst den Fluss überqueren. Die Fährleute gerieten in große Bedrängnis, als sie die unkontrollierbare Masse sahen, die sich in den Booten stapelte. Hunderte versuchten sich in die Boote zu packen und letztendlich gaben die Boote nach und brachen unter dem enormen Gewicht zusammen. 

Die Leute gaben den Fährmännern als Entschädigung für den Verlust ihre Kleidung und mit ungezwungener Freude setzten sie ihre Versuche fort den Fluss zu überqueren. Durch das Fehlen der Boote wurden sie erfinderisch und benutzten alle Mittel, die zur Verfügung standen. Manche banden umgedrehte irdene Wassertöpfe um ihre Brust, um auf die andere Seite zu schwimmen. Andere bauten Flöße aus Bananenbaumstämmen und glitten hinüber. Diejenigen, die schwimmen konnten, hatten großen Spaß hier und dort in den Strömungen zu schwimmen. Die ganze Atmosphäre vibrierte mit solch einen tumultartigen Klang des Chantens, 'Hari! Hari! Hari! Hari!', dass es widerhallte und die äußeren Bedeckungen des materiellen Kosmos durchdrang. 

Vidyā Vācaspati kam auf der Suche nach großen Booten angerannt und sammelte viele ein. Jedoch hatte die ungeduldige Masse keine Zeit sich hinzusetzen und zu warten; sie überquerten irgendwie den Fluss. Nur die Höchste Persönlichkeit kann auf diese Weise den Geist der Leute anziehen, so wie es jetzt Śrī Caitanya tat. Nachdem die Leute die Gaṅgā überquert hatten, kamen sie direkt zu Vidyā Vācaspati und fielen ihm zu Füßen. 

Sie sagten: „Du bist sehr fromm und von Glück begünstigt, weil der Höchste Herr, Śrī Kṛṣṇa Caitanya zu Gast in deinem Haus ist. Dein gutes Schicksal kann nicht beschrieben werden, also bitte gewähre uns die Gunst und rette uns. Wir sind die sündhaftesten Menschen, die in den dunklen Brunnen der materiellen Existenz gefallen sind. Sei so gütig und führe uns und zeige uns Seine Lotosfüße, damit unser elendes und schlechtes Leben sofort erfolgreich wird.“ 

Vidyā Vācaspati war sehr bewegt, als er die Ernsthaftigkeit der Leute sah und er begann vor Freude zu weinen. Tausende von Menschen waren dort versammelt und Śrī Vācaspati führte sie alle zu seiner Wohnstätte. Die einzigen Worte, die in der Atmosphäre vibrierten, war das Chanten des Namens des Herrn. Śrī Gaurasundara ist ein Ozean der Barmherzigkeit und Er hat Sich eigens inkarniert, um alle Lebewesen zu befreien. Deswegen, als Er das tumultartige Chanten des Heiligen Namens von Kṛṣṇa hörte, kam Er aus dem Haus und segnete die riesige Masse der von Glück begünstigten Seelen und steigerte ihre Freude. 

Vor der freudigen Menge erschien eine bezaubernde Gestalt, deren Schönheit unvergleichlich war. Sein strahlendes Gesicht war immer mit einem sanften Lächeln verziert und Seine Augen waren überschwänglich vor transzendentaler Freude. Seine goldene Form war mit Sandeilholzpaste tilaka geschmückt und eine Blumengirlande hing lose auf Seiner Brust. Mit einem Gang, graziös wie ein Elefant hob Er Seine erlesenen knielangen Arme hoch und chantete, 'Hari! Hari!' mit einem Klang der einem Donnerschlag glich. 

Als die Menschen Śrī Gaurasundara sahen, sprangen und tanzten sie in großem Jubel, chanteten laut und dann fielen sie wie Stöcke zu Boden um ihre Ehrerbietung darzubringen. Dann standen sie wie Ozeanwellen auf, hoben ihre Arme zum Himmel und beteten. „Oh Herr, bitte rette uns Sünder.“ Der Herr lächelte wohlwollend und als er sprach, segnete Er sie. „Möget ihr Liebe für Śrī Kṛṣṇa entwickeln. Chantet Kṛṣṇas Namen, verehrt Ihn und hört von Seinen Spielen. Macht Śrī Kṛṣṇa zum größten Schatz eures Lebens.“ 

Die Menschen waren unbeschreiblich glücklich solche Segnungen zu empfangen. Sie lobpreisten immer wieder den Herrn und flehten Ihn an. „Deine Ankunft in dieser Welt ist ein Geheimnis. Du bist aus dem Leib von Mutter Śacī in Navadvīpa erschienen, nur um das gesamte Universum zu befreien. Dennoch sind wir so sündhaft, dass wir Dich nicht erkennen konnten. Wir blieben in dem tiefen dunklen Brunnen der Unwissenheit und verdarben unser menschliches Leben. Du bist ein Ozean der Barmherzigkeit. Oh Herr, Du Wohltäter aller Lebewesen, segne uns, damit wir Dich niemals vergessen.“ All dies geschah durch die Kraft von Śrī Gauracandra – diese gewöhnlichen Menschen sprachen so wortgewandt. 

Sehr schnell füllte sich das Dorf mit Menschen im Übermaß, es gab absolut keinen leeren Raum mehr irgendwo. In ihrem Eifer, der mit jedem Moment zunahm, kletterten die Leute auf die Baumwipfel und Dächer in der Hoffnung nur einen flüchtigen Blick von Śrī Gaurasundara zu erhaschen. Das außergewöhnliche Phänomen war, dass, obwohl die Bäume und Dächer vollkommen überfüllt waren, sie nicht zusammenbrachen, umfielen oder jemand herabstürzte. All dies wurde von der transzendentalen Kraft des Herrn getragen. Die Augen der riesigen Menschenmenge waren ununterbrochen und unbewegt, alles wäre es eines, auf Sein vollkommenes und wunderschönes Gesicht gerichtet. Nachdem sie Ihn gesehen hatten, hatte niemand mehr den Wunsch nach Hause zurückzukehren. Sie chanteten jubelnd und tranken die bezaubernde Schönheit des Herrn mit ihren unbeweglichen Blicken. 

Der Höchste Herr, Śrī Gaurasundara ist der Meister aller mystischen Kräfte; daher konnte Er ganz leicht das Wohnhaus von Śrī Vidyā Vācaspati ohne Vācaspatis Kenntnis verlassen und in das Dorf von Kuliyā reisen. So sahen auch die verzückten Leute Gauraharis Abreise nicht. Nur Nityānanda und ein paar andere Gefährten begleiteten den Herrn, als Er heimlich nach Kuliyā fortging. 

Inzwischen suchte Śrī Vācaspati überall verzweifelt den Herrn und da er Ihn nirgendwo finden konnte, zog er die Schlussfolgerung, dass der Herr verschwunden ist und er war tieftraurig darüber. Er hob sein Gesicht zum Himmel und er begann bitterlich zu weinen. 

Plötzlich bemerkten die Leute draußen die Abwesenheit des Herrn und sie waren sicher, dass der Herr hineingegangen sein muss um diesen Tumult zu vermeiden. Daraufhin begann die ganze Masse von Tausenden laut zu chanten, so dass eine Resonanz entstand, die in den Gewölben aller drei Welten widerhallte. 

Der Geist von Śrī Vidyā Vācaspati war immer noch vor Kummer gelähmt. Er trat draußen vor die drängende Menge und brachte ihr die traurige Nachricht über die Abreise des Herrn. Er sagte: „Dieses Kronjuwel des sannyāsa-Ordens, unser geliebter Śrī Kṛṣṇa Caitanya, hat uns Sünder getäuscht und ist verschwunden. Meine lieben Brüder, wahrhaftig, Ich kenne Sein Reiseziel nicht und ich kann nicht einmal feststellen, um welche Zeit Er heute Nacht abgereist ist.“ 

Śrī Vācaspati versuchte mit vielen Worten, sie von der Wahrheit zu überzeugen, aber er konnte ihr Vertrauen nicht heraufbeschwören. Sie glaubten weiterhin, dass der Herr sich in Abgeschiedenheit versteckte um der tobenden Menge zu entgehen und so warteten sie draußen mit großer Erwartung. 

Es kamen Leute zu Śrī Vācaspati und baten ihn: „Bitte nimm mich hinein, damit ich den Herrn sehen kann. Ich verspreche dir, dass ich allein bin.“ Sie fingen an, seine Füße zu halten und flehten ihn an. „Wir möchten ihn nur noch einmal mit diesen Augen sehen, dann können wir glücklich nach Hause zurückkehren. Bitte lege dieses Gebet vor den Herrn – dass Sünder wie wir Ihn sehen mögen. Wahrlich, Er wird dich nicht abweisen.“ Vācaspati versuchte geduldig ihnen die Wahrheit zu erklären, aber er konnte sie nicht von der Wahrheit überzeugen. Als die Zeit verging, erkannten die Leute, dass der Herr nicht nach draußen kommen würde und sie wurden ungeduldig und frustriert. Sie sprachen schneidende Worte zu Vācaspati. 

Jemand sagte: „Vācaspati hat das seltenste Juwel unter den sannyāsīs, unser Śrī Kṛṣṇa Caitanya versteckt und dann kommt er und erzählt uns Lügen. Warum sollte er dagegen sein, dass wir befreit werden? Welche Freude ist es, nur sich selbst zu retten?“ 

Eine andere Person klagte: „Die Natur eines guten Menschen ist, dass er zufrieden ist, wenn andere Befreiung erlangen. Eine gewöhnliche Seele denkt einfach selbstsüchtig an ihre eigene Verbesserung, aber eine heilige Seele sieht zuerst die Errettung anderer, noch bevor sie sich selbst in Betracht zieht.“ 

Jemand anderer sagte: „Selbst im gewöhnlichen sozialen Umgang, wenn man Süßigkeiten kauft und sie anstatt zu teilen, einfach allein aufisst, wird das zweifellos als ein Versäumnis angesehen.“ 

Wieder sagte jemand: „Dieser brāhmaṇa ist in seinem Verhalten irgendwie unehrlich, er ist nicht geneigt, anderen zu helfen.“ 

Auf der einen Seite war Väcaspati sehr betroffen von der Abreise des Herrn und jetzt, auf der anderen Seite, wurde zufällig Schuld auf ihn geschleudert, das ihm noch mehr Drangsal verursachte. Aus diesem ängstlichen Dilemma fand er keinen erkennbaren Ausweg. 

In diesem Moment jedoch, kam ein brāhmaṇa und sprach leise in Vācaspatis Ohr: „Śrī Caitanya ist jetzt in das Dorf von Kuliyā gegangen. Mach was du willst mit dieser Information.“ Die Wolken der Trübsal öffneten sich und Vācaspati war wieder glücklich. Warm umarmte er den brāhmaṇa und eilte zurück zu der Menge, um ihnen die Neuigkeiten mitzuteilen. 

Er sagte: „Ihr alle habt mich fälschlicherweise beschuldigt, dass ich euch die Tatsachen vorenthalte. Ihr dachtet, dass ich den Herrn in meinem Haus versteckt halte. Ich habe gerade von einem brāhmaṇa die Information erhalten, dass der Herr im Dorf von Kuliyā ist. Lasst uns gehen und herausfinden, ob diese Information stimmt. Wenn es wahr ist, dann müsst ihr zustimmen, dass ich ein ehrlicher und aufrechter brāhmaṇa bin.“ 

Die Leute reagierten mit großer Wertschätzung auf diese Aussage und sangen spontan 'Hari! Hari!', und mit sprudelnder Freude in ihren Herzen brachen alle zusammen sofort nach Kuliyā auf. Das Wort verbreitete sich schnell, dass der Erhabenste der sannyāsīs, Śrī Caitanya in Kuliyä sei. 

Inzwischen hat sich die Menge mehrere Male multipliziert und plötzlich schien es, dass Kuliyā eine viel größere magnetische Anziehungskraft besaß als Vācaspatis Dorf. Die. Menge schwoll auf Millionen an. Nur für Ananta Śeṣa wäre es möglich dieses außergewöhnliche Phänomen zu beschreiben. Niemand konnte sagen, woher dieser endlose Strom von Leuten magisch erschienen war. Es ist schwer die Anzahl der gekenterten Boote aufzuzählen. Dennoch hat niemand sein Leben verloren und jeder hat es geschafft die Gaṅgā zu überqueren. Das Wunderbare war, dass, jedesmal, wenn ein Boot kurz davor war zu kentern und alle ertrunken wären, fester Boden darunter erschien und das Unglück verhinderte. All dies geschah nur durch den Wunsch Lord Caitanyas. 

Wer immer die Herrlichkeiten dieser Höchsten Persönlichkeit besingt, kann leicht den materiellen Ozean überqueren, als wäre er so klein wie der Hufabdruck eines Kalbes. Durch Seine Gnade ist es nicht verwunderlich, dass diejenigen, die so eifrig danach strebten, den Herrn zu sehen, Gaṅgā devī ohne irgendwelche ungünstigen Vorfälle überqueren konnten. 

Viele Tausende überquerten allein den Fluss, alle ertranken in einen Ozean der Freude. Einmal auf der anderen Seite, umarmten sie sich und chanteten laut den Heiligen Namen des Herrn. Es war ein großer Tag, um Geld zu verdienen. Niemand konnte errechnen, wieviel die Fährleute verdient hatten. Behelfsmäßige Märkte, auf denen verschiedene Waren verkauft wurden, erschienen plötzlich überall mit geschäftigen Treiben. Allmählich war jeder zur Verfügung stehende Platz ausgefüllt und die ganze Stadt wurde zu einer ozeanischen, flüssigen Masse von Menschen. Laut und klar, weit über dem Tumult schwebte der Klang der Heiligen Namens von Śrī Kṛṣṇa. Das all durchdringende Chanten war völlig verständlich. Dennoch, trotz all dieses Tumultes blieb der Herr in Abgeschiedenheit. 

Als Śrī Vidya Vācaspati in Kuliyā ankam, suchte er hier und dort nach dem Herrn. Der Herr jedoch, hatte es abgelehnt Sich öffentlich zu zeigen, dadurch wurde es sehr schwer Seinen Aufenthaltsort herauszufinden. Nach fieberhafter Suche, entdeckte Śrī Vācaspati den Herrn und sobald er Ihn sah, fiel er Ihm wie ein Stock zu Füßen, um Ihm Ehrerbietung zu erweisen. 

Vācaspati begann Verse zu rezitieren, die wiederholt die gegenwärtige Inkarnation und Spiele des Herrn beschreiben. Er betete: „Oh Herr, Du bist als Śrī Kṛṣṇa Caitanya Mahāprabhu erschienen, nur um das ganze Universum zu befreien. Du hast schon diejenigen befreit, die in diesen tiefen dunklen Brunnen der materiellen Existenz gefallen sind. Deine Barmherzigkeit ist so weit wie der grenzenlose Ozean, deswegen sei so gütig und lass diese Barmherzigkeit für alle Ewigkeit mein Herz berühren. Als Du die gesamte Schöpfung gesehen hast, wie sie von weltlichen Aktivitäten durchdrungen wurde, hast Du Deine grundlose Barmherzigkeit über alle Seelen herabregnen lassen und ihnen die Liebe zu Kṛṣṇa geschenkt. Mögest Du, die höchst edelmütige Höchste Persönlichkeit, immer im Innersten meines Herzens wohnen.“ 

Auf diese Weise verherrlichte er Śrī Gaurasundara und fiel Ihm wiederholt zu Füßen. Ich bringe meine demütige Achtung den Lotosfüßen von Śrī Viśārada dar, dem Vater von beiden, dem illustren Sārvabhauma Bhaṭṭacārya und Vidyā Vācaspati. Śrī Vācaspati sah hoch zum Herrn und war berauscht von Seinem barmherzigen Blick; er stand auf und begann Ihn wieder zu lobpreisen. 

Mit gefalteten Händen betete er: „Oh barmherziger Herr, ich habe nur ein Gebet. Du bist der höchste Autokrat, handelst nach Deinem eigenen süßen Willen, völlig unabhängig von allem und jedem. Andere können Deinen Geist nur so weit erkennen, wie Du es ihnen offenbarst. Du unterliegst keinen Regeln und Regulieren. Dennoch, all die Leute da draußen begreifen diese Wahrheit über Dich nicht und deshalb brachten sie mich zur Verzweiflung und verunglimpften mich, indem sie sagten, ich hätte Dich in meinem Haus versteckt. Sie waren auf mich zornig, aber ihnen war der Sachverhalt nicht bewusst. Deswegen, mein Herr, geh hinaus und zeige Dich nur für einen Augenblick, dann werden sie mich wieder als einen wahrhaftigen Menschen, einen brāhmaṇa, akzeptieren. 

Der Herr lächelte über seine Worte und war sofort bereit der Bitte des ehrlichen brāhmaṇa, Śrī Vācaspati, nachzukommen. Der Herr trat vor die Tür und die Leute ertranken sofort in einen Ozean der Glückseligkeit. Überall warfen sich die Menschen auf den Boden und brachten ihre Ehrerbietung dar. Jeder begann nach seinem Wissen und seiner Fähigkeit, Verse zu rezitieren, die den Herrn lobpreisten. Ihre Freude nahm ständig zu und hunderte von kīrtana Gruppen sprossen überall hervor und begannen süß zu singen. Der Heilige Name von Kṛṣṇa ertönte mit melodiöser Klarheit, erfüllte und vibrierte die konkaven Gewölbe der Erde. Das konnte nur durch die außergewöhnliche Kraft von Śrī Caitanya geschehen. 

Der Höchste Herr, nun als sannyāsī gekleidet, führte das gemeinsame Chanten des Heiligen Namen von Kṛṣṇa ein. Der Name ist so erhaben, dass er den Geschmack von göttlichem Nektar verleiht. Die höheren Planeten, wie Brāhmaloka und Śivaloka sind frei von Bedrängnis, weil sie einfach eine winzige Portion von diesem Nektar erfahren. Die großen mystischen yogis und Weisen sind verrückt nach einem Tropfen dieses Nektares. 

Jeder, der aus grober Illusion die Existenz einer solchen Höchsten Persönlichkeit widerlegt, die mit allen Kräften und aller Opulenz ausgestattet ist, verliert alle guten Eigenschaften, seine Stellung in der Gesellschaft und wird von allen gemieden. Deswegen meine lieben Brüder, verehrt einfach die Lotosfüße von Lord Caitanya. Indem man von Seinen transzendentalen Spielen hört, wird Unwissenheit vernichtet und wenn man sich einfach an Ihn erinnert, werden alle Sünden und Leiden gänzlich beseitigt. Deswegen verehrt, verehrt die Füße von Ihm, der das Juwel der sannyāsīs ist. 

Der Herr wurde ekstatisch, als er die kīrtanas sah, die überall abgehalten wurden. Tränen rannen von Seinen Wangen, als wenn sich Gaṅgā devī in Seinen Augen manifestiert hätte und floss nun ungehindert in alle Richtungen. Der Herr war sofort versunken im gemeinsamen Chanten, alles andere verblasste zur Bedeutungslosigkeit. Welche kīrtana-Gruppe auch immer vorne erschien, der Herr schloss sich ihr an und tanzte mit erhabener Freude. So vervielfachte sich die Begeisterung und die Glückseligkeit dieser Gruppe und sie betrachteten sich als besonders von Glück begünstigt, auf diese Weise vom Herrn beehrt zu werden. Śrī Nityānanda, der Erste unter den Geweihten, verrückt mit kṛṣṇa-prema, fing manchmal Śrī Caitanya und brachte Ihn zum Tanzen. Manchmal tanzte Er gemeinsam mit dem Herrn, verloren in der Ekstase der spirituellen Liebe. 

Śrī Caitanya tanzte nun in völliger Ekstase und Hingabe; laut brüllend wie ein Löwe. Dieses Brüllen, wenn es gehört wurde, löst zweifellos die Verzagtheit aller Lebewesen auf. Während er auf Śrī Gaurāṅga meditiert, wird Lord Śiva so berauscht, dass er, wenn er tanzt, seine Nacktheit nicht wahrnimmt. Jetzt tanzt derselbe Höchste Herr, Śrī Gaurāṅga, der durch Seine Macht die gesamte kosmische Manifestation erschafft und den alle Halbgötter immer begierig sehen wollen, vollstänidg sichtbar vor den Sterblichen. Sein Kommen hatte das gesamte Universum befreit und die ganze Masse von Menschen in Wellen der göttlichen Glückseligkeit gesandt. Der Herr jedoch war sich der Menge nicht bewusst, die immer weiter anschwoll und sich aus allen Richtungen ergoss. Er war in kṛṣṇa-prema vertieft und tanzte mit unbegrenzter Ekstase. 

Jeder in der Stadt von Kuliyā wurde durch die Anwesenheit des Herrn befreit. Von den erhabensten zu den gefallenen Seelen, alle empfingen die Barmherzigkeit des Herrn. Wer immer diese Erzählungen hört, wird von den Fesseln der karmischen Reaktionen befreit. 

Der mitfühlende Herr blieb gerade so lange draußen, bis Ihn alle gesehen hatten und Er ihr Bewusstsein auf eine Stufe der intensiven Freude erhoben hatte. Dann ging Er, begleitet von Seinen Gefährten, hinein und Er spürte sehr tief ihre Anwesenheit. Gerade dann kam ein brāhmaṇa und umfing fest die Lotosfüße des Herrn. 

„Er sagte: „Oh Herr, Ich habe nur eine Bitte. Wenn Du nur ein bisschen Zeit erübrigst, dann kann ich sie Dir mitteilen. Ohne die Essenz des hingebungsvollen Pfades zu kennen, habe ich ein schmerzliches Vergehen begangen, indem ich einen Vaiṣṇava kritisiert habe. Ich habe ihn wiederholt angeschrien und verspottet. 'Wer ist ein Vaiṣṇava im Kali-yuga und was ist eigentlich dieses kīrtana?' Auf diese Weise habe ich mich selbst verdammt. Jetzt, wenn ich mich an diese Vorfälle erinnere, fängt mein Verstand an zu brennen. Oh Herr, Du hast die Kraft jeden zu befreien, sei so gütig und sage mir wie ich meine Sünden mildern kann.“ 

Śrī Caitanya lächelte freundlich, als er die geradlinige und ehrliche Beichte von diesem brāhmaṇa hörte. Er sagte: „Bitte höre, Oh brāhmaṇa, wenn jemand, der Gift genommen hat, Nektar verabreicht bekommt, das Getränk der Unsterblichkeit, dann werden die Wirkungen des Giftes allmählich schwächer und der Körper wird unsterblich. Jetzt werde ich deine Frage beantworten und dir sagen, wie dieser Nektar funktioniert. Alle Kritik, die du verübt hast, auch wenn sie unwissentlich war, ist gleichbedeutend, als hätte man Gift getrunken. So, nun musst du den Nektar des Namens und der Spiele von Śrī Kṛṣṇa mit genau diesem Mund trinken. Von jetzt an benutze dieselbe Zunge, die Vaiṣṇavas beleidigte und verherrliche sie. Vor allen Dingen, verherrliche beständig die Vaiṣṇavas mit Liedern, Gedichten oder auf jede andere Weise. Das Ambrosia von Kṛṣṇas Spielen ist transzendental glückselig und kann leicht alle giftigen Ergebnisse auflösen, die als Folge der Kritik an den Vaiṣṇavas entstanden sind. Wahrlich Ich sage dir, Verherrlichung der Vaiṣṇavas und die Spiele von Śrī Kṛṣṇa ist die Läuterung für jemanden, der die Vaiṣṇavas unwissentlich kritisiert hat. Wenn man Untaten und beleidigendes Verhalten aufgibt und beständig den Höchsten Herrn und Seine reinen Geweihten verherrlicht, dann kann man alle Sünden vernichten. Andernfalls können Millionen von frommen Aktivitäten und Bußen den begangenen Vergehen gegen einen Vaiṣṇava nicht entgegenwirken Deswegen, geh jetzt und praktiziere die Verherrlichung der Geweihten des Herrn und du wirst zweifellos von allen Sünden befreit werden.“ 

Die Geweihten wurden sehr fröhlich, als sie diese wundervollen Unterweisungen hörten und sie antworteten mit Chanten, 'Hari! Hari!' Der Herr hat die Methode sehr schön erklärt, wie man sich von den Vergehen der Blasphemie gegen Vaiṣṇavas entlasten kann. Wenn man diese Unterweisungen von Śrī Caitanya missachtet und einen heiligen Menschen kritisiert, dann muss man im Ozean des Kummers ertrinken, aber diejenigen, die diese  

Unterweisungen von Śrī Caitanya als vedische Wahrheit annehmen, können lächelnd den Ozean der Unwissenheit überqueren. 

Der nächste Besucher war Devanānda Paṇḍita. Als Lord Caitanya immer noch im Familienleben in Navadipa weilte, wo Er viele transzendentale Spiele ausübte, hatte der Paṇḍita kein Verlangen den Herrn zu treffen. Er besaß kein hinlängliches Vertrauen zum Herrn, also vermied er den Kontakt zu Ihm. Doch jetzt, hier in Kuliyā, war Devanānda qualifiziert und sehnte sich danach, den Herrn zu sehen, also warum hatte er sich augenscheinlich geändert? All solche Arrangements liegen eigentlich in den barmherzigen Händen von Śrī Kṛṣṇa. Deswegen, zu der Zeit, als Śrī Caitanya den Lebensstand des sannyāsa angenommen und Sein Heim verlassen hatte, hat Devanānda Paṇḍita das Glück gehabt Śrī Vakreśvara Paṇḍita zu treffen und enge Gemeinschaft mit ihm zu haben. 

Vakreśvara Paṇḍita war Lord Caitanya sehr lieb. Er war immer darin vertieft die hingebungsvolle Gemütsstimmung mit Śrī Kṛṣṇa zu kosten. Nebenbei, er war solch eine erhabene Seele, dass er das gesamte Universum läutern konnte. Wenn er tanzte, waren sowohl die Halbgötter als auch die Dämonen von ihm bezaubert. In der Tat, sobald er durch Śrī Caitanyas Barmherzigkeit zu tanzen begann, erschienen in seiner Person immer alle ekstatischen Symptome in göttlicher Glückseligkeit, wie Weinen, Zittern, Brüllen, Schwitzen, Lachen, gesträubtes Haar und Ohnmacht. Durch die Fügung der Vorhersehung, kam Vakreśvara Paṇḍita in das Haus von Devanānda Paṇḍita. 

Devanānda Paṇḍita war mehr und mehr erfreut und beeindruckt von der strahlenden Erscheinung seines Gastes und seiner reinen Hingabe zum Höchsten Herrn. Er begann Vakreśvara mit aufrichtiger Hingabe zu dienen. Wenn Vakreśvara tanzte, dann ging er mit einem Stock um ihn herum, um die Menge von ihm fernzuhalten. Wenn Vakreśvara in Ekstase ohnmächtig wurde, dann eilte Devanānda, um ihn mit seinen Armen aufzufangen. Er nahm den Staub von den Füßen von Vakreśvara und schmierte ihn mit aufrichtiger Demut und Hingabe überall auf seinen Körper. Auf diese Weise entwickelte Devanānda starkes Vertrauen zu Śrī Caitanya, indem er Vakreśvara diente und seine erhabenen hingebungsvollen Eigenschaften sah. 

Aus dieser Begebenheit kann man die Worte der Purāṇas verstehen, in denen gesagt wird, dass Hingabe zum Höchsten Herrn nur dann entwickelt werden kann, wenn man den reinen Geweihten des Herrn dient. Devanānda Paṇḍita war zweifellos eine sehr fromme und noble Person. Von Kindheit an studierte er das Śrīmad Bhāgavatam. Er war ruhig und friedvoll, er kontrollierte seine Sinne, war an den materiellen Dingen nicht angehaftet und hatte so viele andere guten Eigenschaften. Trotz all dieser Verdienste hatte er keine Anziehung zu den Lotosfüßen von Śrī Caitanya entwickelt, obwohl er Ihn sogar persönlich getroffen hatte. Nichtsdestoweniger, durch die Gnade von Śrī Vakreśvara, wurde seine verdrehte Intelligenz korrigiert. Deswegen finden wir in der vedischen Literatur, wo gesagt wird, dass der Dienst zu einem reinen Geweihten sogar höher ist als direkter Dienst zum Höchsten Herrn. Im Śrīmad Bhāgavatam wird erklärt: „Es mag einige Zweifel darüber bestehen, ob man Vollkommenheit erlangen kann, wenn man der Höchsten Persönlichkeit Gottes dient, aber es besteht jedoch absolut kein Zweifel daran, dass man Vollkommenheit erlangt, wenn man den reinen Geweihten des Höchsten Herrn dient.“ 

Deswegen ist es klar, dass, wenn man die Barmherzigkeit von Śrī Kṛṣṇa erlangen möchte, man Seinen reinen und hingegebenen Geweihten dienen muss. Devanānda Paṇḍita hat die richtige hingebungsvolle Anhaftung für Śrī Gaurāṅga durch seine vertrauliche Gemeinschaft mit Vakreśvara Paṇḍita entwickelt. Nun lag er ausgestreckt auf dem Boden, brachte Ehrerbietung dar und drückte die Lotosfüße des Herrn mit großer Ehrfurcht und Demut. Der Herr war sehr zufrieden, als er in der Gemütsstimmung von Devanānda Paṇḍita Hingabe und Sanftmut sah. Er streckte die Hand nach ihm aus und brachte ihn dazu, sich aufzusetzen. Er vergab ihm all seine vorherigen Vergehen und segnete ihn. 

"Da du Vakreśvara Paṇḍita so gut gedient hast, kann ich dich heute hier sehen. Vakreśvara ist eine Manifestation und Verkörperung von Kṛṣṇas transzendentaler Kraft; darum erreicht man, wer auch immer ihm wohlgesonnen ist, sofort die Lotosfüße von Kṛṣṇa 

Der Herr sagte: „Da du Vakreśvara Paṇḍita so gut gedient hast, kann Ich dich heute hier empfangen. Vakreśvara ist eine Manifestation und Verkörperung von Kṛṣṇas transzendentaler Kraft; deswegen, wer immer ihm gut dient, erlangt sofort die Lotosfüße von Kṛṣṇa. Śrī Kṛṣṇas Lieblingsresidenz ist das Herz von Vakreśvara Paṇḍita. Wo und wann Vakreśvara tanzt, Kṛṣṇa Selbst wird dazu bewogen an diesem Platz zu tanzen. Folglich, die Anwesenheit von Śrī Vakreśvara verwandelt alles und überall in alle Pilgerorte, den spirituellen Wohnorten von Śrī Kṛṣṇa, Vaikuṇṭha.“ 

Der brāhmaṇa, Devanānda Paṇḍita, faltete seine Hände und begann zum Herrn zu beten. „Oh Herr, aufgrund Deines unendlichen Mitgefühls bist Du in Navadvīpa erschienen, einzig um die gesamte Menschheit zu erlösen. Vorher, wegen meiner sündhaften Aktivitäten habe ich weder Dich gesehen noch die göttliche Glückseligkeit Deiner Gemeinschaft erfahren. Deine Natur ist es Segnungen auf jede lebendige Seele herabregnen zu lassen. Ich bete, dass ich jetzt reine Anhaftung an Deine Lotosfüße entwickeln möge. Ich bitte Dich nur um eine besondere Gunst, ich brauche Deine göttliche Führung. Ich bin vollständig ohne Wissen, dennoch versuche ich aus einem Buch, das voller Wissen ist, zu lehren. Das Bhāgavatam ist dafür gedacht, nur von den Seelen gelehrt zu werden, welche die höchste Stufe der Selbstverwirklichung erlangt haben. Oh Herr, bitte unterweise mich, was ich lehren und wie ich das Bhāgavata erläutern soll.“ 

Der Herr begann die Essenz des Śrīmad Bhāgavatams zu erläutern. „Höre, Oh gelehrter brāhmaṇa, interpretiere das Bhāgavatam nur in dem Licht des bhakti, Hingabe. Betritt keinen anderen Vorgang. Der Anfang, die Mitte und das Ende des Bhāgavatams stellt fest, dass der hingebungsvolle Dienst zum Höchsten Herrn ewig, absolut und unfehlbar ist. Hingebungsvoller Dienst ist die einzige Realität, die Absolute Wahrheit. Zu der Zeit der totalen Auflösung der kosmischen Schöpfung, wenn alles vollständig vernichtet ist, bleibt nur die Realität des hingebungsvollen Dienstes unberührt und vollkommen. Der Höchste Herr, Śrī Kṛṣṇa, gibt nicht jedem hingebungsvollen Dienst, aber er bietet einem Aspiranten leicht Befreiung an, während Er die Wissenschaft der reinen Hingabe verdeckt. Nur durch seine persönliche Gnade, erhebt Er jemanden auf den Pfad des bhakti

„Die philosophische Schlussfolgerung auf dem Pfad des bhakti, die im Śrīmad Bhāgavatam verfügbar ist, findet in keiner anderen Schrift eine Parallele. So wie alle Inkarnationen des Herrn, wie Matsya, Kūrma und so weiter, durch Ihren eigenen süßen Willen, sich selbst manifestieren, erscheinen und verschwinden; ähnlich ist das Śrīmad Bhāgavatam kein Text, das von gewöhnlichen Sterblichen verfasst wurde. Das Bhāgavatam, das transzendental ist, erscheint und verschwindet nur durch den Willen von Śrī Kṛṣṇa. Das Bhāgavatam, das vorher verschwunden war, erschien durch die grundlose Barmherzigkeit von Śrī Kṛṣṇa, eines Tages auf der Zunge von Śrīla Vedavyāsa. Die esoterische Wahrheit über den Höchsten Herrn ist unbegreiflich, so wie das Śrīmad Bhāgavatam. Dies ist das Urteil aller Schriften. 

„Wenn jemand stolz behauptet das Śrīmad Bhāgavatam zu kennen und verstanden zu haben, dann besitzt er mit Sicherheit kein Wissen über die richtigen Schlussfolgerungen. Auf der anderen Seite, wenn man unterwürfig ist und sein Mangel an Verständnis zugibt, dann wird sich ihm in der Tat die Essenz des Bhāgavatams offenbaren. Das Bhāgavatam ist mit göttlichen kṛṣṇa prema gesättigt. Es ist in der Tat der Körper von Śrī Kṛṣṇa, da es die vertraulichen Spiele von Śrī Kṛṣṇa enthält. Nachdem Śrīla Vedavyāsa die vielen verschiedenen Purāṇas und Veden verfasst hatte, spürte er immer noch ein Vakuum in sich, aber als er letztendlich das Bhāgavatam sprach, wurde er in seinem Herzen vollkommen zufriedengestellt. Manchmal jedoch kann selbst jemand, der versucht hat, diese großartige Schrift zu erläutern, sich in einem Dilemma befinden, also sei sehr vorsichtig.“ 

„Deshalb musst du das gesamte Bhāgavatam nur durch bhakti erklären. Auf diese Weise kannst du all deine Vergehen bereinigen und du wirst erhabene Glückseligkeit in deinem Herzen erfahren. Alle Schriften schlussfolgern, dass Hingabe zu Śrī Kṛṣṇa das letztendliche Ziel ist. Besonders das Bhāgavatam ist mit dem transzendentalen überirdischen Austausch der Gemütsstimmung mit Kṛṣṇa durchdrungen. Nun kehre zurück und studiere das Bhāgavatam sehr gut und erkläre jedem, dass hingebungsvoller Dienst zu Kṛṣṇa das höchste Ambrosia ist.“ 

Devānanda Paṇḍita warf sich bei den Lotosfüßen des Herrn und betrachtete sich als die glücklichste Seele. Nachdem er seinen Körper, Geist und Worte dem Herrn hingegeben hatte, brachte er wiederholt Ehrerbietung dar und kehrte nach Hause zurück. Auf diese Weise unterwies Gaurasundara jeden über die tatsächliche Stellung des Śrīmad Bhāgavatam. Das Bhāgavatam lehrt eigentlich nur bhakti. Wenn man also den Pfad des hingebungsvollen Dienstes nicht erklärt, während man das Bhāgavatam lehrt, dann ist es eine unnütze Verschwendung von Worten und Energie und man erwirbt die Früchte von Vergehen. 

Jemand, der versteht, dass das Śrīmad Bhāgavatam eine Abhandlung ist, die sich vollständig der Wissenschaft des hingebungsvollen Dienstes widmet, wird ein Empfänger der besonderen Gnade Lord Kṛṣṇas. Die Anwesenheit des Bhāgavatams in irgendeinem Haus, heiligt dieses Haus und befreit es von allem Unglück. Das Bhāgavatam zu verehren ist gleichbedeutend mit der Verehrung Śrī Kṛṣṇas. Das Bhāgavatam zu hören und zu lesen ist reiner hingebungsvoller Dienst. Es gibt zwei Bedeutungen von dem Wort 'Bhāgavata': Eines ist das Buch-Bhāgavata und die andere ist die 'Person-Bhāgavata', das die Personifizierung von Śrī Kṛṣṇas Barmherzigkeit ist. Durch tägliche Verehrung, Studium und Hören des Śrīmad Bhāgavatam, wird man dazu erhoben ein 'Person-Bhāgavata' zu werden. 

Auf der anderen Seite, wenn eine sündhafte Person, ohne angemessene Haltung das Śrīmad Bhāgavatam liest, dann wird er aufgrund eines Mangels an richtigem Verständnis Śrī Nityānanda kritisieren und beleidigen. Śrī Nityānanda ist die Verkörperung der Essenz und der göttlichen Gemütsstimmung des Śrīmad Bhāgavatams. Wenn man das vollkommen versteht, dann ist man eine wahrhaftig intelligente und von Glück begünstigte Seele. Śrī Nityānanda erklärt ununterbrochen mit Seinen tausend Mündern die Erläuterung des Bhāgavatams, sogar jetzt. 

Obwohl Nityānanda grenzenlos ist, ist Er nicht in der Lage Seine Dissertation über das Bhāgavatam, das unbegrenzt und transzendental ist und die Schlussfolgerungen über den Pfad des bhakti enthält, zu vervollständigen. 

So hat der Herr jedem die wahre Essenz des Śrīmad Bhāgavatams gelehrt und Seine Diskussion mit Devānanda Paṇḍita als Mittel benutzt. All jene, die mit spirituellen Fragen kamen, beantwortete der Herr zu ihrer vollen Zufriedenheit. Indem Er nach Kuliyā kam, segnete Śrī Kṛṣṇa Caitanya alle und so wurden alle von Glück begünstigt und glorreich. Sie starrten Ihn voller Entzücken an, ihr Blick blieb auf den wundersamen glückseligen Herrn kleben. Auf diese Weise erfüllte der Herr alle Wünsche und löste alle ihre Leiden auf, so dass alle seine Geweihten in einem Ozean der Glückseligkeit trieben. 

Wenn man diese Spiele mit Vergnügen hört, wird man gewiss direkt mit dem Herrn Gemeinschaft haben. 

Ein Mensch kann in jeder Familie oder Kaste geboren werden. Alles ist gut, wenn er von den transzendentalen Spielen von Śrī Kṛṣṇa hört. 

Śrī Kṛṣṇa Caitanya und Śrī Nityānanda Prabhu sind mein Leben und meine Seele. Ich, Vṛndāvana dāsa bringe dieses Lied demütig Ihren Lotosfüßen dar.

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