Die Bewegung der reinen Hingabe

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Die Sajjanatoshani wurde von Thakur Bhaktivinode als das Sprachrohr der gegenwärtigen Bewegung der reinen Hingabe gegründet. Diese Bewegung der reinen Hingabe, bzw. die Anhänger von Sree Rupa Goswami, entstand ebenso durch die Initiative von Thakur Bhaktivinode. Sree Rupa Goswami war der Gefährte von Lord Chaitanya, der ihn zum ursprünglichen Acharyya des Prinzips der liebenden Hingabe ernannte.

Die Bewegung hat sich seit der Gründung des Sajjanatoshani weit verbreitet. Eine sehr große Zahl aufrichtiger Seelen dieses Landes hat das Leben des liebenden Dienstes für den Herrn erlangt. Dass die Zeitschrift das englische Gewand angenommen hat, ist das Ergebnis der Ausbreitung der Bewegung und prophezeit die Tendenz nach weiterer und weltweiter Ausbreitung.

Der Name "Harmonist", den das englische Sajjanatoshani übernommen hat, mag auf den ersten Blick auch kosmopolitischer erscheinen als der ältere Sanskrit-Titel, der wörtlich eine Frau bedeutet, die dem Herrn zu Gefallen ist. Der Harmonist zielt darauf ab, den wahren Einklang zu fördern. Aber der englische Titel unterscheidet sich in seiner Bedeutung nicht wirklich vom ursprünglichen Titel der Zeitung. Harmonie ist allein im spirituellen Dienst des Herrn zu finden.

Der Harmonist hat sich dem Dienst derer verschrieben, die selbst treue Diener der ursprünglichen Quelle aller Harmonie sind. Der Dienst der Diener des Herrn ist der einzige Weg, der den gefallenen Seelen offensteht, um den Dienst des Herrn wiederzuerlangen. Es gibt keinen anderen Weg, wirkliche Eintracht unter denen herzustellen, die Gott gegenüber abgeneigt sind, als durch ihren Gehorsam gegenüber den Geweihten des Herrn. Dem Herrn wird durch die gemeinschaftliche Lobpreisung der Vielen dem Einen gedient. Der Harmonist hat keine Affinität zu denen, die hoffen, Einigkeit zu erzielen, indem sie den transzendentalen Dienst des Herrn ganz oder teilweise ignorieren. Der weltliche Kosmopolit glaubt an die Kraft der vox populi und die Aussichten auf weltlichen Genuss.

Der Harmonist setzt sein Vertrauen in das Vox dei und die darauf beruhenden Aussichten auf ein spirituelles Leben. Er strebt nicht danach allen wahllos zu gefallen, sondern nur den Dienern des Herrn. Solange die Menschen es nicht vorziehen, den Dienern des Herrn zu gehorchen, anstatt ihren eigenen verirrten Neigungen zur weltlichen Vermehrung zu folgen, kann es keine wirkliche Harmonie in dieser Welt geben. Der Versuch, den Dienern des Herrn zu gefallen, ist dasselbe wie, ja steht sogar höher als der Versuch, dem Herrn zu gefallen. Der Harmonist ist nur dann bereit, dem Dämon zu dienen, wenn der Dämon dem Herrn gehorcht und nicht anders. Wenn man versucht, denen zu gefallen, die nicht dem Herrn dienen, wird die vorherrschende Verwirrung noch verstärkt.

Die Methode, die der Harmonist zur Förderung der Harmonie und des Einklangs anwendet, hat nichts mit den Methoden der Humanisten gemein, die sich auf sich selbst und ihre Mitmenschen verlassen, um ihr Ziel zu erreichen. Das Elend und die Zwietracht in der Welt werden im Allgemeinen auf die Unkenntnis der Naturgesetze und der Bedeutung der moralischen Ordnung zurückgeführt. Durch die Bereitstellung von ethischen Unterweisungen, durch die Schaffung von Möglichkeiten soziale und humanitäre Tugenden auszuüben und durch die Verbreitung des Wissens über die Naturgesetze zur effizienten Ausführung tugendhafter Arbeit hofft der Humanist, dass alle Menschen den Frieden eines guten Gewissens erlangen. Der Plan und das Ziel des Harmonisten unterscheiden sich davon.

Der Harmonist glaubt nicht, dass die Instinkte der gefallenen Seelen die wirkliche Grundlage für die Errichtung der Struktur des universellen Friedens und Glücks liefern können. Natürlich begehren die gefallenen Seelen die Dinge dieser Welt für ihr eigenes egoistisches Vergnügen. Da die Dinge dieser Welt unglücklicherweise in ihrer Menge begrenzt und von Natur aus vergänglich sind und da die physischen Sinne selbst nur eine begrenzte Genussfähigkeit besitzen und ihre Kraft verlieren können, ist der Versuch, den weltlichen Genuss zu steigern und zu vervollkommnen, zum ständigen Scheitern verurteilt.

Der wahre Frieden des Gewissens ist anderswo zu suchen. Der Mensch muss die Führung seines begrenzten und irreführenden Verstandes ablegen und im Geiste echter Demut nach Erleuchtung von oben suchen. Der praktische Weg zur geistigen Erleuchtung ist es den Dienern des Herrn zu dienen. Die gefallene Seele muss sich unterwerfen, um das Wissen über ihr wahres Selbst und ihre Beziehung zur höchsten Seele von denen zu erhalten, die selbst erleuchtet sind.

Dem begrenzten Verständnis darf nicht erlaubt sein, das unbegrenzte auszuschließen. Wenn das Höhere Wissen einmal wirklich in Erscheinung tritt, wird der begrenzte Verstand automatisch das Wesen und die Methode der spirituellen Aktivitäten in dem Licht erkennen, das von der Quelle allen Lichts ausgestrahlt wird. Indem wir versuchen, unsere Pflichten im Irrlicht unseres verdrehten Bewusstseins zu erfüllen, lassen wir uns nur von einer Torheit leiten, die wir gerne mit dem Namen des freien individuellen Urteils bezeichnen.

Die wahre Freiheit ist die ewige Eigenschaft der makellosen Seele, die keine Affinität oder Sehnsucht nach eigenem egoistischem Vergnügen hat. In ihrem natürlichen Zustand der erleuchteten Freiheit neigt die Seele auch nicht zu der selbstzerstörerischen Eitelkeit stoischer Passivität. Das unablässige und einzige Anliegen der freien Seele ist es, der transzendentalen Wahrheit zu dienen, die in ihrem gefallenen Zustand durch den Nebel verdunkelt wird, der durch die Eitelkeit des Fleisches entsteht, dem sich die Seele durch ihre eigene freie Wahl unterwirft.

Das Recht auf diese selbstgewählte Knechtschaft gegenüber dem Verlangen des Fleisches wurde von alters her als Grundprinzip des politischen, sozialen und individuellen Lebens der eingekerkerten Menschheit während ihres vorübergehenden Aufenthalts in dieser, unserer irdischen Besserungsanstalt angenommen. Der Harmonist plädiert für eine Revision dieses Grundprinzips des Lebens im Lichte höherer Überlegungen. Das Licht aus der Quelle kann uns allein auf den ewigen Weg führen. Unsere individuellen Lichter sind keine unabhängigen Quellen der Erleuchtung, sondern müssen durch den Kontakt mit der Quelle allen Lichts ständig auf die Erhaltung ihrer winzigen Lichter getrimmt werden.

Die Verbindung zwischen der Quelle und dem abhängigen Licht (das sind wir, die bedingten Seelen. Anm. d. Übers.)  wird unterbrochen, da es unser eitles Ansinnen ist, in unserem gefallenen Zustand, zu glauben, dass wir unabhängig existieren. Es ist notwendig, die unterbrochene Verbindung wiederherzustellen, nicht durch das Wissen, das von den induktiven Wissenschaften angesammelt wurde, die selbst das Produkt des trügerischen Lichts der Seele im Zustand der Rebellion gegen die Grundlagen ihrer eigenen konstituierenden Prinzipien sind, sondern durch das Wissen, das von der Quelle allen Lichts kommt, das seinen ewigen Wohnsitz in den leuchtenden Reichen des Geistes hat.

Die Methode die Botschaften aus der spirituellen Welt, die dieses phänomenale Universum transzendiert, ohne es zu ignorieren, aus dem Munde emanzipierter Seelen zu hören, die ewig und ausschließlich der Wahrheit dienen, ist der einzige Weg, die Gnade der göttlichen Erleuchtung zu erlangen.

Der Harmonist steht für dieses Prinzip in Theorie und Praxis. Er ist durch Prinzip und Praxis die ewige und ausschließliche Dienerin der Diener des Herrn, und ihre einzige Pflicht ist es, zu versuchen, nur ihnen zu gefallen, und dadurch die Methode und das Ziel von Thakur Bhaktivinode fortzusetzen, verkörpert im Sajjanatoshani, die einfache Dienstmagd, die auf die Diener des Herrn wartet.

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