His Holiness

Śrī Śrīmad Bhakti Śrīrūpa Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja

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Die Botschafter der Caitanya Mahāprabhu’s vāṇī

 

Einmal ging Guru Mahārāja (zu der Zeit, Śrī Hayagrīva Brahmacārī), gemeinsam mit Śrī Śrīmad Bhakti Śrīrūpa Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja (dann Śrī Siddhasvarūpa Brahmacārī) und Śrīla Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja nach Sylhet, Ostbengalen (jetzt Bangladesch), um dort zu predigen. Sie waren auf einer dreitägigen spirituellen Veranstaltung eingeladen, um dort zu sprechen. Am ersten Tag benutzte Śrī Siddha-svarūpa Brahmacārī in seiner Ansprache sehr direkte, aber harte und unbotmäßige Worte, als er die Überlegenheit der Lehren von Śrī Caitanya Mahāprabhu über die populären māyāvāda-Philosophien, die zu dieser Zeit vorherrschten, herausstellte.

 

Er bezeichnete Vivekānanda, dessen Name bedeutet: „Einer, der Glückseligkeit findet, wenn er im Besitz von Intelligenz ist", als 'Vi-vekānanda' oder 'einer, der Glückseligkeit im Unwissen findet'. Und er bezog sich auf Rāmakṛṣṇa Paramahaṁsa als 'Rāma-haṁsa', 'ein großer, aber wertloser Schwan'. Viele Einwohner von Sylhet waren angesichts dieser Schmähungen verärgert. In dieser Nacht wurden Flugblätter, die die Gauḍīya Maṭha anprangerten und die Absage der Veranstaltung forderten, veröffentlicht und in der ganzen Stadt verteilt.

 

Am nächsten Tag traf sich Śrī Hayagrīva Brahmacārī mit dem Organisator, dem Bezirksrichter, der seine Befürchtungen über die Sicherheit zum Ausdruck brachte, da die Veranstaltung auf so großen Widerstand gestoßen war, dass es ratsam sei, die verbleibenden zwei Tage der Veranstaltung abzusagen, um die Möglichkeit eines unerwünschten Zwischenfalls auszuschließen. Śrī Hayagrīva Brahmacārī versicherte dem Richter, dass der Redner, der diese aufwieglerischen Worte am vorangegangenen Abend benutzt hatte, definitiv nicht noch einmal sprechen würde und dass nur er und Śrī Śrīmad Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja sich an das Publikum wenden würde. Der Richter antwortete: „Allein aufgrund Ihrer Zusicherung werde ich die Fortsetzung der Veranstaltung gestatten. Ich werde alle notwendigen Vorkehrungen für eine erhöhte Sicherheit treffen, aber bitte achten Sie auf den Inhalt Ihres hari-kathā.

 

Am nächsten Abend war der Veranstaltungsort mit feindseligen Opponenten besetzt. Śrī Haryagrīva Brahmacārī war der erste, der zu der Menge sprach und begann damit, dass er die Leute von Sylhet für ihre Gastfreundschaft lobpreiste. Nachdem er seine Rede beendet hatte, überließ er das Podium Śrīla Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja. In seiner Präsentation, sagte Śrīla Mahārāja: „Unser Guru Mahārāja, Śrīla Bhaktisiddhānta Sarasvatī Ṭhākura Prabhupāda, hat uns gelehrt, dass wir in unseren Predigten die Botschaft von Svayaṁ Bhagavān Śrī Caitanya Mahāprabhu überbringen. Unser einziger Zweck, hierher zu kommen, ist es, durch die vāṇī (Lehren) zu vermitteln, die unaufhörlich aus dem Śrīmad-Bhāgavatam, dem natürlichen Kommentar zum Vedānta-sutra, fließen, so wie es von Śrīman Mahāprabhu und unserer guru-varga-Linie präsentiert wurde, zu der auch Śrī Raghunātha dāsa Gosvāmī, Śrīla Jīva Gosvāmī, Śrīla Kṛṣṇadāsa Kavirāja Gosvāmī und andere gehören und die unsere bhāgavata-paramparā bilden. Wir sind nicht hier, um mit der Vorsicht und Schüchternheit einer Dame zu predigen, die ihr Gesicht hinter einem Schleier verbirgt.

 

„Ganz zu schweigen von den philosophischen Lehren von Persönlichkeiten wie Śrī Śaṅkarācārya, Jamini, Patañjali, Kaṇāda und so weiter. Die von Svayam Bhagavān Śrī Gaurāṅga Mahāprabhu manifestierte Ideologie ist unvergleichlich und den Ideologien, die selbst von den vier früheren Vaiṣṇava-ācāryās - Śrī Rāmānuja, Śrīla Madhvācārya, Śrī Nimbāditya und Śrī Viṣṇusvāmī - aufgestellt wurden, weit überlegen. Durch Seine Lehren hat Er die Unzulänglichkeiten solcher Doktrinen aufgezeigt und alle irrtümlich fabrizierten Philosophien endgültig besiegt. Wie ist es daher möglich, dass bei unserer Darstellung der Ideologie von Śrīman Mahāprabhu die Ideologien von Personen wie Vivekānanda, Rāmakṛṣṇa Paramahaṁsa und Bhandarkar nicht auf den Prüfstand gestellt werden?

 

Außerdem sind wir nur Boten von Śrī Caitanya Mahāprabhu; unsere Aufgabe ist es lediglich, Seine Lehren zu übermitteln. Wenn jemand in dieser Versammlung irgendwelche Einwände hat, möge er sie bitte an Śrīman Mahāprabhu, Śrīla Vedavyāsa oder Śrīla Rūpa Gosvāmī richten. Obwohl wir einen unerschütterlichen Glauben an ihre vicāra-dhārā (Ideologie-linie) haben, werden wir uns zweifelsohne jeder Person hingeben, die eine Ideologie präsentieren kann, die der von Śrīman Mahāprabhu überlegen ist. Aber wenn es eine solche Person in dieser Welt nicht gibt, welches intelligente Wesen wäre dann nicht gewillt, einem so höchst verheißungsvollen spirituellen Weg zu folgen, wie er von Śrīman Mahāprabhu und Seinen Anhängern beschrieben wurde, oder würde sich von ihm nicht inspiriert fühlen?“

 

Das Śrīmad-Bhāgavatam hat Śrī Kṛṣṇa eindeutig als Svayam Bhagavān beschrieben:

 

ete cāṁśa kalāḥ puṁsaḥ

 kṛṣṇas tu bhagavān svaya

Śrīmad-Bhāgavatam (1.3.28)

 

Alle avatāras sind entweder vollständige Teile, oder Teile von vollständigen Teilen der Höchsten Persönlichkeit, aber Kṛṣṇa ist die ursprüngliche Persönlichkeit Gottes.

 

„Des Weiteren hat Kṛṣṇa Selbst in der Bhagavad-gītā ausgesagt, dass Er das ultimative Ziel der Hingabe ist, wie im folgenden Vers beschrieben:

 

 sarva-dharmān parityajya

mām ekaṁ śaraṇaṁ vraja

ahaṁ tvāṁ sarva-pāpebhyo

mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ

 Śrīmad Bhagavad-gītā (18.66)

 

Gib jedes dharma auf und nimm Zuflucht bei Mir Allein. Ich werde dich von den Reaktionen deiner Sünden befreien. Klage nicht.

 

man-manā bhava mad-bhakto

mad-yājī māṁ namaskuru

mām evaiṣyasi satyaṁ

te pratijāne priyo ’si me

 Śrīmad Bhagavad-gītā (18.65)

 

Denke ständig an Mich, und werde Mein Geweihter. Verehre Mich, und bringe Mir deine Ehrerbietung, praṇāma, dar. Auf diese Weise wirst du zu Mir kommen. Ich verspreche dir dies, weil du Mein inniger Freund bist.

 

ananyāś cintayanto māṁ

ye janāḥ paryupāsate

teṣāṁ nityābhiyuktānāṁ

yoga-kṣemaṁ vahāmy aham

 Śrīmad Bhagavad-gītā (9.22)

 

Doch denjenigen, die Mich mit Hingabe verehren und über Meine transzendentale Gestalt meditieren, gebe Ich, was sie brauchen, und erhalte, was sie haben.

 

„Daher, was nützt es, die Ideologie von Rāmakṛṣṇa Paramahaṁsa zu akzeptieren, der die Verehrung von devatās (Halbgötter) befürwortet? Solche Verehrung ist dem Śrīmad-Bhāgavatam (4.31.14) entgegengesetzt, das die entschlossene Aussage trifft:

 

yathā taror mūla-niṣecanena

tṛpyanti tat-skandha-bhujopaśākhāḥ

prāṇopahārāc ca yathendriyāṇāṁ

tathaiva sarvārhaṇam acyutejyā

 

So wie das Wasser die Wurzel eines Baumes, seinen Stamm, seine Äste, seine Blätter und Zweige nährt, und so wie Nahrung, die in den Magen kommt, alle Sinne und körperlichen Glieder nährt, werden alle Halbgötter automatisch verehrt, wenn man Śrī Acutya (Bhagavān) verehrt.

 

„Die Philosophie von Vivekānanda ist ‘jīve prema kare ĵei jana sei jana seviche īśvara — Wer Liebe für die Lebewesen besitzt, dient eigentlich dem Höchsten Herrn.' Wir sehen jedoch, dass seine Anhänger Tiere töten und essen und deshalb müssen wir daraus schließen, dass in diesem Schlagwort sich das Wort 'jiva', so wie es von Vivekānanda benutzt wird, nur auf die Menschen bezieht. Aber die wahre Bedeutung des Wortes jiva, bezieht sich auf alle Lebewesen.

 

„Sie sollten alle diese Punkte eingehend prüfen. Es ist nicht nötig, dass wir noch etwas sagen. Es steht Ihnen allen frei, sich über etwaige Unzulänglichkeiten in unseren Lehrmethoden zu beschweren, aber Sie können sicher sein, dass die von uns dargebotene Philosophie zu jeder Zeit makellos rein bleibt, ohne die geringste Spur von Verunreinigung."

 

Nachdem Śrīla Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja seine Rede beendet hatte, reagierte das Publikum mit donnerndem Applaus. In der Tat, sie waren wahrhaft erfreut und baten die Organisatoren die Veranstaltung um fünfzehn Tage zu verlängern. So wurde die Verkündigung von Śrīman Mahāprabhus vāṇī in der Stadt von Sylhet ein großer Erfolg. Da Sylhet als Stadt mit Kalk von hoher Qualität bekannt war, beluden sie einen Waggon mit Kalk, das für das Tünchen der Wände der Śrī Caitanya Maṭha, der Tempel von Yogapīṭha und anderen Gebäuden in Śrīman Mahāprabhus Śrīdhāma  Māyāpura gedacht war.

 

Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja war es gewohnt, in einer unverblümten Art und Weise zu sprechen, die manche als ungenießbar empfunden haben mögen, aber er präsentierte nie etwas anderes als śrauta-vāṇī, die Lehren, die durch die bhāgavata-paramparā herabsteigen. Dies wurde von der maßgeblichen Persönlichkeit Śrīla Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja, seinem älteren Gottbruder, gewürdigt, der den Inhalt der Rede seines jüngeren Gottbruders an diesem Tag in Sylhet verteidigte.

 

Die Wahrheit verkünden

 

Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja war beachtlich kühn und geradeheraus in seinen Vorträgen. Er hielt sich nie zurück, die falschen Philosophien anderer zu widerlegen, auch versuchte er nie durch indirekte Rede Konfrontationen zu vermeiden. Aufgrund seines unbefangenen Wesens sprach er öffentlich und privat auf die gleiche Art und Weise.

 

Einmal, während er gemeinsam mit Śrī Śrīmad Bhakti Viveka Bhāratī Gosvāmī Mahārāja predigte, stellte Śrīla Mahārāja (damals Śrī Siddha-svarūpa Brahmacārī) sehr direkt und unmissverständlich die Vorherrschaft des reinen bhakti über alle pseudo-hingegebenen Religionen fest, die in dem Sprichwort 'ĵata mata tata patha - es gibt so viele Wege, Gott zu erreichen, wie es Wege gibt, Ihn zu sehen' enthalten sind, und dass dieser populäre Slogan lediglich auf miśrita-bhakti oder gemischte Hingabe hinausläuft. Es erübrigt sich zu sagen, dass eine Reihe von Menschen durch diese Behauptung sehr beunruhigt waren und begannen, sich der Gauḍīya Maṭha zu widersetzen.

 

Als Śrī Kuñja-bihārī Vidyābhūṣaṇa Prabhu, der Sekretär der Gauḍīya Maṭha, dieses Ereignis Śrīla Prabhupāda erzählte, sagte Śrīla Prabhupāda: „Obwohl die Heiligen Schriften bestätigen, dass Siddha-svarūpa Prabhu die Wahrheit gesprochen hat, sollte die harsche Sprache, die er anwendet, nie über unsere Lippen kommen. Wie dem auch sei, seine Worte haben unsere Botschaft an eine so große Gruppe von Menschen übermittelt, dass es uns sonst einen Lakh Rupien gekostet hätte. Für diesen Dienst werde ich ihm eine Śrī Gaura Āśīrvāda-Urkunde (1) ausstellen und ihm den besonderen Titel 'Vidyā-vāgīśa' verleihen, was 'der beste Redner des wahren Wissens' bedeutet. Schreibe das auf, 'Vidyā-vāgīśa', und reserviere es für ihn."

 

Seine Wertschätzung für meine Entschlossenheit.

 

Einmal, durch die Unachtsamkeit der Zug-Gepäckträger, wurde die Hand von einer der nicht installierten Bildgestalten von Śrī Śrī Rādhā-Kṛṣṇa beschädigt, die ich per Eisenbahn gesendet hatte, um sie in einer maṭha in Kṛṣṇanagara zu installieren. Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja war gerade da, als ich diese Nachricht erhielt und er fragte mich: „Was wirst du jetzt tun?“

„Zuerst werde ich Schadensersatz von der indischen Eisenbahngesellschaft fordern,“ antwortete ich. „Danach werde ich entscheiden, was ich als nächstes tun werde.“

Er gab mir folgenden Rat: „Du solltest jede Hoffnung auf Entschädigung aufgeben. Es ist sehr schwierig.“ Dann sagte er und breitete seine Arme weit aus: „Der Versuch Geld von der Indischen Eisenbahngesellschaft zu bekommen ist, als würde man versuchen es aus einem Loch herauszufischen, das siebenmal tiefer ist als der Abstand zwischen meinen Händen. Es wäre besser jetzt einen Gottgeweihten, um eine Spende anzuflehen und schnell eine neue Bildgestalt anfertigen lassen.“

 

Letztendlich traf ich die Entscheidung, zumindest den Versuch zu starten, unsere rechtmäßige Entschädigung einzusammeln. Nachdem ich ziemlich viel Zeit und Energie in diese Angelegenheit investiert hatte, konnte ich sogar die Indische Eisenbahngesellschaft zwingen uns die Kosten für die nicht installierte Bildgestalt zu erstatten und nach einer gewissen Zeit erhielten wir die Zahlung. Als ich Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja diesen Erfolg mitteilte sagte er: „Du hast es geschafft dem Haus von Yamarāja, dem Tod persönlich zu entkommen. Nur ein entschlossener Gottgeweihter wie du, kann den Reichtum retten, der für Bhagavāns Dienst gedacht ist.”

 

Das Geschenk eines nṛsiṁha-kavaca

 

Eines Tages, als ich mit einem Gerichtsverfahren zu tun hatte, um die Mieter zu vertreiben, die den Erscheinungsort von Śrīla Prabhupāda in Purī illegal besetzt hatten, kam Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja auf mich zu und äußerte Besorgnis über mein Wohlergehen. Mit der Zuneigung eines Beschützers sagte er: „Ich werde dir zum Schutz ein nṛsiṁha-kavaca machen lassen. Du musst es immer tragen. Du hast keine Ahnung, wie diese Leute dir Schaden zufügen können.” Ein paar Tage später brachte er mir ein nṛsiṁha-kavaca, das von seinem Gottbruder Śrīpāda Kṛṣṇa-keśava Brahmacārī hergestellt worden war. Als er es mir überreichte, zeigte er mir seinen Arm, an dem er auch ein nṛsiṁha-kavaca trug, und sagte: „Sieh, ich habe auch eins.”

 

Obwohl ich das nṛsiṁha-kavaca annahm, stand ich einem inneren Dilemma gegenüber, ob ich es tragen sollte oder nicht. Ich dachte darüber nach und kam zu der Schlussfolgerung, dass, wenn ich wahrhaftig hingegeben bin und all meine Bemühungen der reinen Absicht ausgeführt werden, Bhagavān zu dienen, dann, kann mir in der Tat niemand auch nur ein wenig Schaden zufügen, nicht einmal einen blauen Fleck, solange Bhagavān meinen Dienst annimmt. Außerdem, liegt daher die Verantwortung für meine Sicherheit bei Ihm allein. Warum sollte ich unabhängig versuchen mich zu schützen?  Aus diesen Gründen war ich nicht sehr begeistert den nṛsiṁha-kavaca zu tragen. Da es mir jedoch liebevoll von Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja gegeben wurde, habe ich es immer bei mir gehabt. Bis zu diesem Tag ist es sicher in meinem Schrank verwahrt.

 

Als wir schließlich den Rechtsstreit gewannen, sagte Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja
zu mir: „Du hast diesen Bissen direkt aus dem Maul des Tigers weggeschnappt."

„Mahārāja", antwortete ich, „welche Fähigkeit besitze ich, eine Mahlzeit aus dem Rachen eines Tigers wegzuschnappen? Durch die Kraft der Schüler von Śrīla Prabhupāda wie du - durch eure guten Wünsche und eure Barmherzigkeit - wurden wir zu Instrumenten um den Wunsch unseres gurupāda-padma zu erfüllen."

Śrīla Mahārāja sagte daraufhin: „Diese Form von Ergebenheit ist der Schlüssel zum rechtmäßigen und ewigen Eintritt in das vaiṣṇava-dharma.”

 

Unter der Führung von Guru Mahārāja, wurde im Jahr 1978 ein riesiges Fest am Erscheinungsort Śrīla Prabhupāda veranstaltet, um seiner vyāsa-pūjā zu gedenken. Damals war Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja der erste, der für den Bau der maṭha eine Spende gab. Als er mir eintausend Rupies überreichte, drückte er seine Freude aus und erteilte mir viele lehrreiche Segnungen.

 

Seine Wertschätzung für Śiva als den größten der Vaiṣṇavas

 

Ich hatte das Glück, das ich Guru Mahārāja ein paar Mal auf Festen begleiten durfte, die in Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārājas verschiedenen maṭhas stattfanden. Anstatt eine große Anzahl von Gottgeweihten auf einmal zu einer Veranstaltung einzuladen, zog es Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja stattdessen vor, jeweils nur ein paar Gottgeweihte einzuladen. Das prasāda, das er während dieser kleinen Veranstaltungen servierte, bestand immer aus den besten Zutaten.
Einmal, als Śrila Mahārāja Guru Mahārāja die Bildgestalt von Śiva-jī zeigte, die er in seiner maṭha in Śrī Jagannātha Purī installiert hatte, erklärte er: „Obwohl mein Name früher Śiva Śaṅkara De war, habe ich immer die Verehrung von Śiva missbilligt, glaubte ich, dass er ein Halbgott in der Erscheinungsweise der Unwissenheit sei. Aber jetzt, durch die Barmherzigkeit von Śrīla Prabhupāda, habe ich realisiert, dass es unmöglich ist die Gnade von Viṣṇu zu bekommen, ohne zuerst die Gnade der Vaiṣṇavas zu erlangen. Deswegen habe ich den Tempel für Śiva gebaut, den höchsten aller Vaiṣṇavas.”

 

Leistung oder Niederlage

 

Das Land, das Guru Mahārāja in Kalkutta für die Gründung von Śrī Caitanya Gauḍīya Maṭha erworben hatte, umfasste ein altes einstöckiges Gebäude, das abgerissen werden musste, um ein neues Gebäude errichten zu können. Während des Abrisses des Gebäudes besuchte Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja die Baustelle. Nachdem er uns bei unserer Arbeit beobachtet hatte, fragte er mich: „Seid ihr verrückt geworden? Dieser Ort wurde mit den exquisitesten Materialien gebaut, wie italienischen Mosaikböden, belgischen Glasfenstern, und sogar die Tür- und Fensterrahmen sind aus hochwertigem burmesischem Teakholz gefertigt. Und doch reißt Ihr alles ab. Habt ihr den Verstand verloren? Warum baut ihr nicht einfach Etagen auf das bereits bestehende Gebäude? Wenn Mādhava Mahārāja eintrifft, sag ihm, dass Siddhāntī Mahārāja diesen Ort besucht und vom Abriss des Gebäudes abgeraten hat.

 

Ich überbrachte Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja persönlich die Botschaft an Guru Mahārāja, der mich fragte: „Wenn es dein Ziel ist, einen Stein gegen diese nahegelegene Tür zu werfen, wie wirst du es tun?" Als Antwort ahmte ich nach, wie man einen Stein mit wenig Kraft sanft wirft.

Guru Mahārāja fragte dann: „Jetzt, wenn du die Absicht hast, den Stein irgendwohin weit weg zu werfen, was wirst du tun?” Ich tat so, als würde ich den Stein mit großer Kraft werfen.

 

Guru Mahārāja schloss mit den Worten: „Je höher unsere Ziele sind, desto größer sind unsere Bemühungen, unser Ziel zu erreichen. Wenn Napoleon in ein Land eindrang, das er angreifen und erobern wollte, verbrannte er entweder sein Schiff oder versenkte es absichtlich, um seinen Soldaten kühn zu signalisieren, dass sie nur die Wahl hatten, etwas zu leisten oder unterzugehen. Als er seiner Armee befahl, die Alpen zu überqueren, waren die meisten Soldaten verblüfft und sagten: 'Das ist unmöglich! Napoleon antwortete: 'Das Wort unmöglich gibt es nur im Wörterbuch eines Narren.'

 

"Wenn einem Menschen nichts anderes übrigbleibt, als zu handeln, gibt er sein Bestes, um sein Ziel zu erreichen. Aber wenn man ihm nur den geringsten Spielraum lässt, denkt er endlos nach, ohne zu handeln. Es wurde zu Recht gesagt: 'Die Not macht erfinderisch'. Deshalb reißt dieses Gebäude ab, damit wir zum Handeln gezwungen werden und uns eine Bleibe schaffen müssen. Außerdem brauchen wir eine viel größere Halle für hari-kathā und kīrtana, selbst wenn es nur ein Blechschuppen ohne üppige Verzierungen ist."

 

Während Guru Mahārājas Worte mein Herz mit großer Energie und Begeisterung erfüllten, verstand ich auch Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārājas Sorge um den Schutz und die Erhaltung von etwas Schönem, das in kṛṣṇa-sevā verwendet werden könnte. Obwohl diese beiden Gottbrüder unterschiedliche Ansichten vertraten, war ich in der Lage, die Tiefe ihrer Beziehung zu begreifen, und ich wusste in meinem Herzen, dass Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja sich nicht im Geringsten beleidigt fühlte, dass Guru Mahārāja sich nicht an seinen Rat hielt. Nachdem der Bau der Niederlassung von Śrī Caitanya Gauḍīya Maṭha in Kolkata abgeschlossen war, nahm Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja an den Einweihungsfeierlichkeiten teil. Als er die kīrtana-Halle und die Qualität ihrer Konstruktion besichtigte, bemerkte er anerkennend: „Ihr habt großartige Arbeit geleistet. Das ist fantastisch. Ich habe nur erwähnt, dass ihr das vorherige Gebäude nicht abreißen solltet, weil ich dachte, ihr hättet nicht genug Mittel, um etwas so Schönes wie dieses zu schaffen."

 

Gauḍīya Vaiṣṇava-Schriften veröffentlichen

 

Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja veröffentlichte eine noch nie dagewesene Ausgabe der
Śrīmad Bhagavad-gītā mit dem Rasika-rañjana-Kommentar von Śrīla Bhaktivinoda Ṭhākura, dem Gītā-bhūṣaṇa-Kommentar von Śrīla Baladeva Vidyābhūṣaṇa, und seinen eigenen Anubhūṣaṇa-Kommentar. Er veröffentlichte auch ein paar Upaniṣaden wie die Īśa, Kaṭha, Māṇḍukya, und Gopāla-tāpanī Upaṇiṣads mit seinen Tattva-kaṇā-Kommentaren, sowie die drei Bücher Śrī Ujjvala-nīlamaṇikiraṇa, Bhakti-rasāmṛta-sindhu-bindu und Bhāgavatāmṛta-kaṇ

 

Er erwarb sich auch große Verdienste um die Gauḍīya Vaiṣṇava sampradāya in dem er das Vedānta-sūtra in Bengalisch veröffentlichte. Darin enthalten waren Śrī Baladeva Vidyābhūṣaṇas Kommentar zu Govinda-bhāṣya und eine kurze Erläuterung dazu, zusammen mit einer begleitenden Erklärung von ihm, genannt Siddhānta-kaṇā, die er mit Referenzen aus dem Śrīmad-Bhāgavatam und Śrī Caitanya-caritāmṛta hinzufügte. Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja war unermüdlich um die Veröffentlichung dieses besonderen Buches bemüht und sein Gottbruder Śrī Śrīmad Bhakti Bhūdeva Śrautī Gosvāmī Mahārāja leistete umfangreiche Hilfe beim Korrekturlesen.

Wann immer ein neues Buch veröffentlicht wurde, hielt Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja ein Fest ab und sagte: „Genauso wie das Śrīmad-Bhāgavatam wahrlich die göttliche Form von Bhagavān ist, ist die Literatur, die im Lichte des Śrīmad-Bhāgavatam geschrieben wurde und die die darin dargelegten Lehren unterstützen, nicht verschieden vom Śrīmad-Bhāgavatam und daher genauso verehrungswürdig wie Bhagavān selbst. Es ist nur angemessen, das göttliche Erscheinen solcher Literatur in der Welt mit einem Fest zu würdigen."

 

Die Verbreitung der Lehren von Bhagavāns Taten durch Dioramen

 

Śrīla Prabhupāda Bhaktisiddhānta Sarasvatī Gosvāmī Ṭhākura engagierte seine Schüler im kīrtana des viśuddha caitanya-vāṇī, die makellose Botschaft von Śrī Caitanya, indem er unzählige spirituelle Bücher, Rundbriefe und Zeitschriften veröffentlichte und niṣkiñcana (2) Prediger an viele Orte schickte. Obwohl die meisten Menschen die Konzepte dieser Veröffentlichungen, die von den Vaiṣṇava-Predigern vorgestellt wurden, begreifen konnten, gab es immer noch viele, die es nicht verstanden. Śrīla Prabhupāda der um das Wohlergehen dieser Menschen besorgt war, dessen Herz immer voller Mitgefühl war, gab ihnen die wunderbare Gelegenheit, die unverfälschte Botschaft von Śrī Caitanya-deva zu verstehen, indem er Sat-śikṣā Pradarśinīs organisierte. Sat-śikṣā Pradarśinīs sind Ausstellungen von wunderschönen Dioramen und Schautafeln, die begleitet werden von bestimmten Repräsentanten, die die verschiedenen spirituellen Lehren erklärten, die sie darstellten. Diese Ausstellungen wurden organisiert und geleitet von solchen erfahrenen Vaiṣṇavas wie Śrī Śrīmad Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Gosvāmī Mahārāja, Śrī Śrīmad Bhakti Hṛdaya Vana Gosvāmī Mahārāja and Guru Mahārāja. Zusätzlich zu den Ausstellungen, gab es noch die stille ‘magic lantern’ - Filme, die von Śrī Śrīmad Bhakti Prasūna Bodhāyana Gosvāmī Mahārāja produziert wurden.

 

Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja gab diesem konzeptionellen Vermächtnis von Śrīla Prabhupāda eine dauerhafte Ausdrucksform, als er in seinen maṭhas viele geschnitzte Dioramen der lehrreichen kṛṣṇa-līlā, rāma-līlā und gaura-līlā enthüllte. Diese Dioramen waren von großem Nutzen, da sie der Allgemeinheit gleichzeitig tiefgründige Konzepte vermittelten, aber auch den gut unterrichteten Gottgeweihten die zahlreichen Spiele des Herrn vor Augen führten.

 

Sein samādhi 

 

Einige von Śrīla Prabhupādas Schülern die sannyāsa genommen hatten, namentlich Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja, Śrī Śrīmad Bhakti Viveka Bhāratī Gosvāmī Mahārāja, Śrī Śrīmad Bhakti Suhṛt Paramārthī Gosvāmī Mahārāja, und Śrī Śrīmad Bhakti Prāpaṇa Daṇḍī Gosvāmī Mahārāja, wurden nicht in samādhi beigesetzt. Stattdessen, aus welchen Gründen auch immer, wiesen sie ihre Schüler an ihre göttlichen Körper zu verbrennen. Kurze Zeit nachdem Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārājas Körper verbrannt war, errichteten seine Schüler sein puṣpa-samādhi in seiner maṭha in Śrī Jagannātha Purī.

 

Nachdem man gründliche Erwägungen zu dem Thema angestellt hat, wird man zu dem Schluss kommen, dass es keinen Unterschied zwischen dem mūla-samādhi und dem puṣpa-samādhi eines Vaiṣṇavas gibt, denn der Körper eines Vaiṣṇavas und die mit ihm verbundenen Gegenstände sind nicht verschieden. Sie sind rein transzendental und gleichermaßen verehrungswürdig.

 

Im Namen von König Pratāparudra bat Śrī Nityānanda Prabhu Śrīman Mahāprabhu wiederholt, dem König Sein darśana zu gewähren, aber der Herr lehnte dies entschieden ab. Śrī Nityānanda Prabhu überzeugte Ihn jedoch, dem König als Alternative zumindest einen Satz Seiner gebrauchten Kleider zu schenken. Als König Pratāparudra diese Kleidungsstücke erhielt, behandelte er sie als gleichwertig mit Śrīman Mahāprabhu und erwies ihnen die größte Ehre und Achtung.

 

Genauso wie Śrīman Mahaprabhus Kleidung sich nicht von Ihm selbst unterscheidet,
sind die göttlichen Körper seiner verwirklichten Gottgeweihten und die von ihnen benutzten Gegenstände ebenso nicht verschieden von diesen Gottgeweihten. Solche Gegenstände bleiben gleichermaßen verehrungs- und achtenswert, selbst, nachdem die Geweihten in nitya-līlā eingetreten sind.

 

Die Handlungen unseres guru-varga dürfen nicht in Frage gestellt werden.

 

Einmal, nach dem Verscheiden von Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja, nahm ich an einem Fest in seiner Niederlassung in Purī, Śrī Caitanya Sārasvata Maṭha und Āsana teil. Dort schaute Śrī Mukunda Paṇḍita, ein Schüler von Śrī Śrīmad Bhakti Vicāra Yāyāvara Gosvāmī Mahārāja, sehr genau die Bildgestalt von Śrī Vṛndādevī an, die dort installiert worden war. Er zeigte auf ihren Nasenring und die anderen Ornamente, mit denen sie geschmückt war, und fragte einen von Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārājas Schülern: „Wer hat diese Bildgestalt von Vṛndā-devī machen lassen?"

„Unser gurudeva,” antwortete der Gottgeweihte.

Śrī Mukunda Paṇḍita erkundigte sich weiter: „Wurde sie nach den Vorgaben der Heiligen Schrift manifestiert oder nur durch eine Art fantasievolle Vorstellung?"

Die unschuldige Antwort des Schülers lautete: „Unser gurudeva könnte das besser erklären, ich weiß das nicht.“

Obwohl ich im Allgemeinen nie etwas kommentiere, wenn ich nicht darum gebeten werde, war ich der Meinung, dass ich in diesem Fall durch mein Schweigen Gefahr gelaufen wäre, ein Vergehen zu begehen, denn Śrī Mukunda Paṇḍita hatte Zweifel an einer Bildgestalt geäußert, die von meinem guru-varga Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja aufgestellt worden war. Daher unterbrach ich diese Konversation und fragte ihn: „Paṇḍita-jī, ist es angebracht, Zweifel an einer Bildgestalt zu äußern, selbst, nachdem man erfahren hat, dass sie ein anerkannter, authentischer Vaiṣṇava installiert hat? Könnte eine so autoritative Persönlichkeit wie Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja jemals etwas unautorisiertes tun? Die Wahrheit ist, dass Śrīla Mahārāja diese Bildgestalt manifestiert hat, gemäß der Beschreibungen, die im Śrī Vṛndā-devyāṣṭakam zu finden sind, und von Śrīla Viśvanātha Cakravartī Ṭhākura verfasst wurden:

 

bimbādharoditvara-manda-hāsya

nāsāgra-muktā-dyuti-dīpitāsye!

Vicitra-ratnābharaṇa-śriyāḍhye!

 vṛnde! numas te caraṇāravindam

 

Oh Vṛndā! Dein Antlitz ist besonders strahlend, erhellt durch das sanfte Lächeln auf deinen bimba-roten Lippen und die Perle auf deiner Nase. Deine Schönheit wird durch verschiedene juwelenbesetzte Ornamente noch verstärkt. Oh Vṛndā, wir bringen praṇāma Deinen Lotusfüßen dar.*

 

Abschließend sagte ich: „Es scheint, dass du dieses aṣṭaka niemals aufmerksam gelesen hast.“ Śrī Mukunda Paṇḍita wurde still und ich war zufrieden, dass ich Śrīla Siddhāntī Gosvāmī Mahārāja einen Dienst erweisen durfte.

 

 

 

 

Śrī Śrīmad Bhakti Śrīrūpa Siddhāntī Mahārāja Composed

verfasst unter der Redaktion von Śrī Śrīmad Bhakti Pramoda Purī Gosvāmī Mahārāja

 

Ein strahlender Edelstein

 

Fast alle unsere Gottbrüder, einer nach dem anderen, machen sich auf den Weg, um sich unserem śrī gurupāda-padma anzuschließen, der schon längst in die ewigen Spiele des Herrn eingegangen ist. Jeder einzelne dieser Gottbrüder verkörperte außergewöhnliche und göttliche Besonderheiten. Es ist unmöglich, jemanden zu finden der die Lücke füllen kann, die sie hinterlassen haben. So ist die Gauḍīya-Vaiṣṇava-Gemeinschaft allmählich ihrer kostbaren Juwelen beraubt, und unser verehrter Siddhāntī Mahārāja war ein solches strahlendes Juwel.

 

Sein großer Dienst an die Gauḍīya-Vaiṣṇava-Gemeinschaft

 

Der höchst verehrungswürdige Prabhupāda hatte besonders den Wunsch die Kommentare von     Gauḍīya Vedāntācārya Śrīmad Baladeva Vidyābhūṣaṇapādas Śrī Govinda-Bhāṣya zum Vedānta zu veröffentlichen und zu verbreiten, so wie die Īśa, Kena, Kaṭha, Praśna, Māṇḍukya, Aitareya, Taittirīya, Chāndogya, Bṛhad-āraṇyaka, Śvetāśvatara, und Gopāla-tāpanī Upaṇiṣads, vollständig mit anvaya (Wort für Wort Übersetzung, die der Satzstruktur folgt). Pūjyapāda Siddhāntī Mahārāja verschrieb sich, diesen Wunsch unseres verehrten Śrīla Prabhupāda zu erfüllen, und so, indem er diesen großen Dienst für die Gauḍīya-Vaiṣṇava-Gemeinschaft vollbrachte, wurde er ein Empfänger von Prabhupādas überreichlicher Gnade.

 

Zuflucht bei Śrīla Prabhupāda suchen

 

Pūjyapāda Mahārāja erschien in einer aristokratischen Familie von Gottgeweihten im Bezirk Barishāl in Ostbengalen am 22. Oktober 1906, am fünften Tag des zunehmenden Mondes während dem heiligen Monat Kārtika. Im Januar 1924 kam er zum ersten Mal zu den Lotosfüßen des höchst verehrungswürdigen Śrīla Prabhupāda in Kalkutta. Im März desselben Jahres, zum glücksverheißenden Śrī Gaura-pūrṇimā, erhielt er von Śrīla Prabhupāda das mahā-mantra- und mantra-dīkṣa-Einweihung und bekam den Namen Śrī Siddha-svarūpa dāsa.

 

Ein Leben der Hingabe

 

Da er von Kṛṣṇa völlig fasziniert war, trat er schon in sehr jungen Jahren, als er noch zur Schule ging, der maṭha bei. Auf Wunsch seiner Eltern und älterer Familienmitglieder wurde ihm jedoch befohlen, in seine Heimat zurückzukehren und seinen Unterricht regulär zu Ende zu bringen. Nachdem er rasch seine Schulausbildung vollendete, kehrte er ungefähr im Februar 1928 in die maṭha zurück und widmete sein Leben in höchstem Maße dem Dienst seines śrī gurupāda-padma.

 

Ein angesehener Redner

 

Śrīla Prabhupāda und die Vaiṣṇavas unter der Führung von Śrīla Prabhupāda waren sehr erfreut von den aufrichtigen Bemühungen Śrī Siddha-svarūpa dāsa zu dienen. Als Zeichen der Wertschätzung von śrī gurupāda-padma wurden ihm die Titel der Śrī Gaura Aśīrvāda ‘Upadeśaka’ (Lehrer), ‘Mahopadeśaka’ (großer Lehrer), und ‘Vidyā-vāgīśa’ (Meister des Wissens und der Sprache) von der Navadvīpa Pracāranī Sabhā verliehen.

 

Als ein brahmacārī begleitete er die ausgezeichneten Senior tridaṇḍi sannyāsīs— wie tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Pradīpa Tīrtha Mahārāja, tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Viveka Bhāratī Mahārāja, tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Rakṣaka Śrīdhara Mahārāja und tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Hṛdaya Vana Mahārāja—zu verschiedenen Orten in Bengalen, Bihar, Orissa, Madras, Andhra Pradesh und Westindien.

 

Er predigte auch an vielen Orten mit nitya-līlāpraviṣṭa parama-pūjyapāda tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Dayita Mādhava Mahārāja, der, während der Zeit, als Śrī Śrīla Prabhupāda manifestiert war, als ‘Vāgmi-pravara’  Śrīpāda Hayagrīva Brahmacārī Prabhu bekannt war.

 

Allmählich, durch die Gnade von Śrī Hari, guru und den Vaiṣṇavas, wurde aus ihm ein angesehener Redner. Diejenigen Mitglieder der Aristokratie, die ernsthaft und wertschätzend seinen furchtlosen und kraftvollen Darlegungen der wahren Verdikte der Heiligen Schrift gegenüberstanden, fühlten sich von seinen Predigten zutiefst angezogen. Obwohl er von einigen engstirnigen Atheisten heftig bekämpft wurde, die seine Worte als Angriff auf ihre Interessen interpretierten, zögerte er nie, die Wahrheit darzulegen, die den Dämon der Illusion vertreibt, und zwar in Übereinstimmung mit der uralten Tradition derer, die sie von einer autoritativen Quelle gehört haben. Aus diesem Grund wurde er zum Empfänger der überreichlichen Barmherzigkeit des höchst verehrten Prabhupāda.

Die Essenz der Lehren der Heiligen Schriften darlegen

 

Im Jahr 1941, nahm pūjyapāda Siddha-svarūpa Brahmacārī Prabhu sannyāsa von unserem Gottbruder Śrī Bhakti Vijñāna Āśrama Mahārāja an und erhielt den Namen tridaṇḍi-svāmī Śrīmad Bhakti Śrīrūpa Siddhāntī Mahārāja. In jedem seiner drei maṭhas, verehren die pūjārī Geweihten die unvergleichlich Bildgestalten von Śrī Śrī Guru-Gaurāṅga Rādhā-Govinda-jiu. Zusätzlich sind die Wände mit eindrucksvollen Abbildungen von śrī gaura-līlā, śrī kṛṣṇa-līlā und śrī rāma-līlā geschmückt, die die Essenz der Lehren der Schriften einfangen. Allein durch das Anschauen dieser Darstellungen wird dem aufrichtigen Betrachter das Glück zuteil, viel Wissen über die richtigen Urteile der Schriften zu erlangen. Diese Bildnisse sind auch heute noch ausgestellt, aber da pūjyapāda Mahārāja nicht sichtbar ist, führt ihre Betrachtung lediglich dazu, dass unsere Herzen in Qualen ertrinken.

 

kṛpā kôri' kṛṣṇa more diyāchila saṅga

svatantra kṛṣṇera icchā hôilô saṅga-bhaṅga

Śrī Caitanya-caritāmṛta (Antya-līlā 11.94)

 

Gnädiger Weise gab mir Kṛṣṇa seine Gemeinschaft. Durch Kṛṣṇas unabhängigen Willen ist unser Austausch beendet.

 

Auszüge aus Artikeln,

die in Śrī Caitanya-Vāṇī (Jahr 25, Band 11)

veröffentlicht wurden

 

(1)  Ein Zertifikat, das die Segnungen von Śrī Gaurāṅga Mahāprabhu verleiht.

 

(2) Wenn man Śrī Kṛṣṇa als das einzige Besitztum annimmt.

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