Andere mit Matsara ( Boshaftigkeit) zu behandeln heißt, unfreundlich zu sich selbst zu sein, denn man muss die Früchte seiner Handlungen erhalten.

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Von Śrīla Śyāma Dāsa Bābā

Die Gaudiya Maṭha warnt immer wieder: „Im Namen des dharma ist es nicht angebracht, Handel zu treiben". Es ist nicht angemessen, Hari für unser eigenes egoistisches Ziel einzusetzen, denn es ist unsere Pflicht, die vollkommene Zufriedenheit des Höchsten Herrn zu suchen. Was ist der Nutzen des guru-paramparā-Stromes? Warum müssen wir festen Glauben und Vertrauen (niṣṭha) an guru-paramparā haben? Weil wir nur durch den intakten reinen Fluss von sampradaik paramparā vāṇī vaibhāva die gleichen intakten Lehren von Śrīman Mahāprabhu erhalten können. Wir müssen also ein göttliches (reines) paramparā-System haben. Wenn nicht, welchen Nutzen hat dann Śrī Śrī guru-paramparā?

Wer ist so töricht, vollständig die Verbindung zu Gaudya Matha, bzw. Sarasvat Gaudiya guru-parampara zu durchtrennen, um in das Feuer zu springen.

Die Absolute Wahrheit ist so subtil und geheim, dass sie jenseits des menschlichen Verständnisses liegt. Törichte materielle Welt - sie haben keine Ahnung von bhāgavata-dharma. Aus dem Śrīmad Bhāgavatam wissen wir, dass-

śrutasya puṁsāṁ sucira-śramasya

nanv añjasā sūribhir īḍito ’rthaḥ

tat-tad-guṇānuśravaṇaṁ mukunda

pādāravindaṁ hṛdayeṣu yeṣām  

(SB 3.13.4)

Die Menschen können über lange Zeit die śruti, śmṛti usw. studieren, aber sie können das letztendliche Ziel (die Verwirklichung dieser höchsten Gottheit) nicht erreichen; wenn sie aber weiterhin diese reinen Gottgeweihten verherrlichen oder von ihnen hören, dann können sie sehr leicht erfolgreich darin sein, denn die Lotosfüße des Höchsten Herrn sind immer in ihren Herzen.

Wir sollten alle reinen Themen, die sich auf diese aprākṛta guru-vaiṣṇava beziehen, nicht verbergen, denn dies ist der einzige Weg, der uns offensteht, um maya loszuwerden. In diesem Zusammenhang möchte ich eine Begebenheit erzählen, die mir mein śikṣā-gurudeva Śrīla Bhakti Vijnana Bharati Mahārāja erzählte. Er erzählte folgendes:

Madhusūdana Rāya and the Rāmānandī Sādhu

In meiner Jugend, begegnete einmal mein Klassenkamerad Madhusūdana Rāya einen Rāmānandī sādhu (einen Anhänger von Śrī Rāmānanda, ein Śrī Vaiṣṇava Heiliger aus dem mittelalterlichen Indien), der mit einem Mahut auf einem Elefanten ritt. Als sie an einen Fluss kamen, fragte der Mahut den Jungen: „Wie tief ist das Wasser? Kann unser Elefant sicher auf die andere Seite gelangen?" Der Junge erwies dem Rāmānandī-Heiligen zunächst respektvoll seine Ehrerbietung und wies ihm dann mit aller Höflichkeit einen Weg, der durch einen Sumpf führte, anstatt zu einer Furt mit seichtem Wasser.

Der Rāmānandī-Heilige, beeindruckt von dem höflichen Verhalten des Jungen, vertraute ihm sofort und wies seinen Mahut an, dem von dem Jungen empfohlenen Weg zu folgen. Kurz darauf, als meine Freunde und ich von der Schule nach Hause kamen, hörten wir die Nachricht, dass ein Rāmānandī-Heiliger und sein Mahut zusammen mit ihrem Elefanten in einem Sumpf gefangen waren. Wir machten uns auf den Weg zum Ort des Geschehens und stellten fest, dass die Lage ziemlich ernst war. Je mehr der Mahut versuchte, den Elefanten zu bewegen, desto tiefer versanken sie in dem Sumpf. Trotz aller Bemühungen gelang es dem Elefanten und dem Mahut nicht, sich zu befreien. Der Rāmānandī-Heilige war in Tränen aufgelöst. Als ich seinen bemitleidenswerten Zustand sah, sandte ich einen Mitschüler zu dem Landbesitzer, um ihn von dem Vorfall zu benachrichtigen. Der Landbesitzer war ein initiierter Vaiṣṇava in der Linie von Śrī Śyāmānanda. Nachdem er sich ein Bild über die Lage gemacht hatte, schickte er zwei Elefanten und einen Lastwagen, um die Gruppe zu retten. Mit großer Mühe und Anstrengung wurde der Elefant schließlich aus dem Sumpf gezogen.

Äußerlich konnte man bei Madhusūdana Rāya keine offensichtliche Form von Aggression gegenüber dem Rāmānandī-Heiligen erkennen, z.B. dass er ihn mit einer Schusswaffe bedroht hätte, oder dass er ihn mit einem Messer oder Stock hätte angreifen wollen, auch verwendete er keine vulgäre Sprache oder andere körperliche oder geistige Willkür. Doch obwohl er seine praṇāmas darbrachte und mit höflichen Worten sprach, würde kein intelligenter Mensch das, was Madhusūdana Rāya tat, als einen Akt der nirmatsaratā (Nicht-Boshaftigkeit) bezeichnen. Eigentlich wäre es besser gewesen, wenn er gar nicht mit dem Heiligen gesprochen hätte, oder wenn er seine Unwissenheit beteuert hätte, indem er sagte, dass er den rechten Weg nicht kenne und dass sie sich bei jemand anderem erkundigen sollten.

Gaura Hari Hari Bol

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