Sambandha. Abhidheya & Prayojana

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Von Śrīla Bhakti Siddhānta Sarasvatī Ṭhākura Prabhupāda

Śrī Caitanya Mahāprabhu hat In Seinen Anweisungen an Śrīla Sanātana Gosvāmī (sanātana-śikṣā) gesagt: „Die Veden diskutieren sambandha (die Beziehung zwischen dem Lebewesen und dem Höchsten Wesen). Abhidheya  ist das Mittel, um das Objekt, bzw., Ziel, Śrī Kṛṣṇa, zu erlangen und prayojana das Objekt selbst. Den Dienst zu Śrī Kṛṣṇa erhoffen und erstreben wir. Śrī Kṛṣṇa  ist die Person, mit der wir sambandha eingehen sollen. Das ist unser Ziel und mit bhakti (hingebungsvoller Dienst) wollen wir das erreichen. Es ist also das Mittel oder Werkzeug, genannt abhidheya. Und prema (Liebe zu Śrī Kṛṣṇa) istunser Ziel (prayojana)Prema ist das höchste Ziel unseres Strebens (purusārthas) und der kostbarste Reichtum" (Śrī Caitanya-caritāmṛta, Madhya-līlā 20.124-125).

Wenn wir über sambandha nachdenken, verstehen wir, dass die Wiedereinsetzung der jīva in den Dienst für Kṛṣṇa die Errichtung seines sambandha ist.

Sambandha: Die Beziehung zwischen dem fühlenden Lebewesen (cit), der Materie (acit) und Gott ist im Veda als sambandha bekannt. Tatsächlich ist Śrī Kṛṣṇa das einzige vastu (tatsächliche Wesen). Zwei der śaktis (Energien) von diesem vastu sind die Materie (acit) und das Lebewesen (cit). Durch die Umwandlung von acit-śakti entsteht die materielle Welt, und durch Umwandlung  der jīva-śakti entsteht die Welt der Lebewesen (jaiva-jagat).

Wenn wir über sambandha nachdenken, begreifen wir, dass der jīva, wenn er in den Dienst Kṛṣṇas tritt, sein sambandha ist. In den Unterweisungen des Herrn an Śrī Sārvabhauma finden wir folgendes: „Bhagavāns höchste Göttlichkeit ist Seine svarūpa (innewohnende Form und Natur), die jenseits der Berührung von māyā liegt. In den gesamten Veden ist Bhagavān das [Objekt, bzw. Ziel von] sambandha."

In den Ausführungen zu sambandha-tattva werden sieben Themen durch Zeugnis, bzw., Beweis (pramāṇa) festgestellt und als prameya bezeichnet. Es sind Ausführungen über (1) Kṛṣṇa, (2) Seine śakti (Energie), (3) rasa-tattva (die Wahrheit über rasa), (4) jīva-tattva (die Ontologie – Lehre vom Sein (Anm. d. Übers.) - des Lebewesens), (5) die weltliche Verstrickung der jīvas, (6) die Befreiung der jīvas von dieser Verstrickung und (7) die Doktrin vom  unergründlichen und gleichzeitigen Verschieden sein und nicht Verschieden sein (acintya-bheda-bheda-tattva).

Abhidheya: Die śabda-śakti, durch die man sich die natürlichen Bedeutungen der Worte leicht vorstellen kann, wird die abhidhā-śakti genannt. Zum Beispiel vermitteln die Worte 'zehn Elefanten' leicht eine Vorstellung von Elefanten, zehn an der Zahl. Diese leicht zu erfassende Bedeutung ist als abhidheya bekannt.

Worte haben eine weitere Kraft, die als lakṣanā bekannt ist. Ein Beispiel ist 'in dem Dorf auf dem  Ganges'. Da das Dorf nicht 'auf dem  Wasser des Ganges' liegen kann, können wir durch die lakṣanā-śakti von śabda verstehen, dass das Dorf am Ufer des Ganges liegt. Wo die lakṣanā-śakti angewendet werden muss, gibt es für das Verständnis keine Notwendigkeit die abhidhā-śakti einzusetzen. Aber wenn die natürliche Bedeutung leicht verfügbar ist, wirkt nur die abhidā-śakti.

In den vedischen Schriften ist die einzig akzeptable Bedeutung diejenige, die durch abhidhā-śakti verfügbar gemacht wird; ihre wahre Bedeutung ist ihr abhidheya. Nur das sollten wir wissen. Wenn wir über die Veden in ihrer Gesamtheit nachdenken, wird deutlich, dass in ihnen die Hingabe zu Gott  abhidheya ist. In Bezug auf abhidheya, nehmen karma, jñāna, yoga usw., nur eine untergeordnete Stellung ein. Sie sind nicht die wichtigsten abhidheyas an und für sich. Deshalb ist nur sādhana-bhakti (Hingabe, die als ein Vorgang -oder laufender Prozess- praktiziert wird), die die Schriften (Veda) als direktes, bzw. Hauptmittel vorschreiben, um Śrī Kṛṣṇa zu erlangen. Dies ist das achte prameya.

Prayojana: Das prayojana ist das Ziel, und dafür müssen wir diesen Prozess annehmen. Das prayojana, d.h. die Erlangung von prema (Liebe zu Śrī Kṛṣṇa) durch das Lebewesen, ist das neunte prameya.

Diese neun prameyas haben sich also zusammengefunden. So finden wir in Śrī Sanātana-śikṣā, (Śrī Caitanya-caritāmṛta, Madhya-līlā 22.3-4):  „Soviel zu den Überlegungen über sambandha-tattva: Die vedischen Schriften haben gelehrt, daß Kṛṣṇa das einzige Wesen ist. Und nun höre dir das Symptom von abhidheya an, den Prozess, durch den der Reichtum von kṛṣṇa-prema erlangt wird".

Durch dieses System gab Śrī Caitanya Mahāprabhu Unterweisungen über das dharma der Lebewesen. „Die Menschen erreichen allmählich das Ufer des Ozeans der materiellen Existenz." Dieses Gleichnis sollte uns leiten. Wir können unser Wohlergehen erreichen, indem wir fest darauf vertrauen, dass wir erfolgreich sein werden, aber auch ungeduldig und besorgt, wenn wir zu lange damit warten Śrī Kṛṣṇa und Seinen Geweihten zu dienen und Seine Namen zu chanten. Wenn all unsere Bemühungen auf den Dienst zu Gott gerichtet sind, können wir von den verschiedenen Verlockungen, die uns māyā präsentiert, nicht überwältigt werden.

Seid immer mit Hören (śravaṇa) und dem Besingen (kīrtana) Seiner Herrlichkeiten beschäftigt. Lest die Bücher großer Seelen und lest das Gauḍīya, und ihr werdet keine Trägheit verspüren, wenn Ihr die wahren [authentischen] Schlussfolgerungen akzeptiert. Haltet euch in der Gesellschaft von Gottgeweihten auf und führt mit ihnen Diskurse über Śrī Hari. Dann werdet ihr allmählich im bhajana (hingebungsvolle Vertiefung) fortschreiten, Demut spüren und euch gering fühlen. Ihr solltet wissen, dass die höchste Seele weiß, dass sie die niedrigste ist.

Aus dem  „Die Gauḍīya, Band 10, Nummer 5

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