Die Reinigung des Gundica Mandir

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𝐅𝐫𝐚𝐠𝐞: Was ist die Bedeutung von Sri Caitanya Mahaprabhus Pastime, den Guṇḍicā Tempel einen Tag vor dem Ratha-yātrā Festival zu reinigen?

𝐒𝐫𝐢𝐥𝐚 𝐁𝐡𝐚𝐫𝐚𝐭𝐢 𝐆𝐨𝐬𝐯𝐚𝐦𝐢 𝐌𝐚𝐡a𝐫𝐚𝐣𝐚: Vor dem Erscheinen von Śrī Caitanya Mahāprabhu führten die Gottgeweihten niemals Guṇḍicā Mandira-marjana aus; es war die Aufgabe der Diener des Königs, den Tempel für Śrī Jagannāthadeva vorzubereiten, und es kam niemandem in den Sinn, dass dieser Dienst eigentlich die Pflicht der Gottgeweihten war. Aber Śrīman Mahāprabhu stellte die Betrachtung an: „Als Gottgeweihte des Herrn ist es unsere Verantwortung, den Tempel für Seine Ankunft vorzubereiten."Eines Tages, vor dem Beginn des  Ratha-yātrā Festivals, als alle in der Gambhīrā versammelt waren, informierte Śrīman Mahāprabhu Seine antaraṅga-parikaras – keine gewöhnlichen Menschen, eher nur solche fortgeschrittene Geweihte, die nahe an Seinem Herzen waren – dass sie bald mit Ihm zum Guṇḍicā Tempel aufbrechen würden, um den Tempel zu reinigen. Der Vorgang des Säuberns ist im Allgemeinen eine schmutzige Sache und so ist es bemerkenswert, dass Śrīman Mahāprabhu niemals diese Gottgeweihten anwies, dafür in alte Kleidung zu wechseln. Stattdessen trugen alle neue Kleidung. Ihre Mentalität war wie folgt: „Da das Reinigen des Tempels des Herrn ein sehr besonderer sevā ist, sollten wir alle neue Kleidung tragen. Wie könnten wir solch einen wichtigen Dienst in alten zerrissenen Kleidern erfüllen?“Bevor sie losgingen, gab Śrīman Mahāprabhu persönlich allen anwesenden Geweihten Girlanden und candana (Sandelholzpaste), weil Er jeden als verehrungswürdig betrachtete, in dem sich der Wunsch manifestiert hat, dem Herrn zu dienen. Danach führte Śrīman Mahāprabhu die Gottgeweihten zum Guṇḍicā Tempel, wo sie den Tempel genauso reinigten, als wäre es ihr eigenes Herz. Śrīla Kṛṣṇadāsa Kavirāja Gosvāmī hat zwei Worte benutzt, um den Tempel nach der Reinigung zu beschreiben: „śītala“ und „nirmala“. Nirmala bedeutet "makellos" oder "klar", und śītala bedeutet "kühl" oder "beruhigend". In Purī ist es zur Zeit des Ratha-yātrā ziemlich heiß, und so reinigten sie den Tempel nicht nur, sondern bereiteten ihn so vor, dass der Herr sich kühl und erfrischt fühlen würde, während er dort verweilte. Im Kommentar von Śrīla Prabhupāda Bhakti Siddhānta Sarasvatī Ṭhākura, im zwölften Kapitel des Śrī Caitanya-caritāmṛta’s Madhya-līlā, wo das guṇḍicā-mandira-marjana-līlā beschrieben wird, offenbarte er die versteckte und tiefe Bedeutung von diesem Pastime. Dort hat er die verschiedenen Arten von 'Schmutz' beschrieben, die im Herzen eines sādhaka zu finden sind, sowie den Prozess der Reinigung, den ein sādhaka durchlaufen muss, wenn er, inspiriert durch die Gemeinschaft mit sādhus, den Herrn in sein Herz einladen möchte.

Śrīla Prabhupāda hat geschrieben, dass der wahre "Schmutz" im Herzen eines sādhaka der Wunsch ist, dharma, artha, kāma und mokṣa zu erlangen, und dass das Herz gründlich gereinigt werden muss, bevor der Herr dort Platz nehmen kann. Diejenigen, die fälschlicherweise lehren, dass man durch das Verfolgen dieser Ziele und durch das Befolgen von yogamārga, jñāna-marga, tapa-mārga, siddhi-mārga oder irgendeinem anderen Pfad gereinigt werden kann, tun dies mit der größten matsaratā (Feindseligkeit). Dieses matsaratā richtet sich nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst. Śrī Caitanya Mahāprabhu hat sehr deutlich erklärt, dass das Herz nur durch bhakti, d.h. durch liebevollen hingebungsvollen Dienst zu Bhagavān und Seinen Gottgeweihten, gereinigt wird. Es gibt keinen anderen Weg.

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