Die Verbindung zwischen sādhana-kriyā und sādhana-bhakti

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By Srila Sarasvati Thakur Prabhupada

Sādhana-kriyā (fromme rituelle Praxis) ist nicht ewig, weil es sich nicht auf die Seele auswirkt. Sādhana-kriyā wirkt nur auf der Ebene des Geistes, der Reflexion des Spirituellen, aber nicht auf das spirituelle Selbst.

Es gibt einen Unterschied zwischen sādhana-kriyā, das von der Zeit beherrscht wird und trotzdem die Aversion gegen den Dienst zu Hari vernichten kann und dem ewigen Vorgang des sādhana-bhakti.

Sādhana-kriyā bezieht sich auf jene Glieder der Praxis, die man ausführt, um anarthas zu zerstören. Zum Beispiel, wenn sich auf einem Spiegel über eine lange Zeit Staub ansammelt, dann kannst du dein Gesicht nicht mehr im Spiegel sehen. Der Spiegel ist nicht nutzlos geworden, bzw. er hat auch nicht seine Kapazität verloren dein Gesicht zu reflektieren, die Kapazität, dein Gesicht zu reflektieren ist immer noch ganz vorhanden, und sobald der Staub abgewischt ist, kannst du dein Gesicht wieder darin erkennen.

Dieser Vorgang des Säuberns wird sādhana-kriyā genannt. Man muss die 'Geistes-Bedeckungen' abwischen, die wir als die Spiegelungen des Spirituellen bezeichnen, zusammen mit der Illusion, die uns glauben macht, dass die Reflektion der Seele, das wahre Selbst ist. Erst dann kann die spirituelle Neigung der Seele erwachen. Wenn eine voll funktionsfähige Maschine steht, dann heißt das nicht, dass die Maschine ihre Fähigkeit sich zu bewegen verloren hat. Wenn also die ewige Neigung zu dienen derzeit nicht in der Seele aktiv ist, ist die Neigung trotzdem da. Wenn anarthas ausgelöscht sind, dann wird sich die Neigung Krsna zu dienen automatisch manifestieren. Aber sādhana-kriyā wirkt nicht auf die Seele. sādhana-bhakti jedoch wirkt ewig auf der spirituellen Ebene. Wenn sādhana-bhakti reift, dann wandelt es sich allmählich in bhava-bhakti und dann in prema-bhakti um; genau wie eine Mango drei Stufen der Reife hat: grün, halb-reif und ganz reif. Es ist die voll ausgereifte Frucht, die nützlich ist für den Dienst Krsnas.

Sādhana-kriyā lässt die Seele nicht auf die Stufe des prema-bhakti reifen. Zum Beispiel: Stell dir frischen Honig in einem Glas vor. Schlamm kann den Honig nicht berühren. Nur weil das Glas schlammig ist, muss man den Honig darin nicht mit Wasser waschen. Man muss nur von außen den Glasbehälter reinigen, der den Honig enthält. Ähnlich sādhana-kriyā kann die spirituelle Seele nicht berühren, es kann für den wandelbaren Geist angewendet werden, der die Reflexion des Spirituellen ist. Darum wird im Śrīmad-bhagavatam (11.23.45) ausgesagt: sarve mano-nigraha-lakṣaṇāntāḥ: „Wohltaten, vorgeschriebene Pflichten, Einhalten von großen und kleinen regulierenden Prinzipien, aus den Heiligen Schriften hören, fromme Werke und reinigende Gelübde – all dies ist für das letztendliche Ziel, den Geist zu bändigen.”

Sobald die mentale Spekulation, bzw., die Neigung zum sādhana-kriyā, beherrscht wird, erwacht die spirituelle Neigung. Wenn man sādhana-bhakti von der Plattform der eigenen spirituellen Neigung, Krsna zu dienen, praktiziert, wird die glückliche Seele allmählich zu bhava-bhakti und dann zu prema-bhakti erhoben. Weil die Menschen die Verbindung zwischen sādhana-kriyā und sādhana-bhakti, genauso wie die Unterschiede zwischen ihnen nicht verstehen, phantasieren sie über verschiedene Philosophien und sādhanas. All dies verursacht, dass sich anarthas vermehren.

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